Joseph von Eichendorff Und es schweifen leise Schauer

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Inhaltsangabe zu „Und es schweifen leise Schauer“ von Joseph von Eichendorff

"Es war, als hätt' der Himmel die Erde still geküsst."

Die Gedichte Joseph von Eichendorffs zählen zum Schönsten, was die deutsche Lyrik hervorgebracht hat. Oft übersehen wird dabei, wie vielschichtig, ambivalent und auch unheimlich die häufig vertonten Verse sind. Karl-Heinz Ott zeigt in dieser Auswahl, wie Eichendorff in seinen Gedichten Seelenlandschaften malt.

Bei Eichendorff denken wir zuerst an Wipfel und Waldesrauschen, muntere Quellen und Frühlingsgefühle, Lerchen und Nachtigallen. Doch so volksliedhaft schlicht seine Verse klingen, so verstörend ist das, was sie beschwören. Seine Verse künden von den Übergängen, die vom Sichtbaren ins Unsichtbare, vom Sinnlichen ins Übersinnliche, vom Offenbaren ins Rätselhafte weisen. Und weil die Gedichte so klingen, als habe es sie schon immer gegeben und als stammten sie gar nicht von einem bestimmten Dichter, vermögen sie noch dem Unheimlichen etwas Heimeliges abzugewinnen. Weshalb man sie auch jedem Kind vorlesen kann, selbst wenn einen dabei erstaunt, wie dunkel sie bei aller Schönheit eingefärbt sind.

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  • Rezension zu "Und es schweifen leise Schauer" von Joseph Frhr. von Eichendorff

    Und es schweifen leise Schauer

    Clari

    18. April 2012 um 19:57

    Schönste Gedichte in schmucker Aufmachung! Ein Lob für diese unübertroffene kleine Sammlung von Gedichten von Joseph von Eichendorff! Welcher Gedichtfreund denkt bei diesem Dichter nicht sogleich an Heimeligkeit, seliges Verweilen, Bächleinrauschen, Flügelschlagen und so vieles mehr, was Seele und Herz erfreuen mag! Gelegentlich, man traut es sich kaum zu sagen, gemahnen Eichendorffs Gedichte gar an Kitsch! Und doch gehören viele seiner Gedichte zum Schönsten, was uns in seiner Klangfülle, Lieblichkeit und, ja, auch Schaurigem, überliefert ist. So in dem Gedicht „Zwielicht“, wie es in einem Nachwort von dem Herausgeber dieser Gedichtsammlung, Karl-Heinz Ott, verlautet: „Dämmrung will die Flügel spreiten, Schaurig rühren sich die Bäume, Wolken zieh’n wie schwere Träume- Was will dieses Grau’n bedeuten?“ Und „Abendlandschaft“ ( S.70) „Der Hirt bläst seine Weise, Von Fern ein Schuss noch fällt, Die Wälder rauschen leise Und Ströme tief im Feld. Nur hinter jenem Hügel Noch spielt der Abendschein- O hätt’ ich, hätt’ ich Flügel, Zu fliegen da hinein!“ Dieses Rauschen und Lauschen und die neblige und geheimnisvolle Abendwelt in der Natur ist typisch für die Gedichte Eichendorffs. In dem lesenswerten Nachwort von Karl-Heinz Ott setzt dieser jedoch Akzente, mit denen man sich den Gedichten von Eichendorff sowohl genüsslich als auch kritisch nähern mag. Er bezieht Ästhetizismus und das Erhabene in seine Analyse ein. "Alles, was bei Eichendorff auf Schönes verweist, deutet auch ins Grenzenlose hinaus." Und "Eichendorffs andächtige Weltfreudigkeit, die in seinen Gedichten so innig und traut wirken, täuscht über seine kämpferische Seite leicht hinweg." Sowohl Edmund Burke als auch Immanuel Kant finden bei K.-H. Ott Erwähnung, um sich dem Ausdruck und der Ästhetik der Gedichte Eichendorffs zu nähern. Die Interpretation des kleinen Gedichtbandes ist komprimiert, inhaltsreich und weist den Herausgeber und Autor des Nachwortes als Kenner aus. Sein fundiertes Wissen bietet Einblicke in ein Werk, das mit seinen einschmeichelnden und anrührenden Gedichten zu den schönsten der Dichter der Romantik gehört. In hübscher Aufmachung bei Hoffmann und Campe 2011 erschienen, eignet sich die Ausgabe sehr als kleines Überraschungsgeschenk für Literaturliebhaber und Freunde der Lyrik. Karl-Heinz Ott ist Dramaturg und Romanschriftsteller und lebt in Freiburg.

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