Joyce Carol Oates

 3,8 Sterne bei 586 Bewertungen
Autorin von Big Mouth and Ugly Girl, Unter Verdacht und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Ein Schreibtalent besonderer Größe: Die US-amerikanische Schriftstellerin Joyce Carol Oates wurde im Jahr 1938 in Lockport, New York, geboren. Bereits mit vierzehn Jahren begann sie zu schreiben. Den größten Einfluss auf sie übte der Roman „Alice im Wunderland“ auf sie aus, den sie nach eigenen Worten als den größten Schatz ihrer Kindheit ansah. Ihr erster Roman erschien unter dem Titel „With Shuddering Fall“ im Jahr 1964. In Deutschland folgte ihr Debüt mit „Ein Garten irdischer Freuden“ im Jahr 1970. Insgesamt hat die Autorin, die auch unter den Pseudonymen Rosamund Smith und Lauren Kelly publiziert, über vierzig Romane, diverse Theaterstücke, Kurzgeschichten, Essays, Gedichte, Novellen sowie Biografisches veröffentlicht. Die begabte Schriftstellerin bewegt sich dabei sowohl in fantastischen und fiktiven Geschichten als auch im realistischen und sozialkritischen Bereich. Oates erhielt unzählige Auszeichnungen und Preise für Ihr Lebenswerk. Den National Book Award verlieh man ihr bereits im Jahr 1970 für den Roman „Them“, in Deutschland unter dem Titel „Jene“ erschienen. Im Jahr 2016 wurde sie in die American Philosophical Society aufgenommen. Den Pulitzer-Preis für einzelne Bücher wie „Black Water“ oder „What I Lived For“ erhielt sie insgesamt drei Mal.

Alle Bücher von Joyce Carol Oates

Cover des Buches Unter Verdacht (ISBN: 9783446250406)

Unter Verdacht

 (48)
Erschienen am 29.06.2015
Cover des Buches Mit offenen Augen (ISBN: 9783446269682)

Mit offenen Augen

 (44)
Erschienen am 20.07.2020
Cover des Buches Zombie (ISBN: 9783421051783)

Zombie

 (33)
Cover des Buches Blond (ISBN: 9783100540003)

Blond

 (28)
Erschienen am 01.06.2012
Cover des Buches Du fehlst (ISBN: 9783596173495)

Du fehlst

 (31)
Erschienen am 01.01.2010
Cover des Buches Sexy (ISBN: 9783423625036)

Sexy

 (28)
Erschienen am 01.01.2012
Cover des Buches Niagara (ISBN: 9783596167418)

Niagara

 (23)
Erschienen am 01.11.2008

Neue Rezensionen zu Joyce Carol Oates

Cover des Buches Babysitter (ISBN: 9783753000831)
MrsMurphys avatar

Rezension zu "Babysitter" von Joyce Carol Oates

Der neue Bestseller von Joyce Carol Oats ist ein als Frau schwer zu ertragender Pageturner!
MrsMurphyvor 16 Tagen

Auf die Sprache und die Erzählweise von Joyce Carol Oats muss man sich als Leserin erst einmal einlassen. Ihre Sätze sind brillant, aber auch sperrig, kalt und kunstvoll.  


Die Handlung ist in den siebziger Jahren in Detroit angesiedelt. Frauen wie Protagonistin Hannah existieren, um Männern zu gefallen und Kinder großzuziehen. In der gut situierten, weißen Mittelschicht, zu der Hannah und ihr Ehemann gehören, definiert sich die Frau über ihre Mutterrolle und ihrer Attraktivität für den Ehemann. Hannah selbst denkt und agiert prüde, lernt dann aber auf einer Party einen mysteriösen Mann kennen und wird zu seiner Geliebten. Allerdings ist diese Beziehung geprägt von tiefer Abhängigkeit und grober, harter sexueller Gewalt. Das aus der Sicht einer modernen Frau zu lesen, fällt nicht leicht. Hannahs Entscheidungen sind für mich nicht nachvollziehbar. Sie ist so durch ihre indoktrinierte, gesellschaftliche Rolle als Frau geprägt, dass sie sich willentlich (sexuell) benutzen lässt, weil in ihr der Gedanke verankert ist, sie habe nichts anderes verdient.


