Joseph Sheridan Le Fanu

 4 Sterne bei 70 Bewertungen

Lebenslauf von Joseph Sheridan Le Fanu

Sheridan Le Fanu wurde 1814 in Dublin geboren. Er gilt als einer der bekanntesten Autoren klassischer Gruselgeschichten. Er studierte Jura am Tirinty College und wurde später Herausgeber des Dublin University Magazine. Sein Interesse galt vor allem den Phänomenen des Unbewussten: Geister und andere unheimliche GEstalten dienten ihm als Möglichkeit, die biedere Welt des Viktorianischen Zeitalters zu demaskieren. Er starb 1873 in seiner Geburtsstadt.

Alle Bücher von Joseph Sheridan Le Fanu

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Joseph Sheridan Le FanuCarmilla, die Vampirin
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Carmilla, die Vampirin
Carmilla, die Vampirin
 (23)
Erschienen am 17.03.2011
Joseph Sheridan Le FanuGeistergeschichten
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Geistergeschichten
Joseph Sheridan Le FanuOnkel Silas oder Das verhängnisvolle Erbe
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Onkel Silas oder Das verhängnisvolle Erbe
Onkel Silas oder Das verhängnisvolle Erbe
 (2)
Erschienen am 01.01.1986
Joseph Sheridan Le FanuDer schwarze Vorhang
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Der schwarze Vorhang
Der schwarze Vorhang
 (1)
Erschienen am 15.01.2009
Joseph Sheridan Le FanuOnkel Silas oder Das verhängnisvolle Erbe ; Kriminalroman / [Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Alice Berger (S.439-445)]
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Onkel Silas oder Das verhängnisvolle Erbe ; Kriminalroman / [Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Alice Berger (S.439-445)]
Joseph Sheridan Le FanuDas Zimmer im >Fliegenden Drachen<
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Das Zimmer im >Fliegenden Drachen<
Das Zimmer im >Fliegenden Drachen<
 (1)
Erschienen am 01.11.2008
Joseph Sheridan Le FanuSchachmatt
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Schachmatt
Schachmatt
 (0)
Erschienen am 01.10.2005
Joseph Sheridan Le FanuBiss zur Nacht: Drei Vampirklassiker der Weltliteratur
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Biss zur Nacht: Drei Vampirklassiker der Weltliteratur

Neue Rezensionen zu Joseph Sheridan Le Fanu

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Azraels avatar

Rezension zu "Carmilla, die Vampirin" von Joseph Sheridan Le Fanu

Noch vor Dracula gab es Carmilla ...
Azraelvor 4 Jahren

Laura wohnt mit ihrem Vater abgeschieden auf einem alten Schloss, zusammen mit wenigen Bediensteten. Als dann auch noch ein lang ersehnter Besuch aufgrund eines Todesfalles ausfällt, ist sie sehr enttäuscht. General Spielsdorf Mündel ist einer dunklen Macht zum Opfer gefallen. Kurz darauf werden Laura und ihr Vater Zeugen eines Unfalls und finden sich direkt danach in Gesellschaft eines Gastes wieder. Laura schwebt zwischen Entsetzen und einer seltsamen Anziehung, erkennt sie in ihrem weiblichen Gast doch jenes Gesicht wieder, dass sie seit einem albtraumhaften Erlebnis aus ihrer Kindheit verfolgt. Die junge Dame nennt sich Carmilla und gibt nichts Genaueres über ihr Leben preis. Kurz nach ihrer Ankunft kommt es in der Umgebung des Schlosses zu mysteriösen Todesfällen unter jungen Frauen. Als die Seuche auch Laura befällt und diese gepeinigt von Albträumen immer mehr dahinsiecht, taucht plötzlich General Spielsberg auf und erzählt ihr und ihrem Vater eine unheimliche Geschichte ... kommt er bereits zu spät?!

Carmilla ist ein Vampirroman und stammt bereits aus dem Jahre 1872. Er war Bram Stokers Inspiration für Dracula. Deshalb verwundert es auch nicht, wenn es zwischen beiden durchaus Parallelen gibt. Unter anderem, die als Bericht abgefasste Form. In diesem Fall erzählt Laura uns ihre Geschichte. Der Roman ist eher ein kurzes Vergnügen und umfasst in dieser Ausgabe lediglich 128 Seiten. Die Sprache wirkt längst nicht so altbacken, wie viele vermuten. Carmilla schaft es auch heute noch zu begeistern.

Die Geschichte ist als Schauerroman angelegt, ohne dabei großartig mit Horror oder Grauen zu arbeiten.

Zitat: »Am Fußende des Bettes bewegte sich etwas, das ich anfangs nicht genau erkennen konnte. Dann sah ich, daß es ein kohlschwarzes Tier war, ähnlich einer riesigen Katze. Es schien vier bis fünf Fuß lang zu sein, genau so lang wie der Kaminvorleger, über den ich es schleichen sah. Unheimlich ruhelos wie ein wildes Tier im Käfig lief es ständig hin und her.«

Sie ist recht still, ohne jedoch langweilig zu wirken.
Es macht Spaß, selbst zu kombinieren und die dezenten Hinweise, die in die Geschichte mit einfließen zu deuten. Besonders gelungen fand ich die Stelle mit dem Gemälde und später die Sache mit den Namen. Der Roman spielt in der Steiermark, was zur damaligen Zeit wohl als recht exotisch galt.

