Joseph Roth Hiob

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Inhaltsangabe zu „Hiob“ von Joseph Roth

Erzählt wird die Geschichte der Heimsuchung des Juden Mendel Singer, der sein Leben in Armut und Bescheidenheit als Dorfschullehrer im russischen Teil Galiziens fristet, bis die Idylle durch die Geburt eines epileptischen Sohnes zerstört wird und ihn daraufhin mehrere Schicksalsschläge treffen. Mendel lässt sein krankes Kind zurück und wandert nach Amerika aus, wo es ihm nicht besser ergeht. Seine älteren Söhne sterben im Krieg, seine Frau vor Gram darüber. In seiner Wut lehnt er sich gegen Gott auf und verflucht ihn, doch da kommt es eines Tages zu einer fast wundersamen Umkehr des Schicksals. (Quelle:'E-Buch Text/29.06.2012')

Sehr interessant umgesetzt. Sollte man definitiv gelesen haben!

— Bergbaron
Bergbaron

Drei Sätze von Joseph Roth können Welten beschreiben, unmittelbar und direkt, schonungslos und doch liebevoll.

— MartinCh
MartinCh

Wundervolles Buch, das einem das Herz berührt und die Emotionen perfekt übermittelt!

— _Lotusblume_
_Lotusblume_

Dieser Roman enthält alles. Ich lese ihn immer wieder und bekomme jedes Mal bei der Lektüre eine Gänsehaut...

— SylviaBrandis
SylviaBrandis

Man sollte sich wirklich die Mühe machen dieses Buch zu lesen, obwohl es doch recht arg aufs Gemüt drückt und teilweise langweilig ist.

— Guenhwyvar
Guenhwyvar

ein berührendes Buch, ein genialer Stil, klar und direkt. Besoders die Szenen, wo Mendel mit dem Gott ringt und als frommer Mann sich von ihm abwendet, haben mich sehr beeindruckt.

— Taja
Taja

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  • Mendel Singer ist identitär

