Joseph Mitchell McSorley’s Wonderful Saloon

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Inhaltsangabe zu „McSorley’s Wonderful Saloon“ von Joseph Mitchell

Ein Besuch auf einer Schildkrötenfarm, die einen Großteil des nordamerikanischen Bedarfs an Schildkrötenfleisch deckt; das Porträt einer seit 1854 bestehenden New Yorker Kneipe; schwindelfreie Indianer im Stahlhochbau; findige Nichtstuer, hochbegabte Kinder, Muschelfischer und bärtige Damen; eine Schilderung der Institution »Beefsteak«, einem Begängnis, bei dem es ums Vertilgen ungeheurer Mengen Fleisch geht; der fundamentalistische Straßenprediger, der das Telefon für seine Zwecke entdeckt hat, oder Captain Charleys Museum für intelligente Menschen: Joseph Mitchells Geschichten, Porträts, Reportagen und Erzählungen sind längst Klassiker amerikanischer Literatur.   Mitchell ist ein begnadeter Zuhörer, der vor allem die von ihm Porträtierten selbst zu Wort kommen lässt. In seinen »teilnehmenden Beobachtungen« verbindet sich Sachlichkeit mit literarischer Anschaulichkeit der Beschreibung, subjektivem Humor und scharfer Beobachtungsgabe. Immer wieder zieht es ihn zu den Käuzen, Exoten und Exzentrikern seiner Stadt. Mit Hingabe widmet er sich aussterbenden Milieus, Phänomenen, die alsbald der Vergangenheit angehören werden, und immer wieder dem pulsierenden Leben der Hafenstadt New York. Joseph Mitchells legendäre Reportagen gehören zur Geschichte New Yorks, sie lesen sich wie Bohrungen in einer heute verschütteteten Zeitschicht jener Stadt, die mehr als alle anderen die Moderne verkörpert. Die hier versammelten Geschichten sind in den Jahren 1938 bis 1955 im Magazin New Yorker erschienen. Für das deutsche Publikum weitgehend Neuland, eröffnen sie dem Leser ungeahnte, beglückende literarische Entdeckungen.

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    McSorley’s Wonderful Saloon
    JohannesGroschupf

    JohannesGroschupf

    07. October 2013 um 15:02

    Joseph Mitchells Revier war das New York der 30er, 40er und 50er Jahre, und heute noch gilt er als der beste Reporter, der je für den „New Yorker“ schrieb. Seine Liebe galt den Kaschemmen in der Bowery und am alten Hafen, den Lebensentwürfen der Tagediebe und Habenichtse. „Mein Thema waren nicht die kleinen Leute“, sagte er, „sie sind so groß wie du und ich, ganz egal wer wir sein mögen“. Mitchell schreibt knapp und präzis. Seine Reportagen, aus denen eine Auswahl nun endlich, elegant übersetzt von Sven Koch und Andrea Stumpf, auch auf Deutsch vorliegt, sind getragen von einem schwarzen Humor, der auf jegliche Wertung verzichtet, und von einer Wertschätzung seiner Gegenüber, die diese niemals bloßstellt. Mit wenigen Worten führt Mitchell ins McSorley’s, die älteste Bar der Stadt, ein: „Es ist eine ruhige Kneipe; der Barmann macht keinen unnötigen Handgriff, die Gäste halten sich an ihren Ale-Gläsern fest und die drei Uhren an den Wänden können sich schon seit Jahren nicht auf eine gemeinsame Zeit einigen.“ Am Ende der Beschreibung meint der Leser, die ganze Belegschaft der Bar zu kennen, bis hin zu Minnie, der faulen Katze, die in der Kohlenschütte neben dem Ofen schläft. Mitchell war nicht nur ein genauer Beobachter, sondern vor allem ein begnadeter Zuhörer, der seine Figuren oft seitenlang zu Wort kommen lässt und ihnen in die feinsten Verästelungen ihrer Logik folgt. Zum Verhängnis wurde Mitchell die langjährige Bekanntschaft mit dem Schnorrer und Bohemien Joe Gould, der angeblich an einem riesigen Werk schrieb, einer Mitschrift aus 20 000 Gesprächen, die er auf seinen Streifzügen durch die Stadt aufgeschnappt hatte. Das ominöse Werk, in zahllosen Kladden voller Kaffee-, Fett- und Bierflecken, neunmal so lang wie die Bibel, fand nie einen Verlag. Sieben Jahre nach Goulds Tod lüftete Mitchell dessen Geheimnis – und verstummte. Die nächsten 31 Jahre und sechs Monate kam er fast täglich zur Arbeit, aber er veröffentlichte keine einzige Zeile mehr. Mitchell starb 1996. Das McSorley’s gibt es übrigens heute noch: 15 East 7th Street.

