Josiah Bancroft

 4 Sterne bei 28 Bewertungen
Autor von Im Turm und Im Turm: Roman.

Lebenslauf von Josiah Bancroft

Poet, Comic-Zeichner und Dozent am College: Der amerikanische Autor gab seine vielzähligen Beschäftigungen auf um seine Fantasy-Romane zu schreiben. Sein Debütroman "Im Turm" handelt von einem gigantischen Bauwerk im seidenen Zeitalter, die eine Welt, voller Königreiche und Labyrinthe mit verschiedenen Kreaturen beherbergt. Als Marya, die Ehefrau eines Reisenden namens Thomas Senlin in dem Turm verschwindet, begibt er sich auf die gefährliche Suche nach ihr und erlebt unzählige Abenteuer. Wenn Josiah Bancroft nicht an einem neuen Roman schreibt, spielt er mit seiner Band "Dirt Dirt" Pop-Musik und kocht leidenschaftlich gerne Curry. Er lebt mit seiner Ehefrau Sharon und ihren zwei Hasen Mabel and Chaplin in Philadelphia, Pennsylvania.

Alle Bücher von Josiah Bancroft

Im Turm

Im Turm

 (27)
Erschienen am 13.08.2018
Im Turm: Roman

Im Turm: Roman

 (1)
Erschienen am 13.08.2018

Neue Rezensionen zu Josiah Bancroft

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Rezension zu "Im Turm" von Josiah Bancroft

Jahreshighlight 2018
missNaseweisvor 9 Stunden

Werbung | Dieses Buch wurde mir vom Heyne Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Zum Inhalt: So hatte sich Senlin seine Flitterwochen nicht vorgestellt. Zusammen mit seiner Frau Marya erfüllt er sich einen lang gehegten Traum und reist zum Turm von Babel. Dort angekommen verschwindet seine Frau jedoch spurlos und Senlin begibt sich schließlich auf die Suche nach ihr. Doch im Turm lauern zahlreiche Gefahren und so beginnt ein großes Abenteuer.

Was für ein grandioser Fantasytitel! Ich hätte bei Weitem nicht damit gerechnet, dass mich das Buch so mitreißt. Der wohl größte Pluspunkt des Buches ist das einmalige Setting. Wenn man schon viele Fantasyromane gelesen hat, ist es nicht mehr leicht, überrascht zu werden. Irgendwie hat man alles schonmal mehr oder weniger gelesen. Hier ist der Schauplatz jedoch der mysteriöse Turm von Babel, um den sich allerlei Gerüchte ranken. Ein Setting, das mir persönlich völlig neu ist und mich von der ersten Seite an fesseln konnte.

Entgegen der Tradition wird man als Leser auf den ersten hundert Seiten nicht in die Mechanismen und Eigenheiten dieser einzigartigen Welt (denn genau das ist der Turm) eingeführt, sondern erforscht und entdeckt alles gemeinsam mit Thomas Senlin, der eine Art Cousin von Bilbo Beutlin sein könnte. Thomas ist als Tourist zum Turm gereist und weiß über das gigantische Bauwerk nur das, was in seinem Reiseführer steht. Schnell stellt sich allerdings heraus, dass dieser Führer alles andere als hilfreich ist und der von Natur aus sehr nervöse und verzagte Thomas stolpert von einer Belastungsprobe in die nächste.

Dem Autor ist es dabei wunderbar gelungen, einem die Zweischneidigkeit des Turms nahe zu bringen. Die unterschiedlichen Ebenen im Inneren, die alle eigene kleine Welten sind, beherbergen zum einen Innovation, Fortschritt und entzückende Wunder, zum anderen regieren Brutalität, List und Skrupellosigkeit. Ich wurde von den Geschehnissen oft genug ebenso wie Thomas völlig überrumpelt und musste mich benommen ganz neu orientieren. Es ist unmöglich vorherzusehen, was als nächstes geschieht und welcher Wahnsinn einen auf der nächsten Ebene erwartet. Mit steigender Seitenzahl wird allerdings klar, dass all das in einem höheren Zusammenhang steht und einer Ordnung beziehungsweise einem Plan folgt. Nach dem ersten Band hat man allerdings erst den Hauch einer Ahnung, was genau es mit dem Turm von Babel und seinen Ebenen auf sich haben könnte.

Thomas Reise durch den Turm erscheint im ersten Moment vielleicht etwas ruhig. Ich habe für das Buch, gemessen an meiner Begeisterung für die Geschichte, auch etwas länger gebraucht. Wenn man allerdings erst einmal in der Geschichte ist und von den Geschehnissen und Erkenntnissen überrollt wird, kann man nicht mehr mit dem Lesen aufhören. Die Geschichte um Thomas Suche nach seiner verschwundenen Frau geht ans Herz und ist so viel komplexer als man auf den ersten Blick denken könnte.

