Montana

von Joshua Smith Henderson 
4,1 Sterne bei30 Bewertungen
Montana
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Jen_loves_reading_bookss avatar

Der Roman hat mich nicht wirklich angesprochen. Zu deprimierend.

Lales avatar

Ein Buch über das Leben der amerikanischen Bürger in Montana während der 80er mit allem, was das damalige Leben bestimmt hat.

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Inhaltsangabe zu "Montana"

In den abgeschiedenen Tälern und nahezu undurchdringlichen Bergwäldern im Nordwesten von Montana ist der Sozialarbeiter Pete Snow unterwegs, um Kindern zu helfen. Da gibt es Waffen- und Bibelnarren, drogensüchtige Mütter, gewalttätige Väter, aber vor allem die ganz normale Armut. Als eines Tages Benjamin, ein halb wilder, vernachlässigter Junge, in Petes Stadt auftaucht, lernt er dessen Vater Jeremiah Pearl kennen, einen Anarchisten und Weltverschwörer, der im Wald lebt und sich gegen die Endzeit wappnet … Smith Henderson legt mit seinem ersten Roman ein großes, kühnes und packendes Werk vor, das von der dunklen Seite Amerikas erzählt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442715947
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:608 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:12.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    AnjaArvor 4 Monaten
    Ganz was anderes

    Dieses Buch ist kein gewöhnliches.Pete, der Sozialarbeiter, erlebt seinen alltäglichen Wahnsinn und nimmt den Leser mit.
    Drogensüchtige, vernächlässigte, gewalttätige oder vergessene Kinder... Er kümmert sich um sie und hilft wo er kann. Doch seine eigene Familie bzw Tochter bleibt auf der Strecke.Er kann nicht allem gerecht werden.
    Der Schreibstil des Autors hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Das was ich kritisiere ist der an einigen Stellen zu ausführliche Stil bzgl Beschreibungen etc, sowie
    manchmal nicht nachvollziehbare Reaktionen der Protagonisten. Dies aber nur am Rande.Er zeigt die andere Seite von Amerika in der Dunkelheit, Armut etc herrscht. Es hat nichts mit demtollen Bild des Landes zu tun, was man so kennt.Es war spannend und unterhaltsam zu lesen.

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    Jen_loves_reading_bookss avatar
    Jen_loves_reading_booksvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Der Roman hat mich nicht wirklich angesprochen. Zu deprimierend.
    War nichts für mich ...

    Montana

    von

    Smith Henderson


    Cover:

    Das Cover empfand ich als sehr passend zum Thema des Buches.
    Irgendwie einsam und trostlos, irgendwo am Ende der Welt.



    Inhaltsangabe:

    In den abgeschiedenen Tälern und nahezu undurchdringlichen Bergwäldern im Nordwesten von Montana ist der Sozialarbeiter Pete Snow unterwegs, um Kindern zu helfen.
    Da gibt es Waffen- und Bibelnarren, drogensüchtige Mütter, gewalttätige Väter, aber vor allem die ganz normale Armut.
    Als eines Tages Benjamin, ein halb wilder, vernachlässigter Junge, in Petes Stadt auftaucht, lernt er dessen Vater Jeremiah Pearl kennen, einen Anarchisten und Weltverschwörer, der im Wald lebt und sich gegen die Endzeit wappnet … Smith Henderson legt mit seinem ersten Roman ein großes, kühnes und packendes Werk vor, das von der dunklen Seite Amerikas erzählt.



    Vorsicht! Rezension enthält Spoiler!


    Meinung:

    Ich muss gestehen, dass es mir nicht leicht fällt, dieses Buch zu rezensieren.
    Ich habe länger als gewöhnlich an diesem Buch gelesen, da mich zwischendurch immer wieder die Lust am weiterlesen verlassen hatte.
    Das lag nicht etwa daran, dass das Buch schlecht war, sondern das Thema mich schwermütig machte und ich zeitweise wirklich nichts mehr über die Schicksale der einzelnen Charaktere wissen wollte.

