Joshua Foer Moonwalk mit Einstein

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Inhaltsangabe zu „Moonwalk mit Einstein“ von Joshua Foer

Gedächtnis-Genie kann jeder werden. Der junge Joshua Foer erzählt seine Erfolgsstory Wie können sich manche Kellner ellenlange Bestellungen merken, ohne sie aufzuschreiben? Warum fällt es dagegen heute vielen Schülern schwer, eine Ballade von Schiller auswendig zu lernen? Auf seiner Suche nach Antworten auf diese Fragen trifft der selbst ziemlich vergessliche Joshua Foer Geistesakrobaten und Schachmeister, Amnesiepatienten und Wissenschaftler. Je mehr er darüber erfährt, wie das Gehirn funktioniert, wie es Informationen aufnimmt und warum es sie wieder verliert, desto mehr wird klar: Sensationelle Gedächtnisleistungen sind keine Hexerei. Mit Hilfe verschiedener Techniken und der Unterstützung eines Gedächtnisgroßmeisters siegt er schließlich selbst bei den USA Memory Championships und stellt sogar einen neuen Rekord auf: Es gelingt ihm, die zufällige Reihenfolge von 52 Spielkarten nach nur knapp 2 Minuten korrekt wiederzugeben! Damit beweist er: Mit ein bisschen Fleiß und der richtigen Technik kann dies jeder schaffen. »Moonwalk mit Einstein« ist die spannende und informative Geschichte dieser sehr persönlichen Reise zu den Quellen unseres Gedächtnisses.

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  • Rezension zu "Moonwalk mit Einstein" von Joshua Foer

    Moonwalk mit Einstein
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    27. April 2011 um 15:35

    Der Gedächtnispalast Mit einem angenehm ironischem Humor erläutert Joshua Foer gründlich und von allen Seiten im Buch, was hinter faszinierenden Auftritten und eindrucksvollen Nachweisen eines Gedächtniskünstlers (zu dem er selbst sich entwickelt hat) eigentlich steckt. Weder ein Trick noch ein überbordendes Talent führt zu der Fähigkeit, sich innerhalb weniger Minuten 15stellige Zahlen oder die Reihenfolge von Karten in einem gut gemischten Kartenspiel merken zu können, sondern eine andersartige, erlernbare, trainierbare und somit jedem zugängliche Form der Codierung von Informationen. Wie seit einigen Jahren schon das sogenannte „gehirngerechte Lernen“ (Vera F. Birkenbihl, Claudia Härtl-Kasulke u.a.) propagiert, hat das menschliche Gehirn zu Zeiten, als es sich entwickelte, mit einer ganz anderen Form von Informationen zu tun gehabt als heutzutage. Nahrungsplätze, Schleichwege, Versorgungsfragen, nicht Telefonnummern, Buspläne oder abstrakte Informationen waren vor Urzeiten Erinnerungswichtig. So liegt es in der Natur, dass sich das menschliche Gehirn nicht jede Art von Informationen gleicht gut merken kann. Bilder kann das Gehirn gut verarbeiten und als Erinnerung speichern, Wörterlisten oder Zahlen dementsprechend weniger gut. Mnemotechnische Verfahren basieren somit grundlegend darauf, abstrakte Informationen in solche zu codieren und umzuwandeln, die das Gedächtnis hervorragend „einlagern“ kann. Im Buch erläutert Foer diese Grundbefindlichkeiten des menschlichen Erinnerns anhand seines eigenen, ganz praktischen Beispieles und verzichtet, wohltuenderweise, auf ausführliche, theoretisch-abstrakte, neurowissenschaftliche Einlassungen, sondern entfalt eher eine Atmosphäre des entspannten Plauderns. Wie das geht, wie der „Gedächtnispalast“ des Simonides von Keos sich aufbaut und funktioniert, welche anderen, trainierbaren Techniken flankierend zur Seite treten, von all dem berichtet Joshua Foer. Er selbst, neugierig geworden vor einigen Jahren und allenfalls von Natur aus mit einem höchst durchschnittlichen Gedächtnis ausgestattet, hat sich im Zuge seines erwachenden Interesses dieser Welt der „Gedächtniskünstler“ zugewandt und es, nach eifrigem Trainings, bis zur Teilnahme an Weltmeisterschaften gebracht. In legerer Sprache und humorvollem Unterton legt er die Hintergründe von Erinnerungstechniken vor, erläutert im Verlauf des Buches auch die geschichtliche Entwicklung, verweist auf die Selbstverständlichkeit und Wertschätzung jener „Gedächtniskunst“ im Mittelalter und erzählt in der Hauptsache seinen eigenen Weg. Dies alles wirft für den Leser durchaus Gewinn ab. Zum einen wird verständlich und deutlich dargelegt, wie effiziente Mnemotechniken sich aufbauen und das hier kein magisch-mythisches Geheimnis vorliegt, zum anderen wird dies im Rahmen der Geschichte persönlicher Erlebnisse griffig, gut lesbar und damit auch unterhaltsam dargeboten. Selbst, wenn man selber keine Motivation zu den dargestellten Gedächtnistechniken verspürt, bietet das Buch daher ein interessantes und anregendes Leseerlebnis.

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