Blond

von Joyce Carol Oates 
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Die wahre Marylin

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Eine einfühlsame und gute Biografie über Marilyn Monroe.

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Inhaltsangabe zu "Blond"

Joyce Carol Oates' 'Blond' ist ein Monumentalgemälde, ein Roman in Cinemascope, der das Leben der Marilyn Monroe als amerikanisches Epos des 20. Jahrhunderts erzählt. Geleitet von der Frage, wie sich die Schauspielerin selbst sah, bietet uns Joyce Carol Oates eine intime Nahaufnahme von Norma Jean Baker. Die Mutter, die statt des sonntäglichen Kirchgangs mit ihr die Villen der Hollywoodstars abfährt, der Sohn des politisch geächteten Charles Chaplin, schließlich der "Stückeschreiber" Arthur Miller oder Präsident Kennedy: Im Reigen der Bekanntschaften und Berühmtheiten geht es Joyce Carol Oates um die fragile Mitte des Menschen, der zur Ikone aufgeladen wurde, bis er zerbrach. In 'Blond' zieht Joyce Carol Oates alle Register ihrer Kunst: In realistischen Tableaus zeigt sie Szenen aus einem heim-gesuchten Leben, in rhythmischen Passagen bildet ihre Sprache die ekstatische Atmosphäre einer Epoche nach. ("Einmal sah ich eine Fotografie der siebzehnjährigen Norma Jean Baker, auf der si e ganz anders wirkt als die Marilyn Monroe, die zur Ikone wurde. Ich sah in ihr eines der Mädchen aus meiner Nachbarschaft, und ich hatte das Gefühl, daß sie keine Ahnung davon hatte, was das Leben für sie bereithalten sollte. Das stellte ich mir unter einem amerikanischen Epos vor. Ich wollte nicht unbedingt über den Mythos Marilyn Monroe schreiben, aber zeigen, wie sie innen war." )§Joyce Carol Oates

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783100540003
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:910 Seiten
Verlag:Fischer (S.), Frankfurt
Erscheinungsdatum:01.06.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    Southsidevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Die wahre Marylin
    Ein berührendes Leseereignis

    Kaum ein biografisches Buch hat mich je so gefesselt. Joyce Carol Oates schildert das Leben der Schauspielerin nicht mit dem Abhaken von Lebenssituationen, sondern mit der Sprachmächtigkeit der großen Autorin. So ist diese Biografie mehr Roman als dokumentarisches Werk und doch erfährt man alles über das tragische Leben des Megastars. 

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    verbalkindvor 6 Jahren
    Rezension zu "Blond" von Joyce Carol Oates

    ein faszinierender Roman! Und um es ganz klar zu sagen: rein fiktional. Die Überschneidungen zu Marilyns wirklicher Biografie sind nur marginal (und echte Fans werden entrüstet sein).
    Anstatt Marilyn erneut zu dekonstruieren oder zerlegen, erschafft dieser Roman eine Marilyn, wie es sie gegeben haben *könnte*. Das Faszinierende ist dabei nicht das wirkliche Eindringen in Marilyns Psyche (wie hätte das Joyce Carol Oates auch bewerkstelligen sollen), sondern die Annäherung über einen Gegenentwurf.
    Dieser Gegenentwurf – dieses: so könnte die Biografie dieses Superstars ausgesehen haben – ist allerdings ein zweischneidiges Schwert.
    Zum einen gelingt Oates eine scheinbar homogene Psychologie, die uns wirklich fühlen lässt, wie verloren, überfordert und von Selbstzweifeln getrieben Marilyn gewesen sein muss. Oates entfaltet dabei so viel erzählerische Kraft, das man förmlich zittert – sie dringt wirklich ein in diese fiktionale Marilyn. Ein enorme Leistung, denn Marilyn wird zum Greifen nah, Oates zwingt uns förmlich hinein in deren Ängste und Nöte. Herausragend!
    Andrerseits – und das ist wirklich verrückt – führt Oates ihre Figur aber auch vor. Sie zwingt uns ebenfalls, uns vor Marilyn zu ekeln, auf sie hinabzublicken und sie als Objekt sexueller Begierde wahrzunehmen, genau wir die Männer, die sie zum Star machten und damit ausbeuteten (ja, auch uns Frauen zwingt sie dazu). Und das ist ein Minuspunkt für mich: warum der ganze Voyerismus? Die fast pornographischen Szenen, die den Leser auffordern, auf Ms Brüste zu achten, statt auf das, was sie fühlt. Die Annahme, dass "Männer" sie nur als Objekt betrachten konnten, bleibt eine fürchterliche Behauptung. Ich habe keine Ahnung, was Oates dazu bewegt hat, so viel Hass auf Männer zu säen. Dieser "äußere" Blick auf Marilyn ist jedenfalls das große Manko des Romans – der feine Faden zu Marilyns Innerem reißt ab und stattdessen wird eine Autorin sichtbar, die sich nicht wirklich für Marilyn interessiert und sie sogar verachtet.
    Der "äußere" Blick zerstört wieder, was uns die innerlich-psychologische Annäherung geschenkt hat – das Gefühl von Simplifizierung stellt sich ein.
    Fazit: auch wenn diese Lektüre widersprüchlich ist, bleibt sie faszinierend. Das Buch ist manchmal etwas zäh und hätte gerne einem strengeren Lektorat inklusive Kürzungen anheim fallen dürfen, aber es ist schlicht das Beste, was es über das Phänomen Marilyn und Stars an sich zu lesen gibt.

