Joshua Cohen Buch der Zahlen

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Inhaltsangabe zu „Buch der Zahlen“ von Joshua Cohen

Ein gescheiterter Autor verliert am 11. September alles, was ihm am Herzen liegt: Seine Frau verlässt ihn, sein Buch floppt, der Buchladen, in dem er sein Geld verdient, liegt in Trümmern. Da erhält er den lukrativen Auftrag, die Memoiren eines Mannes zu schreiben, der genauso heißt wie er und ansonsten sein genaues Gegenteil ist: Ein Internetmogul, Erfinder des Algorithmus, der die totale Überwachung ermöglicht und unser aller Leben verändert.
Autobiografie, Familiengeschichte, Ghostwriting für Anfänger, Silicon-Valley-Historie, internationaler Thriller, Sexkomödie – »Buch der Zahlen« ist ein überschäumendes Buch und in Amerika Kult.

Eine Herausforderung, die man annehmen sollte.

— miss_mesmerized

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  • Joshua Cohen | BUCH DER ZAHLEN

    Buch der Zahlen

    Bookster_HRO

    19. March 2018 um 12:30

    Der erfolglose Autor Joshua Cohen, dessen einziges Buch noch vor der Veröffentlichung  in den Trümmern des World Trade Centers untergeht, bekommt den Auftrag, die Lebensgeschichte des CEO der weltweit größten und einflussreichsten Internet-Suchmaschine Tetration niederzuschreiben. Der Name: Joshua Cohen, genannt »der Große Vorsitzende« – Online-Visionär, moderner Heiliger, von Legenden umrankt, von Regierungen gefürchtet. Um eine erste Audienz beim Großen Vorsitzenden zu bekommen und seinen Auftrag beginnen zu können, muss sich Cohen digital komplett entblättern. Er wird von Tetration technologisch auf den neuesten Stand gebracht, darf nur noch firmeneigene Devices und Apps benutzen und muss seinem mächtigen Namensvetter die nächsten Wochen auf Schritt und Tritt folgen. Nach mehreren Sicherheitsvorkehrungen lernen sich die beiden kennen – der GroVo ist menschenscheu und von schwerer Krankheit gezeichnet – und es beginnt ein Interview, das sie vom kalifornischen Palo Alto über London, Paris und Dubai bis nach Abu Dhabi führt. Am Ende der Reise hat Cohen etliche Stunden Material zusammen und sitzt mit klaren Anweisungen in Berlin, um das Buch niederzuschreiben, doch die Abschrift gestaltet sich schwierig. Denn was ihm der GroVo in den endlosen Sitzungen geschildert hat, war nicht nur die Lebensgeschichte eines eTech-Milliardärs, sondern auch ein Geständnis, ein Wirtschaftsthriller, ein Testament. Der mächtige Joshua Cohen hat sich über die Jahre ebenso mächtige Feinde gemacht, die die Veröffentlichung seiner Memoiren gar nicht gern sähen – und die stehen jetzt beim kleinen JC auf der Matte…Was Joshua Cohen (*1980) uns Lesern hier in die Hände zaubert, ist ein irrwitziger Mix aus Sprachgewalt, umfassendem Wissen über die Geschichte des Internets und derbem Humor, gespickt mit jeder Menge metafiktionalen Spielereien. Eigentlich sind es zwei Romane in einem, denn beide Cohens bekommen ihre eigene Geschichte. Im ersten der drei Teile erfahren wir alles über den Leidensweg des Schriftsteller-JCs von der Zerstörung seines ersten Buches bis hin zum Treffen mit dem Milliardär-JC. Seine Geschichte setzt im dritten Teil wieder ein, als er mit den Aufzeichnungen von Berlin über Frankfurt nach Wien türmt. (Ach, und ganz nebenbei hat er auch noch Kleinkriege mit seinem Agenten und seiner Ex-Frau zu führen.) Im zweiten Teil – dem Glanzstück des Buches – wird die komplette Lebensgeschichte Joshua Cohens, des Großen Vorsitzenden ausgebreitet. Von den Anfängen als Junge, als Schüler und Student, der den Beginn des Internetzeitalters grundlegend mitgestaltet und zum Online-Heiligen gedeiht. Diese satten 320 Seiten wären unter anderen Umständen schon ein eigenes Buch wert, wenn es da nicht so viele Ungereimtheiten gäbe, die sich nur im Kontext mit den anderen Teilen erklären ließen. Der GroVo spricht zum Beispiel nur in der wir-Form von sich und nennt seine Eltern M-Einheit und V-Einheit – dank Teil 1 wissen wir warum. Stilistisch tobt sich Cohen – der echte jetzt – erschöpfend aus, ganz nach meinem Geschmack. Sehr interessant sind die Perspektivwechsel: mal lesen wir reine Abschriften des Interviews mit zwei Gesprächspartnern, mal erste Versuche einer prosaischen Reinschrift, die erst in Berlin, also in Teil 3 entstanden sein können. Auch textuell wird viel herumgespielt: Ganze Absätze sind gestrichen und es stellt sich die Frage, ob es sich lohnt, die gestrichenen Stellen mitzulesen oder ob sie wirklich vernachlässigt werden können. Auf jeden Fall mitlesen, sage ich da, denn genau hier erfährt man noch viel mehr über die Geschichte. Außerdem laden diese Abschnitte zum Mitlesen geradezu ein, sie sind ja nur gestrichen und nicht geschw████. Ich habe mir beim Lesen viele Notizen gemacht, seitenweise Stichpunkte, die ich weiterverfolgen, abchecken oder mir einfach merken wollte, aber leider konnten sie nicht davor schützen, dass mir die Geschichte auf den letzten hundert Seiten etwas aus den Händen geriet. Was aber nicht schlimm ist, denn ein Lesegenuss war es auch mit den abschließenden Fragezeichen. Ich bin mir sicher, dass man in diesem Roman bei jedem Re-Read neue Ebenen entdecken, neue Querverweise finden und zu anderen Schlüssen kommen kann. (Allein der Titel schreit ja förmlich nach einer Verbindung mit dem 4. Buch Mose NUMERI, das ich völlig außen vor gelassen habe.) Und vielleicht nehme ich das BUCH DER ZAHLEN in ein paar Jahren nochmal aus dem Regal und freue mich auf die neuen Perspektiven, für heute aber bin ich erstmal satt und vollauf zufrieden und vergebe fünf Sterne. Alle paar Jahre kommt ein Ami daher und zeigt uns, wozu Literatur fähig ist, in welche Höhen man Prosa stemmen kann. In Zukunft sollte auch hierzulande die Reihe Gaddis-Pynchon-DeLillo-Wallace um den Namen Cohen erweitert werden. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich auf Euren Besuch ***

