Joseph Wittlin Das Salz der Erde

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Inhaltsangabe zu „Das Salz der Erde“ von Joseph Wittlin

Eine Wiederentdeckung: der Antikriegsroman ›Das Salz der Erde‹ von Joseph Wittlin 1914, in den polnischen Karpaten lebt Peter Niewiadomski zufrieden als Bahnwärter. Er hat sein Auskommen, eine Geliebte, einen Hund. In diese Ruhe bricht die Nachricht: Der Thronfolger des Habsburgerreichs wurde in Sarajevo erschossen, Peter wird an die Front einberufen. Die Schrecken des Ersten Weltkrieges vermag sich zu diesem Zeitpunkt noch niemand ausmalen. Dunkle Bedrohung und Hilflosigkeit lassen Peter klarer sehen, was ihm Heimat, Zukunft und Menschenwürde bedeuten. Joseph Wittlins Antikriegsroman erschien 1935 auf Polnisch, 1937 auf Deutsch, also 20 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, als das NS-Regime Deutschland und die Welt zunehmend in Angst versetzte. Mit Sprachkraft und präziser Charakteristik gelingt Wittlin in seinem Roman die Demontage jeder Kriegsbegeisterung. Mit einem Nachwort von Martin Pollack. Mit Daten zu Leben und Werk.

1914 : vier Wochen verändern nicht nur das Leben des naiven Protagonisten Peter - ein anspruchsvoller Roman

— vielleser18

Ein toller zeitgenössischer Roman zum Ersten Weltkrieg in einer wunderbaren Übersetzung aus dem Polnischen!

— sofie

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  • "Unbekannt bleibt der erste Mensch, der in diesem Kriege sein Leben verlor"(S.28)

