Joyce Carol Oates A Widow's Story

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „A Widow's Story“ von Joyce Carol Oates

"My husband died, my life collapsed." (Quelle:'Fester Einband/03.03.2011')
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "A Widow's Story" von Joyce Carol Oates

    A Widow's Story
    Textravaganzen

    Textravaganzen

    04. April 2011 um 15:40

    "The Invisible Writer” wird endlich sichtbar! In ihrem Memoir verarbeitet Joyce Carol Oates den unerwarteten Tod ihres Mannes Raymond Smith nach 48 Jahren Ehe. Und zum ersten Mal fehlen der Autorin, die bislang über 50 Romane und Novellen, über 30 Kurzgeschichtsbände, diverse Gedichtsbände, Dramen, Kinder- und Jugendbücher sowie zahlreiche Fachliteratur und -aufsätze veröffentlicht hat, die Worte. In A Widow’s Story erlangt Oates ihre Stimme zurück. Langsam und schrittweise. Sie beschreibt die Tage und Wochen nach Rays Tod, den Alltag einer Witwe, der einfach nicht alltäglich sein mag, und ihre Erinnerungen an die gemeinsame Zeit. Dazwischen gibt es immer wieder – kurze, kursiv gedruckte – Passagen, in denen Oates versucht, ihre Erfahrungen zu abstrahieren und Distanz zu ihrem persönlichen Schicksal zu schaffen. Denn es geht nicht allein um ‚Joyce und Raymond Smith’, es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, Identität und (verpasste) Gelegenheiten. So wirft Oates wiederholt fragen auf wie: Wer bin ich? Existiere ‚ich’ nur durch andere? Oder ist meine Identität das, was übrig bleibt, wenn ich ganz allein bin? Können Menschen sich jemals wirklich kennen? Um die letztere Frage kreisen Oates' Gedanken häufig, besonders in Verbindung mit einem Manuskript ihres Mannes, Black Mass, welches er schrieb, bevor die beiden sich kennen lernten, und niemals fertig stellte, bevor er sich als Herausgeber ganz dem Ontario Review widmete. Oates hat das Manuskript niemals komplett gelesen und als sie es nun , nach langem Überlegen, tut, entdeckt sie entgegen ihrer bisherigen Annahme, dass Ray sehr wohl noch an dem Manuskript gearbeitet hat, nachdem er seine zukünftige Frau getroffen hatte. Die beiden Hauptprotagonisten, eine Dichterin und ein Priester, der jene Dichterin liebt, sein Zölibat aber nicht brechen will und sie so in den Suizid treibt, scheinen vielmehr sogar Parallelen zu den jungen Eheleuten aufzuweisen. So überlegt Oates: “Did Ray think of himself as a (forbidden) celibate priest, in his marriage? Did Ray think of me, his wife, as a “mysterious other”? Truly, I don’t think so. I can’t think so. There was much laughter in our marriage. Black Mass is a myth, not a literal replica of life. I must keep that in mind. I must not upset myself, reading meanings into this material that might not be there. Maybe the girl with whom he fell in love in the sanitarium. Maybe this is the “mysterious other” – who had saved him from despair, and whom he’d lost. But Vanessa is a poet, allegedly a very good poet. And Vanessa kills herself, when Paul rejects her. Paul rejects her because he has taken vows of celibacy, as a Jesuit priest. Paul does not reject her because he doesn’t love her. Devoted as Vanessa was to her poetry, as Paul says: “Her poetry wasn’t enough.” Lost love, a death sentence. It is said to Paul, by an angry friend of Vanessa: “You celibate. You bloody celibate. And now you want to write a book about her.” Now, I am writing a book about Ray. I am writing a book about the (lost) Ray. Black Mass isn’t complete but there is an ending of a sort, a poem by Vanessa which Paul discovers after her death. The last words are Rest in peace, rest in peace.” (391f.) Letztendlich versteht Joyce, dass sie ihren Mann, ihre Ehe, all die ungestellten Fragen und verpassten Gelegenheiten in Frieden ruhen lassen muss. Dass man den Lauf des Lebens nicht hinterfragen, sondern ihn so belassen soll, wie er eben ist: “Absurd, but unpredictable.“ (415)

    Mehr