Ich kann es jedenfalls kaum abwarten, bis der nächste Band erscheint! In Englisch ist der zweite Teil schon draußen und der dritte fest geplant. Wie viel Bände die Reihe insgesamt haben soll, weiß ich nicht. Ich hoffe zehn oder zwanzig! Mich hat der Autor überzeugt und ich kann das Buch wirklich jedem Fantasyfan ans Herz legen, der Lust auf eine herrlich andere Geschichte hat.

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Rezension zu "Im Turm" von Josiah Bancroft

Das Phallussymbol einer zerrütteten Gesellschaft
BettinaR87vor 2 Monaten

Senlin und seine junge Frau Marya wagen die Reise aus ihrem beschaulichen Fischerdörfchen zu "dem kulturellen Zentrum schlechthin": Sie reisen in ihren Flitterwochen zum Turm. Das Gebäude ist so massiv, dass jedes Stockwerk ein eigenes Ringreich darstellt und zumeist einer autonomen Regierung unterliegt. Ein Ort der Bildung und Faszination, auf die sich der schlaksige Schuldirektor und seine junge, quirlige Frau sehr freuen. Diese Freude wird allerdings jäh getrübt, als Marya noch vor dem Betreten des Turms spurlos verschwindet. Senlin steht alleine in einer sich stetig verändernden Umgebung, denn der Turm zieht nicht nur Touristen, sondern allerlei fadenscheiniger Gestalten an. Er wird ausgeraubt, verbringt Stunden mit der Suche und macht sich schließlich auf den Weg in den Turm, denn im dritten Ringreich wollten er und Marya ihre Zeit verbringen und vielleicht wartet sie dort bereits auf ihn ...?

Die Kritik

Der Autor spricht eine absolut deutliche Bildsprache: Um in den Stockwerken voranzukommen und aufzusteigen, muss Senlin beispielsweise eine sprichwörtliche Rolle spielen und Erwartungen gerecht werden. Natürlich, während "alle" ihm zusehen und ihn beurteilen. Als er mit seiner Rolle in der Gesellschaft bricht, wird er im wahrsten Sinne des Wortes ausgeschlossen und vorübergehend eingesperrt. Andere erhalten ein permanentes Stigma und werden vollständig an den Rand der Gesellschaft gedrängt.

Viel offener kann man die Gesellschaft gar nicht porträtieren und kommt an einer kleinen, aber feinen Feststellung gar nicht vorbei: Wenn der Turm im Zentrum der Aufmerksamkeit und Kritik steht, steht dann ein feministischer Autor vor der Tür? Türme sind schließlich nichts anderes als bildtechnisch gigantische Phallussymbole. Hier liegt also eine Geschichte vor, die nicht nur einfach von Einzelschicksalen erzählt, sondern diese in eine sorgfältig überlegte Welt einbettet, in der wirklich alles eine erzählerische Funktion hat.

Auf die individuelle Ebene hinuntergebrochen, haben die Leser mit Senlin einen eigenbrötlerischen, fast schon nerdigen Hauptcharakter, der absolut pointiert beschrieben wird: Seine Art, Marya als Braut zu umwerben, seine Vorgehensweise, um sie wiederzufinden, sein anfängliches Versagen im Umgang mit Menschen. Liebenswert, nicht unintelligent, aber etwas zu vertrauensselig. Die Lobsprüche auf der Rückseite des Buchs, die ihn mit einem gewissen Hobbit vergleichen, scheinen tatsächlich sehr naheliegend und zutreffend. Er ist sympathisch, kein Karrieretyp, kein Kragenträger oder Redenschwinger, sondern eher der Typ mit dem Buch unterm Arm und dem Tee in der Hand.

Herausgekommen ist eine Geschichte, die mit vielen Wendungen, Überraschungen und teils philosphischen Anschauungen zu beeindrucken weiß - und zu unterhalten, und das ganz vorzüglich. Niemals verliert die Hauptperson das Ziel aus den Augen und fast jede Handlung ist darauf bezogen. Trotzdem ergeben sich ganz nebenbei Zusatzgeschichten, die den eigentlichen Erzählstrang anreichern. Sehr faszinierend, sehr intelligent und anmutig erzählt.

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Rezension zu "Im Turm" von Josiah Bancroft

Erst einmal unnahbar, entwickelt mit der Zeit aber einen Sog
Kittyzervor 2 Monaten

"Wo ist Ihre Frau denn?", fragte Adam und reckte suchend den Hals.
Senlins Zunge war so trocken und steif wie ein Ledergürtel. Er glaubte, würgen zu müssen, wenn er zu schlucken versuchte. Er würde ein Vermögen für etwas zu trinken geben, doch schlimmer als sein Durst war das Eingeständnis, das in seiner geschwollenen Kehle drängte. Er fühlte sich wie an seinem ersten Tag vor einer Klasse; wie ein Betrüger. Was für ein Ehemann verliert seine Frau?
Er schob sich das Wäschebündel unter den Arm, bedachte Adam mit einem traurigen Lächeln und sagte: "Seltsam, dass Sie meine Frau erwähnen. Ich scheine sie verloren zu haben."