    Das Buch spielt Anfang der 80 `er in Montana.
    Dreh- und Angelpunkt dieser Story ist Pete. Er ist Sozialarbeiter im Nordwesten Montanas und kümmert sich um seine Schützlinge, in einer Gegend , in der die Hoffnung schon vor langer Zeit Reißaus genommen hat.
    Die Menschen in dieser Gegend haben schon vor langer Zeit sich, ihre Stadt und alle anderen aufgegeben. Es gibt kaum Arbeit, keinerlei Perspektiven und wer kann, nimmt die Beine in die Hand und schaut nie mehr zurück.
    In dieser trostlosen Umgebung voller Gewalt, Alkohol, Drogen, Prostitution, religiösem Wahn und absoluter Gleichgültigkeit, ist Pete unterwegs und versucht Familien zu unterstützen, die gar keine Hilfe wollen.
    Ja, sie empfinden Pete als ihr eigentliches Problem und an ihrem selbst auferlegten Schicksal, sind auch alle anderen Schuld. Unermüdlich kämpft Pete gegen die Windmühlen der Gleichgültigkeit um ihn herum, nicht nur in den Familien, sondern auch bei seinen Kollegen, den Vorgesetzten, die Polizei und in den Heimen.
    Dabei ist Pete keineswegs ein Heiliger. Seine eigene Familie hat er aufgrund seiner Arbeit vernachlässigt, ist jetzt geschieden. In seiner Freizeit säuft er und ist auch Drogen gegenüber nicht abgeneigt.
    Während er privat nichts geregelt bekommt, kniet er sich doch hartnäckig in seine Fälle und versucht zu helfen wo er kann. Egal, wie schlecht es ihm selbst gerade geht. Dabei bekommt er ziemlich oft eins auf die Mütze und Hunde auf den Hals gehetzt.


    Und das sind abgesehen von seinen eigenen Problemen mit der eigenen Tochter, ein paar echt harte Fälle, die einem schon arg an die Nieren gehen.

    Ich glaube, das ist auch der Hauptgrund, warum ich mich mit diesem Buch so schwer getan habe.
    Auch wenn die Story Anfang der 80`er Jahre am Arsch der Welt in den USA angesiedelt ist, lässt sich das Problem überall auf der Welt finden und lässt das Buch so erschreckend real werden.
    Bittere Armut, Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit und die daraus resultierenden Probleme, gehen einem beim Lesen wirklich nicht am Arsch vorbei.
    Man weiß, das es diese Schicksale Realität sein könnten und heute noch aktuell sind. .
    Und wie in den meisten Fällen, gibt es im wahren Leben nun meist kein Happy End. Niemand kommt und macht das alles wieder gut wird, weil das meiste was dort hinter verschlossenen Türen geschieht, nie wieder und von niemandem mehr gut zu machen ist.
    Junge Menschen, die glauben sie könnten sich dem Sog entziehen und etwas Besseres aus sich und ihrem Leben machen, aber als Leser weiß man: Das wird nie passieren.

    Mit dem Schreibstil haderte ich das ein oder andere Mal.
    Der Wechsel zwischen Umgangssprache und der Wortgewalt, die der Autor dann an den Tag legte, und den unendlich erscheinenden bildhaften Beschreibungen der Umgebungen, haben mir beim Lesen, eine ziemliche Geduld abverlangt.



    Fazit:

    Dieses Buch liest man nicht mal eben so und es ist mit Sicherheit keine leichte Lektüre.
    Viele waren von diesem Roman begeistert, geradezu euphorisch, ich kann mich der Begeisterung nicht anschließen, da mir das Thema des Buches zu schwer im Magen lag.
    Hätte ich es nicht als Rezensionsexemplar bekommen, hätte ich es abgebrochen.
    Deshalb läuft es für mich unter:
    >>Kann man lesen, muss man aber nicht.<<



    Von mir gibt's:

    3 von 5 Sternen

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    MimisLandbuechereis avatar
    MimisLandbuechereivor 4 Monaten
    Menschliche Abgründe in Montana Ende der 70er Jahre…

    Zum Inhalt / Klappentext

     

    In den abgeschiedenen Tälern und nahezu undurchdringlichen Bergwäldern im Nordwesten von Montana ist der Sozialarbeiter Pete Snow unterwegs, um Kindern zu helfen. Da gibt es Waffen- und Bibelnarren, drogensüchtige Mütter, gewalttätige Väter, aber vor allem die ganz normale Armut. Als eines Tages Benjamin, ein halb wilder, vernachlässigter Junge, in Petes Stadt auftaucht, lernt er dessen Vater Jeremiah Pearl kennen, einen Anarchisten und Weltverschwörer, der im Wald lebt und sich gegen die Endzeit wappnet … Smith Henderson legt mit seinem ersten Roman ein großes, kühnes und packendes Werk vor, das von der dunklen Seite Amerikas erzählt.

    (Quelle: btb Verlag)

    Meine Gedanken zum Buch

    Das Cover:

    Auf dem Cover bietet sich ein eher trostloses Bild einer verlassenen Straße. Nur ein streunender Hund hat sich auf den Weg gemacht. Ein typisch amerikanisches Straßenbild mit überirdischen Stromleitungen und Wald im Hintergrund. Der Sepia-Filter unterstreicht die Atmosphäre.

