Joseph Roth

 4 Sterne bei 637 Bewertungen
Autor von Hiob, Radetzkymarsch und weiteren Büchern.
Joseph Roth

Lebenslauf von Joseph Roth

Joseph Roth wurde im September 1894 in Brody, damaliges Österreich-Ungarn, geboren. Er verlor seinen Vater sehr früh und wuchs daher nur bei seiner Mutter auf. Roth erhielt Violinunterricht und besuchte das Kronprinz-Rudolf-Gymnasium, das er als einziger Jude mit dem Matura abschloss. Er studierte in Lemberg, der Hauptstadt Galiziens, siedelte jedoch früh nach Wien um, da in Lemberg Polnisch als Unterrichtssprache eingeführt wurde und Roth deutschsprachig erzogen wurde. Er bewohnte dort eine Wohnung mit seiner Mutter, die vor dem Ersten Weltkrieg aus Brody geflohen war. Durch sein sehr erfolgreiches Studium der Germanistik und mehreren Hauslehrerstellen konnte sich Roth bald sehr gut selbst finanzieren. 1916 meldete Roth sich freiwillig zum Militärdienst und stand im Spalier der Soldaten entlang des Beerdigungszuges von Kaiser Franz Joseph I., was ihn sehr bewegte. Während und nach seinem Militärdienst schrieb er Artikel für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen. 1920 zog Roth nach Berlin und arbeitete auch dort für verschiedene Zeitungen, bald auch für die "Frankfurter Zeitung", für die er viele Ostländer bereiste und darüber berichtete. Am Tag von Hitlers Machtergreifung verließ Roth Deutschland und emigrierte zuerst nach Paris, später nach Nizza. Mit Roths Gesundheitszustand ging es bergab. 1939 wurde er nach einem Zusammenbruch in das Armenhospital Hôpital Necker eingeliefert, wo er am 27. Mai an einer doppelseitigen Lungenentzündung starb. Joseph Roth wurde am 30. Mai 1939 in Paris beerdigt.

Neue Bücher

Das Spinnennetz

Neu erschienen am 14.01.2019 als Taschenbuch bei Books on Demand.

Der Leviathan

Erscheint am 01.03.2019 als Hörbuch bei Hierax Medien.

Briefe aus Deutschland

Erscheint am 22.03.2019 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

Alle Bücher von Joseph Roth

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Hiob

Hiob

 (188)
Erschienen am 04.12.2013
Die Legende vom heiligen Trinker

Die Legende vom heiligen Trinker

 (40)
Erschienen am 09.04.2018
Die Kapuzinergruft

Die Kapuzinergruft

 (41)
Erschienen am 05.09.2011
Hotel Savoy

Hotel Savoy

 (32)
Erschienen am 05.01.2018
Das Spinnennetz

Das Spinnennetz

 (22)
Erschienen am 03.04.2018
Das Falsche Gewicht

Das Falsche Gewicht

 (21)
Erschienen am 05.09.2011
Der Leviathan

Der Leviathan

 (17)
Erschienen am 18.02.2005

Neue Rezensionen zu Joseph Roth

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Rezension zu "Die Legende vom heiligen Trinker" von Joseph Roth

"Gebe Gott uns allen, uns Trinkern, einen so leichten und so schönen Tod"
Barbara62vor 2 Jahren

Die Legende vom heiligen Trinker erschien 1939 posthum in Amsterdam, nachdem Joseph Roth (1894 - 1939) kurz zuvor im Pariser Exil verarmt und alkoholkrank verstorben war.

Die Alkoholsucht des aus dem polnischen Schlesien stammenden Andreas, der unter den Brücken von Paris ein armseliges Dasein fristet, steht im Mittelpunkt der Novelle. Als erstes von mehreren Wundern erhält Andreas von einem fremden Herrn 200 Francs. Da er ein "Mann von Ehre" ist, will er das Geld selbstverständlich zurückzahlen, und zwar der kleinen Statue der heiligen Therese von Lisieux in der Kapelle Ste Marie des Batignolles. Doch immer wieder, wenn er erneut durch ein Wunder überraschend zu Geld kommt, steht ihm seine Trunksucht im Weg, bis er schließlich umfällt und stirbt. Joseph Roth kommentiert seinen Tod mit den Worten: "Gebe Gott uns allen, uns Trinkern, einen so leichten und so schönen Tod."

In der Lesung auf einer CD mit 75 Minuten unterstreicht Mario Adorf als Sprecher nicht nur die Vollkommenheit von Joseph Roths Sprache, sondern bringt auch die Unausweichlichkeit von Andreas' Situation eindringlich zu Gehör.

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Rezension zu "Hotel Savoy : Roman." von Joseph Roth

So richtig warm wurde ich damit nicht
mysticcatvor 2 Jahren

Hotel Savoy erschien im Jahr 1924 erstmals als Fortsetzungsroman in einer Zeitung und wurde später gebunden gedruckt sowie verfilmt. Von Joseph Roth habe ich bisher "Hiob" gelesen, was mir gut gefallen hat.