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    L
    lollebollevor 8 Jahren
    Rezension zu "Blond" von Joyce Carol Oates

    Hammer, dieses Buch. Kein leichter Stoff. Ein echter Brocken, sprachlich und vom Aufbau her durchaus anspruchsvoll. Aber danach ist einem vieles klarer. Diese Mühe, die es Norma Jean Baker gekostet hat, allein jeden Morgen in die erste Rolle, nämlich die der MM zu schlüpfen. Und dann noch eine zweite, die Filmrolle, überzuziehen. Diese Anstrengung, diese Qual. Man kann am Ende nur sagen: "Ja. Das ging nicht anders.". Hut ab vor dieser Frau.

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    C
    Carsten Lvor 9 Jahren
    Rezension zu "Blond" von Joyce Carol Oates

    Ein sehr bewegender Roman über Marilyn Monroe über eine sehr verletzliche und vom Schicksal nicht immer bevorzugte Frau, die es versteht, mit Hilfe ihres Körpers zum Hollywoodstar zu avancieren. Der Roman zeigt, wie schnell der Fall sein kann, wenn man nicht bereit war, die Spiele der Mächtigen der Filmbranche mitzuspielen. Die Randfiguren, die immer wieder im Leben von MM auftauchen und immer eine andere Bedeutung für sie haben, Sprungbrett oder Schritt zum Abgrund, werden eindringlich geschildert. Auch die Abneigung gegen ihren eigenen Körper beschreibt Oates sehr eindrucksvoll. Ebenso wird die Verknüpfung der jeweiligen Rolle mit ihrem Leben gut vor Augen geführt. MM wird nicht als das primitive Dummchen geschildert, sondern als eine Frau, die in ihren Rollen aufgeht und die wiederum Teile von ihr sind. Der Zwang, Komödien spielen zu müssen, führt dazu, dass ihre Darstellung nicht mehr so überzeugend ist. Die Bedeutung von "Misfits" und ihr Verhältnis zu Clark Gable als väterlichen Freund wird besonders herausgestellt. Die ständige Suche nach ihrem Vater, den sie schließlich gefunden zu haben glaubt, und das Verhältnis zu ihrer Mutter, deren Lebensziel sie mit dem Erreichen einer Filmkarriere erreicht, runden das ganze Psychogramm ab. Oates lässt den Tod von MM als Selbstmord einer vereinsamten und für sich gescheiterten Frau stehen. Ein äußerst interessanter und spannender Roman.

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    Sturmherzs avatar
    Sturmherzvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine einfühlsame und gute Biografie über Marilyn Monroe.
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    Boris
    J
    JennyMcBeal
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    Yasemin
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    Sandra_Halbevor 2 Jahren
    Haubenmeises avatar
    Haubenmeisevor 2 Jahren

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