Joyce Carol Oates Die Lästigen

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Inhaltsangabe zu „Die Lästigen“ von Joyce Carol Oates

Niemand hat Amerika so sehr den Puls gefühlt wie Joyce Carol Oates. Ihre Helden sind unsichere Existenzen. Männer werden zu Jägern und Frauen zu wehrlosen Wildtieren, die es zu erlegen gilt. Nicht immer endet es mit dem Tod, aber das Gleichgewicht ist nachhaltig gestört. Eine amerikanische Chronik lautet der Untertitel der grandiosen neunzehn Erzählungen, die zwischen 1963 und 1999 entstanden sind. Da erschießt eine Mutter ihre drei Kinder, weil sie ihren neuen Liebhaber nicht verlieren will. Da drechselt ein morbider Richter aus den Knochen seiner Opfer elfenbeinerne Schmuckstücke. Da weiß die drogensüchtige Melanie still zu halten, wenn sie die Männer bedient, aus Angst, dass wieder der Würgegriff angewendet wird. Elende Ehen, gewaltbereite Männner, gedemütigte Frauen, die Familie ist kein Zufluchtsort, rassistische Übergriffe, die Arglosen sind alles andere als arglos. Auch hier zeigt sich Oates als geniale Beobachterin menschlicher Abgründe, sie weiß das dunkle Ich, die zerstörerischen Leidenschaften in brillant bedrückenden Geschichten einzufangen. Oates Einblicke in das Durchschnittsleben, das schnell zur Hölle werden kann, sind grandios, schockierend und trotz allem tröstend.

Kurzgeschichten vom Feinsten.

— Elsa_Rieger
Elsa_Rieger

Diese Geschichten lassen einem keine Ruhe! Oates legt Spuren von Gewalt und wackliger Existenz, ohne uns bis zur Auflösung zu führen.

— CorinnaSmiles
CorinnaSmiles

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    Die Lästigen
    Elsa_Rieger

    Elsa_Rieger

    21. September 2015 um 10:31

    Der Titel, die Lästigen, ist Programm. Einblicke in alltägliche kleine und große Dramen, bildhaft und verstörend, manchmal tröstlich. Der Untertitel: EIne amerikanische Chronik, sehr treffend, denn Oates schreibt sehr amerikanisch. Vorstadtidylle (scheinbar) und dann sticht sie zu, entblättert ihre Protagonisten Schicht für Schicht. Was bleibt? Demonitiert stehen sich die Personen gegenüber. Ob da was zu reparieren ist? Selten. Aber das überlässt Oates den Lesern, denn diese Kurzgeschichten zeichnen sich als typische "american shortstories" aus, indem das Ende offenbleibt. Klassisch erzählt: Rein in die Szene und wieder rausgesprungen, das versteht die Autorin meisterhaft. Die Leser müssen selbst aktiv weiterdenken. Dazu kommt bei Oates, und das schätze ich sehr bei ihr, dass sie über scheinbar überflüssige Kleinigkeiten schreibt, und doch sind genau die von ihr ausgewählten Details (das ist die Kunst!) unerlässlich für die Stimmung des jeweiligen Textes. Wer selbst Kurzgeschichten schreibt, kann sich viel über die Technik aus dieser Sammlung herausholen. Fünf Sterne, definitiv.

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  • Brilliant!

    Niagara
    MissRichardParker

    MissRichardParker

    Eine Familiensaga die sich so spannend wie ein Thriller liest und einem total in den Bann zieht. Ariah verliert ihren Mann nach der Hochzeitsnacht. Er stürzt sich während den Flitterwochen in die Niagarafälle. Total verstört und besessen vom Gedanken, sie sei verflucht, führt Ariah ihr Leben fort und heiratet kurz nach dem Tod ihres ersten Mannes überstürzt und völlig verliebt den erfolgreichen Rechtsanwalt Dirk Burnaby. Die beiden bekommen 3 Kinder und leben in einem schönen Haus in Niagara Falls, New York. Doch hier ist die Geschichte noch längstens nicht fertig. Sie fängt gerade erst an. Denn es geht hier nicht nur um die Familie Burnaby und ihr Schicksal. Es geht um einen Giftmüllskandal, den es tatsächlich gab. Der Love Canal. Dirk Burnaby setzt sich für eine Familie ein, die Opfer von diesem Giftmüllskandal geworden ist und riskiert damit seine Familie, seine Karriere, sogar sein Leben... Auch wenn ich zugegeben am Anfang etwas Schwierigkeiten hatte mich an den Schreibstil zu gewöhnen, kam ich, als ich mich "warm gelesen hatte" einfach nicht mehr von diesem Roman los. Ich bin restlos begeistert! Ist das Buch mal ausgelesen, kann man es nicht einfach so auf die Seite legen und vergessen. Die Geschichte hängt einem nach und ich musste zuerst eine Pause machen, bis ich wieder ein neues Buch angefangen habe zu lesen. Eine Geschichte die teils auf wahren Hintergründen basiert. Eine Geschichte über die Familie, Liebe, Vertrauen, Traumas, Freundschaft und der Wahrheit. Ich kann dieses Buch absolut und unbedingt empfehlen!

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    • 7
  • Die Lästigen

    Die Lästigen
    *Arienette*

    *Arienette*

    08. October 2013 um 09:29

    In dem schön gestalteten Band "Die Lästigen" werden 19 bislang unbekannte Kurzgeschichten von Joyce Carol Oates veröffentlicht; eine davon erstmalig. Der Großteil der Erzählungen erschien in den 90-er Jahren des 20. Jahrhunderts. Der Untertitel lautet "Eine amerikanische Chronik in Erzählungen". In ihren Geschichten erzählt Oates von Gewalt, Entfremdung, unterdrückten Geheimnissen, Vernachlässigung und zeichnet somit ein recht düsteres Bild der amerikanischen Mittel- und Oberschicht. In den Geschichten geraten die Protagonisten vielfach in Situationen, denen sie hilflos gegenüberstehen. So kann z.B. in "Nackt" die Protagonistin sich nicht gegen eine Schar Kinder wehren oder in "Wo ist hier?" dringt ein Fremder in das Haus ein und die Bewohner wissen sich nicht helfen. In "White Trash" spricht die Protagonistin von sich in der dritten Person. Einige Geschichten (z. B."Gib Daddy einen Kuss") fangen im alltäglichen familiären Alltag an und nehmen eine überraschende Wendung, andere wiederum beginnen düster mit Tod oder Selbstzerstörung(z.B."Todesmutter","Böses Schäferspiel") Im Vorwort geht Gabriela Jaskulla ausführlich auf die Kurzgeschichten ein und schon dort zeigt sich, dass das zentrale Motiv der Geschichten Gewalt ist. Erwähnenswert ist die besondere Aufmachung des Bandes. "Die Lästigen" gehört zu der Reihe "Die andere Bibliothek", begründet von Hans Magnus Enzensberger und zeichnet sich durch Fadenbindung und hohe Papierqualität aus. Für mich waren die Erzählungen von der Autorin eine Entdeckung.

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