Joseph O'Neill

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Autor von Niederland, Netherland und weiteren Büchern.

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Niederland

Niederland

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Erschienen am 01.10.2010
Der Hund

Der Hund

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Erschienen am 22.04.2016
Niederland

Niederland

 (2)
Erschienen am 11.03.2009
Niederland (DAISY Edition)

Niederland (DAISY Edition)

 (1)
Erschienen am 14.05.2009
Netherland

Netherland

 (4)
Erschienen am 07.05.2009
This is the Life

This is the Life

 (1)
Erschienen am 30.04.2009
The Breezes

The Breezes

 (0)
Erschienen am 30.04.2009
Blood-Dark Track

Blood-Dark Track

 (0)
Erschienen am 05.10.2010

Neue Rezensionen zu Joseph O'Neill

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Thailas avatar

Rezension zu "Niederland" von Joseph O'Neill

Rezension zu "Niederland" von Joseph O'Neill
Thailavor 7 Jahren

New York nach dem 11. September: Der Niederländer Hans lebt mit seiner Familie im Hotel Chelsea, in das sie gezogen sind, als ihre Wohnung in Manhattan evakuiert wurde. Auch nach Ende der Evakueirung gelingt es ihnen nicht ihre Angst zu überwinden und in ihre Wohung zurück zu kehren Ebenso wenig gelingt es ihnen, ihr Leben als Paar und als Familie wieder aufzunehmen. Feine Risse in der Beziehung sind nach 9/11 breite Gräben. Es ist als hätten sie danach keine gemeinsame Sprache mehr, in der sie sich miteinander verständigen können.
Seine zutiefst verängstigte Frau Rachel kehrt mit dem Sohn ins heimatliche London zurück und Hans bleibt alleine im Hotel Chelsea zurück. Er drifftet ziemlich orientierungslos dahin, bis er seine alte Liebe zum Cricket wiederentdeckt und bei einem Spiel Chuck Ramkisson kennenlernt. Chuck stammt aus Trinidad und ist eine schillernde Figur. Erträumt davon, Cricket in den USA populär zu machen und versucht Hans zu überreden als Investor einen Cricket-Stadions einzusteigen. Im Grunde bleibt Chuck für Hans ein Rätsel. Ist er ein Visionär, ein Verrückter, ein Gangster, ein Geschäftsmann? Aber er ist von seiner Energie und seiner Erzählgabe fasziniert.
"Niederland[" von Joseph O'Neill hat mich schwer fasziniert. Von allen Romanen, die ich über den 11. September gelesen habe, konnte es mir am eindringlichsten die Atmosphäre der Stadt nach dem Angriff zeigen, ohne dass dies ein besonderer Fokus des Autors gewesen zu sein scheint. Der Autor bleibt ganz im Privaten, im Zwischenmenschlichen, beobachtet dabei sehr genau.
Auch wenn ich die Geschichte von Hans und Rachel interessant zu lesen fand, besticht der Roman vor allem durch sein Arsenal an fast schon phantastischen Nebenfiguren. Da ist Chuck, aber auch ein türkischer Transexueller, den Hans gelegentlich im Hotel trifft, und der stets mit einem Engelskostüm herumläuft und ein einsamer, indischer Restaurantkritiker. Viele Szenen wirken, als stammen sie aus einem surealistischen Traum, sind aber - und das hat mir besonders gefallen - in der Realität verankert. Der Roman zeichent sich aus durch einen feinsinnigen, unaufdringlichen Humor, der Hans' grüblerische Neigungen ausbalanciert.
Wirklich ein außergewöhnliches Buch. mit das beste was ich in letzter Zeit gelesen habe.

