Joseph Sheridan Le Fanu

 4 Sterne bei 55 Bewertungen

Lebenslauf von Joseph Sheridan Le Fanu

Sheridan Le Fanu wurde 1814 in Dublin geboren. Er gilt als einer der bekanntesten Autoren klassischer Gruselgeschichten. Er studierte Jura am Tirinty College und wurde später Herausgeber des Dublin University Magazine. Sein Interesse galt vor allem den Phänomenen des Unbewussten: Geister und andere unheimliche GEstalten dienten ihm als Möglichkeit, die biedere Welt des Viktorianischen Zeitalters zu demaskieren. Er starb 1873 in seiner Geburtsstadt.

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Rezension zu "Carmilla, der weibliche Vampir (Nr.189)" von Joseph Sheridan Le Fanu

Dracula's lesbische Mutter - Carmilla
TheSaintvor einem Jahr

Die hier rezensierte Geschichte des Iren Joseph Sheridan Le Fanu (1814-1873) über den ersten lesbischen Vampir der Literaturgeschichte ist die 1968 im "Diogenes"-Verlag erschienene Übersetzung.
Die Novella erschien erstmals 1871-1872 als Fortsetzungsgeschichte in "The Dark Blue" und beeinflusste einen anderen Iren sehr beim Schreiben seiner Geschichte namens "Dracula" (1897)...
Man darf also "Carmilla" als "Mutter" der literarischen Vampire bezeichnen... wenn sie auch eher dem eigenen Geschlecht zugetan war...

Le Fanu erzählt von einem pensionierten Beamten der österreichisch-ungarischen Monarchie und seiner Tochter, die in einem kleinen Schloss inmitten eines Waldes im Bundesland Steiermark leben.
Laura - so der Name der Tochter und Erzählerin dieser Geschichte - ist sechs Jahre alt, als sie eines Nachts vermeint, Besuch von einer wunderschönen weiblichen Gestalt, die sie mit spitzen Zähnen in ihre Brust beißt, erhalten zu haben. Als sie ihre Geschichte dem Vater und der Gouvernante erzählt, will ihr keiner glauben - zumal es keine sichtbaren Wunden gibt.

12 Jahre später hat eine dahin preschende Kutsche mit zwei Frauen darin einen Unfall vor dem Schloss. Die ältere Frau muss dringend weiterreisen und bittet den Schloßbesitzer, sich ihrer von einer Krankheit geschwächten Tochter während der Abwesenheit anzunehmen.
Das junge Mädchen heißt Carmilla und hat eine erschreckende Ähnlichkeit mit jener nächtlichen Vision Laura's in ihrer Kindheit. Die Beiden vertragen sich auf Anhieb.
Gerade erst war ein Mädchen, welches für einige Zeit im Schloß zu Gast sein sollte und zur Unterhaltung für Laura gedacht war, unter mysteriösen Umständen verstorben und so gibt der Witwer dem Drängen seiner euphorischen Tochter nach... und Seltsames im Schloss und in der näheren Umgebung nimmt seinen Lauf.

Der Autor schreibt sehr präzise und dicht und man fühlt sich tatsächlich etwas an Stoker's Roman erinnert - er war anscheinend schon sehr von dieser Erzählung fasziniert... das posthum publizierte erste Kapitel aus "Dracula" - "Dracula's Gast" - ist dieser Geschichte hier sehr nahe.
Sehr subtil (der damaligen Zeit geschuldet) schildert Le Fanu Carmilla's Vorliebe für junge Mädchen und Frauen, die zahlreich während ihres Aufenthalts in dem Schloss Karnstein sterben. Auch Laura's Zuneigung zu dieser mysteriösen - manchmal schwächelnden, manchmal sehr starken - Frau wird dezent aber unverkennbar beschrieben.

Ein schön straff gehaltener Spannungsbogen mit stimmungsvollen Szenen - wie zum Beispiel ein Freund der Familie von seiner Begegnung mit einer wunderschönen maskierten Frau samt Tochter während eines Balles berichtet und sich dann herausstellt, daß die Tochter Carmilla gewesen sein muss - und einem interessanten Finale, welches das vom Tod gepeinigte Land um das Schloss endlich von der Quelle des Übels befreit.

Für Freunde des Vampir-Genres beinahe eine Pflichtlektüre, zumal diese Geschichte eng mit Stoker's Arbeit zu diesem Thema verwoben ist.




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Rezension zu "Gruselkabinett 01. Carmilla, der Vampir" von Joseph Sheridan Le Fanu

Rezension zu "Gruselkabinett 01. Carmilla, der Vampir" von Joseph Sheridan Le Fanu
StellaCometavor 9 Jahren

In der Hörspiel-Reihe „Gruselkabinett“ veröffentlicht das Label TitaniaMedien Meisterwerke der Schauer-Romantik. Für die 1. Folge wurde die Erzählung des irischen Schriftstellers Joseph Sheridan Le Fanu (1814-1873) gewählt: Carmilla, der Vampir (1872).

Handlung: Laura wächst wohlbehütet auf einem Schloss in der Steiermark auf, fernab von Gefahr, aber auch dem Geschwätz der Leute und ihrem Aberglauben bzw. ihren Gespenstsehereien. Im zarten Alter von sechs Jahren hat das Mädchen jedoch eine wundersame, nächtliche Begegnung, die sich selbst ihr Vater nicht zu erklären weiß ... Jahre später – Laura ist inzwischen eine junge Frau – bringt ein Kutschunfall ihr unerwartet eine Gefährtin mit dem sonderbaren Namen Carmilla ins Haus. Ein romantisches, fröhliches, manchmal aber auch aggressives Mädchen – eben ein Wesen mit abrupten Stimmungsschwankungen.
Doch warum sieht Carmilla aus wie die verstorbene Mircalla Karnstein, einer Vorfahrin von Laura?