    Das Salz der Erde

    TochterAlice

    So Joseph Wittlin zum Abschluss seines eindrucksvollen Prologs in seinem Roman "Das Salz der Erde". 1935 erstmals erschienen, geht es hier um den ersten Weltkrieg und zwar wie! Der Pazifist Wittlin schildert den Krieg aus einer besonderen Situation: aus der, wie die Soldaten gemustert, eingezogen und in den Krieg geschickt werden, der "Einverleibung", wie er diesen Akt des Einswerdens mit der Armee bezeichnet. Wittlin findet starke und kraftvolle Worte, sowohl, um die Lage im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn als auch die Perspektive des kleinen Mannes, der noch nichts von der Welt gesehen hat und nun in den Krieg ziehen muss, eindringlich zu schildern. Zunächst ist die Richtung des Romans durch vorneweg ausgesprochene Erkenntnisse zum 1. Weltkrieg, übergreifende Beobachtungen, nur schwer abzusehen: es ist das, was man über diese Zeit weiß und auch wieder nicht, wunderbar poetische Darstellungen der Beziehungen zwischen Familien und Paaren im Aufbruch, kurz vor dem Grauen, als die meisten noch einen positiven Blick auf die anstehenden Ereignisse haben. Doch dann setzt Wittlin den Fokus auf den "kleinen" Bahnwärter Peter Niewiadomski, der im wahrsten Sinne des Wortes aus den Karpaten kommt und dort ein mehr als beschauliches Leben lebt: Es ist ein vollkommener Kontrast, wie dieser einerseits bauernschlau und auf der anderen Seite total einfältig und „unbeleckt“ daherkommt. Durch ihn bekommen wir einen Eindruck, wie schwer und gnadenlos das Leben vor dem 1. Weltkrieg in ländlichen Gebieten ist und auf seine Sicht auf Frauen, die, so denke ich, dem damaligen Zeitgeist und seiner Situation vollkommen entspricht. Eines Tages - es ist Sommer 1914, also der absolute Beginn, wird auch er einberufen und mit seiner Schilderung der diesbezüglichen Vorgänge schreibt Wittlin m.E. Literaturgeschichte. Hier ein Beispiel: "In jenen Tagen wurden die Körper der Männer gewogen und gemessen. Man sortierte sie nach Gattungen, man klaubte sie aus wie Kartoffeln, wie Früchte, vom Baume des Lebens geschüttelt. Man nahm sie in Massen: schockweise, zentnerweise, waggonweise, und warf alles weg, was ungeraten war, verdorben, krank." S. 60 Was für eine Darstellung des Verbrauchs an menschlichem Material! Ich habe dieses Verheiztwerden und Anonymisieren noch nie in einer so gelungenen Darstellung gelesen und wünsche mir, dass viele Leser sich diese Schilderung zu Gemüte führen. Dann die Beschreibung der Musterung - wie man Stuhl für Stuhl dem Ort des Geschehens immer näher rückt. Wittlin zieht hier einen Vergleich mit dem jüngsten Gericht (S.65): auch dies ist zutiefst eindrucksvoll und macht deutlich, warum das Buch als ein großer pazifistischer Roman bezeichnet wird! Wittlin führt im Verlauf der Handlung weitere Figuren ein, die aus anderer Perspektive als Niewiadomski eine Sicht auf das damalige Leben geben und jeder für sich die Handlung abrunden, so bspw. den jüdischen Militärarzt Dr. Jellinek, den Staatsfeldwebel Bachmatiuk, einen sehr interessanten Charakter, der durch verschiedene Marotten etwas von einer Comic-Figur hat(s. 206 ff.) und Korporal Rezytylo, in Niewiadomskis Augen der Leibhaftige persönlich. Auch faszinierend die zeitgeschichtlichen Ereignisse, die in die Erzählung einfließen, wie beispielsweise der Tod von Papst Pius X im Sommer 1914. Wittlin versteht es, mit seinen Worten Bilder der geschilderten Szenarien zu malen, die tief in das Innere des Lesers eindringen und sich dort festsetzen, so bspw. von der Verabschiedung der Rekruten durch alle Dorfbewohner. Ungeheuer beeindruckend und farbig, es ist ein Genuss, dies zu lesen! "Die erste Nacht beim Militär barg Geheimnisse" so Wittlin: Geheimnisse, die man besser nie erfahren hätte, finde ich - und er auch, wie im Laufe der Handlung deutlich wird! Dieser Roman bezieht sich sozusagen auf die Zeit, bevor die Geheimnisse sich offenbaren. Bei der Lektüre wurde mir rasch klar, weswegen dieser Autor einst für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen wurde - dieser Roman ist ein so kraftvoller, vielschichtiger und elementarer Beitrag zur Literaturgeschichte, dass ihn sich kein Freund der Literatur des 20. Jahrhunderts entgehen lassen sollte. Eine Leseerfahrung der besonderen Art!

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    • 5
  • Leserunde zu "Das Salz der Erde" von Joseph Wittlin