    Hiob
    idxx03

    idxx03

    26. February 2015 um 18:53

    Joseph Roth hielt sich zu Anfang seines schriftstellerischen Daseins in linksliberalen bis sozialistischen Kreisen auf. Er schrieb sogar für das sozialdemokratische Parteiblatt „Vorwärts!“ und war als „Der rote Joseph“ bekannt. Während er sich früher linientreu gern monarchiekritisch geäußert hatte, idealisierte er später die k. u. k.-Monarchie und galt daraufhin als romantischer Verklärer eines Österreichs, das in Augen der Kritiker nie existiert habe. „Hiob – Roman eines einfachen Mannes“ ist die konservative Kehrtwende im Schrifttum Joseph Roths und erlangte schon früh nach dem Erscheinen 1930 große Bekanntheit. Es verkauften sich bis zum Verbot durch die Nationalsozialisten 30.000 Exemplare. Er ist also auch als explizit jüdischer Roman geradezu prädestiniert für den Schuldkult-Lektürekanon der gymnasialen Oberstufe in Nordrhein-Westfalen. Was die grüne „Ministerin für Schule und Weiterbildung“ Sylvia Löhrmann wohl übersehen hat, ist die identitäre Botschaft, die sich in diesem Roman verbirgt (und das ist nicht die Anlehnung an den biblischen Hiob): Mendel Singer, „ein ganz alltäglicher Jude“, lebt mit seiner Frau Deborah und seinen Kindern Schemarjah, Jonas und Mirjam im Judenviertel des kleinen, fiktiven galizischen Schtetls1 Zuchnow. Im ersten Teil des Romans (Kapitel 1-9) porträtiert Joseph Roth, der ebenfalls einem solchen Schtetl entstammt, anschaulich das Leben der osteuropäischen Juden mit all seinen Vorzügen und Nachteilen und spart dabei nicht mit Verweisen auf das orthodoxe Judentum. Die Andeutungen sind zwar durchaus interessant, sollen uns an dieser Stelle allerdings weniger beschäftigen. Denn von viel größerem Belang ist für uns der zweite Teil des Romans, insbesondere der Übergang zu diesem (Kapitel 10-16). Mendel entschließt sich – nicht nur wegen des kirchlich propagierten Antisemitismus und der wachsenden Armut – dazu, ins amerikanische Exil bei einem Geschäftspartner seines zuvor von der Musterung geflüchteten Sohnes Schemarjah zu gehen. Seine Tochter Mirjam führte sexuelle Beziehungen mit schnell wechselnden Partnern unter den Kosaken. Anders als Mendel weiß sie jedoch von den amerikanischen Verhältnissen und hofft auf noch mehr Freizügigkeit. Schemarjah, der sich nun Sam nennt, ist vollkommen amerikanisiert und hat seine ethnokulturelle Identität bereits aufgegeben. Er ist nur noch ein Schatten seiner selbst: „Sie sahen Schemarjah und Sam zugleich, als wenn ein Sam über einen Schemarjah gestülpt worden wäre“ (S.99). Die moderne Welt Amerikas widert Mendel, der zuvor das traditionelle Leben eines Melámed² geführt hatte, an. „Der Wind war kein Wind, er bestand aus Lärm und Geschrei, es war ein wehender Lärm. Er setzte sich zusammen aus einem schrillen Klingeln von hundert unsichtbaren Glocken, aus dem gefährlichen metallenen Dröhnen der Bahnen, aus dem tutenden Rufen unzähliger Trompeten, aus dem flehentlichen Kreischen der Schienen an den Kurven der „Streets“ […] Er hätte lieber geweint, wie ein kleines Kind. Er roch den scharfen Teer aus dem schmelzenden Asphalt, den trockenen und spröden Staub in der Luft, den ranzigen und fetten Gestank aus Kanälen und Käsehandlungen, den beizenden Geruch von Zwiebeln, den süßlichen Benzinrauch der Autos, den fauligen Sumpfgeruch aus Fischhallen, […] Alle Gerüche vermengten sich im heißen Brodem, der ihm entgegenschlug, mit dem Lärm, der seine Ohren erfüllte und seinen Schädel sprengen wollte. […] Amerika drang auf ihn ein, Amerika zerbrach ihn, Amerika zerschmetterte ihn.“ (S102-103) Schon bald beginnt auch Mendel an seiner Identität zu zweifeln: „ ‘Was gehen mich diese Leute an?’ – dachte Mendel. ‘Was geht mich ganz Amerika an? […] Bin ich noch Mendel Singer? Ist das noch meine Familie? Bin ich noch Mendel Singer?’ “ (S. 103-104)  Und auch der Individualismus schlägt mit all seiner Härte zu: „Schon war er einsam, Mendel Singer: schon war er in Amerika.“ (S. 104) Mendel packt kurz darauf die Sehnsucht nach der galizischen Heimat. Joseph Roth schneidet hier, indem er das Heimweh Mendel Singers ausführlich und mehrfach darstellt, bereits ein Thema an, das für ihn bereits Realität geworden ist. Mit dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie verlor auch er seine Heimat. Roth, der sich nun bald zum Katholizismus bekennen sollte, versucht selbst noch auf die katholische Kirche und monarchistische Kreise Einfluss zu nehmen, was in einer Forderung an Bundeskanzler Schuschnigg gipfelt: Er solle zugunsten des Thronprätendenten Otto von Habsburg abdanken. Nachdem Mendel sich nun vorerst mit seiner derzeitigen Situation abgefunden hatte, bricht der Erste Weltkrieg aus und Sam fällt als Kriegsfreiwilliger. Sohn Jonas, der in der russischen Armee dient, ist verschollen. Seine Frau Deborah bricht nach diesen „Hiobsbotschaften“ tot zusammen. Die Tochter Mirjam wird daraufhin wahnsinnig und muss in eine Anstalt gebracht werden. Der Glaube des vormals gottesfürchtigen Mendel wird erschüttert und er steht kurz davor, seine Gebetsutensilien ins Feuer zu verwerfen. Sein Glaubensverlust hängt aber offenkundig nicht nur mit diesen Schicksalsschlägen zusammen, denn auch der Glaube seiner Nachbarn im jüdischen Viertel ist vom Liberalismus Amerikas stark gezeichnet. Amerika symbolisiert hier den Lebensstil, der alles als möglich ansieht und keine technischen oder moralischen Grenzen kennt; bekannt geworden als der „American way of life“. Die westliche Zivilisation, die Moderne schlechthin. Amerika ist „God’s own country“, das einst gottesfürchtige Personen wie Mendel Singer in die Gottlosigkeit treibt. Joseph Roth greift diese Daseinsweise rücksichtslos an, auch wenn er sie selbst nur aus Erzählungen kennt. Aber dass mündliche Überlieferung hin und wieder überraschend korrekt sein können, wissen wir seit Karl May. Der Ausgang soll an dieser Stelle (der dafür wichtigste Handlungsstrang wurde bislang auch gar nicht erwähnt) noch nicht verraten werden. Nur so viel: Mendel wird als einziges Mitglied der Familie durch die Erfahrung einer metaphysischen Begebenheit vom Materialismus geheilt. „Hiob“ stellt also am Beispiel der Familie Singer exzellent dar, wie liberale, moderne Gesellschaften traditionelles Leben Schritt für Schritt, aber dennoch nachhaltig, vernichten. „Hiob“ ist weit mehr als nur ein Unterhaltungsroman (was er zweifelsohne auch ist), wie es selbst schon Marcel Reich-Ranicki feststellte.[1] Jiddische Bezeichnung für eine kleine Ansiedlung mit hohem jüdischem Bevölkerungsanteil [2] Einfacher Laien-Lehrer, der den Kindern der jüdischen Gemeinde Thora und Talmud nahebringen soll http://www.identitaere-generation.info/hiob-buch/

