Joyce Maynard

 4 Sterne bei 136 Bewertungen
Autorin von Der Duft des Sommers, Gute Töchter und weiteren Büchern.
Joyce Maynard

Lebenslauf von Joyce Maynard

Daphne Joyce Maynard wurde am 5. November 1953 in Durham, New Hampshire geboren. Sie besuchte die Oyster River School sowie die Exeter Academy. Bereits als Schülerin gewann sie verschiedene Auszeichnungen für ihre ersten Arbeiten als Schriftstellerin. Sie studiete an der Yale University ohne einen Abschluss zu machen und lernte durch eine Veröffentlichung im New York Times Magazine schrieb J.D. Salinger kennen. Sie zog zu ihm, er trennte sich aber weniger als ein Jahr später von ihr. Mit ihrem Werk »To Die For« welches sie 1992 veröffentlichte und welches von Gus Van Sant unter anderem mit Joaquin Phoenix und Nicole Kidman verfilmt wurde, erlangte sie breite auch kommerzielle Akzeptanz. 1999 veröffentlichte sie ihre Memoiren unter dem Titel »At Home in the World« (dt. »Tanzstunden. Mein Jahr mit Salinger«) in denen sie erstmals ihre Beziehung zu Salinger öffentlich verarbeitet. 2003 und 2005 veröffentlichte sie mit »The Usual Rules« und »The Cloud Chamber« erstmals zwei Bücher für junge Erwachsene. Ihr aktueller Titel lautet »The Good Daughters« und erschien 2010. Maynard lebt seit 1996 in Mill Valley, Kalifornien wo sie als Professorin an am Sarah Laurence College und an der University of Southern Maine lehrt.

Neue Bücher

Gute Töchter
 (27)
Neu erschienen am 03.09.2018 als Taschenbuch bei HarperCollins.

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Joyce MaynardDer Duft des Sommers
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Der Duft des Sommers
Der Duft des Sommers
 (62)
Erschienen am 18.03.2013
Joyce MaynardDas Leben einer anderen
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Das Leben einer anderen
Das Leben einer anderen
 (23)
Erschienen am 17.02.2014
Joyce MaynardGute Töchter
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Gute Töchter
Gute Töchter
 (27)
Erschienen am 03.09.2018
Joyce MaynardDie Guten
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Die Guten
Die Guten
 (16)
Erschienen am 10.10.2016
Joyce MaynardTanzstunden
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Tanzstunden
Joyce MaynardLabor Day
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Labor Day
Labor Day
 (1)
Erschienen am 16.01.2014
Joyce MaynardGood Daughters
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Good Daughters
Good Daughters
 (1)
Erschienen am 08.07.2011
Joyce MaynardTo die for
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To die for
To die for
 (1)
Erschienen am 01.03.1997

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Joyce Maynard

Neu
Krimifee86s avatar

Rezension zu "Gute Töchter" von Joyce Maynard

5 quotes why: Gute Töchter von Joyce Maynard
Krimifee86vor 3 Monaten

Vorwort: Ich schreibe Rezensionen, weil es mir Spaß macht, mich auch im Nachhinein noch einmal mit einem Buch zu beschäftigen und zu reflektieren. Allerdings merke ich immer mehr, dass mir das nicht mehr so gelingt, deshalb versuche ich jetzt erst einmal was Neues: Ich möchte meine favorsierten Zitate aus dem Buch aufschreiben. So lese ich aufmerksamer und genauer und ich bin gespannt, wie das mein Lesevergnügen beeinflussen wird.