--

INHALT:
Er ist das größte Bauwerk der Geschichte: Der Turm von Babel, mit unzählbar vielen Stockwerken, dessen Spitze man nicht einmal sehen kann, weil sie in den Wolken verschwindet. Schuldirektor Senlin war schon immer fasziniert von der Geschichte des Turms und den Erzählungen darüber - daher ist es das Ziel seiner Hochzeitsreise. Doch schon kurz nach der Ankunft verliert er in dem Gewühl seine Frau - die spaßeshalber vorher zu ihm sagte, sie würden sich im Falle des Falles einfach an der Spitze wiedertreffen. Senlin weiß: Um seine Frau zu finden, muss er in den Turm. Doch sich hindurch zu bewegen ist gar nicht mal so einfach...und auch nicht ungefährlich.

MEINE MEINUNG:
Die Geschichte von Josiah Bancrofts Debüt ist die eines Indie-Werkes, das von Bloggern entdeckt und so geliebt wurde, dass es zum Bestseller wurde - ähnlich wie Weirs "Marsianer" 2014 vielleicht. "Im Turm" ist aber eine Mischung aus Science-Fiction, Fantasy und auch gefühlt ein wenig Steampunk - es ist eine offensichtlich technologisch nicht so ausgebaute Welt wie wir sie erleben, aber deutlich fortschrittlicher und einfallsreicher als man es erwarten würde, inklusive Elektrizität. Man begleitet ausschließlich den Protagonisten auf seiner Reise durch den Turm, wobei jedes Kapitel von einem Buchauszug begleitet wird, der einen Bezug zum Inhalt hat. Der Schreibstil ist etwas unnahbar, was aber auch mit dem Hauptcharakter zu tun hat.

Senlin ist nämlich kein sonderlich warmherziger Mensch - es fällt ihm schwer, Gefühle zu zeigen oder auch nur darüber zu reden. Trotzdem, das wird im Laufe der Handlung klar, liegt ihm sehr viel an seiner Frau, und grundsätzlich versucht er, das Richtige zu tun. Obwohl ihm immer wieder mitgeteilt wird, dass sich im Turm keine Freunde finden lassen, gelingt es ihm dennoch, mit seinen guten Absichten und seiner Fähigkeit zu vergeben, ein ums andere Mal Anhänger zu finden. Es dauert seine Zeit, aber man lernt ihn schätzen. Auch die Nebenfiuren muss man erst einmal kennen lernen: Seine Frau Marya, deren fröhliche und gutmütige Art man in Rückblicken mitbekommt; der junge Adam, der alles für seine Schwester tun würde; die verschiedenen Gegenspieler, die nur auf ihr persönliches Fortkommen aus sind. Es ist nicht immer einfach, die Personen und ihre Absichten einzuschätzen, aber genau das macht sie auch so interessant.

Es hat seine Zeit gedauert, bis ich mich auch in die Geschichte eingefunden habe. Da Senlin als Protagonist die erste Hälfte über so unnahbar ist, ist es auch schwierig, wirklich mit ihm mitzufiebern - obwohl es so einige überraschende Entdeckungen im Turm gibt. Je weiter er nach oben gelangt und je mehr Hinweise er zum Aufenthaltsort seiner Frau erhält, desto spannender wird die Erzählung aber auch. Es gibt nicht wenige Menschen im Turm, die ihm auf die ein oder andere Weise schaden wollen, sodass er quasi fast durchgehend in Alarmbereitschaft sein muss. Vor allem zum Ende hin wird es dann aber richtig nervenaufreibend: Nicht nur muss Senlin zum wiederholten Male einen absurden Plan aushecken, auch kommt es zu so einigen finalen Auseinandersetzungen. Da dies der erste Teil einer Reihe ist, endet das Ganze natürlich relativ offen - und macht damit unweigerlich Lust darauf, zu erfahren, was der Turm in den nächsten Stockwerken für die Charaktere bereit hält.

FAZIT:
Die von Josiah Bancroft geschaffene Welt ist ganz anders, als man sie aus sonstigen Fantasy-Romanen kennt - vor allem, weil sie sich auf nur einen einzigen Ort beschränkt - und daher erst einmal schwer zu durchschauen und zu verstehen. Hat man sich aber insbesondere an den Protagonisten gewöhnt, entwickelt "Im Turm" seinen ganz eigenen Sog. 4 Punkte!

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