    Das Salz der Erde

    aba

    Ich freue mich, eine für die Teilnehmer der Romane-Challenge exklusive Leserunde zu dem Klassiker "Das Salz der Erde" von Joseph Wittlin eröffnen zu dürfen. Zur Ausgabe Peter Niewiadomski lebt zufrieden als Bahnwärter in den Karpaten. Er hat sein Auskommen, eine Geliebte, einen Hund. In diese Ruhe bricht die Nachricht: Der Thronfolger wurde erschossen, Peter wird an die Front einberufen. Die Schrecken des Weltkrieges vermag sich zu diesem Zeitpunkt noch niemand ausmalen. Dunkle Bedrohung und Hilflosigkeit lassen Peter klarer sehen, was ihm Heimat, Zukunft und Europa bedeuten. Mit einem Nachwort von Martin Pollack. Mit Daten zu Leben und Werk. Über Joseph Wittlin Joseph Wittlin wurde 1896 in Dmytrów bei Radziechów (heute Ukraine) geboren und starb 1976 in New York. Er studierte Philosophie und moderne Philologie in Wien und Lemberg (heute Lwiw, Ukraine), diente von 1916-1918 in der österreichisch-ungarischen Armee. In den zwanziger Jahren arbeitete er als Lehrer, Dramaturg und Kritiker, wurde dann freier Schriftsteller. 1941 emigrierte er in die USA. Der Roman "Das Salz der Erde" ist der erste Teil der nicht vollendeten Trilogie "Die Geschichte vom geduldigen Infanteristen" und gilt als sein literarisches Hauptwerk. Außerdem übertrug er u.a. Homers "Odyssee", Joseph Roths "Hiob" und "Kapuzinergruft" sowie Hermann Hesses "Der Steppenwolf" ins Polnische. Zusammen mit den S. Fischer Verlagen lade ich euch zu einer Leserunde zu diesem Klassiker ein. Für die Leserunde werden vom Verlag 5 Freiexemplare zur Verfügung gestellt. Diese werden nur unter den Interessenten verlost, die an der Romane-Challenge teilnehmen. Jeder kann aber auch mit eigenem Exemplar teilnehmen! Wer ein Exemplar gewinnen möchte, kann sich bis zum 30.09.2014 unter der Rubrik "Bewerbung/Ich möchte mitlesen" mit Angabe des Links zum jeweiligen Sammelbeitrag im Thread der Romane-Challenge bewerben. Die Bücher werden verlost, das heißt, der Zufall entscheidet und alle Bewerber haben die gleiche Chance, ein Leseexemplar zu gewinnen. Nichtdestotrotz würde ich mich sehr freuen, wenn ihr bei eurer Bewerbung auch einen Kommentar oder eine Meinung zum Thema dieses Buches schreiben würdet. So entsteht schon vor Beginn der Leserunde ein Austausch. Ich bin gespannt auf eure Bewerbungen! Eine Bitte: Benutzt die Spoiler-Funktion bei euren Bewerbungen nicht. Danke! Wichtig: Im Gewinnfall verpflichten sich die Teilnehmer der Leserunde, innerhalb von ca. vier Wochen zum Austausch in allen Abschnitten sowie zum Schreiben einer Rezension.

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    • 133

    Wortwelten

    22. November 2014 um 11:57
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    vielleser18 schreibt Über den Titel habe ich schon länger nachgedacht. Salz - würzt das Essen, kann das Essen "versalzen", "Das Salz der Erde" - damit meint Jesus in der Bergpredigt seine Jünger. Hier meint Wittlin ...

    Interessanter Gedanke, ich sehe das so ähnlich. Menschen als "Würze" für den Krieg.