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  • Mehr als nur eine Schullektüre

    Hiob
    _Lotusblume_

    _Lotusblume_

    22. July 2014 um 07:06

    Ich musste es in der Schule über die Sommerferien lesen.  Der Einstieg fällt zugegebenermaßen ein bisschen schwer, denn die alte Sprache ist im Alltag ja nicht geläufig. Ist man aber erst Mal drin,  und hat man sich erst ein Mal in die Figuren versetzt muss man einfach mitfiebern.  Ich fand die Handlung sehr authentisch und die Gefühle wurden mit Sprache echt gut rübergebracht, das Buch hat in mir Emotionen herausgeholt und mich berührt, wie es selten ein Buch macht. 

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  • Märchenhafte Einfachheit, farbenprächtige Sprache, biblische Wucht

    Hiob
    EineBuchliebhaberin

    EineBuchliebhaberin

    05. November 2013 um 21:05

    Joseph Roth erzählt mit 'Hiob" die Geschichte von Mendel Singer, einem frommen, gottesfürchtigen und gewöhnlichen jüdisch-orthodoxen Bibellehrer, welcher in dem kleinen Schtetl Zuchnow in Russland um 1900 lebt. Mendel lebt zusammen mit seiner Frau und seinen, zunächst drei, Kindern in ärmlichen Verhältnissen und zeigt sich trotzdem gegenüber Gott täglich dankbar und bescheiden. Mit aller Kraft versucht er alles, was nicht dem jüdischen Glauben entspricht von sich und seiner Familie fernzuhalten. Doch dieser Versuch gelingt nicht immer und schließlich beginnt für Mendel eine Zeit. in der er schwere Schicksalsschläge hinnehmen muss, die seinen festen Glauben auf eine harte Probe stellen. Alles beginnt damit, dass Mendels Frau Deborah - neben zwei Söhnen und der jüngsten Tochter - einen weiteren Sohn zur Welt bringt und schnell zeigt sich, dass dieser Sohn, Menuchim, behindert ist. Während Deborah in ihrer Verzweiflung auf ihrer Sohnt fixiert ist und nach Hilfe sucht, sieht Mendel in seinem behinderten Sohn eine Strafe Gottes, die er ertragen muss. So weigert sich Mendel auch, jegliche Hilfe anzunehmen und Versuche einer Behandlung lehnt er strickt ab. Menuchims Geschwister dagegen schämen sich für ihren jüngsten Bruder und quälen ihn bei Abwesenheit der Eltern. Schließlich treffen immer mehr Schicksalsschläge auf Mendel ein. Zunächst sollen beide seiner Söhne in die Armee des russischen Zaren gezogen werden. Während der älteste Sohn Gefallen findet an dieser unjüdischen Lebensweise und dem Militär, flieht der jüngste Sohn Schemarjah vor der Wehrpflicht, indem er in die USA geht, dort ein erfolgreicher Geschäftsmann wird und auch somit seine Religion für die westliche Kultur aufgibt. Schließlich wächst auch die Tochter auf und beginnt mit Verhältnissen mit Kosaken. An diesem Punkt fasst Mendel schließlich den Entschluss zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter Schemarjah in die USA nachzureisen, auch wenn dieser Entschluss bedeutet, dass sie Menuchim zurücklassen müssen. Doch auch in der Großstadt New Yorks fühlt sich Mendel nicht wohl und während Frau und Tochter Gefallen finden an der neuen Kleidung und dem modernen Lebensstil, fühlt sich Mendel immer verlorener, bis es schließlich noch schlimmer kommt und letztendlich gibt es nur einen, der ihn aus seinem Loch und seiner Gotteskrise herausholen kann. Menuchim. Wofür bin ich so gestraft?, dachte Mendel. Und er durchforschte sein Gehirn nach irgendeiner Sünde und fand keine schwere. (Kapitel 4; Zeile 124-25) Joseph Roth erzählt die Lebensgeschichte und den Glaubensweg Mendel Singers in märchenhafter Einfachheit und in wunderbarer manchmal schlichter, manchmal farbenprächtiger Sprache. Roth erzählt diese Geschichte mit einer so biblischen Wucht und versetzt seine Leser in eine längst vergangene Schtetlwelt, mit welcher er die Leser auch heute noch fesseln kann. Ich bin überzeugt, dass Joseph Roths 'Hiob' ein wunderbarer Klassiker der Weltliteratur darstellt und ich persönlich kann diesen Roman nur wärmstens weiter empfehlen.

