Geister, ein ungelöster Mordfall, ein herrlich chaotisches Ermittlerteam und jede Menge Humor
Mit The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love eröffnet Josie Silver eine unterhaltsame Mischung aus Urban Fantasy, Cosy Crime und Paranormal Romance. Der Roman verbindet klassische Geistergeschichten mit humorvollen Dialogen, skurrilen Figuren und einer charmanten Kriminalhandlung, die weniger auf düsteren Horror als auf augenzwinkernde Unterhaltung setzt.
Im Mittelpunkt steht Melody Bittersweet, die wie alle Frauen ihrer Familie Geister sehen kann. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina und ihrem Auszubildenden Artie gründet sie eine Agentur, die verstorbene Seelen bei unerledigten Angelegenheiten unterstützt. Ihr erster Auftrag führt das Team in ein altes Herrenhaus, dessen drei Geisterbrüder seit Jahrzehnten an ein ungelöstes Familiengeheimnis gebunden sind. Während Melody versucht, den Fall aufzuklären, erschweren ihr der medienwirksame Geisterjäger und Ex-Freund Leo Dark sowie der skeptische Journalist Fletcher die Ermittlungen.
Die Handlung lebt von ihrem hohen Erzähltempo und den abwechslungsreichen Figurenkonstellationen. Besonders Arties trockener Humor sowie der einohrige Mops Lestat sorgen regelmäßig für komische Momente und verleihen der Geschichte eine angenehme Leichtigkeit. Auch das Zusammenspiel aus Kriminalfall, übernatürlichen Elementen und zwischenmenschlichen Konflikten entwickelt einen hohen Unterhaltungswert. Obwohl sich die Identität der verantwortlichen Person vergleichsweise früh erahnen lässt, bleibt die Auflösung durch zahlreiche humorvolle Szenen und das lebendige Figurenensemble bis zum Schluss kurzweilig.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Melodys Sicht im Präsens. Dadurch entsteht eine unmittelbare Nähe zur Protagonistin, während der lockere, ironische Schreibstil die humorvolle Grundstimmung konsequent unterstützt. Das Setting der alten Villa, die übersinnlichen Ermittlungen und zahlreiche kleine Details, darunter das an die legendäre Mystery Machine erinnernde Auto "Babs", schaffen eine charmante Atmosphäre zwischen Mystery und Cosy Crime.
Etwas weniger überzeugend wirken die romantischen Handlungsstränge. Sowohl die aufkommende Anziehung zwischen Melody und dem Journalisten Fletcher als auch die weiterhin angedeuteten Gefühle für ihren Ex Leo Dark entwickeln sich nur bedingt nachvollziehbar und bleiben emotional hinter dem ansonsten gelungenen Figurenensemble zurück. Das Love Triangle wirkt dadurch eher wie eine genretypische Ergänzung als wie ein tragendes Element der Handlung.
Dennoch überzeugt Crazy Spooky Love als gelungener Auftakt einer paranormalen Krimireihe, die Humor, Mystery und liebenswerte Figuren zu einem kurzweiligen Leseerlebnis verbindet. Wer leichte Urban Fantasy mit charmanten Ermittlungen und sympathischem Ensemble schätzt, findet hier einen gelungenen Reihenbeginn, der neugierig auf weitere Fälle der Girls Ghostbusting Agency macht.