    Inhalt:

    Pete Snow ist Sozialarbeiter in Tenmile in Montana. Engagiert versucht er den Kleinsten zu helfen, dabei muss er aber zuerst an den Erwachsenen vorbei. Gewalt, Drogen, Alkohol und Missbrauch sind Petes Alltag. Als er durch Zufall auf den kleinen Ben stößt, der verwahrlost und allein in einer Schule auftaucht, will er ihm helfen. Der Junge führt ihn in die Wildnis und dort begegnet Pete zum ersten Mal dem religiös-fanatischen Jeremiah Pearl. Nach diesem ersten Zusammentreffen, lässt ihn das Schicksal von Pearl und seinem Sohn nicht mehr los und er versucht mehr über die beiden herauszufinden. Nebenbei verarbeitet Pete die Trennung von Frau und Tochter. Die beiden haben sich nach Texas abgesetzt und Pete hat den Kontakt zu seinem Kind fast verloren. Während er versucht, den Kindern in seinem Bezirk zu helfen, verzweifelt seine Tochter. Petes Ex-Frau kümmert sich nicht um die 13jährige und feiert zügellose Partys mit Alkohol, Drogen und zwielichtigen Gestalten. Rachel ergreift die Flucht, als sich ein betrunkener Kerl in ihr Zimmer schleicht. Pete sucht seine Tochter, kann sie aber nicht finden und gleichzeitig macht ihm der Job zu schaffen. Nach und nach schafft er es, sich ein wenig das Vertrauen von Pearl zu erarbeiten und findet heraus, dass dieser von der Endzeit besessen ist. Pearl glaubt nicht mehr an das System und versucht, es mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu untergraben. Der gefährliche Mann und Pete Snow kommen sich bei ihren Wanderungen durch die Wildnis Montanas immer näher, bis Pete das schreckliche Geheimnis um Jeremiahs Familie lüftet....

    Schreibstil:

    Joshua Smith Henderson schafft eine bedrückende Mischung aus Frustration und Spannung. Mit Pete Snow hat er einen Charakter geschaffen, der absolut nicht als Saubermann daherkommt. Pete säuft und schlägt, flucht und nimmt Drogen. Er kommt mit sich und seinem Leben nicht zurecht, versucht aber denen zu helfen, die es noch weniger schaffen als er selbst. Packend hat der Autor die Handlung um Jeremiah Pearl herumgebaut, so dass man sich seinem Schicksal und dem seiner Familie nicht entziehen kann. Obwohl, die Geschichte einige Längen aufweist und mir die Sauftouren von Snow manchmal ein wenig zu viel waren, musste ich einfach wissen, welches Geheimnis Jeremiah zu verbergen hat und was aus Petes Tochter Rose/Rachel wird. Die eingeschobenen interviewähnlichen Abschnitte mit Rachel fand ich mitreißend, auch wenn nicht klar ist, wer da mit ihr spricht. Das Herz hat mir geblutet, als ich lesen musste, was dem armen Mädchen alles widerfährt und wie verzweifelt Pete versucht sie zu finden und es doch immer wieder nicht schafft.

    Joshua Smith Henderson zeichnet das Leben in Montana Ende der 70er Jahre, nicht als Idylle, sondern schickt den Leser auf eine Reise in die Abgründe des Menschlichen. Armut und Verzweiflung begleiten einen auf jeder Seite und Lichtblicke gibt es nicht viele. Das menschliche Handeln hat sich seit den 70ern nicht geändert und die Vorkommnisse der Geschichte sind heute noch genauso aktuell. Menschen die sich denen widmen, die am Rande der Gesellschaft leben, die Dinge ertragen müssen, die sich manch einer nicht mal in seinen schlimmsten Albträumen vorstellen kann, sind Mensch wie Pete Snow.

    Lieblingslesezeichen:

    "Wenn ich sicher wüsste, jemand näherte sich meinem Haus mit dem Vorsatz, mir Gutes zu tun, ich liefe davon, so schnell meine Füße mich trügen."

    Henry David Thoreaux

    Seite 7

     

    Fazit

    Ein Buch, das auch nachdem man es beendet hat, noch lange nachhallt. Die Problematik, die das Buch ausmacht, findet täglich auf der ganzen Welt statt und beschränkt sich sicher nicht auf Amerika. Die Menschen, die sich der Hilfe der Hilflosen verschrieben haben, verdienen den größten Respekt und es bleibt zu hoffen, dass der Großteil nicht daran verzweifelt.

    Das Buch hält nicht viel Licht, dafür aber umso mehr Schatten für den Leser bereit. Mir hat es trotz der düsteren Thematik gut gefallen und ich vergebe

    4 Sterne

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    Lales avatar
    Lalevor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch über das Leben der amerikanischen Bürger in Montana während der 80er mit allem, was das damalige Leben bestimmt hat.
    Montana in den 80ern

    Inhalt:

    Pete Snow ist Sozialarbeiter in dem abgelegenen Montana. Sein Job ist es, den "Problem-Familien" aus der Patsche zu helfen. Armut, Drogen, Gewalt, Alkohol und sonstige Probleme - sind Pete's Alltag. 
    Besonders als der schmächtige und verwilderte Junge Benjamin auftaucht, ist Pete klar, dass er Hilfe braucht. Doch sein Vater Jeremiah Pearl ist ein besonders harter Brocken, als Anarchist und Weltverschwörer ist er gegen alles und jeden. 
    Doch während Pete's Job ihm zunehmend härtere Situationen und Erfahrungen abverlangt, geht sein eigenes Familienleben den Bah hinunter ...