Im Buch "Hotel Savoy" geht es um Kriegsheimkehrer und andere Menschen, die den ersten Weltkrieg überlegt haben und auf Zeit oder auf Dauer um Hotel Savoy im ponischen Lodz untergekommen sind. Dabei lernt man skurille Gestalten der damaligen Zeit kennen. Erzählt wird das Buch aus der "Ich"-Perspetive eines Kriegsheimkehrers, der wenig Geld aber wohlabende Verwandschaft in Lodz hat.

Mich hat dieses Buch nicht bewegt, weil ich durch die Vielzahl an Personen verwirrt war - ebenso passten Teil 3 und 4 des Buches aus meiner Sicht nicht mehr so gut zum Stil in dem Teil 1 und 2 geschrieben sind, in die ich auch besser hineingekommen bin. Ein schöner Einblick in eine vergangene Welt, aber bewegt hat mich die Geschichte nicht.

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Rezension zu "Radetzkymarsch" von Joseph Roth

Durchwachsen...
Hamlets_Erbinvor 2 Jahren

"Das Leben schien schneller dahinzulaufen als die Gedanken. Und ehe man einen Entschluss gefasst hatte, war man ein alter Mann." (S.116)

Inhalt: Es wird vom Aufstieg und Niedergang dreier Männer derselben Familie berichtet, ebenso wie vom Untergang Österreich-Ungarns.

Nachdem er dem Kaiser bei einer Schlacht das Leben gerettet hat, wird der von Bauern abstammende Joseph Trotta befördert und in den Adelsstand erhoben. Als er später jedoch feststellen muss, dass seine Tat in einem Schulbuch bis zur Lüge ausgeschmückt wird, nimmt er seinen Abschied vom Militär und nähert sich wieder dem Leben seiner Ahnen an. Seinem Sohn Franz verbietet er den Militärdienst und gibt ihm eine Beamtenlaufbahn vor, die dieser auch erfolgreich absolviert. Franz' Sohn wiederum, Carl Joseph, tritt auf Wunsch des Vaters in den Militärdienst ein, in dem er aber nie glücklich wird.

Meinung: Was diesen Roman anbelangt, bin ich zwiegespalten.
Es gibt Aspekte, die mich überzeugen konnten: Die Darstellung der Beziehung zwischen Vätern und Söhnen - das Machtgefälle, die Sprachlosigkeit, die Unfähigkeit den Emotionen Ausdruck zu verleihen - war beispielsweise gelungen. Auch die anekdotenhafte Schilderung der militärischen Lebensweise mit ihren strikten Verhaltensvorschriften und ihrem anti-individualistischen Fundament vermochte zu beeindrucken.
Allerdings habe ich mich auch an diversen Dingen gestört.
Zum einen war ich von der Sprache, die sich besonders in den Beobachtungen und Beschreibungen in Adjektiven verliert (redundant, prätentiös, lächerlich!) und dadurch den Lesefluss extrem behindert, wenig angetan. Für mich erstanden durch die Anhäufung von Adjektiven nämlich keine Bilder im Kopf, sondern ich war gelangweilt, genervt und hegte nur noch den Wunsch, es schnell hinter mich zu bringen (zeitweise spielte ich sogar mit dem Gedanken, das Buch nicht zu beenden, was mir so gut wie nie passiert).
Zum anderen ist dieser Roman (was sicherlich seinem Entstehungsprozess anzulasten ist) stilistisch voller Fehler. Die Erzählerstimme ist uneinheitlich, es gibt plötzliche Perspektivwechsel innerhalb eines Kapitels, die nicht sinnvoll sind, und die inkonsequente Verwendung der Zeitformen ließe sich bestenfalls als fragwürdig beschreiben. Dieser Roman hätte definitiv eines Lektors bedurft!

Was mich aber regelrecht verärgert hat, ist, dass dieser Roman von etlichen Kritikern als Klassiker angepriesen wird, der die österreichisch-ungarische Gesellschaft wiederspiegelt. Das ist natürlich lächerlich. Denn 50 Prozent der Gesellschaft kommen in diesem Roman einfach nicht vor! Es gibt nämlich im Grunde keine einzige Frauengestalt. Die Frauen, die Roth in Nebensätzen erwähnt, sind entweder Sexgespielinnen ohne Persönlichkeit oder unscheinbare Placebo-Frauen mit der Aura von Möbelstücken.
(Und nebenbei gesagt: von Familiensaga kann bei diesem Roman eigentlich auch keine Rede sein, denn die Mütter der Familie Trotta sind nicht existent!)

Fazit: Ein Roman, den ich lediglich Männern empfehlen würde.

"Er hatte lange genug gelebt, um zu wissen, dass es töricht ist, die Wahrheit zu sagen." (S.316)

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Joseph Roth wurde am 02. September 1884 in Brody (Österreich) geboren.

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