Die Frau mit dem roten Tuch

von Jostein Gaarder 
3,8 Sterne bei77 Bewertungen
Die Frau mit dem roten Tuch
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Positiv (54):
JayTis avatar

Tolerant sein und Respekt haben vor dem Weltbild anderer: Ein weiser Roman, den wir heute mehr denn je gebrauchen können.

Kritisch (9):
Sternchen1202s avatar

Eine ehemaliges Pärchen tauscht E-Mails, die mit verschiedenen Weltvorstellungen und Glauben vollgestopft sind. Das Ende wirkt aufgesetzt...

Alle 77 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Frau mit dem roten Tuch"

Ein dramatisches Ereignis bringt eine Liebe zum Scheitern. 30 Jahre später trifft sich das ehemalige Paar überraschend wieder - am gleichen Ort in Norwegen, an dem sich der Vorfall ereignete. Ist es Schicksal oder einfach nur Zufall, dass sie sich genau dort wieder begegnen? In einem Briefwechsel erinnern sie sich, was damals eigentlich geschah. Wie sie heftig verliebt ins Fjordland fuhren, eine wahnsinnige Dummheit begingen, und jener rätselhaften Frau mit dem roten Tuch begegneten. Gibt es Kräfte, die stärker sind, als Vernunft und Wissenschaft es wahrhaben wollen? Jeder der beiden hat seine eigene Philosophie. Um endgültig Klarheit über das rätselhafte Erlebnis zu gewinnen, beschließen sie, sich noch einmal wiederzusehen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446234888
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Hanser, Carl
Erscheinungsdatum:08.02.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 10.02.2010 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    LolitaBuettners avatar
    LolitaBuettnervor 2 Jahren
    Philosophischer Briefwechsel mit platten Ende

    Ein Pärchen, Solrun und Steinn, ist mit dem Auto in den Bergen unterwegs. Abends auf der Straße begegnet das Paar einer Frau mit einem roten Tuch und fahren sie unbeabsichtigt an. Panisch und unsicher fahren Solrun und Stein erst mal weiter. Als sie zu sich kommen, kehren sie um. Doch von der Frau ist nichts zu sehen. Nur das rote Tuch und Glasscherben vom Autoscheinwerfer auf der Straße. Eine Woche später, unsicher über die Konsequenzen, die womöglich auf sie warten, trifft das Paar bei einer Wanderung erneut auf die Frau und sind wie erstarrt. War das ihr Geist? Haben sie die Frau vielleicht doch nicht angefahren? War es Einbildung? Solrun und Stein finden keine Erklärung. Keine, die beide zufriedenstellt.

    30 Jahre später treffen Solrun und Steinn in dem Hotel, in welchem sie die Ereignisse dieser Nacht vergessen wollten, aufeinander. Es ist Schicksal, denn all die Jahren schwieg das Paar über die Ereignisse, trennte sich sogar.

    Nach 30 Jahren lassen die Beiden via Email die Vergangenheit Revue passieren. Ein Briefwechsel, der mal philosophisch, mal wissenschaftlich ist. Schnell wird klar, diese zwei Menschen können in ihrem Glauben nicht unterschiedlicher sein.

    Gegen Ende des Buches beschließen Solrun und Steinn, sich noch einmal leibhaftig zu begegnen. Doch dazu kommt es nicht.

    In einem letzten Brief schreibt Solruns Mann. Mit seinen etwas verbitterten Worten endet das Buch. Der Leser erfährt, dass Solrun genau wie die Frau mit dem roten Tuch gestorben ist. Das ist für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten.

    Leider wird nicht deutlich, ob Solrun und Steinn die Frau wirklich angefahren haben oder ob es ein nicht erklärbares Phänomen war. Letzteres wäre für den wissenschaftlich geprägten Stein schier undenkbar. Für ihn besteht alles aus Fakten und greifbaren Beweisen. Solrun jedoch ist Christin. Sie glaubt an eine Seele, die Zeit und Raum überwinden kann. Nur so war es ihr möglich, den scheinbaren Unfall mit Fahrerflucht zu verarbeiten. Dass sie auf dieselbe Weise zu Tode kommt, noch ehe Steinn ihr ein letztes Mal begegnet, empfand ich als Enttäuschung. Ging der Autorin die Luft aus?

    Dabei ist der Rest des Buches zauberhaft. Die unterschiedliche Sicht der Liebenden auf die Welt, unsere Entstehung und dem Sinn im Leben bringt wahre Freude.

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    muhallebis avatar
    muhallebivor 3 Jahren
    Die Gretchenfrage bei Gaarder

    Jostein Gaarder ist spätestens seit "Sophies Welt" für die philosophischen Bezüge in seinen Büchern bekannt und "Die Frau mit dem roten Tuch" bildet hier keine Ausnahme.

    Der Kern der Handlung ist recht schnell erklärt: Die beiden Studenten Solrun und Steinn haben in den 1970er Jahren auf einer Reise einen Unfall. Es gibt dafür zwar keine Beweise, dennoch sind sich beide sicher, dass ihr Wagen eine Frau erfasst hat. Kurze Zeit später sehen die beiden viele Kilometer von der Unfallstelle entfernt eben jene Frau - allerdings nur für wenige Augenblicke, dann verschwindet sie wieder. Solrun ist überzeugt, einen Geist gesehen zu haben, während Steinn an eine rationale Erklärung glaubt. An der Schuld und der Erkenntnis, dass die beiden eine völlig unterschiedliche Weltsicht haben, zerbricht schließlich die Beziehung.

    Viele Jahre später treffen sich die beiden wieder und verbringen einen Nachmittag miteinander. Danach beginnt ein intensiver Mail-Austausch der beiden, an dem der Leser teilnimmt. Solrun und Steinn tauschen sich über ihre verschiedenen Überzeugungen aus und schildern sich gegenseitig ihre Sicht auf dieses einschneidende Erlebnis in den 1970ern. Solrun sieht sich selbst als Christin und glaubt an das Schicksal, das Jenseits und Geister. Steinn ist Naturwissenschaftler und überzeugter Atheist. Ihre Ansichten sind sehr gegensätzlich, dennoch bleibt das Gespräch freundlich, rücksichtsvoll und tolerant und dem Leser wird klar, dass sich beide immer noch respektieren und vielleicht sogar noch lieben.

    "Die Frau mit dem roten Tuch" beschäftigt sich mit der grundlegenden und schon aus Goethes Faust bekannten Frage "Wie hast du's mit der Religion?", allerdings in einem für Jostein Gaarder typischen Setting. Hier liest man einige interessante Argumentationen zu zwei konträren Weltanschauungen. Diese können bestimmt weiterbilden und den eigenen Horizont erweitern, allerdings auch etwas ermüden. Gerade am Anfang des Buches, bevor die eigentlichen Geschehnisse angeschnitten werden, musste ich doch einige Male dagegen ankämpfen, dass mir die Augen zufallen. Dennoch bin ich sicher, dass ich an dieses Buch noch lange zurück-  und noch einige Male über die philosophischen Ansätze nachdenken werde.

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    mistellors avatar
    mistellorvor 3 Jahren
    Jostein Gaarder und die Philosophie


    Jostein Gaarder und die Philosophie, das gehört einfach zusammen. Das wissen alle Gaarder-Leser- und Leserinnen seit Sofies Welt.
    Auch in diesem Buch findet man wieder viele philosophische Anregungen und Ansätze, die den Leser zum Nachdenken bringen.
    Trotzdem hatte ich mit diesem Buch etwas Schwierigkeiten. Nicht wegen des Inhaltes, sondern wegen des Schreibstils.
    Die beiden Protagonisten begegnen sich nach vielen Jahren wieder und beginnen eine heimliche Briefbeziehung (SMS), in der sie beide versuchen ein Ereignis aus ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten, Welches Ereignis das ist, erfährt der Leser nur stückweise. So erhält das Buch auch eine Spannung.
    Da die Protagonisten sich nicht immer in der gleichen Gegenwart befinden, nicht immer auf den Brief des Anderen reagieren, war es manchmal für mich nicht einfach die Zusammenhänge zu verstehen.
    Trotzdem ein tolles Buch, das für Toleranz, Verständnis und den Respekt miteinander wirbt.  

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    JayTis avatar
    JayTivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Tolerant sein und Respekt haben vor dem Weltbild anderer: Ein weiser Roman, den wir heute mehr denn je gebrauchen können.
    Ein weiser Roman, den wir heute mehr denn je brauchen

    Als Studenten waren Solrun und Steinn ein Liebespaar, das oft spontane Ausflüge unternahm. Dann brachte ein rätselhafter Unfall die beiden auseinander: Wer war die geheimnisvolle Frau mit dem roten Halstuch? Ist sie ihnen wirklich erschienen? Erst dreißig Jahre nach dem Unfall treten sie wieder in Kontakt. Sie schreiben einander E-Mails, um sich über ihre Vergangenheit und ihre damals unversöhnlichen Positionen auszutauschen. Denn als Naturwissenschaftler hält Steinn nicht viel von schicksalhafter Fügung, während Solruns Empfinden nach nichts auf der Welt grundlos geschieht. Dabei hatten beide vor vielen Jahren einmal die gleichen Ansichten.

    Oft sind Gaarders Werke durchzogen von phantastischen oder übernatürlichen Elementen, welche den Botschaften seiner Erzählungen auf mysteriöse Weise Nachdruck verleihen. Dieses Buch, so scheint es, lässt derlei Elemente zunächst vermissen. Doch je weiter die Auseinandersetzung mit den Themen Naturwissenschaft, Wahrheit, Traum, Intuition, Religion und Spiritualismus voranschreitet, um das vor dreißig Jahren Erlebte aufzuarbeiten, desto mehr drängt sich dieses unerklärliche Element subtil auf. Am Ende lässt uns das Buch, welches wohl zu Gaarders anspruchsvolleren Werken zählt, mit viel Deutungsspielraum zurück: Woran glaubst du?

    Gaarder jedenfalls, verpflichtet sich am Ende weder dem naturwissenschaftlich-intuitiven Ansatz Steinns, noch dem religiös-spiritualistischen Ansatz Solruns. Er setzt sich kritisch mit unserer vom Materialismus geprägten Kultur auseinander. Dabei zeigt er uns keine Lösung auf. Stattdessen teilt er uns mit, dass die Denkweise eines Menschen dessen Leben beeinflusst. Dass unbedingt Recht haben zu wollen bedeutet, sich voneinander abzuspalten oder Zweifel in der Denkweise des anderen zu sähen. Vielmehr lehrt uns Gaarder Respekt zu haben vor dem Glauben des anderen. Es gibt nicht den einen richtigen Glauben an die Welt. Es geht darum, sich einander anzunähern und die Sichtweise des anderen verstehen zu wollen und akzeptieren zu können. Denn gerade Toleranz ist es, die verschiedene Bevölkerungsgruppen aktuell mehr denn je brauchen. Gaarder findet damit Antworten auf drängende Fragen der Zeit. Das Buch hat mich persönlich sehr inspiriert.

    Die typische Gaarder-Manier, Geschichten in Geschichten zu verpacken, bleibt auch in diesem Buch nicht aus. So ist das komplette Buch als eine Mailkorrespondenz strukturiert. Dabei werden mit Hilfe aktueller und vor allem vergangener Erlebnisse, Träume oder Gedanken mehrere Erzählebenen aufgebaut.

    Wer ein anspruchsvolles Buch lesen möchte, dass über den üblichen Roman hinausgeht, dem kann ich das Buch nur empfehlen! Es widmet sich sachbuchartig den Fragen des Lebens, ohne ein Sachbuch zu sein.

    https://wortbildwerke.wordpress.com

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    Kleines91s avatar
    Kleines91vor 5 Jahren
    Lesenswert!

    Ein Buch,dass mir persönlich sehr gut gefallen hat und bei dem mir das Lesen auch Spaß gemacht hat.
    Ich liebe schöne Sprüche&Weisheiten - ich liebe Bücher in denen sich solche finden - und Jostein Gaarder beherrscht genau dies einfach .... ja. Perfekt!
    Das Buch lässt sich sehr gut im Urlaub lesen aber genau so gut auch im Alltag. Ich mag dieses Buch sehr sehr gerne!

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    Brina1983s avatar
    Brina1983vor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Frau mit dem roten Tuch" von Jostein Gaarder

    Erster Satz:

    Hier bin ich, Steinn.

    Meine Meinung:

    Für mich war es das erste Buch von Jostein Gaarder. Er wurde mir schon mehrfach von einer Freundin empfohlen. Ich hatte mich bisher nie getraut ein Buch zu lesen, wo es heißt, es sei ein Roman mit philosophischem Hintergrund. Aber ehe ich mich versah, hab ich das Buch beim dtv angefragt und als Rezensionsexemplar erhalten. So hatte ich mich selbst überlistet. smile

    Eine Geschichte über den Glauben an bestimmte Dinge oder ob es sinnlos ist, überhaupt an etwas zu glauben.
    Eine Geschichte über die Frage des Bewusstseins. Woher kommt es? Was bedeutet Erinnerung oder Vergessen? Wer eine Theorie dazu hören will, muss dieses Buch lesen. Worüber in diesem Buch diskutiert wird, sind definitiv Dinge, die der Mensch jeden Tag „unbewusst“ tut. Also etwas sehr elementares, was zum Menschsein gehört.
    Es regt sehr zum Nachdenken an und es passt so perfekt zu mir. Ich mache mir auch ständig „so einen Kopf“ über die Welt und wo uns das alles noch hinführen wird. Wenn wir sterben, ist dann wirklich alles vorbei? Oder gibt es in der Tat einen Weg für die Seele? Es ist sehr interessant wie hier Steinn und Solrun die ganze Zeit philosophieren und es dabei auch so herzlich und emotional bei mir ankommt.

    Ich bin total überrascht und sehr begeistert. Zwar werde ich mir jetzt noch mehr Gedanken machen und in mich hinein philosophieren, aber es ist definitiv ein wunderbares und lesenswertes Buch. Das Buch ist für mich etwas besonderes.

    Ich vergebe 5 Bücher. (von 5)

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    moonlight89s avatar
    moonlight89vor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Frau mit dem roten Tuch" von Jostein Gaarder

    Stein und Solun, ein perfektes Paar ... bis ein Unfall alles ändert. Solun beginnt sich auf Grund dieses Ereignisses für Religion und Übernatürliches zu interessieren, Steinn kann damit als überzeugter Naturwissenschaftler nichts anfangen. Jahrzehnte später nehmen die beiden wieder Kontakt auf und somit auch wieder das Thema Glaube. Für Steinn ist es immernoch ein Thema, dem er skeptisch gegenübersteht, für Solun ist es ihr Leben. Einen Gewinner wird es nicht geben. Letztlich verlieren beide bei dieser Diskussion. Doch wie das Buch genau endet, sollte jeder selber lesen.

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    Anidays avatar
    Anidayvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Frau mit dem roten Tuch" von Gabriele Haefs

    Vor 30 Jahren hat ein tragisches Ereignis die Beziehung zwischen Solrun und Steinn zerstört. Nun treffen sie sich gerade an jenem schicksalhaften Ort wieder - Zufall oder Bestimmung? Sie beginnen sich E-Mails zu schreiben, darüber wer sie sind und waren, was sie glauben und schlussendlich auch über das, was geschah.
    Anfangs hat mich das Buch fasziniert. Doch nach einiger Zeit haben mich die gedanklichen Abschweifungen der Protagonisten, speziell Solruns, sehr genervt. Vor allem, da dabei Themen einbezogen wurden, mit denen ich mich nie befasst hatte oder die schlicht uninteressant für mich waren. Zudem konnte ich mit Solruns Glauben nichts anfangen, sie kam mir viel zu festgefahren vor. Immer wieder hat sie Steinn "herausgefordert", wollte Erklärungen und hat sie doch nicht aktzeptiert, ihn stattdessen mehr oder minder als engstirnig und festgefahren bezeichnet, nur weil er ihren Glauben nicht teilen kann. Irgendwann hatte ich den Eindruck, sie würde sich nur noch wiederholen, selbst in den Beschreibungen vergangener Ereignisse hat sie immer auf dieselben Dinge gepocht. Da ihr Anteil doch größer als der Steinns war hat das dazu geführt, dass ich die letzten 80 Seiten praktisch nur noch überflogen und hier oder da eine interessantere Passage herausgepickt habe. Warum ich nicht abgebrochen habe? Schlicht und einfach nur, weil ich wissen wollte, was damals geschah und wohin solch ein E-Mail-Wechsel führen wird. Trotzdem habe ich seltsamerweise nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben.
    Ich muss zugeben, dass ich auch ein bisschen was anderes erwartet habe.... Deshalb zwei Sterne von mir, obwohl ich sagen kann, dass dieses Buch für mich in diesem Jahr die größte Enttäuschung war.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Frau mit dem roten Tuch" von Gabriele Haefs

    Ein Briefroman (oder sollte man sagen "E-Mail-Roman"?), getragen von oft aufsatzartigen Monologen der spiritualistischen, gläubigen Solrun und des pragmatisch orientierten, rationalen Steinn. Im Mittelpunkt steht ein mysteriöses Ereignis der Vergangenheit. Wissenschaft und Glaube, Zufall und Schicksal werden gegenüber gestellt und laden Gaarder-typisch zu philosophischen Gedankenspielereien ein.

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    gsts avatar
    gstvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Frau mit dem roten Tuch" von Gabriele Haefs

    Der Autor des Buches hat mich ebenso neugierig gemacht, wie das wunderschöne Umschlagbild von Quint Buchholz. Diese halb durchsichtige Frau mit dem roten Tuch lässt ein Geheimnis wittern, das erst im letzten Drittel des Romans gelüftet wird.
    Bis dahin kann der Leser sich in die Gefühlswelt eines ehemaligen Liebespaares hineinfinden, das sich zufällig an dem Ort über den Weg lief, an dem es sich vor über dreißig Jahren verloren hatte. In Emails versuchen die beiden ihre Vergangenheit zu bearbeiten - angefangen mit der letzten verzauberten Begegnung bis zur Entfremdung vor drei Jahrzehnten.
    Als Leserin war ich fasziniert von den unterschiedlichen Lebenseinstellungen: Solrun, die Frau, glaubt an Spiritualität; während Steinn, der Mann, durch und durch ein Wissenschaftler ist, der nur offensichtlich beweisbares gelten lässt...
    Für meinen Geschmack sind die Monologe in diesem Briefwechsel teilweise zu lang geraten: Steinns Ansichten ähneln wissenschaftlichen Abhandlungen. Wie im realen Leben gelingt es den beiden nicht immer, wirklich aufeinander einzugehen. Trotzdem ist zwischen ihnen ein unsichtbares Band vorhanden, das sie dazu veranlasst, am Computer ganze Tage zusammen zu verbringen.
    In diesen Stunden nähern sie sich einander an, die frühere Vertrautheit kommt wieder zum Vorschein. Ganz nebenbei erfährt der Leser auch etwas vom wachsenden Unbehagen in Solruns Mann...
    Etwa in der Mitte des Buches wurde ich unschlüssig, ob es sich lohnt, es fertig zu lesen. Doch je weiter sich die Geschichte offenbarte, desto stärker wurde ich hineingezogen. Auch nach Tagen arbeitet diese Lektüre noch in mir und bestärkt mich in dem Glauben, dass es mehr gibt auf dieser Welt, als wir ahnen ...
    In diesem Sinne ist sich Gaarder auch in dem neuesten auf Deutsch erschienenen Werk treu geblieben.
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    "Jostein Gaarder versteht es, komplexe Fragen verständlich darzulegen." Neue Zürcher Zeitung, 29.04.10

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