Joyce Carol Oates Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon

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Inhaltsangabe zu „Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon“ von Joyce Carol Oates

Bei einem Autounfall kommt Jennas Mutter ums Leben. Jenna saß mit im Wagen. Danach ist nichts mehr, wie es einmal war. Immer tiefer rutscht das junge Mädchen in eine Welt aus Selbstvorwürfen, Medikamenten und Alkohol. Erst als sie auf den 18-jährigen Crow trifft, der sie behutsam an die Hand nimmt, scheint ein Leben nach dem Unglück Schritt für Schritt wieder möglich.

Ein sehr schönes Buch, auch wenn es wirklich traurig war. Hat sich aber sehr gezogen beim Lesen.

— lottehofbauer
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    Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon
    Farbwirbel

    Farbwirbel

    04. November 2016 um 09:11

    'Nach dem Unfall' ist mein erstes Buch von Joyce Carol Oates, weshalb ich gespannt war, ob mir die Autorin zusagt. Ich denke, sie sagt mir zu, soviel kann ich bereits vorwegnehmen. Der Roman erschien 2008 auf Deutsch und tatsächlich begegnete er mir damals schon in den Händen einer Freundin. Sie empfahl mir das Buch auch, doch konnte ich mich nicht davon begeistern lassen. Vielleicht weil das eine sehr zarte, traurige Stimmung hat. Als es mir zuletzt in einem Antiquariat in die Hände fiel, fühlte ich mich für die Geschichte bereit. Jenna ist die Protagonistin des Romans. Ihr ist ein schrecklicher Autounfall zusammen mit ihrer Mutter widerfahren und nun muss sie wieder beginnen zu leben – ohne ihre Mutter. Als Jenna sich im Krankenhaus befindet, wird alles wie unter einem dicken Schleier erzählt und in lyrischen Worten ausgestaltet. Das ist für Jenna 'im Blauen', wohin sie sich stets flüchten kann, wenn sie Besuch bekommt oder anderes. Dann findet sie heraus, dass dieser Zustand durch starke Medikamente herbeigeführt wurde und sie sich nun davon loseisen muss. Doch dies fällt schwer... ihre Mom existiert 'im Blauen'. Nichtsdestotrotz beginnt Jenna mit der Physiotherapie und macht große Fortschritte, so dass sie bald in die Schule gehen könnte. Für sie steht jedoch fest, dass sie nicht zu ihrem Vater ziehen will. Hier entsteht einiger Interpretationsspielraum, denn ganz klar wird nicht, weshalb Jennas Verhältnis zu ihrem Vater so schwierig ist. Jenna zieht also zu ihrer Tante und deren Familie, geht dort zur Schule und scheitert zuerst, sich einzugliedern. Sie begegnet dem charismatischen und verständnisvollen Crow und Trina, die sehr gerne Pillen und andere Drogen schluckt und zu Jennas Freundin wird. Immer mehr entfernt sich Jenna von ihrem Ich und will stets die Trauer und ihre depressiven Gedanken betäuben, dabei bleibt sie taub für alle Ratschläge. Von Crow lerne ich (fange ich an zu lernen), dass man Menschen nicht liebt, weil sie vollkommen sind, sondern weil man sie kennt. - S. 214 Der Roman ist in kurze Kapitel eingeteilt. Am Anfang erschienen mir die Kapitel sehr kurz, am Ende steigern sie sich. Genauso ist es mit der malerischen Wortwahl. Zu Beginn wirkt es fast so, als würde man ein Gedicht lesen, dann wird es immer mehr zur Prosa. Bei dem langen Titel bin ich skeptisch, denn ich empfinde ihn nicht angemessen zum gesamten Buch, doch vielleicht muss er das auch nicht. Oates zeigt das innere eines Teenagers, der einen solchen Schicksalsschlag hinnehmen muss, und hätte ihn kaum besser darstellen können. Ich bin begeistert von der Intensität des Romans und den Wahrheiten, die darin stecken und versteckt sind. Schon komisch, wie jemand umso weniger sagen kann, desto mehr er redet. - S. 241 Vor allem aber finde ich es angenehm, dass Oates sich gegen den Zwang einer idealen Geschichte sträubt und versucht, das Leben zu mimen. Der Jugendroman ist keine Erzählung, die man jedem Jugendlichen in die Hand geben kann, ich denke eher, dass es ein begleitendes Buch in einer schweren Phase sein könnte oder für Hoffnung suchende Jugendliche. Dann kann es jedoch viel bewirken, denke ich. Mich hat es zumindest berührt. P.S.: Kleiner, witziger Schlag gegen das Bildungssystem: „Jenna, dies ist die öffentliche High School. Wo kämen wir hin, wenn alle einfach nur etwas >lernen< wollten, ohne sich für Noten und Abschlüsse zu interessieren?“ - S. 204