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  • Meisterwerke des literarischen Journalismus

    McSorley’s Wonderful Saloon
    JohannesGroschupf

    JohannesGroschupf

    07. October 2013 um 00:13

    Joseph Mitchell war ein höflicher, unauffälliger Mann mit Anzug, Filzhut und einer Schwäche für Herumtreiber, Trunkenbolde, Exzentriker, Schausteller, Straßenprediger und Schwadroneure. Sein Revier war das New York der 30er, 40er und 50er Jahre, und heute noch gilt er als der beste Reporter, der je für den „New Yorker“ schrieb. Seine Liebe galt den Kaschemmen in der Bowery und am alten Hafen, den Lebensentwürfen der Tagediebe und Habenichtse. „Mein Thema waren nicht die kleinen Leute“, sagte er, „sie sind so groß wie du und ich, ganz egal wer wir sein mögen“. Mitchell schrieb knapp und präzis. Seine Reportagen, aus denen eine Auswahl nun endlich, elegant übersetzt von Sven Koch und Andrea Stumpf, auch auf Deutsch vorliegt, sind getragen von einem schwarzen Humor, der auf jegliche Wertung verzichtet, und von einer Wertschätzung seiner Gegenüber, die diese niemals bloßstellt. Mit wenigen Worten führt Mitchell ins McSorley’s, die älteste Bar der Stadt, ein: „Es ist eine ruhige Kneipe; der Barmann macht keinen unnötigen Handgriff, die Gäste halten sich an ihren Ale-Gläsern fest und die drei Uhren an den Wänden können sich schon seit Jahren nicht auf eine gemeinsame Zeit einigen.“ Am Ende der Beschreibung meint der Leser, die ganze Belegschaft der Bar zu kennen, bis hin zu Minnie, der faulen Katze, die in der Kohlenschütte neben dem Ofen schläft. Mitchell war nicht nur ein genauer Beobachter, sondern vor allem ein begnadeter Zuhörer, der seine Figuren oft seitenlang zu Wort kommen lässt und ihnen in die feinsten Verästelungen ihrer Logik folgt. So setzte er Mazie ein Denkmal, der resoluten Kartenverkäuferin eines heruntergekommenen Kinos, die tagsüber die schnarchenden Gäste aus dem Publikum scheuchte, nach Mitternacht aber die Penner auf der Straße mit Decken, Seife und Lebensmitteln versorgte. Er besuchte Arthur Colborne, den Gründer und Vorstand eines Vereins gegen das Fluchen („Sie werden es kaum glauben, aber die Frauen sind noch schlimmer als die Männer“) und porträtierte den extravagantesten Bettler New Yorks, der nicht Almosen nahm, sondern Beiträge kassierte: „Commodore Dutch ist ein schnoddriger kleiner Mann, der in den letzten vierzig Jahren seinen Lebensunterhalt damit verdient hat, dass er jährlich einen Ball zu seinen Gunsten veranstaltet.“ Lady Olga hingegen hat sich ihr Leben lang auf Jahrmärkten ausstellen lassen: „Miss Barnell ist eine Bartfrau. Ihr dichter, krauser Bart ist heute fast fünfunddreißig Zentimeter lang, so lang wie noch nie. Seit er ergraut ist, trägt sie ihn nach alttestamentarischer Art ungestutzt.“ Mitchell schrieb eine fast ethnologische Studie über die Mohawks im Stahlbau, Indianer, die als Bauarbeiter auf Brücken und Wolkenkratzern stets begehrt – da schwindelfrei – waren, und mit akribischer Geduld schildert er die Betrugsmasche, mit der alte Wahrsagerinnen ihren Kundinnen das Geld aus der Tasche zogen. Zum Verhängnis wurde Mitchell die langjährige Bekanntschaft mit dem Schnorrer und Bohemien Joe Gould, der angeblich an einem riesigen Werk schrieb, einer Mitschrift aus 20 000 Gesprächen, die er auf seinen Streifzügen durch die Stadt aufgeschnappt hatte. Seinen Ehrentitel „Professor Möwe“ verdankte er der Behauptung, die Sprache der Möwen zu verstehen und selbst zu sprechen, was er auf Partys gern unter Beweis stellte. Das ominöse Werk, in zahllosen Kladden voller Kaffee-, Fett- und Bierflecken, neunmal so lang wie die Bibel, fand nie einen Verlag. Sieben Jahre nach Goulds Tod lüftete Mitchell dessen Geheimnis – und verstummte. Die nächsten 31 Jahre und sechs Monate kam er fast täglich zur Arbeit, aber er veröffentlichte keine einzige Zeile mehr. Mitchell starb 1996. Das McSorley’s gibt es übrigens heute noch: 15 East 7th Street.   

