Joshua Ferris Ins Freie

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Inhaltsangabe zu „Ins Freie“ von Joshua Ferris

Vor allem kann man davonlaufen. Nur nicht vor den Dämonen des eigenen Ichs Der Anwalt Tim Farnsworth hat alles, was man sich wünschen kann im Leben: Er ist glücklich verheiratet, liebt seine pubertierende Tochter, hat ein schönes Haus und ziemlich viel Erfolg in seinem Beruf. Und doch steht er eines Tages auf und geht fort. Nicht, weil er möchte, sondern weil er muss, weil ihn etwas treibt, das stärker ist als sein Körper, sein Geist und sein Wille. Er macht sich auf den Weg hinaus ins Freie, ohne Rücksicht auf Wetter, Familie oder Job, läuft oft meilenweit, bevor er wieder zu sich kommt. Und er kann sich nicht erklären, warum er zerstört, was er am meisten liebt.

War interessant, aber schwer zu verstehen...ich lese es wahrscheinlich irgendwann nochmal...

— lilo1010
lilo1010

Eine der ungewöhnlichsten Lebens- und Liebesgeschichten, so leise und gleichzeitig gewaltig, dass sie noch lange nachhallt.

— imsprachgewand
imsprachgewand

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    Ins Freie
    imsprachgewand

    imsprachgewand

    29. October 2015 um 11:23

    Tim Farnsworth ist erfolgreicher Partner in einer New Yorker Anwaltskanzlei. Er liebt seine Frau und seine siebzehnjährige Tochter und hat weder finanzielle noch andere Sorgen. Dennoch verlässt er eines Tages sein Büro und geht wie von einer fremden Macht gesteuert zu Fuß Meile um Meile, bis er vollkommen erschöpft zusammenbricht und eine Stunde lang in tiefem Schlaf versinkt. Sobald er erwacht, ruft er seine Frau an. "Es geht wieder los", sagt er nur. Im Folgenden erfährt der Leser, dass Tim diese Losgeh-und-Schlaf-Anfälle nicht zum ersten Mal erlebt. Sie kehren im Abstand von mehreren Jahren immer wieder, halten einige Wochen oder Monate an und vergehen von selbst wieder. Kein Arzt, kein Therapeut, kein Schamane oder sonstiger Spezialist vermag Tim mit einer Diagnose, geschweige denn mit einer Therapie zu helfen. Nach diesen rätselhaften Phasen des zwanghaften Loslaufens bis zur völligen Erschöpfung kehrt Tim jedes Mal zur Normalität zurück, als wäre nie etwas passiert, dankbar, wieder das Idealbild des erfolgreichen und gesunden Mannes leben zu können. An seiner Frau Jane gehen diese Episoden jedoch weniger spurlos vorbei. Tag und Nacht hat sie sich auf den Weg gemacht, Tim zu suchen, um ihn vor sich selbst, der Witterung und den zweifelhaften Gestalten der Nacht in Sicherheit zu bringen, hat ihn verarztet und monatelang nach der perfekten Outdoor-Ausrüstung recherchiert, da ihr Mann an Händen und Füßen bereits mehrere Erfrierungen erlitten hat. Jedes Mal, wenn Tim wieder in seinen Alltag zurückgeht, bleiben sie und die gemeinsame Tochter Becka wieder ein wenig ratloser, aber auch immer kaputter zurück, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis das einst so stabile Familienkonstrukt zu zerbrechen droht... Spannend, traurig, lustig, schön! Fein komponiert sind die - dem Grundton der Geschichte angemessen - rar gesäten humoristischen Einschübe des Autors, beispielsweise wenn er Tims Erinnerung an den Versuch schildert, seinem Problem mit Hilfe einer inszenierten Wiedergeburt beizukommen, oder wenn er ein Restaurant von Beleuchtung und Ambiente her als für Heiratsanträge und Trennungen gleichermaßen geeignet beschreibt. Außerdem sehr gelungen: Die Einflechtung der Kriminalgeschichte, im Rahmen derer Tim den des Mordes an seiner Frau verdächtigten R.H. vertritt und - überzeugt von dessen Unschuld - hilflos mit ansehen muss, wie der vermeintlich wahre Täter Spielchen mit ihm spielt. Mit seinem zweiten Buch hat Joshua Ferris eine der ungewöhnlichsten und beeindruckendsten Lebens- und Liebesgeschichten geschrieben, die ich seit Langem gelesen habe. Eine Tragödie, die so leise und gleichzeitig gewaltig daherkommt, dass sie noch lange nachhallt - phantastisch übersetzt von Marcus Ingendaay.

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  • Rezension zu "Ins Freie" von Joshua Ferris