    Meine Meinung:

    Ein Buch über das Leben der amerikanischen Bürger in Montana während der 80er mit allem, was das damalige Leben bestimmt hat.

    Montana -abgeschiedene Täler und Bergwälder, wenig Zivilisation und Moderne. Hier ist Pete Snow unterwegs, um Kindern aus benachteiligten bzw. problematischen Familien zu helfen. 
    Seine eigene Familie hat er verlassen, die an ganz ähnlichen Problemen zerbrochen ist. 
    Pete ist es ein wichtiges Anliegen, den Familien zu helfen. Doch es kommt dann oftmals dazu, dass er zwischen seinen Klienten und der Polizei steht und er selbst das ein oder andere Mal etwas einstecken muss.
    Eines Tages taucht plötzlich der halbwüchsige und verwilderte Junge Benjamin auftaucht, ist Pete klar, dass hier seine Hilfe gefragt ist. Doch der scheinbar wahnsinnige Vater Jeremiah Pearl will davon nichts wissen. Zurückgezogen und gegen alles und jeden verschworen, leben er und seine Familie im tiefsten Wald. 
    Während seinem Versuch, sich der Familie anzunähern, erhält Pete eine schreckliche Nachricht - seine Tochter Rachel ist von zuhause weggelaufen und unauffindbar...

    Das Buch hat eine sehr realistische und geheimnisvolle Aufmachung, die gut mit dem Handlungsort Montana harmoniert. Auch der Klappentext passt dazu, ist allerdings sonst nicht sehr aussagekräftig. Mehr erfährt man erst durch die Inhaltsangabe.

    Die Handlung wird aus der Sicht von Pete selbst erzählt, sodass man als Leser einen guten Eindruck davon bekommt, wie das damalige Leben und die Schwierigkeiten des Sozialarbeiterberufs, waren. Besonders eindrucksvoll fand ich die Kapitel in denen Pete bei den Familien war und versucht hat ihnen zu helfen. Durch die zahlreichen Beschreibungen und bildhaften Darstellungen, habe ich einen gute Vorstellung von der harten Zeit bekommen.

    Allerdings muss ich sagen, dass die Beschreibungen und Ausführungen sich teilweise sehr in die Länge gezogen haben und sehr zäh waren. Das hat es an einigen Stellen echt schwierig gemacht dran zu bleiben und meine Geduld auf die Probe gestellt. Zudem kommt, dass mich die Geschichte - bis auf die spannenden Stellen mit den Familie - nicht wirklich gepackt hat. Mir hat die Tiefe und die Emotionen der Charaktere gefehlt.

    Zwischendurch gibt es Einschübe, in der eine Art Interview mit Rachel, Pete's Tochter, geführt werden, sodass man gleichzeitig erfährt, was sie erlebt. Jedoch wird das Gespräch bzw. der Gesprächspartner sehr vage gehalten, man erfährt also nichts genaueres.


    Fazit:
    Eine realistische Geschichte über das Montana in den 80ern, die vorallem das Trostlose und die Schwierigkeiten der damaligen Verhältnisse aufzeigt. 
    Mich hat sie leider nicht gepackt, aber allen, die sich für Amerika - insbesondere in den 80ern - interessieren, möchte ich das Buch trotzdem empfehlen.

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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Packend von Beginn bis zum Schluß. Ein großartiger Roman, poetisch, melancholisch und bewegend.
    Suchende in Montana

    Wir alle sind auf der Suche, nach Liebe, Sicherheit, Schönheit, Glück.

    Autor Smith Henderson erzählt In seinem Debüt Montana von dieser Suche und denen, die sich auf eine solche begeben. Unaufdringlich, ohne zu werten, doch furios, hart, schonungslos, brutal, ehrlich und extrem packend – trotz des nicht unbeträchtlichen Umfangs seines Romans. Schwere Kost ist es, die er auftischt in dieser Schilderung des Lebens in Montana. Er berichtet nicht von Intellektuellen. Die Verlorenen und Suchenden sind sein Sujet. Auch Protagonist Pete Snow ist ein solcher, einer der versucht, fremdes Leid zu mildern, Sozialarbeiter beim Kinderschutz in einem kleinen Kaff in Montana. Wälder, Berge, Religion, Arbeitslosigkeit, Alkohol und Drogen gehören für viele Menschen dort zum Alltag. Es gibt Menschen die, aufgrund ihrer Vorgeschichte und Sucht, nicht mehr fähig sind die “richtigen“, pragmatischen Entscheidungen zu treffen. Die Kinder dieser Leute zu retten und zu unterstützen ist Petes Aufgabe.