  • Von Krieg und Entmenschlichung

    Das Salz der Erde

    Wortwelten

    22. November 2014 um 10:57

    Jeder Mensch hat etwas, wovon er sich trennen muß. (S. 21) Für einen altersschwachen Kaiser bedeutet Krieg nicht mehr als eine Unterschrift. Ein paar Buchstaben auf einem beschrifteten Blatt Papier, und für seine Untertanen, für die Bevölkerung der gesamten Welt, verändert sich von einem Moment auf den nächsten alles. Familien werden auseinandergerissen, Blut tränkt den Boden. Auch wenn Joseph Wittlin mit Das Salz der Erde einen Roman über den Ersten Weltkrieg geschrieben hat, schildert er doch sehr präzise die sich immer wiederholende Mechanerie, die hinter solchen Kriegen steht, die Bedeutungslosigkeit des einzelnen Lebens. Eines dieser Leben ist das des Protagonisten Peter Niewiadomski, ein einfacher Bahnwärter vom Land. Einerseits zufrieden mit seiner Arbeit, seinem Hund, seiner Geliebten, strebt er doch nach etwas Höherem, nach etwas von Bedeutung, und so erscheint ihm anfangs die Einberufung als Soldat im Auftrag der k. u. k. Armee als Auszeichnung, darf er doch auf diese Weise direkt dem Kaiser dienen. Doch gleichzeitig beschleichen ihn auch Zweifel, spürt er schon, wie bedeutungslos der einzelne Mensch ist auf dem Weg in den Krieg. Dies scheint das Schicksal aller Menschen zu sein, die ihr Leben immer an einem Ort verbracht haben. Wenn irgendeine höhere Gewalt sie unerwartet aus dem Mutterboden reißt, werden sie sich fremd. (S. 153) Wittlin entfaltet die Handlung des Romans sehr langsam. Überaus detailliert erfährt man Hintergründe und Alltag von Peter Niewiadomskis Leben, den Beginn des Krieges und die Auswirkungen auf das Huzulendorf, in dem er lebt, dann den Vorgang der Musterung, die Reise und die Ankunft im Ausbildungslager, all das eingewoben in die realen historischen Ereignisse, in Siege und Niederlagen, in den Tod des Papstes. Hierbei schwenkt der namenlose Ich-Erzähler auch immer wieder auf andere Figuren, auf andere Perspektiven, sodass die Auswirkungen der Ereignisse nicht nur auf den einfachen Mann vom Land, sondern auf viele Persönlichkeiten dargelegt werden, sei es der jüdische Militärarzt, der entscheidungsüberforderte Pfarrer, der linientreue Stabsfeldwebel oder andere Menschen, denen Peter im Laufe des Romans begegnet. Mitunter wirkt der Text sehr ausführlich in den Details, an einigen Stellen redundant, doch dafür entschädigt die dezente Poesie und der sehr fein gezeichnete ironische Humor, der trotz des ernsten Themas immer wieder hervorblitzt. In Friedenszeiten zählt die Gemeinde jedem Menschen vor, daß er das einundzwanzigste Lebensjahr vollendet hat, und jeder muß sich beim Militär melden. Blind, hinkend, taub, buckelig – einerlei: einmal im Leben muß sich jeder stellen. Beim Militär ist es nämlich wie in der Heiligen Schrift: alle sind berufen, aber nicht jeder ist auserwählt. (S. 48) Aus der Perspektive eines einfachen Landbewohners schildert Joseph Wittlin in seinem 1935 erstmals erschienenen Roman die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf die Menschen, die ihn für die Mächtigen austragen mussten. Auch wenn der Roman kein Frontbericht ist, sondern vor allem die langsame Bewusstwerdung eines einzelnen Menschen nachzeichnet von der Ausrufung des Krieges bis zur Einberufung und Ankunft im Ausbildungslager, zeugt er von klarer Beobachtungsgabe und vielseitiger Reflexion. Letztlich ist es vor allem ein Roman, der den Weg eines einfachen Mannes auf der Suche nach Bedeutung hin zur Wandlung zum Soldaten beschreibt, der als Individuum jegliche Bedeutung verliert.

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  • Am Anfang war.....