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    • 7
  • Ein berührender, sprachlich glanzvoller Jugendroman !

    Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon
    InaVainohullu

    InaVainohullu

    08. July 2015 um 18:42

     Als Jennas Mutter bei einem Autounfall stirbt, wird sie selbst schwer verletzt und findet nur langsam ins Leben zurück. Der Unfall hat Jenna nicht nur körperliche Spuren und den Verlust der Mutter hinterlassen, sondern er hat sie auch psychisch verändert und macht aus einem früher einmal lebensfrohen Mädchen, einen Teenager der in unerreichbare Tiefen rutscht. Sie versinkt in bodenlosem Selbsthass, verliert sich in Schuldgefühlen und kapselt sich immer weiter ab. Sie entzieht sich ihrer Familie, umgibt sich mit den falschen Freunden, betäubt sich mit Medikamenten und Drogen, bis die Situation schließlich eskaliert und sie endlich aufwacht... Meinung: Bis vor kurzem war mir die Autorin Joyce Carol Oates leider so gar kein Begriff und das obwohl ich doch reichlich Jugendliteratur verschlinge. Umso mehr freue ich mich jetzt, das ich durch den ungewöhnlichen, langen Buchtitel und den ansprechenden Klappentext auf diesen Roman und vorallem auf die Autorin aufmerksam wurde. Joyce Carol Oates hat einen sehr ausgefallenen, eindringlichen und hervorstechenden Schreibstil durch den sie mir Jennas Gedankenwelt näherbringt. Sie wählt die Ich-Form und ich muss gestehen das ich eine Weile brauchte, bis ich mit ihrem Stil warm wurde. Zwischen den eigentlich durchweg ruhigen Zeilen steckt unendlich viel Tiefgang und es schwingen so viele Emotionen mit, das ich beim Lesen ganz aufgewühlt und gerührt war. Allgegenwärtig nagen Schuldgefühle an Jenna. Sie kann sich kaum an den Unfall erinnern und doch blitzen immer wieder Bilder auf, die sie aus der Bahn werfen. Hat sie ihrer Mutter ins Lenkrad gegriffen ? War da ein Tier auf der Fahrbahn ? Was tatsächlich geschah ist nicht greifbar, doch durch ihren Verdacht, die alleinige Schuld am Unfall zu tragen, rutscht Jenna immer tiefer und tiefer in einen Sumpf aus Selbsthass und Drogen. Sie haut sich Medikamente in den Kopf um den nagenden Schmerz, den Verlust und all die offenen Fragen zu betäuben. Zu all diesen Problemen mit sich selbst, kommt der Hass auf ihren Vater, der sie verlassen und eine neue Familie gegründet hat, der kaum noch Zeit für sie hat und sie nach dem Unfall bevormunden will. Jenna weigert sich vehement zu ihm zu ziehen und wird stattdessen von ihrer Tante aufgenommen. Doch dort angekommen kapselt sie sich immer weiter ab, lässt niemanden an sich heran und verweigert jede Form der Hilfe. Das ändert sich auch nicht, als sie dem geheimnisvollen Crow und seiner Clique begegnet. Im Gegenteil: es wird noch schlimmer. Denn Crow selbst bietet ihr anfangs zwar seine Hilfe an, macht sich dann jedoch ziemlich rar. In der Hoffnung ihn wiederzusehen, gibt sich Jenna mit seinen Freunden ab. Allesamt junge Erwachsene, deren Leben von Drogen, Alkohol, Gewalt und Sex bestimmt wird. Jenna fällt, noch tiefer, bis die Situation irgendwann komplett aus dem Ruder läuft und sie endlich aufwacht. Was mich ein bisschen, vielleicht nicht gerade gestört, aber irritiert hat, war, das ich davon ausgegangen bin, das Crow hier zum heimlichen Helden wird und sich zwischen Jenna und ihm eine klassische Liebesgeschichte entspinnt, in der sich beide gegenseitig retten, denn auch Crow hat kein leichtes Leben. Crow wird ohne sein Wissen zu einem Anker für Jenna, dabei erscheint er eigentlich nie selbst auf der Bildfläche, was es für mich schwer macht, ihn mir vorzustellen. Erst gegen Ende des Buches taucht er plötzlich öfter auf und beginnt Jenna zu helfen, bleibt für mich aber leider ein gesichtsloser Charakter. Das fand ich sehr schade, denn irgendwie hatte ich mir davon ein bisschen mehr versprochen. Das Ende kommt also anders als erwartet, stellt mich aber zufrieden. Fazit: "Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon" ist ein tiefgründiger, sprachlich glanzvoller Jugendroman über Schuld, Selbsthass und den Weg aus der Dunkelheit. Ein emotionales Werk das ich nicht nur jungen Lesern unbedingt ans Herz legen möchte.