    Er gibt sich keinen Illussionen hin, ist er doch selbst ein „Rudernder“ der verzeifelt versucht immer wieder an der Oberfläche zu treiben, nicht unterzugehen. Was ihn dennoch ein wenig sympathisch macht, ist dieser unbändige Wille seinen Schutzbefohlenen zu helfen. Trotz aller Widrigkeiten die sich ihm dabei in den Weg stellen und obwohl viele sich nicht helfen lassen wollen. Doch auch Pete trifft Entscheidungen die nicht immer gut sind, bläst sich mit Drogen oder Sex weg um das Denken, das Elend abzuschalten. Sein Elend, seine Ängste und später auch seine Furcht die unaufhaltsam über ihn kommt nachdem er seine Frau und Highschoolliebe verlassen hat weil sie ihn betrogen hat und die gemeinsame Tochter Rachel bei ihr ließ, obwohl gerade er, der Sozialarbeiter es besser hätte wissen sollen. Seine unerfreuliche Kindheit unter einem harten Vater, den stolz zu machen ihm nie gelang belastet ihn. Sein Bruder versteckt sich vor dem Knast,und der Bewährungshelfer verfolgt Pete. Einfach ist Pete Snows Leben nicht, noch dazu treibt ihn etwas es zusätzlich noch eigenhändig zu verkomplizieren.

    Smith Henderson wechselt die Perspektiven, ein neutraler Berichterstatter schildert Petes alltägliches Leben, seine Gedanken und Gefühle, gibt Dialoge wieder. Rachel, – nachdem sie ihrer Mutter weggelaufen ist und versucht ihren eigenen Weg zu finden, sich selbst zu finden – hier erzählt Smith Henderson direkt, in Form von Gedankensplittern die ihre Verzweiflung, ihr Misstrauen, ihre Wut authentisch transportieren.

    Smith Henderson, der selbst in Montana aufgewachsen ist, Sozialarbeiter und Gefängniswärter war, schildert ein Amerika der verlorenen Seelen, der Kämpfer, der Säufer, der Menschen die um ihre Exsitenz kämpfen. Amerika von unten. Die grandiose Natur Montanas bildet dazu Kulisse und Bühne zugleich für jene deren Gottesfurcht wie bei Bens Vater Jermiah Pearl in Irrsinn und Paranoia abdriften, wie auch für die Menschen die einfach irgenwie versuchen ihre Existenz zu ertragen. Ihnen allen ist gemein, dass sie kaum bis gar kein Vertrauen in den Staat haben.

    Der Autor schafft es den Leser direkt mit nach Montana zu nehmen, ihn diesen eigenen kleinen Mikrokosmos der Verwahrlosung, des stillen Leidens und der Hoffnung erspüren zu lassen. Er zieht einen immer mehr in seinen Bann, entwickelt einen Sog, macht diesen Roman zu einem Buch, das man nicht weglegen möchte bis alles aufgelöst ist. Ja, das Zitat des Guardian auf dem Cover stimmt, es liest sich wirklich wie Tom Waits Song. Intensiv und, trotz des schnörkellosen, schlichten Stils durchdrungen von leiser poetischer Melancholie.

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    HibiscusFlowers avatar
    HibiscusFlowervor 5 Monaten
    Zwischen Wut, Angst und Hilflosigkeit

    Klappentext des Verlages:
    In den abgeschiedenen Tälern und nahezu undurchdringlichen Bergwäldern im Nordwesten von Montana ist der Sozialarbeiter Pete Snow unterwegs, um Kindern zu helfen. Da gibt es Waffen- und Bibelnarren, drogensüchtige Mütter, gewalttätige Väter, aber vor allem die ganz normale Armut. Als eines Tages Benjamin, ein halb wilder, vernachlässigter Junge, in Petes Stadt auftaucht, lernt er dessen Vater Jeremiah Pearl kennen, einen Anarchisten und Weltverschwörer, der im Wald lebt und sich gegen die Endzeit wappnet …

    "Es gab Familien, denen man half, weil es Teil des Jobs war; man half ihnen, ... , stellte Maßnahmenpakete für sie zusammen, sah nach ihnen,... Man machte es eben. Weil es sonst niemand machte. Und dann gab es Menschen, die der Grund dafür waren, dass man diesen Job überhaupt machte." (S. 17)

    Raue Landschaft, raue Menschen, raue Sitten und mittendrin Pete Snow, ein aus der Gegend stammender Mann, der für den Jugendschutz arbeitet und seinen Job mit einer außerordentlichen Leidenschaft verfolgt, auch wenn dieser mit Elend und traurigen Familiengeschichten verbunden ist. Zorn, Wut, Angst und Hilflosigkeit begegnen ihm fast täglich und doch versucht er stets den richtigen Punkt zu finden, an dem er ansetzen kann, um zu helfen. Auch wenn es die Kinder sind, auf denen sein Hauptaugenmerk liegt, so sind es deren Familien, denen er sich widmen muss. Einen stetigen Kampf zwischen sich-helfen-lassen und vehementer-Weigerung hat Pete auszutragen. Pete, der unermüdlich anderen Familien hilft, während seine eigene unwiederbringlich zerbricht.