    Das Salz der Erde

    vielleser18

    Peter Niewiadomski ist Anfang vierzig, etwas naiv und weltfremd und Analphabet, aber er hat seine eigenen Gedanken, er beobachtet seine Umgebung auf seine ihm eigene Art. Man schreibt das Jahr 1914, Peter ist Bahnwärter in den Karpaten und eigentlich strebt er nur nach einer ganz besonderen Beförderung: er möchte auch Träger einer Eisenbahnerkappe sein. Doch dann verändert ein Ereignis ganz Europa: der erste Weltkrieg bricht aus. Joseph Wittlin beschreibt in diesem Buch, das eigentlich ein Auftakt einer Trilogie werden sollte, die aber nie weitergeführt worden ist, nur vier Wochen. Vier Wochen von Ende Juli bis Ende August. Einschneidende Wochen, nicht nur für Peter Niewiadomski, dem Huzulen aus den Karpaten. Peter bekommt Post von "seinem Kaiser", er wird einberufen, einberufen in den Krieg. Ein Krieg, bei dem Peter glaubt, dass er nach sechs Wochen vorbei sein würde. Dennoch , die Gedanken über Tod und Leben sind allgegenwärtig. Wittlin lässt uns durch Peters Augen sehen. Er beschreibt die Einberufung, die Musterung, die lange Fahrt ins weite Ungarn, dorthin verschlägt es Peter. Dort wird er eingekleidet und ausgerüstet werden und dort wird er zum Soldaten werden. Hier - im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarns - treffen Welten aufeinander. Und dann ist auch der Krieg noch da. Die Angst. Im Lager treffen wir auf einen weiteren Protagonisten, den Berufssoldaten Bachmutiak, der mit Leib und Seele nach Zucht und Ordnung und seinen Dienstvorschriften lebt - bis auf einen Tag in der Woche, an dem er alles hinter sich lässt. Für ihn sind nur Soldaten Menschen. Die neuen Rekruten möchte er formen, zu "Menschen machen". In diesem Buch kommt es zu keiner einzigen Kampfszene. Alles ist nur die Vorbereitung, der Beginn. Das Buch ist keine leichte Kost, keine leichte Lektüre. Es ist eine Erzählung. Eine Welt, die sich verändern wird, in diesem Juli 1914, nicht nur für diesen Huzulen, verändert sich vor unseren (Leser)Augen. Wie der Zug, der Peter von seinem Heimatort nahe Lemberg nach Ungarn bringt, wie die Landschaft, die sich währende seiner Reise verändert, so verändert sich auch Peter, so verändert sich draußen die Welt. Aus dem Bahnhofswärter wird ein Soldat geformt, das Individuum wird zu einem Teil einer großen Truppe. Wittlin gelingt es die Stimmung, die Gefühle in Worte zu packen, anschaullich zu erzählen - auch für uns Leser, die dieses Buch 80 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung vielleicht zum ersten Mal lesen. Wittlin wurde 1896 im galizischen Podolien geboren. Bis 1918 ist Galizien Kronland des Kaisertums Österrreich-Ungarn, Ostgalizien ist heute Teil der Ukraine. 1935 erschien "Salz der Erde". 1976 starb Joseph Wittlin in New York. 2014 wurde das Buch "Salz der Erde" vom Fischer Verlag in einer neuen Taschenbuchausgabe mit einem Nachwort von Martin Pollack erneut veröffentlicht.

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    • 2
  • Hab acht!

    Das Salz der Erde

    eskimo81

    Nachdem Attentat auf den Österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand wird der Krieg ausgesprochen. Peter Niewiadomski (Poln. unbekannt), ein zufriedener Bahnwärter, Analphabet, wird an die Front gerufen. "Was bedeutet Heimat und Menschenwürde, wenn ein Krieg ausbricht?" steht auf dem Rücken des Buches. Der Inhalt zeigt genau dieses auf. Ein Mann wird an die Front berufen, oder er sich dazu eignet oder nicht. Sein Glaube, sein Leben, alles ist "egal". Alle werden eins. Aus allen werden "Soldaten" gemacht - ein Mensch, der nichts mehr zu sagen hat. Oftmals zog es sich ein bisschen in die Länge, wurde langatmig, gegen Schluss jedoch war es wieder sehr interessant und "leicht" zu lesen. Dieses Werk ist sehr schwer zu bewerten. Dei Sprache ist wundervoll, der Inhalt interessant, jedoch mit unnötigen Längen. Spannend, ein Krieg ohne Krieg. Zu zeigen, wie es war, wenn die Soldaten eingezogen wurden Fazit: Ein gut geschriebener Roman - aus der Sicht eines einberufenen Soldaten Da ich oftmals die Geschichte nicht verstand jedoch die Sprache so wundervoll faszinierend ist, vergebe ich aufgerundete 4 Sterne. Wenn man "nur" die Geschichte bewerten müsste, wären es wohl eher 3... Die Geschichte an und für sich ist jedoch so interessant, dass sie "Lust" macht, mehr zu recherchieren. Das Volk der Huzulen, die Julikrise - interessante Geschichtliche Themen!