Wer Carmilla jedoch liest, weil es oft als "Carmilla, der lesbische Vampir" betitelt wird, dem sei gesagt, dass dies nur bedingt zutrifft. Sicher gibt es einige etwas entfernt erotische Szenen, doch liefert der Schluß hierfür eine eher nüchterne Erklärung.
Der Schluss selbst ist zwar keineswegs überraschend, aber trotzdem spannend und schlüssig. Lediglich eine Frage bleibt offen, wer sind der seltsame Mann und die Frau, in deren Gesellschaft Carmilla auftritt.
Es ist interessant zu sehen, wie sich das Bild des Vampirs im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und wie wenig teils von dem sich darum rankenden ursprünglichen Aberglauben übrig geblieben ist.

Alles in allem ein gelungener Schauerroman für alle, die auch bereits Dracula kennen und lieben oder Fans echter Klassiker sind.

4,5/5 Sternen

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W

Rezension zu "Carmilla, die Vampirin" von Joseph Sheridan Le Fanu

Rezension zu "Carmilla, die Vampirin" von Joseph Sheridan Le Fanu
Wandelchaosvor 7 Jahren

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, ungeachtet der Tatsache - oder vielleicht gerade deswegen - , dass die Geschichte sehr vorhersehbar ist. Le Fanu schreibt mit einer Wortgewandtheit, wie man sie aus diesen Tagen oft findet, aber dennoch wirkt sein Stil für die damalige Zeit erstaunlich locker, was dem Lesegenuss und dem Aufbau der Atmosphäre sehr zugute kommt.
Mich hat das Buch, besonders was Stil und Atmosphäre betrifft, - anders als etwa Dracula - von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt. Angenehmer Grusel, gerade weil die Geschichte ohne viel drum herum auskommt. Einer von den ganz großen Vampirromanen - und das nicht (nur) deshalb, weil er einer der ersten war.

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kleinfriedelchens avatar

Rezension zu "Carmilla, die Vampirin" von Joseph Sheridan Le Fanu

Rezension zu "Carmilla, die Vampirin" von Joseph Sheridan Le Fanu
kleinfriedelchenvor 7 Jahren

„Carmilla hing mehr denn je an mir, und ihre merkwürdigen Aufwallungen glutvoller Zuneigung wurden immer häufiger. Je mehr meine körperliche und seelische Kraft schwand, desto leidenschaftlicher schien sie sich an mich zu klammern. Mich erschreckten diese Anfälle immer; sie waren wie ein Aufflackern von Wahnsinn.“

Es gab mal eine Zeit, da waren Vampire nicht muskelbepackte, sexy Typen in Lederklamotten, denen man die Halsschlagader nur zu gerne anbieten will, sondern unheimliche Spukgestalten, die Anfang des 20. Jahrhunderts als Vorlage für Schauergeschichten dienten, die es für die damalige Zeit richtig in sich hatten. Aus dieser Zeit stammt Le Fanu's Werk "Carmilla, die Vampirin", ein Vorreiter der Vampirliteratur aus dem Jahr 1872, der selbst Bram Stoker beeinflusst hat, dessen berühmter "Dracula" erst Jahre später erschien.

Bedenkt man, dass es sich hier quasi um den ersten Vampirroman handelt, ist es nicht verwunderlich, dass die altbekannten Merkmale wie Abneigung gegen Knoblauch oder Sonnenlicht und eine unnatürliche Blässe bei Carmilla fehlen. Die junge Dame verhält sich nicht weiter auffällig, wenn man davon absieht, dass sie Grabgesänge verabscheut und des Nachts öfters ihrem Zimmer entflieht, obwohl Tür und Fenster von innen verschlossen sind.

Carmilla ist für unsere Zeit heute geradezu harmlos und vorhersehbar, aber das hat den Reiz der Geschichte nicht gemindert; vielmehr passt der stille Stil perfekt zur Geschichte. Auch wenn man leider von vornherein weiß, dass die mysteriöse junge Frau, die Lauras Vater dort bei sich aufnimmt, eine Vampirin ist, bleibt ein gewisser Gruseleffekt, beispielsweise wenn Laura nachts erwacht und eine Gestalt am Fußende ihres Bettes stehen sieht, die sie regungslos anstarrt. Oder wenn sie von Alpträumen geplagt wird, in denen eine schwarze Bestie katzengleich auf ihr Bett zuschleicht und sich auf ihre Brust setzt.

Le Fanu‘s klarer altmodischer Sprachstil liest sich sehr angenehm und vermittelt eine ruhige, aber irgendwie auch unheimliche Atmosphäre, passend zum abgelegenen ländlichen Schauplatz der Geschichte. Wie auch in anderen älteren Vampirromanen finden sich hier leicht homoerotische Züge, welche dieses Buch bei seinem erstmaligen Erscheinen sicher zu einer aufsehenerregenden Geschichte gemacht haben. Denn Carmilla zeigt mehr als deutlich ihr Interesse an der schönen Laura, die mit den Annäherungsversuchen und Zärtlichkeiten der jungen Frau nur schwer zurechtkommt. Auch die anderen Opfer, die in der ganzen Ortschaft nach und nach auftauchen, sind allesamt junge Frauen und offenbaren Carmillas Präferenz fürs weibliche Geschlecht. Wollte Le Fanu die Andersartigkeit des Vampirs dadurch nur noch mehr verdeutlichen?

Mein Fazit: Zurück zum Ursprung. Wer nach Abwechslung von J.R.Wards oder Lara Adrians sexy Kriegervampiren sucht, findet hier ein Stück klassischer Schauerliteratur, welches das Vampirphänomen quasi geschaffen hat. Ich fand den Ausflug in die Vergangenheit sehr lohnenswert.

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Joseph Sheridan Le Fanu wurde am 18. August 1814 in Dublin (Irland) geboren.

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