    Ins Freie
    elliehwinter

    elliehwinter

    26. May 2011 um 12:36

    Der Versuch von Ferris in eine Seele zu blicken, ist meiner Meinung nach misslungen. Der Autor hat es nicht geschafft mich mit seinen Figuren und ihrer Darstellung zu erreichen. Ich fand das sehr schade, denn der Anfang des Romans war gar nicht so schlecht. Der Leser trifft auf Tim Farnsworth und seine Familie. Tim ist ein erfolgreicher Anwalt in New York, hat keine Geldsorgen und beschäftigt sich hauptsächlich mit seiner Arbeit. Seine Frau Jane ist Immobilienmaklerin und seine Tochter Becka ist fast erwachsen. Alles ist im Lot bis zu dem Tag, an dem Tims Körper beschließt zu laufen. Tims Verstand ist nach seiner Meinung intakt, aber er kann das Laufen nicht aufhalten oder unterwegs stoppen, sondern er läuft bis zur Erschöpfung bei jedem Wetter bis er irgendwo zusammenbricht und einschläft. Seine Frau holt ihn jedes Mal ab und versucht ihn zurück in die Normalität zu bringen. Der Beginn des Romans hat mein Interesse geweckt. Ich fand es toll in die Gedanken aller Beteiligten, also Tim, Jane und Becka Einblick zu erhalten. So erhielt man einen guten Eindruck von den Empfindungen aller gegenüber der Krankheit. Aber keine der Figuren war so tiefgründig und einfühlsam beschrieben, dass ich mich mit ihnen wohlfühlen und anfreunden konnte. Oft habe ich nicht verstanden, warum sie bestimmte Entscheidungen getroffen haben. Die fiktive Krankheit Tims hat dieses Verstehen meinerseits nicht erleichtert. Es war außerordentlich schwierig einen guten Zugang zu Figuren und Geschriebenen aufzubauen. Besonders anstrengend empfand ich die juristischen Beschreibungen, die oftmals dann doch nie so erklärt waren, dass ich diesem Teil hätte folgen können. Am Ende, wenn man nur noch Tim folgt, war das Geschriebene so unsortiert, dass man nicht mehr wusste, was eigentlich passierte. Das macht sicherlich auch einen gewissen Reiz aus, aber wenn ich als Leser zum Schluss mit tausenden Fragezeichen dasitze, hat mich das Buch einfach nicht erreicht. Möglicherweise liegt das auch an der Sprache des Autors, der versucht mit Fachbegriffen und schwierigen Fremdworten sein Buch intellektuell wirken zu lassen. Natürlich könnte vieles auch an der Übersetzung liegen, aber mir scheint, dass Ferris sehr gern neue Worte kreiert, von denen jedoch keins in die Situation passt. Da ich weder die Charaktere ausgereift noch die Geschichte äußerst interessant fand, kann ich den Eindrücken der amerikanischen Presse im Klappentext leider nicht folgen.

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  • Rezension zu "Ins Freie" von Joshua Ferris

    Ins Freie
    Karin1970

    Karin1970

    20. February 2011 um 09:36

    Ein düsterer und sehr beeindruckender Roman. Was wenn es kein entrinnen gibt? Wenn man sich seiner Krankheit stellen, dagegen ankämpfen muss? Versuchen damit zu leben? Was würden Sie tun, wenn sie eine Krankheit haben, die Sie ausschließt? Familie, Freunde, Arbeit - kein alltägliches Leben mehr möglich ist. Tim, der Protagonist dieses Romans, leidet an einer Namenlosen Krankheit. Von den Ärzten zum Teil verspottet, von den wenigsten ernst genommen. Wenn die Krankheit ausbricht und wieder ein Schub das normale Leben aus den Fugen hebelt, dann muss er laufen.Er begibt sich auf Wanderschaft, was er auch gerade tut - muss warten, denn die Füße tragen ihn, ohne das er es will. Bis er dann erschöpft irgendwo zusammenbricht. Jane, seine Frau sucht ihn dann. Mit der Zeit und den Schüben habe sie Tims überleben gesichert. Ein Rucksack, warme Kleidung, ein Navigationsgerät.., wenn er es noch nach Hause schafft, die Handschellen. Nicht selten trägt er Erfrierungen davon, verliert dadurch sogar Extremitäten. Bis er eines Tages beschließt zu gehen, dass ist der Weg den er allein gehen muss. Zurück lässt er seine jugendliche Tochter und Jane. Ein Roman, eine fiktive Geschichte - wie ich sie noch nie gelesen habe. Das erste drittel ist zwar etwas zäh, aber wichtig für den Verlauf der Geschichte, wir lernen Tim und die namenlose Krankheit kennen. Joshua Ferris sagt: "es war mich wichtig, eine Krankheit zu erfinden die zwar phantastisch genug ist, aber dennoch real sein könnte." Man leidet mit Tim, stellt sich die eigene Person in den Situationen vor. Tim, Jane und die gemeinsame Tochter Becka, wirken so real als wären sie die eigenen Nachbarn. Und so wird Tims Krankheit immer realer und bedrohlicher in den eigenen Gedanken. Ferris zeigt auf, wie unwichtig die gesellschaftliches Zwänge plötzlich werden können. Man selbst fragt sich, ob man sein Leben auch in diese Bahn lenken könnte und wie man selbst damit umgehen würde.

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  • Rezension zu "Ins Freie" von Joshua Ferris

    Ins Freie
    lesemaz

    lesemaz

    08. January 2011 um 23:12

    Ein unglaublich intensives Buch um den New Yorker Anwalt Tim Farnsworth, der mit einer seltsamen und einmaligen, "unbenannten" Zwangskrankheit lebt: Er muß einfach laufen, laufen, laufen, soweit ihn die Füße tragen - bis er irgendwo erschöpft zusammenbricht, einschläft und von seiner Frau wieder eingesammelt wird. Es ist ein hoffnungsloses Buch, trotz immer wieder auftretender Besserungen eskaliert die Krankheit und Joshua Ferris beschreibt schonungslos und mit einer eindrucksvollen Sprache den Zerfall eines Menschen. Keine angenehme und leichte Lektüre, sondern ein Buch, das "berührt". Und das dazu anregt, sich mit den eigenen, vielleicht kleinen Zwängen und Obsessionen und Menschen mit psychischer Krankheit auseinanderzusetzen.

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