Joyce Carol Oates Der Zorn des Engels.

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Inhaltsangabe zu „Der Zorn des Engels.“ von Joyce Carol Oates

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    Der Zorn des Engels.

    wollsoeckchen88

    25. May 2011 um 15:17

    Klappentext: In ihrer Jugend kannte Kathleen Hennessy nur Gewalt und wenig Zuneigung. Jetzt aber, im Krankenhaus in Detroit, gilt sie als Engel, denn die junge Schwesternhelferin erledigt ihre Aufgaben schnell und effizient. Doch hinter der Maske der stillen Duldsamkeit brodelt es gewaltig. Als ihr eines Tages von einem jungen Arzt übel mitgespielt wird, beschließt Kathleen, sich zu rächen. Meinung: Dieser Klappentext! Seinetwegen bin ich mit vollkommen anderen Erwartungen an das Buch herangegangen. Ich vermutete eine Art Stephen Kings 'Sie / Mysery', aber ich bekam das Psychogramm einer einsamen, verzweifelten Frau, das vielmehr an Toni Morrisons 'Sehr blaue Augen' erinnerte. Zunächst erfahren wir, wie Kathleen ihre Familie verliert und später, wie sie in diversen Pflegefamilien groß wird. Sie ist ein frühreifes, schüchternes, stilles Kind, das sich Liebe wünscht, aber doch nicht damit umzugehen weiß. Für ihren Traumberuf Krankenschwester ist sie nicht klug genug, aber kommt ihm als Schwesternhelferin nahe. In dieser durchgeplanten, nüchternen Tätigkeit geht die pflichtbewusste Kathleen auf, wird unentbehrlich. Doch Anschluss findet sie keinen. Sie nennt ihre Kolleginnen 'Freunde', aber diese lästern nur über sie, verletzen sie damit tief. Sie geht mit Männern aus, in der Hoffnung, geliebt zu werden, doch diese wollen nur mit ihr schlafen, weiter nichts. Dann lernt sie den jungen Arzt Orson Abbott kennen und verliebt sich in ihn. Doch sie ist ihm peinlich, er will nicht mit ihr gesehen werden. Er behandelt sie wie Dreck und benutzt sie nur, um seine Triebe zu befriedigen. Aber Kathleens Obession für ihn nimmt immer weiter zu. Als sie schwanger wird, nimmt Kathleen wieder einmal die Dinge selbst in die Hand und die Katastrophe ist nicht mehr aufzuhalten. Kathleen ist überhaupt recht manipulativ und passiv aggressiv, was ihr niemand zutraut. Sie ist weit entfernt vom 'Engel', den andere in ihr sehen. Auch mich hat diese Erkenntnis sehr überrascht, hatte ich sie doch zunächst ganz klar als typisches Opfer gesehen. Das ist es auch, was dieses Buch so spannend macht. Kathleen verändert ihre eigene Zukunft aktiv. Ob sie sich immer über die Folgen im Klaren ist, bleibt fragwürdig. Am überraschendsten war für mich allerdings das Ende. Ich hatte mit allem möglichen anderen gerechnet, aber eben nicht damit. Es zeigt, dass Kathleen auf der einen Seite furchtbar einsam ist und sich nichts sehnlicher wünscht als einen Mann, der sie liebt, als Freundinnen, die zu ihr halten. Sie will etwas besonderes sein und versteht nicht, wieso es nicht klappt. Andererseits ist sie unberechenbar. Ihre Taten sind nicht nachvollziehbar und zielen darauf ab, ihr eben dieses Gefühl der Unentbehrlichkeit zu geben. Und der Leser kann nur erschüttert zusehen. 'Der Zorn des Engels' ist ein sehr intensiver Roman über das Leben einer Frau, die sich allein und unsichtbar fühlt, und durch ihre Unsicherheit und Verzweiflung darüber Schreckliches tut. Dieses Buch (es ist dünn, 160 Seiten) kann man immer wieder lesen und wird ständig neue Aspekte des Lebens von Kathleen Hennessy entdecken. Ein beeindruckendes Psychogramm, das zu lesen, ich unbedingt empfehle.

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