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    • 3
  • Der Weg zum Soldaten

    Das Salz der Erde

    Schreibschnegel

    Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs trifft Peter Niewiadomski völlig unvorbereitet. Der huzulische Bahnwärter lebt in den Karpaten und hat zwei Leidenschaften: die Eisenbahn und seinen Hund Bass. Beide muss er hinter sich lassen, als er an die Front gerufen wird. Nach seiner Ankunft in einem Ausbildungslager erlebt er mit, wie aus ahnungslosen Bauern Soldaten geschmiedet werden. Joseph Wittlins Jahrhundertroman „Das Salz der Erde“ war ursprünglich als erster Band einer Trilogie geplant, doch der Autor stellte die Folgebände nie fertig. So umfasst der Roman auch nur die ersten Kriegsmonate und endet mit Peter im Kader, noch ehe er zum Soldaten ausgebildet wurde, geschweige denn an der Front angekommen ist. Wittlin widmet sich stattdessen ausführlich der Darstellung der Zeit: dem Leben im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn, der Stimmung zu Beginn des Krieges, den Denkmustern des Protagonisten. Was langweilig klingen mag, liest sich erstaunlich kurzweilig. Wittlin ist ein Sprachkünstler, der die alltäglichsten Verrichtungen bildreich, lebendig und humoristisch beschreiben kann. Peters naive Perspektive, die im Roman überwiegt, ermöglicht es dem Autor, die bedrückenden Geschehnisse ins Lächerliche zu ziehen, so dass die Lektüre nicht halb so belastend ist, wie sie es hätte sein können. Das Buch hat dennoch Längen – bis Peter an die Front gerufen wird und auch tatsächlich abreist, verbringt der Leser sehr viel Zeit in seinem Heimatdorf und in Peters eingeschränkter Weltsicht. Dass dieser Protagonist nicht sonderlich sympathisch ist, kann auch Wittlins erzählerische Finesse nicht völlig ausgleichen. Spannend wird es wieder, als Peter im Lager ankommt, in dem er zum Soldaten ausgebildet werden soll. Hier führt Wittlin einen neuen Charakter ein, durch dessen Augen der Leser das Militär nochmal neu sehen lernt: den Stabsfeldwebel Bachmatiuk. Für diesen sind Disziplin und Ordnung die höchsten Güter auf der Welt. Seine Sichtweise des Prozesses, wie aus Zivilisten Soldaten werden, ist höchst einprägsam und fesselnd und liefert eine willkommene Abwechslung zu Peters Gedankengängen. „Das Salz der Erde“ ist unterhaltender, als man bei der Thematik erwarten könnte, aber dennoch keine leichte Lektüre für zwischendurch. Dass der Roman vor dem Kampf an der Front endet, legt den Fokus weniger auf Action und Handlung als vielmehr auf die Schilderung der Umstände und der Stimmung. Wittlins scharfsichtige Schilderung der Unmenschlichkeit des Militärs ist zeitübergreifend und lässt den Leser nachdenklich zurück. 

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    • 2
  • Ein toller Roman!

    Das Salz der Erde

    sofie

    19. August 2014 um 11:02

    Anlässlich des 100. Jahrestages des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs erscheint auch dieser zeitgenössische Roman von Joseph Wittlin zum Thema in einer neuen Ausgabe. Es geht um den Huzulen Peter Newiadomski (poln. für „Unbekannt“), einen einfachen Bahnangestellten, der wie viele andere im Habsburgerreich 1914 zur Armee eingezogen wird. Mir hat das „Salz der Erde“ („Sól ziemi“ im Original) sehr gut gefallen. Es hat mich vor allem an Joseph Roth erinnert und der Vergleich mit „Radetzkymarsch“ drängt sich geradezu auf. Das ist vermutlich auch nicht nur Zufall, da Joseph Wittlin nicht nur mit Joseph Roth befreundet war, sondern auch einige seiner Romane ins Polnische übersetzt hat. Beide meldeten sich 1916 freiwillig zur österreichisch-ungarischen Armee und nahmen am Ersten Weltkrieg teil. Im Gegensatz zum „Radetzkymarsch“ ist die Hauptfigur hier allerdings wie gesagt eine eher einfache Persönlichkeit. Peter Newiadomski versteht nichts von Politik und nichts vom großen Weltgeschehen. Er erklärt sich viel über die Religion und sieht in vielem, was ihm auf dem Weg zur Armee widerfährt, den Teufel. Der Bahnangestellte Peter steht zwar im Zentrum des Romans, trotzdem werden auch immer wieder andere Charaktere ausführlich vorgestellt, so zum Beispiel der jüdische Arzt, der Peters Musterung übernimmt. So bekommt man als Leser das gesamte bunte Bild der k.u.k.-Monarchie präsentiert. Der Schreibstil wahrt immer eine ironische Distanz zum Geschehen und es ist wirklich eine Freude beim Lesen. Leider handelt es sich beim „Salz der Erde“ um den ersten Teil einer nicht vollendeten Trilogie, ich hätte sie gern vollständig gelesen. Von mir gibt es also eine absolute Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen!  