Auch die Diskriminierung afroamerikanischer Menschen wird thematisiert. Quasi im Vorbeigehen gelingt es Joyce Carol Oats ein leider immer noch sehr aktuelles Thema aufzugreifen und scharf zu kritisieren. Der Kindermörder „Babysitter“, der in Detroit sein Unwesen treibt, kann nur ein schwarzer Mann sein, so die Meinung von Hannahs Ehemann, ein Weißer wäre eines solchen Verbrechens niemals fähig. Ein unschuldiger afroamerikanischer Parkwächter, von Hannah unfreiwillig zur Zielscheibe gemacht, erfährt die volle rassendiskriminierende Wucht des Polizeiapparates und wird beim Versuch seiner Verhaftung erschossen. Diese Szene hat in mir nach der Lektüre noch sehr lange nachgehallt. 


Man merkt dem Roman an, dass die Autorin Joyce Carol Oates eine Frau ist, die selbst in den siebziger Jahren gelebt hat. Teile des Romans sind autobiographisch, den Serienmörder „Babysitter“ gab es tatsächlich, und auch er wurde nie gefasst.

Cover des Buches Babysitter (ISBN: 9783753000831)
Booklove91s avatar

Rezension zu "Babysitter" von Joyce Carol Oates

Spannungsgeladen!
Booklove91vor 3 Monaten

Meine Meinung und Inhalt

Im einundsechzigsten Stock des Hotelturm erwartete er sie. Zügig in der eleganten gläsernen Kapsel hinaufgleitend wie ein ins All geschossenes Raumfahrzeug, spürt sie einen erregenden Schwindel, schließt die Augen. ... Sie ist in die Zeit geschleudert, hat sich von der Schwerkraft frei gemacht, eine seltsame Empfindung - aufwärts zu fallen." (ZITAT)


Gleich vorneweg, muss ich sagen, dass die US-amerikanische Schriftstellerin Joyce Carol Oates mit ihrem Buch "Babysitter" einen echten Pageturner geschaffen hat. Auch bei einer Seitenanzahl von über 600 Seiten kam keine Langeweile auf.

""Ich bin eine schöne Frau, ich habe ein Recht darauf, geliebt zu werden. Ich bin eine begehrenswerte Frau, ich habe ein Recht darauf zu begehren." (ZITAT)

Der Roman spielt in Detroit, in den späten 1970ern.

Die Protagonistin, Hannah, Ehefrau und Mutter, beginnt eine Affäre mit einem gefährlichen Fremden, wird in einem Hotelzimmer vergewaltigt und versucht trotzdem versucht sie sich in den Mann, der ihr das angetan hat, hineinzufühlen und muss mit den Brüchen in ihrem Leben und ihren Empfindungen umgehen lernen. Als zweite Perspektive widmet sich die Autorin noch Kindern, die zeitgleich einem Serienkiller zum Opfer fallen, der "Babysitter" genannt wird und den es wirklich gegeben hat, wie die Kritikerin erklärt. 

Die Schilderungen aus den beiden Perspektiven haben mir gut gefallen. Die Gewaltszenen sind erschreckend und gleichzeitig packend geschrieben.

„Im einundsechzigsten Stock des Hotels erwartet er sie. Kein Name für ihn, bei dem man annehmen kann, dass er stimmt. Sie weiß sehr wenig über ihn, bei dem man annehmen kann, dass es stimmt. Sie weiß: er, ihn. Das genügt.“ (ZITAT)

Joyce Carol Oates wurde im Jahr 1938 in Lockport, New York, geboren. 

Bereits mit vierzehn Jahren begann sie zu schreiben. Den größten Einfluss auf sie übte der Roman „Alice im Wunderland“ auf sie aus, den sie nach eigenen Worten als den größten Schatz ihrer Kindheit ansah. Ihr erster Roman erschien unter dem Titel „With Shuddering Fall“ im Jahr 1964. In Deutschland folgte ihr Debüt mit „Ein Garten irdischer Freuden“ im Jahr 1970. Insgesamt hat die Autorin, die auch unter den Pseudonymen Rosamund Smith und Lauren Kelly publiziert, über vierzig Romane, diverse Theaterstücke, Kurzgeschichten, Essays, Gedichte, Novellen sowie Biografisches veröffentlicht. Die begabte Schriftstellerin bewegt sich dabei sowohl in fantastischen und fiktiven Geschichten als auch im realistischen und sozialkritischen Bereich. Oates erhielt unzählige Auszeichnungen und Preise für Ihr Lebenswerk. Den National Book Award verlieh man ihr bereits im Jahr 1970 für den Roman „Them“, in Deutschland unter dem Titel „Jene“ erschienen. Im Jahr 2016 wurde sie in die American Philosophical Society aufgenommen. Den Pulitzer-Preis für einzelne Bücher wie „Black Water“ oder „What I Lived For“ erhielt sie insgesamt drei Mal.

