Joyce Carol Oates Ausgesetzt

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Inhaltsangabe zu „Ausgesetzt“ von Joyce Carol Oates

Joyce Carol Oates persönlichstes Buch ist eine intime und einschneidende Chronik der sechziger Jahre Amerikas: elitäres Collegeleben und Aufbruch in die sexuelle Freiheit. Oates erzählt mit unvergleichlicher Intensität - unheimlich und packend. Anellia ist jung, neugierig und bereit, sich mitten ins Leben zu stürzen. Schonungslos durchbricht sie die stickige Enge des Frauencolleges. Sie wird gefeuert – ausgesetzt, sie katapultiert sich aus jedem sozialen Gefüge. Doch Vernor fängt sie auf, er ist schwarz, wesentlich älter und Philosophiestudent. Er entführt sie in die Welt abgehobener Gedanken und körperlicher Leidenschaft. Anellia lebt endlich ihr eigenes Leben. Sie wähnt sich in Sicherheit, ihre Kindheit hat sie abgelegt, glaubt sie. Doch dann ein verstörender Anruf: Der längst tot geglaubte Vater liegt im Sterben. Die Reise zu ihm wird zur Entdeckung der eigenen Vergangenheit. Eine bissige Zeitstudie mit doppeltem Boden, ein aufreibendes road movie 'der großzügigen, unendlich wissbegierigen und meisterhaften Autorin'. Washington Post Book World

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  • Rezension zu "Ausgesetzt" von Joyce Carol Oates

    Ausgesetzt
    HeikeG

    HeikeG

    18. April 2007 um 15:55

    Innere Emigration Man erfährt das ganze Buch über nicht, wie sie wirklich heißt - sie nennt sich später Anellia. Sie kommt, Anfang der sechziger Jahre, aus dem kleinen Ort Strykersville, um - mittels eines Stipendiums - an einer Eliteuniversität - dem Mädchen-College von Syracuse - Philosophie zu studieren. Aufgewachsen ist sie auf einem Bauernhof mit drei älteren Brüdern und Großeltern, die Mutter, bei ihrer Geburt gestorben, kennt sie nur von Fotografien, der Vater, ein Bauarbeiter und Säufer, treibt sich ständig irgendwo anders herum und ist dann ganz verschwunden, bis eines Tages die Nachricht von seinem bevorstehenden Tod eintrifft. Im ersten Teil dieses dreiteiligen Romans unternimmt Anellia allerhand Klimmzüge, um die soziale Kluft zwischen sich und den gutbürgerlichen Studentinnen zu überwinden. Sie setzt alles daran, in die elitäre Schwesterngemeinschaft "Kappa Gamma Pi" aufgenommen zu werden, die man sich wie eine studentische Geheimverbindung mit magischen Ritualen vorzustellen hat. Doch dann revoltiert die Ich-Erzählerin gegen ihren Willen zur Anpassung. Sie provoziert mehrere Skandale, auch den Ausschluss aus "Kappa Gamma Pi". Schließlich wird sie die Geliebte eines schwarzen Studenten und geht damit eine unschickliche Verbindung ein. Im dritten Teil des Romans lässt Anellia auch diese Revolte hinter sich. Sie reist quer durch Amerika, um den sterbenden Vater zu sehen. Sie dringt zu ihren familiären Wurzeln vor, also zu sich selbst. Joyes Carol Oates bietet eine intime und packende Chronik vom Leben an einer amerikanischen Universität in den sechziger Jahren. Psychologisch, philosophisch, reflektiert und schonungslos intim beschreibt sie darin die Sozialisation einer jungen Frau. Die Autorin hat dieses Buch in 3 Teile gegliedert und nennt diese: "Buße", "Negerfreundin" und "Ausweg". Ich persönlich habe sie für mich "umgedichtet": - Wie man sich selbst erobert - Einsam unter "Leuchttürmen" - In der Weite des Westens Wunderbar fügt Joyce Carol Oates die drei Episoden aus dem Leben ihrer innerlich zerrissenen Heldin zu einer präzisen, kunstvoll gebauten Chronik einer Selbstsuche zusammen. Nüchtern, karg und rein wie die Gedankenwelt, in die sich die Protagonistin oft flüchtet, ist der Tonfall dieses sehr persönlichen Buchs. Es ist erschütternd und es geht unter die Haut, ein Roman über Selbstfindung und Bewusstwerdung, "eine Forschungsarbeit am eigenen Ich". Fazit: Ein mitreißendes, bestürzendes, erheiterndes, erschütterndes, tragisches und komisches Buch ist der Roman "Ausgesetzt" von Joyce Carol Oates. Es ist ein Buch über eine starke Frau, die gegen verkrustete und menschenverachtende Strukturen ankämpft, um sich selbst zu finden. Und am Ende kann man sagen, die Frau hat nicht nur die Strukturen verstanden, sondern sich auch erfolgreich von ihnen emanzipiert.

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