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  • Leserunde zu "Mrs Dalloway" von Virginia Woolf

    Mrs Dalloway

    aba

    Ich freue mich, die nächste Leserunde zu der LovelyBooks Klassiker Zeitreise eröffnen zu dürfen. Mit "Mrs Dalloway" von Virginia Woolf geht es weiter. Zur Ausgabe Mit seinen kühnen Sprüngen in die Bewusstseinsströme der Protagonisten zählt "Mrs Dalloway" längst zu den Klassikern der Moderne. Ob erotische Phantasien beim Einkauf in der Stadt, ob Todesängste oder die Erinnerung an alte Träume – was den Roman so einzigartig macht, ist Virginia Woolfs wacher Sinn für die Brüchigkeit unserer Existenz. Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK. Über Virginia Woolf Virginia Woolf, am 25. Januar 1882 in London geboren, wuchs im großbürgerlichen Milieu des viktorianischen England auf. Ihr Leben lang litt sie unter wiederkehrenden psychischen Krisen. 1912 heiratete sie Leonard Woolf; zusammen gründeten sie 1917 den Verlag "The Hogarth Press". Ihr Haus war ein Zentrum der intellektuellen "Bloomsbury Group". Am 28. März 1941 nahm Virginia Woolf sich unter dem Eindruck der Verwüstungen des Zweiten Weltkrieges und erneut bedroht von einer Verdunkelung ihres Gemüts das Leben. Zusammen mit den S. Fischer Verlagen lade ich euch zu einer Leserunde zu diesem Klassiker ein. Für die Leserunde werden vom Verlag 10 Freiexemplare zur Verfügung gestellt. Diese werden unter den Interessenten verlost. Ihr könnt aber auch mit euren eigenen Exemplaren teilnehmen oder solche bei den Fischer Verlagen erwerben, wenn ihr diese Leserunde auf keinen Fall verpassen möchtet. Wer ein Exemplar gewinnen möchte, antwortet bitte bis zum 28.06.2013 auf folgende Frage: "Clarissa Dalloway führt ein großes Haus im vornehmen Londoner Stadtteil Westminster. Eine ihrer glänzenden Soireen soll an einem Junitag des Jahres 1923 stattfinden. Der Ablauf dieses einen Tages bildet die Gegenwart des Romans, in die Clarissa durch die Stundenschläge des Big Ben immer wieder zurückgeholt wird." Ein Roman an einem einzigen Tag. Kennt ihr noch einen Roman, der an nur einem Tag spielt (oder in einer Nacht)? Mir fällt natürlich "Ulysses" ein, der übrigens als Inspiration für "Mrs Dalloway" gedient hat. Ich bin gespannt auf eure Antworten. Vielleicht sind da auch wieder neue Lesetipps! Eine Bitte: Benutzt die Spoilerfunktion für eure Bewerbungen nicht. Danke! Wichtig: Im Gewinnfall verpflichten sich die Teilnehmer der Leserunde, innerhalb von ca. vier Wochen zum Austausch in allen Abschnitten sowie zum Schreiben einer Rezension.

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    • 363
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