Joseph M. Marshall Spaziergänge mit Großvater

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Inhaltsangabe zu „Spaziergänge mit Großvater“ von Joseph M. Marshall

Das Wissen der Ältesten: Was ein Lakota seinem Enkelkind mit auf den Weg gabZauberhafte Erzählungen, wohltuende Weisheiten Joseph Marshall ist ein Sioux-Indianer vom Stamme der Lakota. In diesem kleinen Meisterwerk erzählt er von den Spaziergängen mit seinem Großvater. Auf den langen Ausflügen in die Natur machte ihn der alte Mann mit den jahrhundertealten Weisheiten und Idealen der Lakota vertraut. Mit seinen wunderbaren Erzählungen lässt er uns in die Welt der Lakota-Sioux eintauchen und schenkt uns tiefe Einsichten in die Lebensweisheit der Indianer. Joseph Marshall lässt uns an den Spaziergängen teilnehmen - und ermöglicht uns, die Werte der Lakota auf ebenso berührende wie vergnügliche Art kennenzulernen. Gerade in einer Zeit der Verunsicherung, der gesellschaftlichen Umwälzungen und der Zukunftsängste ist es lohnenswert, sich mit der Lebensphilosophie der Lakota auseinanderzusetzen. Es sind über viele Generationen hinweg überlieferte Mythen und Sagen, die uns auf eine Reise inneren Wachstums und der Inspiration mitnehmen. Von den Ältesten an ihre Kinder und Enkelkinder weitergegeben, vermitteln die klugen Fabeln und Legenden einen Einblick in das Leben der Lakota und schenken universelle Erfahrungen, die das Leben reicher machen und unser Gespür für das Richtige stärken. Sie helfen uns dabei, die Welt um uns herum und unseren Platz in ihr besser zu verstehen. Aber nicht nur deshalb ist dieses Buch ausgesprochen lesenswert. Marshall, heute selbst ein Ältester der Lakota, vermittelt uns die Lebensphilosophie der Indianer Nordamerikas. Ob es um Weisheit, Demut, Hilfsbereitschaft oder Vertrauen geht, ob er über die dunkle Seite in uns oder über den Kreis des Lebens spricht, sein Buch ist nicht nur inspirierend und ermutigend - es macht einfach Freude, den wunderbaren Erzählungen zu lauschen.

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  • "Die große Schwäche der Menschen ist ihre Überheblichkeit"

    Spaziergänge mit Großvater

    R_Manthey

    10. January 2016 um 12:38

    Vielleicht ist das gerade das Thema dieses Buches. Gleich zu Beginn beschreibt Joseph M. Marshall wie arrogant ein großer Teil der sogenannten modernen Menschen über die Vergangenheit ihres Geschlechts hinweggeht. Sie würden so tun, schreibt er, als ob das, was man gerne als zivilsatorische Errungenschaften bezeichnet, allein ihr Werk wäre. Die Mühsal und das Streben früherer Generationen, auf denen unsere heutige Welt technologisch und geistig beruht, würde einfach vergessen oder belächelt werden. Eine solche Herangehensweise zeuge nicht gerade von Weisheit. Und um Weisheit geht es in diesem Buch. Marshall erzählt, was ihn sein Großvater gelehrt hat. Bei den Lakota hätte man auf den Rat der Weisen, der Ältesten gehört, obwohl sie keine formale Autorität besessen hätten. Und man hätte auch vom Verhalten der Tiere gelernt. So findet man im Text eine rührende Geschichte, wie Wölfe eine Frau vor dem Tode retteten. Ob sie tatsächlich stimmt, sei einmal dahingestellt. Man kann Marshalls Geschichten als poetisch und weise empfinden, was sie sicherlich auch zum größten Teil sind. Allerdings sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass es im Zusammenleben jeder menschlichen Gruppe zwangsläufig verschiedene Interessenslagen und die entsprechenden Konflikte gibt und gegeben hat. Das wird auch in den indianischen Dorfgemeinschaften nicht anders gewesen sein. Dass diese Gemeinschaften bei Marshall romantisierend idealisiert werden, kann man ihm nachsehen, denn seine Geschichten sollen schließlich ewig gültige Weisheiten transportieren. Und das gelingt ihnen recht gut. Eine ganz andere Frage ist dabei allerdings, ob man die idealisierten Zustände in indianischen Dorfgemeinschaften auf arbeitsteilige und weitestgehend anonymisierte Großgesellschaften der Moderne so einfach übertragen kann. In solchen Gesellschaften verlaufen viele Prozesse aufgrund essentiell anderer Voraussetzungen auch völlig anders. Etwa die Ausbreitung von Informationen oder gesamtgesellschaftliche Entscheidungsfindungen. In kleinen Gemeinschaften jedoch ändern sich die ungeschriebenen Gesetze des Zusammenlebens innerhalb einer Kultur wohl nur langsam, wenn überhaupt. Das sichert Stabilität und Vertrauen. Wer sich anschickt, sie aus welchen Gründen auch immer zerstören zu wollen, riskiert den Untergang der Gemeinschaft. Und genau das scheint mir das eigentliche (und in Wirklichkeit sehr aktuelle) Thema dieses Buches zu sein, dem noch eine CD mit Sagen und Legenden der Lakota beigefügt ist.

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