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  • Ein sprachlich anspruchsvoller Jugendroman, wunderbar komponiert

    Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    01. June 2015 um 09:14

    Joyce Carol Oates ist nicht nur einer der wichtigsten amerikanischen Autorinnen von Romanen, sie hat in den letzten Jahren sich auch als Schöpferin wichtiger und tiefgehender Jugendbücher auf sich aufmerksam gemacht. Auch in ihrem hier vorliegenden Buch erzählt sie eine Geschichte einer Kindheit und Jugend, eine schwierige Geschichte, die handelt von Schuld und falscher Erinnerung, von Flucht aus der Realität durch Drogen und Alkohol und von der großen Chance, sein Leben wieder zu gewinnen, es in die Hand zu nehmen, Enttäuschungen Stand zu halten und lernen zu lieben. Der Roman erzählt die Geschichte von Jenna. Er beginnt mit der dramatischen Schilderung eines Autounfalls, während dem Jenna für einen Sekundenaugenblick etwas sieht, dann aber wieder vergisst. Als sie Tage später in einem Krankenhaus aufwacht, hat sie nicht nur alles vergessen, sondern auch ihre geliebte Mutter verloren. Dennoch: da ist etwas, ein Funken von Erinnerung, ein Lichtblitz des Gehirns, das immer wieder an die Oberfläche des Bewusstseins will, aber nicht kann. Vor allen Dingen deshalb nicht, weil die Schuld, die Jenna am Tod ihrer Mutter spürt, so groß ist, dass sie alles andere überdeckt. Alle geben ihr die Schuld am Tod der Mutter, glauben, dass Jenna ihr ins Lenkrad gegriffen und das Auto so in den Abgrund gezwungen hat. Das jedenfalls will Jenna in den Augen der anderen Menschen lesen, die Schuldgefühle lassen sie fast paranoide Züge entwickeln. Sie lebt bei ihrer Tante, die sie nach dem Unglück aufgenommen hat, weil Jennas Vater sich schon aus ihrem Leben verabschiedet hat, als sie noch klein war. Er taucht jetzt wieder auf, will Jenna zu sich holen und zu seiner neuen Frau und seinem neuen Kind, doch Jenna spürt seine Unaufrichtigkeit und bleibt bei der Tante. Innerlich hat sich Jenna abgetötet: sie will nie wieder etwas fühlen, nie wieder verletzbar sein. Ihre Tante gibt sich Mühe, versucht sich ihr liebevoll zu nähern, aber Jenna wehrt alles brüsk ab und flüchtet immer mehr in Medikamente und Alkohol. Als sie eines Tages dem von allen anderen Mädchen umschwärmten Crow in der Schule begegnet, ist sie sofort fasziniert von ihm, wagt sich ihm aber nicht zu nähern. Doch als sie eines Tages im Park stürzt und er ihr liebevoll aufhilft, beginnt eine Beziehung, die Joyce Carol Oates auf eine wunderbare Art schildert und beschreibt. Über viele Hürden muss diese Beziehung gehen, bis Jenna begreift , was sie von diesem Crow lernen kann, einem ganz außergewöhnlich reifen Jungen, dem das Leben auch schon so manchen Strick gedreht hat und der dennoch oder gerade deswegen früh zu einem Mann geworden ist. Jenna spürt, mit seiner Hilfe kann sie es schaffen, auch wenn sich ihr größter Wunsch leider nicht erfüllen wird.... Ein sprachlich anspruchsvoller Jugendroman, wunderbar komponiert und bewegend in Szene gesetzt. Allen jungen Menschen ab etwa 14 Jahren auf das Wärmste zu empfehlen.