Cover des Buches Babysitter (ISBN: 9783753000831)
R

Rezension zu "Babysitter" von Joyce Carol Oates

Verwirrend aber gut
readingsarahvor 3 Monaten

Hannah, eine überpriviligierte Hausfrau aus einem Detroiter Vorort, langweilt sich in ihrem geregelten Leben mit Kindern, Ehemann, Hausmädchen und Charity-Veranstaltungen. Kurzer Hand beginnt sie eine Affäre mit dem zwielichtigen und brutalen Y.K. und riskiert dafür alles.

Währenddessen treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Der als Babysitter in den Medien bekannte Verbrecher, entführt und tötet kleine Kinder (meist Jungen) und legt sie an öffentlichen Plätzen ab.

Mikey, ein Waisenkind, aufgewachsen in einem kirchlichen Heim, erlebte in seiner Kindheit viel Gewalt und sexuelle Übergriffe, und hat nie gelernt ein eigenständiges Leben zu führen. Er arbeitet als Handlanger für Verbrecher, macht die Drecksarbeit und schafft es nicht aus diesem Kreis zu entkommen.

-

Nach dem Beenden des Buches, war ich einfach nur maximal verwirrt. Jetzt, knapp zwei Wochen später, hat sich daran nichts geändert. Das Ende versteh ich einfach nicht und ich hab die ganze Zeit das Gefühl etwas wichtiges Überlesen zu haben.

Aber gut: kommen wir zum Rest des Buches.

Als Lesende verfolge ich das Buch auf drei Handlungsebenen, die Oates im Verlauf des Romans auf gekonnte Weise zusammen laufen lässt. Von Beginn an herrscht eine Spannung, die teils erdrückend ist. Permanent fühlt man eine Bedrohung, jederzeit kann etwas schlimmes passieren.

Auch der Schreibstil konnte mich überzeugen. Er ist mitreißend, leicht lesbar…

Inhaltlich schwanke ich noch immer. Der Plot verläuft bis zu einem bestimmten Punkt linear und ich war echt mitgerissen und dann kommt der Twist und ich versteh es einfach nicht 🙈

Nichtsdestotrotz fand ich den Roman sehr gut. In der zeitlichen Einordnung Anfang der 1970er Jahre spielend, geht es auch viel um die Rolle der Frau. Um Unterdrückung, Misogynie, die Hausfrauenrolle… vor allem an Y.K.‘s Figur wird klar, wie tief verwurzelt der Hass auf Frauen ist und mit welchen kranken Spielen er diesen auslebt. Am Beispiel von Hannah wiederum wird klar, das viele Frauen, vor allem auch damals, nicht hinterfragt haben, hingenommen haben, der Meinung waren, dass dies das Recht der Männer wäre…

Es geht ebenso um die Klassengesellschaft, um die Gegensätze und das „Tun als ob“. Es geht um Diskriminierung und Rassismus und das Bild von schwarzen Menschen in Amerika.

Alles in Allem ist es ein gelungener Roman und mal wieder ein Blick über den Tellerrand meiner sonst bevorzugten Genres.

Auch wenn mir das Ende Kopfzerbrechen bereitet, ist es eine Empfehlung.

Gespräche aus der Community

Hallo :) Wenn jemand dieses Buch gelesen hat... Wie liest es sich? Ich bin nicht sicher, ob ich es mir zulegen soll... Danke
Zum Thema
5 Beiträge
Betty Geröllheimers avatar
Letzter Beitrag von  Betty Geröllheimervor 14 Jahren
Deine Rezension trifft so zeimlich genau meine Empfindung beim Lesen. Werde aber Frau Oates mit "Geheimnisse" nochmal eine Chance geben

Zusätzliche Informationen

Joyce Carol Oates wurde am 16. Juni 1938 in Lockport, New York (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

Joyce Carol Oates im Netz:

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