Joseph Roth

 4 Sterne bei 660 Bewertungen
Autor von Hiob, Radetzkymarsch und weiteren Büchern.
Autorenbild von Joseph Roth (©Gemeinfrei)

Lebenslauf von Joseph Roth

Joseph Roth wurde im September 1894 in Brody, damaliges Österreich-Ungarn, geboren. Er verlor seinen Vater sehr früh und wuchs daher nur bei seiner Mutter auf. Roth erhielt Violinunterricht und besuchte das Kronprinz-Rudolf-Gymnasium, das er als einziger Jude mit dem Matura abschloss. Er studierte in Lemberg, der Hauptstadt Galiziens, siedelte jedoch früh nach Wien um, da in Lemberg Polnisch als Unterrichtssprache eingeführt wurde und Roth deutschsprachig erzogen wurde. Er bewohnte dort eine Wohnung mit seiner Mutter, die vor dem Ersten Weltkrieg aus Brody geflohen war. Durch sein sehr erfolgreiches Studium der Germanistik und mehreren Hauslehrerstellen konnte sich Roth bald sehr gut selbst finanzieren. 1916 meldete Roth sich freiwillig zum Militärdienst und stand im Spalier der Soldaten entlang des Beerdigungszuges von Kaiser Franz Joseph I., was ihn sehr bewegte. Während und nach seinem Militärdienst schrieb er Artikel für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen. 1920 zog Roth nach Berlin und arbeitete auch dort für verschiedene Zeitungen, bald auch für die "Frankfurter Zeitung", für die er viele Ostländer bereiste und darüber berichtete. Am Tag von Hitlers Machtergreifung verließ Roth Deutschland und emigrierte zuerst nach Paris, später nach Nizza. Mit Roths Gesundheitszustand ging es bergab. 1939 wurde er nach einem Zusammenbruch in das Armenhospital Hôpital Necker eingeliefert, wo er am 27. Mai an einer doppelseitigen Lungenentzündung starb. Joseph Roth wurde am 30. Mai 1939 in Paris beerdigt.

Neue Bücher

Die Legende vom heiligen Trinker

Neu erschienen am 06.05.2020 als Taschenbuch bei glotzi.

Die Legende vom heiligen Trinker

Neu erschienen am 17.04.2020 als Taschenbuch bei BoD – Books on Demand.

Joseph Roth - Die besten Geschichten

Erscheint am 27.07.2020 als Taschenbuch bei Anaconda Verlag.

Hotel Savoy

Neu erschienen am 16.03.2020 als Taschenbuch bei epubli.

Alle Bücher von Joseph Roth

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Hiob9783520862914

Hiob

 (197)
Erschienen am 28.05.2018
Cover des Buches Radetzkymarsch9783866478664

Radetzkymarsch

 (118)
Erschienen am 07.08.2012
Cover des Buches Die Kapuzinergruft9783843804011

Die Kapuzinergruft

 (42)
Erschienen am 20.02.2014
Cover des Buches Die Legende vom heiligen Trinker9783746715148