    Es ist ein trostloses, ja fast schon frustrierendes Bild, das der Autor hier zeichnet. Die scheinbar unumgängliche Ausweglosigkeit nagt an den Figuren UND den LeserInnen. Nur selten dringt ein Lichtblick durch, mit dem man sich besser zufrieden geben sollten, da ein großes Happy End nicht zu erwarten ist.
    Auch wenn die Geschichte das Geschehen in den 1980ern beschreibt, so mindert dies nicht die authentische Wirkung, die auf verstörende Weise zu fesseln vermag.

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    Rori03s avatar
    Rori03vor 6 Monaten
    Viel zu lange

    Pete Snow, ein Sozialarbeiter in Montana hat alle Hände voll zu tun. Mit seiner eigenen Familie hat er kaum noch Kontakt, trotzdem möchte er den Kontakt mit seiner Tochter Rachel behalten/zurück bekommen. Alkoholprobleme gehören ebenso zu seinem persönlichen Leben. Er hilft allen sogut er es eben kann. Drei Jugendlichen besonders, die im am Herzen liegen. Seine Tochter. Benjamin und Cecil. Seine Tochter möchte er wieder in den Arm nehmen können, Benjamin in die Schule schicken und Cecil eine Arbeit geben können.

     

    Ein Buch mit viel zuvielen Seiten. Ein ewiges Hin und Her, dass fast kein Ende nehmen wollte. Am Schluss aber immer noch kein Ende. An sich eine gute Idee, die düsteren Seiten von Montana zu zeigen, jedoch viel zuviel hinausgezögert. Der Schluss war enttäuschend, da er seine Tochter immer noch nicht wieder hat. Es gab zum Teil wieder kleinere Spannungen, die man wieder flüssiger lesen konnte. Als es endlich wieder einen Fortschritt gab. 

     

    Der Schreibstil war ganz gut zu lesen, so dass man langsam voran kam. Die Kapitel waren eher lang, so dass man immer wieder zu einem anderen Buch griff, als zu diesem. Auf die Fragen Ende des Kapitels habe ich mich immer am meisten gefreut.


    Fazit: Für mich ein enttäuschendes Buch von dem ich viel mehr erwartet habe, darum 2/5 Sternen :)

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    detlef_knuts avatar
    detlef_knutvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Kein dickes Happy End, aber dafür ... wow
    Kein dickes Happy End, aber dafür ... wow

    In diesem Roman wird ein Lied gespielt, das Lied des mittleren Westens Amerikas. Eine raue und wilde Melancholie, frisiert durch den Klang der Gitarre und einer knisternden Stimme des Sängers. Die Stimme erzählt von der Sehnsucht der Menschen in diesem Landstrich, deren Alltag von Armut und Aussichtslosigkeit geprägt ist. Der Autor trifft damit einen Ton, der dem von James Lee Burke ähnelt. Er zeichnet damit das Porträt von einem dreckigen Amerikas, einem kriminellen, einem armen Amerika, aber nicht ohne den Schimmer von Hoffnung durchsickern zu lassen.

    Pete Snow ist Sozialarbeiter beim Jugendamt in Tenmile. Zwar ist es seine Aufgabe, Kindern und Jugendlichen in schwierigen familiären Verhältnissen zu helfen, aber das geht nicht, ohne nicht auch den Familien selbst zu helfen. So ist Petes Ansatz: den Eltern zu helfen, damit deren Kinder es besser haben. Oft hat Pete den Eindruck, gegen Windmühlen zu rennen. Alkohol, Rauschgift und Kriminalität bestimmen den Ablauf dieser Familien. Da bleibt ihm nur die Möglichkeit, die Kinder von dort wegzuholen. Am liebsten bringt er sie bei Pflegeeltern unter, Heime sind nur für den Notfall vorgesehen. Und dennoch ist auch der Jugendknast nicht ausgeschlossen. Nimmt ihn schon seine Arbeiten mit, vielleicht auch zu sehr, so will sich zudem zu allem Überfluss seine trinkende Ehefrau mit der pubertierenden Tochter von ihm trennen. Pete wird hin und her gerissen zwischen den zu betreuenden Familien und seiner eigenen. Als seine Tochter verschwunden ist, scheint alles zu eskalieren. Der Alkohol zieht Pete in den Bann.

    Die Geschichte vom Sozialarbeiter Pete Snow wird in zwei Ebenen erzählt. Auf der Hauptebene läuft das Geschehen um den Protagonisten. Sekten, Nazis, FBI, DEA, ATF, Schlägereien, Schießereien, das volle Programm, und dazwischen das Jugendamt. Der Protagonist kümmert sich um zwei Jungs, mehr und weniger erfolgreich. In der zweiten Ebene verfolgt man ein Verhör, bei dem letztendlich nicht aufgelöst wird, wer wen interviewt. Hier erfährt man die Geschichte von Petes pubertierender Tochter Rachel auf ihrer Flucht, man erfährt von ihrer Abwärtsspirale, getreu dem Motto: Wer aus prekären Verhältnissen stammt, kann nur noch tiefer sinken. Denn auch die Verhältnisse, in denen ihr Vater Pete aufwuchs, sind alles andere als von Wohlstand geprägt gewesen. Den gibt es in diesem Landstrich in Montana nicht.

    Wer ein dickes Happy End erwartet, wird sich mit dem mit diesem hervorragenden und bildgewaltigem Erzählepos nicht wohlfühlen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und das Ende befriedigt auf angenehme und passende Weise. Ein großer Roman, den ich einen empfehlen kann.

    © Detlef Knut, Düsseldorf 2018

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    Buchperlenblogs avatar
    Buchperlenblogvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Authentisch beschrieben, mir allerdings ab einem gewissen Zeitpunkt zu viel.
    Authentisch, aber irgendwann nur noch zu viel

    Im Gegenlicht aus der sonnigen Küche erschien seine Tochter, falls sie nicht schon die ganze Zeit über in der Tür gestanden hatte. Fast gesichtslos im Schatten, ein Umriss. Knochige Knie, die dünnen Arme vor der Brust verschränkt. Er wusste, nur ein Schritt auf sie zu, und sie würde in ihr Zimmer rennen und die Tür zuknallen, aber er machte den Schritt trotzdem, und sie rannte in ihr Zimmer. 

    (S.83)

    Inhalt

    Pete Snow ist Sozialarbeiter im ländlichen Montana in den 80er Jahren. Er besucht zerrüttete Familien, hilft ihnen in schweren Zeiten, kümmert sich um verwahrloste Kinder. Doch in seiner eigenen Familie geht es nicht minder schäbig zu. In den Bergen lernt er Pearl kennen: Familienvater, zutiefst gläubig und auf der Flucht vor den Menschen und dem Ende der Welt. Vorsichtig nähern die beiden Fremden sich an.

    Rezension

    Die Landschaft Montanas stellt man sich rau vor, zerklüftet, wettergegerbt. Genau so wie die Menschen, die hier leben. Und wenn man mit Pete unterwegs ist, kaputte Familien aufsucht und Kinder aus diesen Familien rettet, sieht man die Parallelen.

    Pete lebt getrennt von seiner Frau und seiner Tochter. Beide Elternteile haben Alkoholprobleme, die Mutter umgibt sich zusätzlich noch mit dubiosen Menschen, mit denen sie allabendliche Parties feiert; Petes Bruder ist ein gesuchter Verbrecher. Keine Umgebung für ein Kind, Rachel türmt.

    Die Geschichte nimmt viele Fäden in die Hand: Religiosität, zerrüttete Familien, Alkoholprobleme, Gewalt. Die erste Zeit gefiel mir das Konstrukt gut, ich verfolgte gespannt den Weg, den Pete einschlug, wie er mit seinen eigenen Problemen umging. Doch irgendwann kippte meine Meinung. Von der sinnlosen Gewalt, die in weiten Teilen beschrieben wird, wollte ich nichts mehr lesen. Von den wechselnden Bekanntschaften, dem wahllosen Sex, dem fließenden Alkohol wollte ich nichts mehr hören.

    Die Kapitel, die sich mit  Jeremiah Pearl und seinem Sohn beschäftigten, gefielen mir gut. Seine Sicht der Dinge, sein Wahn – glaubhaft dargestellt. Rau wie die Natur, in die er sich mit seinem Sohn Benjamin zurückzog.

    Zwischendrin immer wieder Kapitel, die sich mit Rachel – Rose – Snow beschäftigen. Eine Art Interview, doch weiß man eigentlich nie, wer da mit wem spricht. Es ist Rose, doch spricht sie über sich in der dritten Person, als wäre sie eine unbeteiligte Fremde. Dank dieser Kapitel erfährt man, wie es ihr in all der Zeit erging, was ihr widerfuhr. Und es ist kein gutes Leben, dass sie führt. Schritt für Schritt dem Abgrund entgegen, die eigene Tochter des Sozialarbeiters.

    Die Geschichte findet kein wirkliches Ende, so wie auch das Leben kein wirkliches Ende findet. Es ist eine Spirale aus immer wiederkehrenden Problemen, die die Menschen in ihrer Umgebung ins Verderben stürzt.

    Fazit

    Es war mir von allem ein wenig zu viel, niemals ein wirklicher Hoffnungsschimmer, menschliches Versagen wohin man sieht. Die wechselnden Perspektiven, Nähe und Fremdheit zugleich, das alles brachte mir die Personen und ihre Belange nicht wirklich näher.