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  • Joshua Cohen - Buch der Zahlen

    Buch der Zahlen

    miss_mesmerized

    23. January 2018 um 05:37

    All seine Erwartungen und Hoffnungen stürzen mit den Türmen des World Trade Centers in sich zusammen. Sein neues Buch ist einfach uninteressant ob der Entwicklungen und seine Frau hat sich auch endgültig von ihm verabschiedet. Joshua Cohen ist am Tiefpunkt seiner Karriere und seines Privatlebens angekommen. Dass zeitgleich alte Freunde so richtig durchstarten, macht es auch nicht besser. Ein unerwarteter Auftrag scheint die Rettung zu sein: sein Namensvetter und Gründer von „Tetration“ engagiert ihn als Ghostwriter, um seine Autobiographie zu verfassen. Während die beiden um die Welt jetten, erzählt der Millionär in zahlreichen Interviews von seinem Aufstieg vom kleinen Mathematikstudenten zum Herrscher über das Internet.Joshua Cohen zählt unbestritten zu einer der wichtigsten jungen Stimmen Amerikas. In seinem „Buch der Zahlen“ hat er sich für ein gewagtes Konstrukt entschieden, das sicherlich für nicht wenige Leser eine Herausforderung stellen wird. Schaut man jedoch unter die Oberfläche der Erzählung, finden sich zahlreiche interessante und kritische Momente, bisweilen sogar geradezu zynische Kommentare. In Anbetracht des Verfassungszeitraums muss man anerkennen, dass Cohen viele der Wikileaks Enthüllungen vorwegnahm und die Gefahren, die uns Nutzern erst mit den Veröffentlichungen bekannt wurden, sehr klar formulierte.Die Figur des Firmengründers Cohen ist ohne große Schwierigkeiten als Kopf hinter dem Google Konzern zu erkennen. Die Entstehungsgeschichte der die Welt beherrschenden Suchmaschine, die aus einer Idee von Studenten entstand und sich zum gigantischen Unternehmen entwickelte, nimmt den Hauptteil der Handlung ein. Immer wieder unterbrechen Nebenhandlungen, Einwürfe und Kommentare den Erzählfluss, was eine mehrschichtige Erzählstruktur schafft. Vor allem die technischen und mathematischen Hintergründe, die detailliert seitenweise aufgeführt werden, machen es nicht ganz einfach am Ball zu bleiben – zugegebenermaßen: ich habe weder Ahnung noch Interesse an Algorithmen und habe die ausufernden Erklärungen bisweilen nur noch überflogen. Spannender sind die Passagen über das Internet und wie die Nutzer es zum einen durch ihr Verhalten formten, nun aber umgekehrt durch selbiges beschränkt und gelenkt werden. Und vor allem: was macht das Unternehmen mit den Informationen, die es von den Nutzern erhält? Gibt es moralische Verpflichtungen zu hinterfragen, weshalb sie nach bestimmten Begriffen suchen? Wie einfach sich Cohen der Millionär aus der Verantwortung stiehlt, dürfte symptomatisch für viele Unternehmer dieser Branche stehen. Gleichzeitig sehen sich die Riesen einer neuen Konkurrenz ausgesetzt: jeder private Blog kann frei alles veröffentlichen – ob es richtig ist oder nicht. Das Phänomen der „Fake News“ wird hier schon lange vor seiner globalen Popularität thematisiert. Die langsame Entwicklung hin zu einem durch und durch technologisierten Leben wird im „Buch der Zahlen“ nachgezeichnet, sogar ein Vorreiter von Alexa und Cortana tauchen bereits auf. Obwohl es ein Roman ist, oder gerade weil es ein Roman ist, kann Cohen seine Kritik und Warnung geschickt platzieren. Der Titel ist hierfür ausgesprochen treffend gewählt. Die Numerologie, die den Zahlen Bedeutung zuweist, ist in ein neues Zeitalter eingetreten: die Algorithmen und Codes hinter dem Internet sind die Zahlen, die unser Wissen und unseren Glauben bestimmen. Ob dieses für die Ewigkeit sein wird, darf bezweifelt werden.

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