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  • Rezension zu "Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon" von Joyce Carol Oates

    Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon
    Girl56

    Girl56

    Jenna, 15 Jahre, überlebt schwer verletzt einen Autounfall, bei dem iihre Mutter ums Leben kommt. Gepeinigt von Schmerzen, Schuldgefühlen und Trauer um die geliebte Mutter, vewandelt sich das Mädchen in ein Wesen, das alles Mitgefühl und alle Zuwendung abweist. Sie versteckt sich hinter ihrer Mütze (Kopfverletzung) und tarnt ihren körperlichen und seelischen Zustand mit Schroffheit und Gleichgültigkeit, gleichzeitig nimmt sie immer mehr Tabletten, um den Schmerzen zu entgehen. Geschickt verbirgt sie ihren Zustand vor Tante und Onkel, die ihr nach dem Unglück ein neues Zuhause geben möchten. Die Freundschaft mit einer älteren Mitschülerin gibt ihr scheinbar wieder etwas Halt, doch Trina Holland treibt selbst auf einen Abgrund zu und zieht Jenna dabei mit. Joyce Carol Oates beschreibt ihre Figur Jenna mit großer Sympathie und Herzlichkeit. Sie läßt uns ganz wunderbar in das Innere dieser verletzten Seele schauen und mit Gabriel "Crow" führt sie im wahrsten Sinn einen Schutzengel für ihre Heldin ein, der Jenna den Weg aus ihren Schuldgefühlen zeigt (sie hat der Mutter ins Steuer gegriffen), ohne das es zu einem rührseligen Happy End kommt.

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  • Rezension zu "Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon" von Birgitt Kollmann

    Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon
    Dubhe

    Dubhe

    31. December 2011 um 13:34

    Dieses Buch ist komisch.
    Es ist in Ich-Form geschrieben und am Anfang hat man keinen blassen Schimmer, was da vor sich geht.
    Weiteres sind auch der Stil und die Sprache etwas komisch.
    Ein absoluter Fehlgriff!

  • Rezension zu "Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon" von Birgitt Kollmann

    Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon
    turkishrock

    turkishrock

    25. December 2010 um 16:38

    Jenna erlitt mit ihrer Mutter einen Autounfall.
    Danach kommt sie sehr oft mit der Realität nicht klar.
    Sie lernt durch Zufall Crow kennen.
    Er ist der Einzige der sie auf den richtigen Pfad bringen kann.
    Ein wunderschönes Buch.