    Ich habe sehr viele positive Meinungen zu diesem Buch gelesen, also möchte ich es trotzdem jedem empfehlen, der sich mit der amerikanischen Gesellschaft der 80er Jahre auseinander setzen möchte, der miterleben will, wie eine Gesellschaft am Rand existieren kann. Aber mich hat das Buch nicht gefangen genommen, manchmal ist das einfach so.

    Bewertung im Detail

    Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 )

    Handlung ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

    Charaktere ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

    Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

    Emotionen ★★★☆☆ ( 3 / 5 )



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    Schwamms avatar
    Schwammvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Großartige schriftstellerische Darstellung des Alltags in Montana. Die Geschichte fesselt einen ab der ersten Seite.
    Montana in den 80er Jahren. Die Welt von Sozialarbeiter Pete Snow.

    Der Autor

    Joshua Smith Henderson war Sozialarbeiter, Gefängniswärter, arbeitete in einer Werbeagentur und arbeitet mittlerweile ausschließlich als Schriftsteller. Er selbst wurde in Montana geboren und wuchs dort auf. Als Schriftsteller erhielt er mehrere Preise für seine Kurzgeschichten, bevor er mit dem Buch Montana erstmals einen Roman schrieb, der in den Feuilletons eine Welle der Begeisterung auslöste und letztlich in zahlreichen Zeitschriften als „Book of the Year“ ausgezeichnet wurde.

     

     

     

    Worum geht es?

    Montana. Einer von vielen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten. Abgeschiedene Täler und undurchdringliche Bergwälder prägen die Landschaften. Und in genau dieser Gegend ist der Sozialarbeiter Pete Snow unterwegs, um den Kindern zu helfen, die von ihren Familien vernachlässigt werden. Denn die ganze Gesellschaft der 80er Jahre in Montana ist geprägt von Kindesmissbrauch, Drogen und Alkohol. Für Pete der Alltag.

    Bis er eines Tages in der Stadt auf Benjamin Pearl trifft, der mit seinem Vater Jeremiah und seiner Familie in den Wäldern lebt. Jeremiah hat der Gesellschaft und dem Staat den Rücken gekehrt und lebt als Anarchist und Weltverschwörer abgeschieden von der Außenwelt und wappnet sich gegen die Endzeit.

    Doch über Benjamin erhält Pete Zugang und lernt die Welt der Familie Pearls kennen und spüren. Denn je mehr er sich in die sozialen Fälle der Leute Montanas hineinsteigert, desto weniger merkt er, dass er selbst in den Strudel gezogen wird.

    Als dann noch seine Tochter spurlos verschwindet, findet Pete kaum mehr Zugang zu seinem eigenen Leben ...

     

     

     

    Fazit

    Montana erschien als deutsche Erstausgabe bereits im Jahr 2016 und konnte auch unter den deutschen Kritikern vollends überzeugen. Nun erschien das Buch erstmals auch in einer Taschenbuchausgabe.

    Doch auch wenn die deutsche, genormte Gesellschaft in Deutschland sich das Leben in Montana in den Achtzigerjahren sicherlich überhaupt nicht vorstellen kann, so schafft es Joshua Smith Henderson mit Montana, einem genau dieses gesellschaftliche Leben und Denken der Leute näher zu bringen.

     

    Die Gesellschaft ist vom Staat im Stich gelassen, vernachlässigt und Suchtabhängigkeit findet sich bis in die höchsten Kreise der Stadt. All dies prägt den Leser von der ersten Sekunde an und dadurch findet man sich auch gleich sofort in dieser Welt wieder: der Welt von Pete Snow.

    Und Henderson lässt uns in diese Welt hineintauchen. Denn dank Pete lernen wir Debbie und Cecil kennen, Tochter und Sohn, die kurz davor stehen sich gegenseitig totzuprügeln, zeigt uns die Geschichte von Jeremiah und seinem Sohn Benjamin, die sich abgewandt haben und auf die Endzeit warten und wir lernen auch Pete Snow selbst kennen, der anderen hilft, dessen eigene Ehe aber in die Brüche ging, während seine Tochter ihm erst entzogen wurde und dann plötzlich aus der Obhut der Mutter verschwindet.

     

    Joshua Smith Henderson schaffte es den Leser von der ersten Sekunde an zu fesseln, in einer schier unmöglich erscheinenden Welt, dessen Charaktere authentischer nicht seinen können. Montana ist ein Buch, dass mit der Gesellschaft in den USA aufrütteln möchte, wenngleich das Buch in der Zeit der Achtzigerjahre spielt. Und auch wenn die Geschichte anfangs scheinbar keinerlei überraschenden Wendungen enthält, so wird der Leser zum Ende hin doch überrascht. Da am Ende das Buch dann doch keinen Abschluss erhält - so viel sei, ohne Spoilergefahr zu erwähnen - macht die Geschichte Montanas rund um den Sozialarbeiter Pete Snow authentischer.

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