Joseph O'Connor Irrlicht

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Inhaltsangabe zu „Irrlicht“ von Joseph O'Connor

Dublin 1907: In einem Roman von verwirrender Schönheit erzählt Joseph O'Connor eine wahre Liebesgeschichte, die zum Skandal wurde. Die Affäre zwischen der jungen Schauspielerin und dem berühmten Autor prägte ihr beider Leben für immer. Doch so wie auf jeder Bühne der Welt das Licht die ganze Nacht brennt, um den Saal für die Gespenster zu erleuchten, strahlt das Irrlicht dieser Beziehung bis in die verborgensten Seelenwinkel der Liebenden – und erlischt auch nicht mit dem Tod. In seinem neuen Roman verwebt O' Connor Szenen von strahlender Präsenz zu einer Geschichte voll subtiler Zerbrechlichkeit. Eine Amour fou, die für die Liebenden zur Gespenstersonate wurde, die lange im Herzen der Leser nachhallt.

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  • Rezension zu "Irrlicht" von Joseph O'Connor

    Irrlicht
    Poesiesoso

    Poesiesoso

    12. October 2012 um 18:13

    Mit "Irrlicht" hat Joseph O' Conner die tragische Liebesgeschichte zwischen John M. Synge, dem Dichter und Mitbegründer des berühmten Abbey Theatre in Dublin, und der jungen Schauspielerin Molly O' Neill fiktionalisiert und zu einem poetischen Roman verwoben. Inhalt: Nach dem Lesen des Klappentextes habe ich eine ausführlich erzählte Geschichte zweier Liebenden vor dem Hintergrund des irischen Theaters erwartet, was sich nur zur Hälfte erfüllt hat. Denn bereits auf der ersten Seite lernen wir Molly im Jahr 1952 kennen, als John bereits mehr als 30 Jahre tot ist. Mittlerweile ist Molly eine verarmte Frau geworden, die immer mehr mit dem Alkohol zu kämpfen hat. Doch sobald sie durch die Straßen von London streift und in das Gespräch mit einigen wenigen ihr verbliebenen Freunde tritt, bewahrt sie Haltung und die Eigenschaften, die sie einst als gefeierte Schauspielerin Molly O' Neill charakterisiert haben. In abwechselnden Kapiteln werden dann Mollys gegenwärtiges, recht zurückgezogenes Leben und ihre Vergangenheit erzählt. Diese ist geprägt von ihrer skandalösen Liebe zu dem um viele Jahre älteren Dichter John Synge, mit dem sie am Theater zusammengearbeitet hat und den sie auch nach seinem Tod noch immer überall sieht: auf der Straße, in der Theaterloge, überall fühlt sie sich beobachtet, wie von einem Irrlicht. Mit wunderbar poetischer Sprache erzählt O' Conner das Verhältnis zwischen dem Vagabunden, ihrem Strolch, und seinem Feenkind. Fazit: Die Tatsache, dass O' Conner hier keine chronologische und packende Liebesgeschichte erzählt, sondern dieses Erzählprinzip wählt, ist wundervoll. Das Theater wird auf diese Weise präsentiert, als Ort, an dem sich auch nach der Aufführung noch die Schatten küssen. Nach einigen Kapiteln hat es mich ein wenig gestört, dass ich Molly und John schon wieder verlassen und mich in das London der 50er begeben muss. Aber umso mehr, konnte ich die Worte in den Kapiteln genießen, in denen sich die Liebenden unterhalten oder Briefe schreiben. Der emotionalste Moment des Buches war für mich jedoch der Epilog: ein 14-seitiger Brief von Molly an John, den sie nur leider nie abgeschickt hat. In diesem Brief spricht eine so reife und gleichzeitig noch verspielte junge Frau, die das Schauspiel liebt und genau weiß, wie sie mit den Worten umzugehen hat. Womöglich hat dazu auch ein Rat beigetragen, den er ihr eines Tages gegeben hat: "Sie müssen den Worten gestatten, Sie zu dem Herzen zu führen, von dem diese Worte kommen." Ich denke, das ist ein Rat, den auch viele Menschen heute noch verinnerlichen sollten.

