Joyce Lebra

 3.7 Sterne bei 11 Bewertungen

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Der Duft des Sake

Der Duft des Sake

 (11)
Erschienen am 20.06.2011
The Scent of Sake

The Scent of Sake

 (0)
Erschienen am 17.06.2009

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Rezension zu "Der Duft des Sake" von Joyce Lebra

Historischer Roman mit Abstrichen
hanabi75vor 5 Monaten

Der Roman ist an sich unterhaltsam und solide geschrieben, wenn auch mit wenig Tiefen.
Was dem Ganzen jedoch erheblichen Abbruch tut und sich nicht nachvollziehen lässt, insbesondere wenn man bedenkt, dass es sich bei der Autorin um eine Asienwissenschaftlerin, Dozentin für japanische Geschichte und Expertin für asiatische Frauenkultur handelt, ist folgende Tatsache: das eigentlich längst überholte, undifferenzierte Klischee, bei Geishas handle es sich um Kurtisanen/Prostituierte, wird in diesem Werk auf schrecklich naive Art und Weise weitergeführt.
Die US-Autorin hat es offenbar nicht geschafft, sich der erst während der US-Okkupation aufkommenden Meinung zu entziehen, jede japanische Frau in einem Kimono, die erotische Dienste anbot, sei eine Geisha gewesen.
Wirklich schade!
Hinzu kommt, dass die Autorin auch Buddhismus und Shintoismus miteinander vermischt. Eklatant ist die Beschreibung auf S. 175: "Als sie den Tempel betrat, verbannte Rie ihre Gedanken an Saburô, klatschte in die Hände, um die Aufmerksamkeit der Götter zu erregen,..."
In die Hände geklatscht wird in shintoistischen Schreinen, nicht aber in buddhistischen Tempeln!

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Rezension zu "Der Duft des Sake" von Joyce Lebra

Rezension zu "Der Duft des Sake" von Joyce Lebra
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

Ein historischer Familien- bzw. besser gesagt Frauenroman. Erzählt wird die vor zwei Jahrhunderten spielende Geschichte der Japanerin Rie, deren Bruder umgekommen ist, sodass ein männlicher Unternehmensnachfolger fehlt. Wenn man der Autorin glauben darf, war es seinerzeit in Japan einer Frau verwehrt, ein Sake-Unternehmen zu leiten, ähnlich wie zum Beispiel bei uns Frauen damals noch nicht studieren durften. Die Situation von Rie, die ihrem geliebten Vater alles abschaut, was mit Sake-Brauen zu tun hat, und sich deshalb (zu Recht) für die beste Nachfolgerin hält, wird noch dadurch verschlimmert, dass sie einen Mann heiraten muss, der unternehmerisch unfähig und nur dazu gut ist, Sake zu verkosten und mit einer Geisha Kinder zu zeugen. Rie versteht es, nach dem Tod ihres Vaters die Fäden zu ziehen und das Unternehmen, das ohne männliche Blutsverwandte mithilfe von damals in Japan offensichtlich üblichen Adoptionen weiterexistieren muss, am Leben zu halten. Mann und Sohn von Rie agieren mehr oder minder als Marionetten. Rie als die kluge und clevere Frau im Hintergrund schafft es (mit der Devise: Bisweilen muss eine Frau ihr Ich töten), das Unternehmen an die Spitze der Sake-Brauereien zu führen. Sie bedient sich dabei schon moderner Erkenntnisse der Unternehmensführung (wie des Synergieeffekts). -

Joyce Lebra hat die damalige japanische Androkratie vermutlich nicht bloß frei erfunden, sondern sachkundig wiedergegeben. Die literarische Verarbeitung des Themas hätte ich mir gelegentlich freilich etwas weniger trivial gewünscht. So hätte es möglich sein müssen, die Kontraste dezenter herauszuarbeiten. Musste es denn sein, einerseits mehrmals mit der „dicken Nase“ des ungeliebten und „faulen“ Mannes und anderseits mit „gemeißelten Zügen“ des „fleißigen“ Geliebten (einer einzigen und fertilen Liebesnacht) zu arbeiten? Und muss der Leser es nicht als ein wenig kitschig ansehen, wenn immer wieder von der Protagonistin gewünschte Ereignisse alsbald Wirklichkeit werden? - Gleichwohl: Man liest gerne weiter, obwohl man meist schon weiß, wie es weitergehen wird.

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Rezension zu "Der Duft des Sake" von Joyce Lebra

Rezension zu "Der Duft des Sake" von Joyce Lebra
Moosbeerevor 7 Jahren

“Frauen als Brauer machen den Sake sauer“
Inhalt
Rie wächst in einer angesehen Sake-Brauerei auf. Schon früh lernt sie, alles für die Ehre des Hauses und für das Ziel ihres Vaters den Sake „Weißer Tiger“ zur Nummer eins zu machen. Da Frauen nicht direkt in der Brauerei geduldet werden, macht sich Rie im Laufe ihres Lebens anderweitig für die Brauerei nützlich. Sie hilft bei der Buchhaltung und ist immer dabei, wenn wichtige Entscheidungen des Familienoberhauptes und des Prokuristen getroffen werden. Mit Hilfe von taktisch klugen arrangierten Ehen, die Adoption von unehelichen Kindern ihres Mannes von Geishas und nicht zuletzt auch durch ihren Wagemut und die Fähigkeit ihrer Zeit ein kleines Stück voraus zu sein, ist Rie bis ins hohe Alter die wahre Entscheidungsträgerin in der Brauerei.
Meine Meinung
Dieser historische Roman entführt den Leser nach Japan im 19. Jahrhundert. Die jahrhundertealte Tradition des Sakebrauens ist ebenso wie das ganze Land großen Veränderungen unterworfen. Im Fokus steht das Leben einer Frau, die ihr ganzes Leben dem Aufstieg der Familienbrauerei gewidmet hat. Sie hat gelernt ihr „Inneres Ich“ zu töten um dem Haus keine Schande zu bereiten. Leider stehen auch wirklich nur Rie und die Brauerei im Vordergrund. Ich hätte gerne auch ein wenig mehr über die Gefühlswelt der anderen Familienmitglieder erfahren, so verkommen die Charaktere leider eher zu Statisten.
Fazit
Insgesamt ist der Autorin Joyce Lebra ein sehr interessanter, lehrreicher und gleichzeitig unterhaltsamer Roman gelungen. Von mir gibt es für „Der Duft des Sake“ 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Leser von historischen Romanen im allgemeinen und natürlich besonders diejenigen mit einem Faible für Japan und seine Kultur.

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