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  • Wahrlich es jagt hier eine schlechte Nachricht die nächste.

    Hiob
    Guenhwyvar

    Guenhwyvar

    03. September 2013 um 17:06

    Mendel Singer ist Lehrer wie bereits sein Vater, er lebt in seiner kleinen Hütte, mit Frau und Kindern, ist Jude und vom Schicksal arg gebeutelt. Immer wieder erfährt der Arme Mendel einen Schicksalsschlag nach dem anderen, beginnend damit, dass seine Frau einen krankes, unansehnliches Kind zu Welt bringt, für welches die Familie von Anfang an nur wenig Hoffnung hegt. Und doch wird dieses Kind gen Ende die letzte Hoffnung und die größte Freude der Hauptfigur. An einem Zeitpunkt, da er selbst seine Frömmigkeit scheinbar hat fahren lassen. Der Titel macht den Inhalt des Buches schon recht deutlich und wäre da nicht der schöne Schreibstil des Autors, ich hätte es nie und nimmer geschafft dies Buch zu ende zu lesen. Dafür ist es  nicht spannend genug. DIe Geschichte ist sogar recht langweilig. Dennoch ist es ein gutes Buch, dass man gelesen haben sollte und das liegt weniger an der Handlung, als vielmehr an den Beziehungen der Figuren untereinander. Liest man dieses Buch mit Blick auf z.B. die Kommunikationstheorie von Schulz von Thun, so erhält man eine völlig andere Perspektive. Wichtig ist es bei diesem Buch einfach, es aus möglichst vielen Richtungen zu betrachten. Was es doch wieder interessant macht. Dennoch bleibt es für mich einfach nur ein Buch, dass ich für die Schule lesen musste. Das allerdings liegt am persönlichen Interesse, dass hier gefehlt hat. Ich hatte keinen aus mir selbst kommenden Anreiz es zu lesen. Das ist einfach nicht meine Genre.