Mir hat das Hörspiel ausgesprochen gut gefallen, die Geschichte ist gruselig, jedoch nicht unbedingt spannend oder unvorhersehbar (das mag 1872 noch ganz anders gewesen sein). Zudem finde ich die Erzählung sehr atmosphärisch und gelungen umgesetzt. Daniela Hoffmann (u. a. die Synchronstimme von Julia Roberts und „Ally McBeal“) ist in die Rolle von Carmilla geschlüpft, Laura (die eigentliche Hauptperson) wird von Manja Doering gesprochen. Auch weitere bekannte Sprecher haben bei diesem Hörspiel mitgewirkt: Christian Rode (Christopher Lee), Regina Lemnitz (Whoopi Goldberg), David Nathan (Johnny Depp) etc. Allesamt haben ihren Rollen Leben eingehaucht und die dazugehörige Hintergrundmusik trug zur gruseligen Atmosphäre bei.

Ich fand es spannend, einer Vampirgeschichte aus dem Jahre 1872 zu lauschen und Vergleiche zu den heutigen Vampirgeschichten zu ziehen ... ein paar Ähnlichkeiten sind vorhanden: Carmilla bevorzugt die Nacht, allerdings kann sie sich auch im Licht bewegen (sie trägt dann einen Sonnenschirm mit sich), außerdem kann sie sich verwandeln, nicht jedoch in eine Fledermaus, nein, sie hat den Körper einer schwarzen Katze ...

Fazit: Ein (kurzer) Genuss für die Ohren :-) Hörenswert.

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Rezension zu "Gruselkabinett 01. Carmilla, der Vampir" von Joseph Sheridan Le Fanu

Rezension zu "Gruselkabinett 01. Carmilla, der Vampir" von Joseph Sheridan Le Fanu
sabistebvor 9 Jahren

„Carmilla der Vampir“ erschien zum ersten Mal 1872 als Teil der Geschichtensammlung „In a Glass Darkly“. Die Novelle erzählt die Geschichte der mutterlosen Laura, die von ihrem Vater und zwei Erzieherinnen 1868 in einer einsamen Gegend der Steiermark aufwächst und von Carmilla, einem lesbischen Vampir, der unsterblich in Laura verliebt ist.
Das erste Mal begegnen sich Laura und Camilla als Laura 6 Jahre alt ist. Laure glaubt zunächst nur zu träumen, wären da nicht die Bisswunden auf der Brust. 12 Jahre vergehen ehe sich Laura und Carmilla wieder begegnen.
Nach einem Kutschenunfall in der Nähe des Schlosses von Lauras Vater, wird ein Mädchen in Lauras Alter verletzt im Schloss untergebracht. Die Mutter des Mädchen ist gezwunden weiterzureisen, so dass Carmilla vorerst als Gast im Schloss bleibt. Schon bald erkennt Laura Carmilla aus ihrem Traum wieder, aber Carmilla nimmt Laura das Versprechen ab, dass das ihr Geheimnis bleiben soll.
Aber schon bald häufen sich die seltsamen Vorkommnisse. Carmilla scheint verwirrt, sie macht seltsame Bemerkungen und gesteht Laura ihre ewige Liebe. Carmilla schlafwandelt in der Nacht und sieht einem Protrait von Lauras Vorfahrin Mircalla von Karnstein, welches 1698 gemalt wurde zu verwechseln ähnlich. Laura wird von Albträumen geplagt und einige Mädchen des Dorfes sterben an Blutmangel.
Als auch Laura erste Anzeichen dieser mysteriösen Krankheit zeigt diagnostiziert der Hausarzt „Biss durch einen Vampir“.

Der irische Schriftsteller Joseph Thomas Sheridan Le Fanu gehört zu den bekanntesten Autoren klassischer Gruselgeschichten des 19. Jahrhunderts. „Carmilla der Vampir“ ist noch 25 Jahre älter als Bram Stokers berühmter Dracula Roman, und wurde viele Male für das Fernsehen umgesetzt.
Carmilla ist in vieler Hinsicht ein ungewöhnlicher Vampir. Sie muss sich zwar vor der Sonne schützen, ist aber nicht strikt nachtaktiv und Carmilla bevorzugt weibliche Opfer. Die Geschichte spielt nicht in Transsylvanien sondern in der Steiermark, einer nicht sonderlich gruseligen Gegend. Carmilla erscheint auch nicht als Fledermaus sondern als Katze.
Diese Geschichte ist noch nicht in den gängigen Vampirklischees, welche durch Bram Stoker begründet wurden, gefangen und strahlt daher trotz ihres Alters eine gewisse Frische aus.
Die Stimmung dieser Novelle ist zum einen gruselig, wie es sich für einen Teil des Gruselkabinetts gehört, hat andererseits auch die Leichtigkeit einer Jungmädelgeschichte. Zwei „junge“ Frauen entdecken ihre Freundschaft und Zuneigung füreinander und auch wenn Laura sich dessen zunächst nicht bewusst ist, so erwidert sie Carmillas Gefühle, und sie kann sie nie vergessen.
Die Sprecher sind alte Bekannte. Titania Medien hat wie immer auf Qualität gesetzt sowohl was die Instrumentierung du die Geräuschkulisse angeht als auch die Sprecher.

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Joseph Sheridan Le Fanu wurde am 18. August 1814 in Dublin (Irland) geboren.

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