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  • Rezension zu "Irrlicht" von Joseph O'Connor

    Irrlicht
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    16. August 2012 um 05:52

    Liebe, die das Leben prägt Sensible Poetik, das liegt in der Familie O´Connor wohl von Natur aus im Raum. Sei es Sinead O´Conner mit ihren fast ätherischen Liedinterpretationen zu ihrer Zeit, sei es nun Joseph O´Connor als Romancier gerade mit diesem Buch. Sanft, sensibel, empathisch, mit vielen feingewebten Bildern, versteht er es, die Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts in ihrer Atmosphäre zu erfassen, im besonderen die Dichter jener Tage, die Theaterwelt, die hohen kulturellen Einfluss besaß und durchaus noch für Skandale sorgen konnte. Mit Stücken, wie John Synge, der irische Dichter es tat, aber auch mit privaten „Eskapaden“, wie es der um 15 Jahre ältere Synge durch seine Affäre mit der Schauspielerin Molly Allgood in den Raum der Zeit setzte. Wenn auch nicht ganz richtig und ganz wirklich, denn völlig gab er sich (zumindest äußerlich) nicht hin, Distanz bestand durchaus, nicht durch seine durchaus intensive Persönlichkeit, auch durch die Ablehnung seiner Familie der Liaison gegenüber scheint der rebellische Dichter hier und da zurückgeschreckt zu sein. Und doch, eine Liebe steht im Raum, die das Leben prägt. Weniger John Synges, den dieser starb früh, wohl aber Mollys, die trotz zweier Ehen, eigener Kinder und Enkelkinder bis ins Jahr 1952 noch (dort spielt die zweite Handlung des Romans) innerlich dem Dichter intensiv verbunden ist, diesem Gefühl, dieser Intensität, dieser Nähe. Ist es so, dass die Handlung in der Vergangenheit nicht unbedingt heutzutage als weltbewegend wahrgenommen werden kann (weder Stücke noch Liaison würden für Aufregung sorgen und eine gewisse Dramatisierung der Affäre steht durchaus auch im Buch im Raum), so dass hier keine allzu große Spannung sich aufbaut, gelingt es O´Conner vor allem in der Person der Molly eine mitreißende Dichte anzulegen. Wie die alte Dame verarmt, dem Alkohol verfallen, in einer ruinösen Absteige lebend, dennoch immer wieder im Gespräch mit sich und den wenigen Kontakten zur Außenwelt versucht, Haltung zu bewahren. Wie sie mit schauspielerischer Kraft dem Hunger, dem Mitleid, aber auch den harten Anfragen mancher Polizisten entgegen geht, das berührt sehr. Diese intensive Schilderung von Situation und Person mit eindringlicher und poetischer Sprache, dieser ständige innere Dialog Mollys mit ihrer so früh verstorbenen großen Liebe (John Synge ist immer wie ein Schemen anwesend, mischt sich ein), verbunden mit der ebenso ständigen Reflektion der alten Frau über sich selbst, über ihren Niedergang, über kleinste Hoffnungen im Alltag (vom Leergut sammeln bis zu kleinen Geschenken eines mitleidigen Gastwirts), diese Reibung zwischen Haltung und Wirklichkeit, das gestaltet O`Connor fast schmerzlich körperlich spürbar. Und in dieser Nähe zu seiner Protagonistin wird dann doch noch die eigentliche Kraft innerer Verbindung und der Liebe überdeutlich. Manche Texte, Verweise auf Stücke, andere irische Dichter und deren Ergehen ergänzen den Kern der Geschichte im Buch und lassen ein um das andere Mal zum Schmerz der Liebe noch ein Stück irische Wehmut durch die Seiten des Buches geistern. Trotz der wenig mitreißenden äußeren Geschichte von Molly und John ist „Irrlicht“ ein stilistisch gelungenes, sprachlich eindrucksvolles und den Leser emotional eng vor allem an die Hauptperson bindendes Buch, dass die Höhen und Tiefen des Lebens und der Liebe greifbar gerade im Rückblick auf das gelebte Leben vor Augen stellt.

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