Die Legende vom heiligen Trinker

 (40)
Erschienen am 09.04.2018
Cover des Buches Hotel Savoy9783866721135

Hotel Savoy

 (34)
Erschienen am 05.01.2018
Cover des Buches Das Spinnennetz9783866721173

Das Spinnennetz

 (25)
Erschienen am 03.04.2018
Cover des Buches Das Falsche Gewicht9783842415195

Das Falsche Gewicht

 (23)
Erschienen am 05.09.2011
Cover des Buches Der Leviathan9783462034929

Der Leviathan

 (17)
Erschienen am 18.02.2005

Neue Rezensionen zu Joseph Roth

Neu

Rezension zu "Beichte eines Mörders, erzählt in einer Nacht" von Joseph Roth

Nacht des Grauens
aus-erlesenvor 8 Monaten

Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant. So einen kann man doch gar nicht nett finden oder gar mögen. Semjon Golubtschik ist so einer. Mittlerweile lebt er in Paris. Auf Geheiß der Partei, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, irgendwann in der 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Das Tari-Bari ist der Ort, in dem man sich trifft. Kaschemme, Lokal, Bar – auf alle Fälle ist es hier dunkel, grau, verraucht, düster. Auch die Besucher, meist Emigranten aus aller Herren Länder, meist Russen, sind grau, verbraucht, runtergekommen, desillusioniert. Und wenn einer bunt, kann man davon ausgehen, dass man ihn kennt. 
Der Erzähler wohnt direkt gegenüber des Tari-Bari. Man kennt ihn. Er ist Stammgast. Ist ein bunter Vogel. Nur ungern gibt er sich als Russe zu erkennen. Zu viele Spitzel. Außerdem könnte man ihn als Spitzel ansehen. Doch dann schnappt er – schließlich spricht er russisch – ein paar Wortfetzen auf. Mörder! Dieses Wort lässt ihn aufhorchen und sich umdrehen. Da hinten, das ist der Mörder. Ein Mörder? Unter uns? Es ist Semjon Golubtschik. 
Ehe sich alle versehen, scharen sie sich um Semjon. Und der hat endlich genug von seinem Leben und gibt selbiges zu Besten. Alle sind gespannt auf seine Geschichte. Eigentlich heißt er Krapotkin. Sein Blut ist blau, da sein Papa, besser gesagt, sein Erzeuger, ein Fürst war. Eben ein Krapotkin. Wohlhabend, adelig und keinem amourösen Abenteuer abgeneigt. So kam es auch, dass er der Mutter von Semjon Golubtschik über den Weg lief. Und siehe da, schon kurze Zeit später – neun Monate (!) – war der kleine Semjon geboren. Sein Vater, der Förster, zog Semjon nach seinen Vorstellungen groß. Warum auch nicht, Semjon ist ja sein Sohn.
Schon früh lernt Semjon, dass nicht der Förster, sondern der Fürst sein Vater ist. Alt genug eigene Entscheidungen treffen zu können, stellt er sich ihm vor. Im Schlepptau hat er einen gewieften Geschäftsmann aus Budapest. Der ihn immer wieder ermuntert sein Pläne für die Zukunft in die Tat umzusetzen. Nicht ganz ohne Eigennutz. Der Fürst empfängt den Zögling, speist ihn allerdings nicht minder geschwind mit einer Art Abfindung und abschiedsgrußlos ab. Als Geheimpolizist macht Semjon dann rasch Karriere.
Der Abend verfliegt, die Geschichte wird immer schauriger. Bis Semjon zum Kern des Pudels vordringt: Dem Mord. Oder war es mehr als einer?
Joseph Roth malt mit Worten ein düsteres Bild eines düsteren Menschen. Die Golubtschik / Krapotkin ist keiner, den man sich gern zum Feind macht. Ist er ein Opfer der Umstände oder bringen eben diese Umstände nur das Schwärzeste in ihm ans Tageslicht? Fasziniert und gebannt hechelt man der nächsten Perfidität des Widerlings hinterher. Denn man weiß, dass die Geschichte immer weiter gehen wird…
Klaus Waschk malt mit groben Linien ein nicht minder düsteres Bild. Genauer gesagt sind es fünfzig Bilder. Schroff, fast ausnahmslos Kohlezeichnungen, bieten sie dem Leser eine Leben dar, das gänzlich auf ehrliche Gefühle verzichtet. Der Drang sich selbst in ein Licht zu setzen, das weder strahlt noch eine glänzende Aura verströmt, lässt nur diese eine Art der Illustration zu. Eindrucksvoll und pointiert sind sie mehr als nur Beiwerk, sie sind die ideale Ergänzung zu Joseph Roths einmaliger Erzählweise.

Kommentieren0
1
Teilen

Rezension zu "Die Legende vom heiligen Trinker" von Joseph Roth

"Gebe Gott uns allen, uns Trinkern, einen so leichten und so schönen Tod"
Barbara62vor 3 Jahren

Die Legende vom heiligen Trinker erschien 1939 posthum in Amsterdam, nachdem Joseph Roth (1894 - 1939) kurz zuvor im Pariser Exil verarmt und alkoholkrank verstorben war.

Die Alkoholsucht des aus dem polnischen Schlesien stammenden Andreas, der unter den Brücken von Paris ein armseliges Dasein fristet, steht im Mittelpunkt der Novelle. Als erstes von mehreren Wundern erhält Andreas von einem fremden Herrn 200 Francs. Da er ein "Mann von Ehre" ist, will er das Geld selbstverständlich zurückzahlen, und zwar der kleinen Statue der heiligen Therese von Lisieux in der Kapelle Ste Marie des Batignolles. Doch immer wieder, wenn er erneut durch ein Wunder überraschend zu Geld kommt, steht ihm seine Trunksucht im Weg, bis er schließlich umfällt und stirbt. Joseph Roth kommentiert seinen Tod mit den Worten: "Gebe Gott uns allen, uns Trinkern, einen so leichten und so schönen Tod."

In der Lesung auf einer CD mit 75 Minuten unterstreicht Mario Adorf als Sprecher nicht nur die Vollkommenheit von Joseph Roths Sprache, sondern bringt auch die Unausweichlichkeit von Andreas' Situation eindringlich zu Gehör.

Kommentieren0
101
Teilen

Rezension zu "Hotel Savoy : Roman." von Joseph Roth

So richtig warm wurde ich damit nicht
mysticcatvor 3 Jahren

Hotel Savoy erschien im Jahr 1924 erstmals als Fortsetzungsroman in einer Zeitung und wurde später gebunden gedruckt sowie verfilmt. Von Joseph Roth habe ich bisher "Hiob" gelesen, was mir gut gefallen hat.

Im Buch "Hotel Savoy" geht es um Kriegsheimkehrer und andere Menschen, die den ersten Weltkrieg überlegt haben und auf Zeit oder auf Dauer um Hotel Savoy im ponischen Lodz untergekommen sind. Dabei lernt man skurille Gestalten der damaligen Zeit kennen. Erzählt wird das Buch aus der "Ich"-Perspetive eines Kriegsheimkehrers, der wenig Geld aber wohlabende Verwandschaft in Lodz hat.

Mich hat dieses Buch nicht bewegt, weil ich durch die Vielzahl an Personen verwirrt war - ebenso passten Teil 3 und 4 des Buches aus meiner Sicht nicht mehr so gut zum Stil in dem Teil 1 und 2 geschrieben sind, in die ich auch besser hineingekommen bin. Ein schöner Einblick in eine vergangene Welt, aber bewegt hat mich die Geschichte nicht.

Kommentieren0
29
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Joseph Roth wurde am 01. September 1884 in Brody (Österreich) geboren.

Community-Statistik

in 685 Bibliotheken

auf 41 Wunschlisten

von 17 Lesern aktuell gelesen

von 21 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks