Jostein Gaarder Jonathan und die Zwerge aus dem All

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Inhaltsangabe zu „Jonathan und die Zwerge aus dem All“ von Jostein Gaarder

Natürlich hat Jonathan schon mal von Außerirdischen gehört. Aber ihnen zu begegnen ist doch etwas anderes: Gelbe Zwerge vom Planeten Sykk bevölkern die Stadt und haben beschlossen, auf die Erde umzuziehen, weil es hier so leckere Bananen gibt. Die Menschen müssen sie dafür leider nach Sykk bringen, das sei so üblich bei einem Planetentausch, sagen sie. Was für eine verrückte Geschichte! Aber tatsächlich steht auf dem Fußballfeld schon ein Raumschiff, in dem die Menschen sitzen. Jonathan wünscht sich, alles wäre nur ein komischer Traum. Traum oder Nicht-Traum, das lässt sich immer erst hinterher unterscheiden. Sicher ist nur: Kurz vor der Geschichte ist Jonathan im Treppenhaus auf einer Bananenschale ausgerutscht. Ein echter Gaarder schon für kleine Leser, illustriert mit wunderbar schrägen Bildern von Peter Schössow!

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  • Rezension zu "Jonathan und die Zwerge aus dem All" von Gabriele Haefs

    Jonathan und die Zwerge aus dem All

    HeikeG

    19. August 2008 um 16:47

    Die gelbe Gefahr Sein Bestseller "Sofies Welt" hat ihn bekannt gemacht. Auch Kinderbücher für die Kleinsten zählen zu seinem Repertoire (u. a. "Das Schloss der Frösche" oder "Hallo, ist da jemand?"). Sie alle katapultierten Jostein Gaarder zum erfolgreichsten norwegischen Schriftsteller aller Zeiten. Philosophisch kommen sie immer daher. Der Autor beschreibt in seinen Geschichten wie wenig wir Menschen manchmal Dinge hinterfragen und sie einfach nur tun. Sei es aus Gewohnheit, Angst oder vielfach nur mangelndem Interesse. Gaarder denkt sich übrigens seine Geschichten beim Wandern aus. "Wenn ich meinen Körper nicht bewege, kann ich auch meine Gedanken nicht bewegen", sagte er in einem Interview. "Geh' nicht um Probleme herum, sondern durch sie hindurch (...) Das ist meine Nachricht." Und vielleicht ist er dabei gleichfalls auf einer achtlos hingeworfenen Bananenschale ausgerutscht, so wie sein Buchheld Jonathan. Denn noch bevor der eigentliche Text beginnt, sieht man den kleinen Jungen nach Hause eilen und - flutsch - unter einer Bananenschale die Haftung zum Boden verlieren und unsanft auf selbigem landen. Da tanzen schon Mal die Sternchen um den Kopf. Doch offensichtlich ist alles glimpflich abgegangen. Oder vielleicht doch nicht?... Eigentlich trifft Jonathan nie gern als erster zu Hause ein. Zu gruselig ist die große leere Wohnung. Aber heute ist alles noch viel unheimlicher. Das Telefon ist stumm, im Treppenhaus ist kein Geräusch zu hören. Auch auf der Straße - keine Menschenseele, kein Auto. Verzweifelt schnappt sich der kleine Bursche eine Banane aus dem Regal des ebenfalls menschenleeren Supermarktes. Als er sie schält, entdeckt er auf der Innenseite der Schale den Spruch: "Hüte dich vor der gelben Gefahr!" Er bekommt es mit der Angst zu tun und rennt aus dem Markt. Und da sieht er ihn, einen gelben Zwerg, mit Haut wie aus Gummi. Er sitzt auf dem Asphalt und würfelt. Aber mit was für einem Würfel: er hat nur Sechsen! Und was er andauernd murmelt: "Dann entkommen sie eben nicht. Dann können wir sie eben nicht laufen lassen." Irgendwie scheint dieser eigenartige Würfel etwas mit dem Verschwinden der Menschen zu tun zu haben. Der gelbe Wicht erklärt es nach einigem Zögern: Nur mit einer gewürfelten Sieben können sie gerettet werden und auf die Erde zurück. Denn sie sollen nach Sykk, den Heimatplaneten des gelben Zwerges. "Das gelbe Volk hat beschlossen, ihn gegen den Planeten der Menschen einzutauschen. Weil bei euch so leckere Bananen wachsen." Kurze, kindgerechte, philosophische Dispute des pfiffigen Jungen mit dem Zwerg bestimmen den weiteren Handlungsverlauf. Da geht es um den Rand des Möglichen und die Grenze zum Unmöglichen oder um gute Pläne. Letztendlich hilft jedoch nur eins, denkt sich der aufgeweckte Knirps. Dann muss man eben schummeln. Und er malt einen neuen schwarzen Punkt auf seine Würfel, genau in die Mitte der Sechs und würfelt... "In vielleicht allen meinen Büchern gibt es zwei Niveaus, ich meine, zwei verschiedene Geschichten. Es gibt immer eine fantastische Geschichte und einen realistischen Hintergrund.", erklärt der norwegische Autor. Und während der Leser - zumindest der erwachsene - bald begreift, dass der kleine Jonathan den Sturz auf der Bananenschale wohl doch nicht so ganz unbeschadet überstanden hat und die Geschichte erträumt, erlebt ein Kind, das diese Erzählung liest - oder besser: vorgelesen bekommt - zuerst einmal ein spannendes und geheimnisvolles Fantasy-Märchen. Und weil Jostein Gaarder seine kleinen und großen Leser wieder einmal mit vielen anspruchsvollen Gedanken beschäftigt, ist es sicher sinnvoll, Kindern dieses Buch nicht einfach in die Hand zu geben, sondern es ihnen vorzulesen und immer wieder einmal über einzelne Passagen gemeinsam nachzudenken und miteinander zu sprechen. Eine vergnügliche Erzählung ist entstanden, mit einer wunderbaren Mischung aus Witz, Charme, philosophischen Gedanken, aber auch aus Träumen, Realität und Fantasie, die durch die großartigen Illustrationen des Bilderbuchkünstlers Peter Schössow eine zusätzliche Aufwertung erfahren. Er hat Gaarders Geschichte mit großformatigen Zeichnungen in abgedunkelten, gelblich-braunen Farben ausgestattet und den Personen der Handlung in kräftigen Strichen Gestalt gegeben. Auffallend sind die dünnen Beine aller Akteure, die in viel zu weiten Hosen stecken. Aber trotz seines sparsamen Zeichenstrichs weisen sie eine ausgesprochen aktive Mimik auf und geben einen wunderbaren Einblick in ihr Seelenleben. Fazit: Tiefsinn und Leichtigkeit, Ernst und Heiterkeit halten sich auf zarte Weise in diesem Kinderbuch von Jostein Gaarder die Balance, das erneut viele philosophische Hinterfragungen parat hält. Ein Buch voller Geheimnisse, die das Lesen spannend machen und welche sich nach und nach auflösen.

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