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Gruenentes avatar

Rezension zu "Niederland" von Joseph O'Neill

Rezension zu "Niederland" von Joseph O'Neill
Gruenentevor 7 Jahren

Hans und seine Frau Rachel gehen für eine Zeit nach New York. nach 9/11 fühlt sich Rachel einfach nicht mehr sicher und geht mit dem kleinen Sohn zurücknach New York. Hans bleibt und nistet sich um Hotel Chelsea ein. Er ist irgendwie handlungsunfähig und lethargisch. Da fängt er an Cricket zu spielen und lernt Chuck kennen, der einen grossen Cricketclub aufbauen will und so den amerikanischen Traum erlebe will. Dazwischen macht er eher dubiose Geschäfte in die er bis zu einem gewissen Grad auch Hans hinein zieht.
Das ganze Buch ist eine Rckblende anlässlich des gewaltsamen Todes von Chuck.
Wirklich wunderbar ist das Buch, wenn es die Verhältnisse im Hotel beschreibt. Oder wie er versucht sich für eine Fahrprüfung anzumelden.
Das erste Drittel hat mich überhaupt nicht gepackt. Wenn ich nicht im Lesezirkel darüber häte diskutieren wollen hätte ich es beiseite gelegt. Doch dann hat es mich doch noch weitergetragen.

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Die Buchprüferins avatar

Rezension zu "Niederland" von Joseph O'Neill

Rezension zu "Niederland" von Joseph O'Neill
Die Buchprüferinvor 9 Jahren

Es war mal wieder der Klappentext.
Vom „großen literarischen Wurf“ war da die Rede, von dem einsamen Bankier Hans, der früher „perfekte, sichere Bahnen auf dem Eis der Grachten“ fuhr und heute nach dem 11. September „in seinen Grundfesten erschüttert“ ist. Davon, wie er auf „Google Earth verzweifelt nach Lebenszeichen im Haus seines kleinen Sohnes“ sucht, der inzwischen mit der Mutter nach London gezogen ist.

Das alles fand ich spannend, doch eigentlich hätte ich da schon stutzig werden müssen. Denn Google Earth kann einem alles mögliche zeigen, nur nicht irgendwelche aktuellen Lebenszeichen. So ähnlich ist es auch mit diesem Klappentext. Er erzählt einem alles mögliche, nur nicht das, worauf es in dem Buch ankommt. Beispielsweise beharrt er darauf, dass Hans sich mit Chuck, einem Westinder, aufmacht, „um ein aktives, brodelndes, ihm gänzlich unbekanntes New York zu entdecken“ – aber dann besteht dieses brodelnde Getümmel aus endlosen Beschreibungen von Cricket-Angelegenheiten, die sich im Jonglieren mit Begriffen wie Pitch und Wickets erschöpfen. Noch dazu kommt es nur äußerst selten zu einem Spiel, stattdessen werden meist bloß die Vorbereitungen dazu geschildert.

Bekanntermaßen können selbst solche Bücher sehr aufregend sein, die einem ein bisher unbekanntes Terrain näherbringen, also hätte ich wohl auch dann nicht gezögert, zuzugreifen, wenn der Klappentext zugegeben hätte, dass es in dem Buch zum allergrößten Teil um Cricket geht. Auch lange Beschreibungen stören mich nicht, oft tauche ich dann beim Lesen in poetische Trancezustände ab – siehe Jan Christophersons „Schneetage“.
Insofern ist es nicht nur die Klappe. Es ist auch der Autor. Aus meiner Sicht hat er durchaus keinen „leuchtenden, am Ende Hoffnung machenden Traum gedichtet“, der einen verzaubern könnte. Nein. Aus meiner Sicht hat er jedes Leuchten mit Präzision umschifft, alles, was zu einem fesselnden roten Faden hätte werden können – z.B. die Probleme mit seiner Frau und die Schmerzen der Trennung, die Nachwirkungen des 11.9., der eingangs im Buch erwähnte rätselhafte Tod des besagten Chuck sowie dessen verdächtige kleine Geschäfte – einfach lose baumeln lassen, und nur ab und zu mal ein bisschen angezogen, ohne dass das jedoch spürbare Konsequenzen für den weiteren Verlauf gehabt hätte.

„Ich strich den Sommer durch ein Sieb, das nur Cricket zurückhielt.“ Na, kein Zweifel, solche Sätze sind genial. Leider aber ging’s mir mit dem Buch zu ähnlich, um mich lange daran zu delektieren: für mich bleibt nur ungepflegte Langeweile zurück.
Mann, wie schade.

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