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  • Ergreifende Lebensgeschichte des Juden Mendel Singer

    Hiob
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    26. August 2013 um 17:56

    Mendel Singer lebt am Anfang des 20. Jahrhunderts in Galizien.Er ist ein einfacher gläubiger Jude und Bibellehrer.Er hat eine Frau, zwei gesunde Söhne, eine Tochter und einen kranken Nachkömmling.Den Wirren der Zeit versucht er mit einem Sohn und dere Familie zu entkommen, indem sie alle nach Amerika auswandern,ausgenommen des kranken Sohnes,der in Pflege gegeben wird. Wie die Gestalt des biblischen Hiobs nimmt er erst alle Schicksalsschläge geduldig hin bis er dann gegen Gott rebelliert,als die beiden Söhne in den Kriegen fallen und seine Frau aus Gram darüber stirbt.Er versteht nicht, warum er von Gott so bestraft wird und weigert sich weiterhin gläubig zu sein.Man könnte dieses ergrreifende Lebensgeschichte nicht ertragen wenn sie nicht ein bisschen Hoffnung brächte in der Gestalt eines Künstlers,der sich nach Jahren dann als der gesundete Nachkömmling vorstellt.Es ist wirklich ein erschütterndes Buch, dem ich mich nicht entziehen konnte.

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  • Die Odysee des Mendel Singer

    Hiob
    PaulTemple

    PaulTemple

    16. June 2013 um 12:08

    Mendel Singer ist Anfang des 20. Jahrhunderts ein einfacher Bibellehrer aus Galizien. Er hat eine Frau und mehrere Kinder und lebt ein einfaches, aber religiöses Leben. Von daher ist es für ihn kaum fassbar, mit welchen Schicksalsschlägen Gott ihn anscheinend bestrafen will. Sein Sohn Menuchim kommt geistig und körperlich stark behindert zu Welt, seine beiden Söhne wollen Soldaten werden und wenden sich dem Familienleben ab, seine Frau ist mit ihm zerstritten und seine Tochter gibt sich einem Soldaten hin. Stark an die biblische Hiob-Geschichte angelehnt und sprachlich dem Schreibstil des Alten Testaments nachempfunden, beschreibt Joseph Roth den Existenzkampf Mendel Singers, der sich schließlich ganz von Gott abwendet. Ein wundervolles, kraftvolles Buch, welches - ähnlich wie Hesses "Siddhartha" - in jede Bibliothek gehört. :)

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  • Der Glaube versetzt Berge ...

    Hiob
    Orisha

    Orisha

    26. May 2013 um 22:55

    „Der Glaube kann Berge versetzen“, heißt ein berühmtes Sprichwort. Und das glaubt auch der fromme Bibellehrer Mendel Singer: In ärmlichen Verhältnissen lebend, wird ihm und seiner Frau Deborah ein dritter Sohn geschenkt. Doch Menuchim kommt krank auf die Welt. Immer wieder glaubt Mendel Gott prüfe ihn und seine Familie: Sein ältester Sohn geht zur Armee, der jüngere verschwindet ins ferne Amerika und seine Tochter, sie geht sogar mit den Kosaken. Als sich die Chance auf ein besseres Leben in Amerika auftut, verlässt die Familie nicht nur die Heimat, auch Menuchim wird zurück gelassen. Doch die neue Welt bringt auch nicht das erhoffte Glück, bis irgendwann doch noch ein Wunder eintritt. Eine moderne Form der Hiobs-Geschichte, über einen Mann, der alles zu verlieren drohte und dessen Glauben auf eine harte Probe gestellt wurde. Eine Lebensgeschichte, die nicht nur vermittelt was Glauben bedeutet, sondern auch aufzeigt, wie wichtig Zusammenhalt sein sollte.

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  • Rezension zu "Hiob" von Joseph Roth

    Hiob
    Sokrates

    Sokrates

    23. September 2011 um 13:12

    Obwohl klassische Schulliteratur, haben wir den Roman in der Schule nie gelesen. Vielleicht war es auch besser so, denn heute – viele, viele Jahre nach der Schule – habe ich mit Thema, Sinn und Umsetzung des Hiob erst etwas anfangen können. . Der Roman handelt von vielerlei Unbeantworteten: der jüdische Gelehrte Mendel Singer erleidet meh-rere massive Schicksalsschläge – klassische Fälle der Theodizee – die ihn am Ende von seinem Glauben abfallen lassen. Doch der als unheilbar eingeschätzte jüngste und behinderte Sohn Menuchim schafft es unerwarteter Weise zu Erfolg und Gesundheit. . Das Ende ist etwas unglaubwürdig, sofern man Joseph Roths Roman jedoch gleichsam wie eine Parabel versteht, ist diese etwas realitätsferne Wende relativ glaubwürdig und folgt einem höheren Zweck. Ansonsten wider Erwarten eine spannende und ergreifende Lektüre.