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  • Rezension zu "McSorley’s Wonderful Saloon" von Joseph Mitchell

    McSorley’s Wonderful Saloon
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. May 2012 um 15:37

    Was den Schreibstil angeht kann ich saz voll und ganz zustimmen. Es liest sich schleppend und ist nicht wirklich packend. Die Historie der Kneipe ist auch meiner Meinung nach die beste Erzählung des Buches. Wenn man sich aber etwas für die Hintergründe und Gechichte der USA bzw. New York's interessiert, wird man einige Anekdoten über die korrupten und unspektakulären Figuren des amerikanischen Gesellschaftsrands finden. Mitchell portraitiert die Personen seiner Geschichten oft sehr genau, stellt sie somit auf eine Bühne und lässt sie ihre Geschichte erzählen. Wenn man dann von den Geschichten "angefixt" wurde, und im Internet nach einigen der genannten prominenteren Personen sucht, kann man sich noch ein bisschen mehr auf Zeitreise begeben und tiefer in die Materie eintauchen um zu verstehen, was die Menschen damals bewegt hat. Wer also handfeste Zeitzeugenaussagen sucht und etwas in vergangenen Zeiten schwelgen, und dabei meist skurillen Außenseiter-Figuren begegnen möchte, kann ruhig zugreifen. Spannung und viel Handlung sucht man in McSorley's Wonderful Saloon jedoch vergebens, denn Darstellung von Atmosphäre und Menschen standen im Mittelpunkt von Joseph Mitchell's Erzählungen.

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  • Rezension zu "McSorley’s Wonderful Saloon" von Joseph Mitchell

    McSorley’s Wonderful Saloon
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. January 2012 um 13:36

    Die Kurzgeschichten in diesem Buch spielen alle in Nordamerika in der Mitte des 20. Jahrhunderts, viele davon in New York. Wie man schon der Inhaltsangabe entnehmen kann, stellt Mitchell vor allem die Exoten und Sonderlinge der Gesellschaft in den Vordergrund (Zigeuner, Indianer, Taubstumme, Straßenprediger, Arbeitslose) und auch Kneipen spielen oft eine tragende Rolle. In nahezu allen Geschichten gibt es kaum Handlung, viel mehr lässt der Erzähler (zum Beispiel in einer Bar/Kneipe) einen Vertreter der entsprechenden Personengruppe zu Wort kommen und dieser erzählt dann , teilweise sehr monolog-lastig. Dieses immer wiederkehrende Prinzip ging mir mit der Zeit ziemlich auf die Nerven. Sicher auch deshalb haben mir die ersten beiden Kurzgeschichten am besten gefallen. In der ersten Geschichte geht es um eine Kneipe mit dem Namen "McSorley’s Wonderful Saloon", die von einem irischen Einwanderer im 19. Jahrhundert gegründet wurde, und Mitchell beschreibt darin ganz unterhaltsam die verschiedenen aufeinanderfolgenden Besitzer und das besondere Flair der Kneipe. Erzählen kann Mitchell also durchaus. Schade, dass es (zumindest von meinem Standpunkt aus) mit den anderen Geschichten nicht so geklappt hat. Viele haben mich ratlos zurückgelassen und konnten auch vom Erzählfuß nicht überzeugen. Zwar ist es interessant zu lesen, welch' skurrile Vereine und Einnahmequellen es beispielsweise in New York gibt (oder gab), aber der Gesamteindruck passt eben nicht. Schade.

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