  • Rezension zu "Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon" von Birgitt Kollmann

    Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon
    leslie123

    leslie123

    12. November 2010 um 14:47

    Nach einem Autounfall, bei dem Jennas Mutter stirbt, kommt Jenna zunächst in eine Klinik, dann zu ihrer Tante. Eher widerwillig baut Jenna sich ein neues Leben auf, sie findet eine falsche Freundin und einen Freund, der auch nicht der ist, der er zu sein scheint. Besonders gut hat mir aus diesem Buch gefallen, wie J.C. Oates ihre Figur Jenna von ihrem Trauma, dem Verlust ihrer Mutter, erzählen lässt. Nie bekommt der Leser von Jenna genau erklärt, was sie gerade fühlt, und doch ist man ganz nahe bei ihr, weil ihre Enttäuschungen, ihre Angst und ihre Hoffnung in ihren Handlungen so sichtbar werden. Ein wunderschönes Buch!

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  • Rezension zu "Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon" von Birgitt Kollmann

    Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. August 2010 um 11:59

    Inhalt: Der Bruchteil einer Sekunde kann alles verändern. Nachdem ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, rutscht Jenna immer tiefer in eine Welt aus Selbstvorwürfen, Medikamenten und Alkohol. Jede Art von Mitgefühl weist sie brüsk zurück. Erst als sie sich in Lebensgefahr bringt, erkennt sie dass es so nicht weiter gehen kann. Meine Meinung: Ein wunderbar emotionaler Roman der sich mit Selbstvorwürfen, Selbsthass und einer Schuldfrage auseinander setzt und Trauerbewältigung zum Hauptthema macht. Jenna verliert jeglichen Bezug zu sich selbst und Ihrer Umgebung, nach dem sie einen Autounfall überlebte, bei dem ihre Mutter allerdings ums Leben kam. Sie schafft es nicht Bindungen aufzubauen und lässt keinerlei Gefühle mehr zu, außer Schmerz, Hass und Frustration. Während ihre Umgebung versucht sie zu beschützten, verletzt sie jeden der ihr zu nahe kommt. Joyce Carol Oates beschreibt so intensiv die Gedankenwelt eines verletzten Teenagers, dass ich als Leser das Gefühl bekam, die Protagonisten Jenna zu kennen. Während dem lesen, wollte ich Jenna packen, sie schütteln, sie trösten und beschützen. Teilweise hat mich dieser Roman zu Tränen gerührt, da er so gefühlvoll geschrieben ist. Man spürt deutlich Jennas Emotionen und kann teilweise auch ihre Reaktionen verstehen und nachempfinden. Gelesen wird immer aus Jennas Sicht „Nach“ dem Unfall. Der Leser wird konfrontiert mit Jennas Gefühlswelt und kann mit erleben wie sich Jennas Weg „nach“ dem Unfall entwickelt. Der Schreibstil ist recht einfach, jedoch zeitweise auch etwas hektisch. Joyce Carol Oates schreibt überwiegend aus der Sicht eines Teenagers, und so abrupt wie Jennas Gedankensprünge öfter sind, bekommt der Leser sie auf den Seiten zu lesen. Der Roman lässt sich auch sehr schnell lesen, zum einem weil man ihn nicht mehr aus der Hand legen will, zum anderen weil nicht alle Seiten im Buch voller Inhalt sind, sonder oft auch mal nur halbe Seiten bedruckt wurden. Ob es ein Happy End gibt werde ich nicht verraten denn ich bin der Meinung dass man dieses Buch voller Unschuld lesen sollte um selbst heraus zu finden wie sich Jennas Leben nach dem Unfall entwickelt. Fazit: Anfangs dachte ich welch eigenartiger Titel aber er hätte nicht passender sein können. Denn ja, Jenna schwang sich nach dem Unglück auf, breitete ihre Flügel und flog davon. Ein wunderbarer trauriger wenn gleich auch gefühlvoller Jugendroman der auch recht anspruchsvoll ist. Nicht nur für jugendliche Leser sondern auch erwachsene.

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  • Rezension zu "Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon" von Birgitt Kollmann

    Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon
    merle81

    merle81

    14. September 2008 um 16:11

    Ein Buch über das verarbeiten eines Unfalls und das Leben mit Schuldgefühlen nach einem schweren Unfall. Außerdem der lange Weg zurück zur Normalität.