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  • Rezension zu "Hiob" von Joseph Roth

    Hiob
    Moni

    Moni

    05. April 2010 um 19:34

    Eine schöne, berührende Geschichte, klar und flüssig erzählt - ein Glücksgriff.

  • Rezension zu "Hiob" von Joseph Roth

    Hiob
    Monsignore

    Monsignore

    29. January 2010 um 21:40

    Eine großartige Geschichte aus der untergegangenen Welt Ostgaliziens. Praktisch nichts ist von dieser alten Welt übrig geblieben, doch Joseph Roth hat es atmosphärisch verdichtet festgehalten. Roth schrieb dieses Buch 1930, also nur wenige Jahre, bevor die Vernichtung dieser uralten Welt begann. Es ist die noch ältere biblische Geschichte des Hiob, die Roth neu erzählt. Gott prüft Hiob auf grausame Weise, immer wieder zerschmettert er ihn, läßt ihn unendlich leiden, nimmt ihm alles, läßt Verlust, Schmerz und Tod sein Leben bestimmen. Hiob hält sehr lange stand, dann zerreist es sein Leben und er zürnt Gott. Doch in allerletzter Minute kommt die Wende, eine großartige unerwartete Wende. Roth siedelt seine Geschichte des Hiob in Galizien und in den USA an und unterlegt den Mythos mit neuen Inhalten. Mitreißend erzählt, in klarer Sprache und mit strukturierter Dynamik. Letzter wunderschöner Satz: "Und er ruhte aus von der Schwere des Glücks und der Größe der Wunder."

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  • Rezension zu "Hiob" von Joseph Roth

    Hiob
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. January 2010 um 14:40

    Die Geschichte des ostgalizischen, jüdischen Thora-Lehrers Mendel Singer ist hinlänglich bekannt. Die Art und Weise wie Josef Roth das Schicksal dieses Mannes und seiner Familile dem Leser näherbringt ist berührend - sein Schmerz ist der Schmerz aller Juden und damit ist Mendel Singer die Metapher für das Leid des jüdischen Menschen seit Anbeginn der Welt. Unbedingt lesenswert.

  • Rezension zu "Hiob" von Joseph Roth

    Hiob
    Amarok

    Amarok

    10. December 2009 um 22:06

    Joseph Roth beschreibt in seinem Roman "Hiob" das Leben und Leiden des ostgalizischen Juden Mendel Singer, der erst seine Söhne und dann seine Frau durch dramatische Umstände verliert. Doch als sich der Hauptprotagonist in völliger Verzweiflung fast aufzugeben scheint, erfährt er von seinem doch noch lebendigen Sohn, der mittlerweile erfolgreicher Musiker und Komponist in den USA ist, und wird von diesem freundschaftlich aufgenommen. "Hiob" beschreibt nicht nur die Geschichte einer jüdischen Familie vor der Folie der biblischen Hiobsgeschichte, sondern lässt auch Episoden aus dem Alltag der ostgalizischen sowie der nach Amerika ausgewanderten Juden wach werden. Roths Roman besticht durch eine klare Sprache, einen dramtischen Plot und eine Geschichte, die zum Mitfühlen, zum Weinen, zum Lachen und vor allem zum Nachdenken anregt.

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  • Rezension zu "Hiob" von Joseph Roth

    Hiob
    Anita27a

    Anita27a

    17. March 2009 um 22:26

    Dieses Buch ist ein Muß. Die klare, einfache Sprache, die schnörkellose, starke Art zu erzählen haben mich überwältigt. Seit langem ein Buch, das mich tief berührt hat und am Ende zum Weinen gebracht hat.

  • Rezension zu "Hiob" von Joseph Roth

    Hiob
    partikelfg

    partikelfg

    27. November 2008 um 13:38

    Geniale Geschichte, die ebenso genial geschrieben wurde!

  • Rezension zu "Hiob" von Joseph Roth

    Hiob
    coimbra

    coimbra

    12. October 2008 um 02:20

    Sehr dichte Erzählung,
    wundervolle Formu-lierungen,Geschichte von Mendel Singer,an dessen
    Sohn sich Gottes Wunder
    ( Heilung) zeigt.

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