Joyce Carol Oates Die Verfluchten

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 6 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 2 Rezensionen
(2)
(0)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Verfluchten“ von Joyce Carol Oates

VAMPIRE UND DÄMONEN IN PRINCETON - Joyce Carol Oates überrascht als Meisterin des Schauerromans! Princeton 1905 – das Jahr des Fluches. Die beschauliche Universitätsstadt wird in ihren Grundfesten erschüttert, als Annabel auf der Schwelle zum Altar von einer dämonischen Gestalt entführt wird. Ihr Bruder Josiah macht sich auf die Suche und entdeckt das Grauen. Vampire treiben ihr Unwesen und reißen Princetons intellektueller Elite die Maske herunter. Woodrow Wilson, der Präsident der Universität, entpuppt sich als bekennender Rassist mit beachtlichem Drogenkonsum, und der Sozialist Upton Sinclair predigt die Gleichheit der Menschen, erniedrigt aber seine eigene Frau. Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Gewalt gegen jeden, der anders ist: Das ist das wahre Gesicht der Dichter und Denker. Joyce Carol Oates zeigt sich in Höchstform, scharfzüngig und witzig.

Stöbern in Historische Romane

Der Duft des Teufels

Gut recherchierter historischer Roman

Langeweile

Die Rivalin der Königin

Eine interessante Aufarbeitung historischer Fakten, deren Lücken sinnvoll durch Fiktion ergänzt wurden.

MotteEnna

Postkarten an Dora

Sensationeller Debütroman mit interessanten Background-spannend bis zur letzten Seite!

Tine13

Die Tochter des Seidenhändlers

wunderschön

KRLeserin

Heldenflucht

Fesselnd geschrieben und historisch perfekt nachvollzogen ist dieser wirklich lesenswerte Roman.

Sigismund

Die Legion des Raben

Spannend, gut recherchiert, macht Hunger nach mehr

Effie-das-Biest

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Die verfluchten Snobs

    Die Verfluchten
    CorinnaSmiles

    CorinnaSmiles

    23. February 2015 um 20:11

    Vielleicht täuscht der Eindruck, dass dieser grandiose Roman von J. C. Oates in der (virtuellen) Leser- bzw. Rezensentengemeinschaft bislang zu wenig Aufmerksamkeit erlangt hat. Es ist zugegeben ein seltsames Buch, das eine „Aufwärmphase“ braucht. Dann besteht aber eine gute Chance, es mit viel Begeisterung über seine bizarre Geschichte, die intelligenten Bezüge zur „realen“ Welt und geschickten Querverweise innerhalb der erzählten Geschichte zu verschlingen.    Wir befinden uns in den Jahren 1905/1906 inmitten der elitären Gesellschaft von Princeton, New Jersey – im Dunstkreis der berühmten Universität. Ein „Chronist“ erzählt uns von den obskuren Ereignissen, die in jenen Jahren die Gemeinde heimsuchen, den sog. „Fluch von Princeton“. Die Geschichte der „Verfluchten“ wird auf drei Ebenen erzählt. Da sind zunächst die zahlreichen historischen Bezüge: Woodrow Wilson ist noch nicht US-, sondern Präsident der hiesigen Universität und befindet sich im Nerven aufreibenden Kleinkrieg sowohl gegen seine Feinde als auch gegen seinen eigenen kränklichen Körper. Da sind u. a. Upton Sinclair, der sich am Vorabend der sozialistischen Revolution wähnt, und Jack London, dem der schnelle Erfolg seiner Abenteurerromane zu Kopf steigt. So viel zum Realitätsbezug des Romans. Dem gegenüber steht eine Gothic Novel  mit Vampiren, Dämonen und unheimlichen Geistererscheinungen, die für Schauer sorgen und in das behagliche Leben der Bewohner Princetons eingreifen. Insider-Tipp:  Die – vergleichsweise leider etwas zu kurz geratenen – Darstellungen des „Reiches der Sümpfe“ sind so abstoßend, widerwärtig und gleichzeitig unfassbar spannend, dass sie zu den eindringlichsten Bildern gehören, die mir seit langem vor meine inneren Augen kamen.   Und letztendlich die 3., die gesellschaftliche Ebene. Reich, politisch/gesellschaftlich einflussreich und sittentreu ist dieser kleine Kreis (befreundeter oder eher missgünstiger) Paare und Familien, die nur wenige Meter voneinander entfernt in den beschaulichen Straßen Princetons leben – die Universität als Kaderschmiede einer nachrückenden Elite und die Presbyterianische Kirche in ihrem Zentrum. Die Arroganz dieser „Snobs von Princeton“ begegnet uns hier genauso selbstverständlich wie Rassismus, Frauenhass und religiöse Heuchelei. Denn die Fassade der Tugendhaftigkeit ist dünn und rissig. Haben die „Verfluchten“ ihr Unglück, den Fluch, der sie ereilt, vielleicht selbst hervorgerufen? Was es mit dem Fluch auf sich hat, ist letztlich nicht einfach zu beantworten; J. C. Oates lässt ihre Leser immer wieder an ihren eigenen Schlussfolgerungen zweifeln. Historische Fakten, persönliche Dramen, Mystik und Schauergeschichte durchweben sich. An einigen Stellen wird Oates dabei etwas langatmig und verliert sich in entrückt detaillierten Beschreibungen, schafft es aber vielleicht gerade hierdurch, dass ihre Leser sich wie Gäste im Princeton des anbrechenden 20. Jahrhunderts fühlen. Absolute Leseempfehlung!

    Mehr
  • Joyce Carol Oates - Die Verfluchten

    Die Verfluchten
    JoBerlin

    JoBerlin

    Dass Joyce Carol Oates gute Bücher – auch Schauerromane - schreiben kann, ist allgemein bekannt. „Die Verfluchten“ übertrifft jedoch alle Erwartungen, es ist ein Meisterwerk der gothic novel mit all den notwendigen Zutaten: Satan, Hölle, Vampire, Sumpf, dunkle Gassen werden in einer Rahmenhandlung um das Universitätsstädtchen Princeton Anfang des 20.Jahrhunderts präsentiert. Es liegt ein Fluch über dem Ort, der ganze Familien bannt und vernichtet. Das Besondere, das Außergewöhnliche ist nun, dass Oates in diesen Rahmen eine Vielzahl funkelnder Juwelen webt, die für sich alleine schon allerbeste Lektüre sind. So lesen wir amüsiert über Mark Twain als Hausgast auf Bermuda, leiden mit dem Jungsozialisten Upton Sinclair am ungebremsten Schweinekapitalismus, erkennen in Jack Londons sozialistischen Slogans und Theorien die Pose und den Rassismus und lernen Thomas Woodrow Wilsons Nöte im Kampf um Universitätspräsidentschaft und weiterer hoher Ämter kennen. Dass dieser Stoff jahrelange akribische Recherche voraussetzt ist klar, dass die literarische Umsetzung aber so wunderbar spannend gelingt, dazu braucht es eine exzellente Autorin - eben Joyce Carol Oates.

    Mehr
    • 6