1. Meine Schwester stellte mir die Frage rundheraus: Wenn ein beliebtes Mädchen zu sein bedeutete, herumzusitzen und zu warten, bis der Nagellack trocken ist, oder Teddy Bascom zuzuhören, wie er jeden seiner Griffe und jede Drehung beim Karate-Wettkampf in Vallejo beschrieb, unbeliebt zu sein aber hieß, die Freiheit zu haben, sich vom Ast eines Erdbeerbaums zu schwingen oder auf Pappkartons den Berg runterzurutschen, mit der Schwester in einem alten Laster rumzuhängen und eine Tüte Chips zu essen, Geschichten ins Notizbuch zu schreiben und sie ihr dann laut vorzulesen, bis sie so schallend lachte, dass man sie wahrscheinlich noch unten im Tal hören konnte – was war dann so großartig daran, beliebt zu sein? Oder was war so schrecklich, wenn man es nicht war? [Seite 106]

2. „Manche Leute haben eine versteckte, dunkle Seite”, entgegnete ich. „Man würde es nicht dunkle Seite nennen, wenn es nicht auch eine helle, freundliche gäbe. Die hat er Dir gezeigt.“ [Seite 115]

3. „Weißt Du, was ich denke”, sagte Patty. „Alle Leute sind seltsam. Du kennst bloß nicht bei allen die merkwürdigen Seiten, aber die hat jeder.“ [Seite 146]

4. Lange Zeit zuvor schon hatten wie festgestellt, dass das Leben voller Mysterien war. Und manche Geheimnisse wurden nie ergründet, auch nicht durch die allerbeste Detektivarbeit. [Seite 275]

5. „Die Männer warden Dein Leben lang hinter Dir her sein, egal wie alt Du wirst. Du musst Dich immer vergewissern, dass dabei auch was für Dich rausspringt. Lass niemals zu, dass es eine einseitige Sache wird.“ [Seite 289]

Fazit: Gute Töchter ist ein Kriminalfall, bei dem nicht der Kriminalfall im Mittelpunkt steht, sondern die Familie des Leiters der Mordkommission.Erzählt wird die Geschichte von der älteren Tochter, Rachel, zur Zeit der Ereignisse ein Teenager. Sie erzählt die Geschichte ihrer Familie, die untrennbar mit den Taten des Sunset Stranglers verwoben ist, eines Mörders, der sein Unwesen auf dem Berg treibt, an dem die Schwestern mit ihrer Mutter wohnen. Inhalt der Geschichte ist dabei gar nicht schlecht, auch wenn ich mir an der ein oder anderen Stelle dann doch ein bisschen weniger Familiendrama und ein wenig mehr Mordfallaufklärung gewünscht hätte.
Was mich aber wirklich enorm gestört hat, war die Sprache. Ich habe mich unglaublich schwer getan, dieses Buch zu lesen, weil eben auch die Sprache so schwer und kompliziert war und es für mich Anstrengung und Konzentration erforderte, dran zu bleiben. Das, was das Lesen für mich ausmacht, nämlich Leichtigkeit und Abschalten, konnte ich hier überhaupt nicht vorfinden. Und daher kann ich am Ende trotz recht guter Geschichte auch nur zwei maue Pünktchen geben und keine Leseempfehlung aussprechen.

Kurzmeinung: Gute Töchter ist eine gute Geschichte, die unter der enorm schweren Sprache der Autorin sehr leidet und untergeht.

Mehr von mir zu den Themen Bücher, Essen, Reisen, Fotos, Geocachen, Disney, Harry Potter und noch vieles mehr gibt es unter: https://www.facebook.com/TaesschenTee/

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krimielses avatar

Rezension zu "Die Guten" von Joyce Maynard

Geschichte über Freundschaft, Vertrauen und Betrug
krimielsevor 2 Jahren

Das Buch "Die Guten" von Joyce Maynard hat mich überrascht und von Anfang an gefangen gehalten. Der unaufgeregte und dennoch fesselnde Stil der Autorin, die Geschichte selbst und die nahe Beziehung zu ihren gut gezeichneten Figuren haben diesen Roman zu einen besonderen und empfehlenswerten Leseerlebnis für mich gemacht.

Die Protagonistin Helen versucht nach ihrer Scheidung von Dwight für sich und ihren kleinen Sohn Oliver als Fotografin und mit Kellner-Jobs zu sorgen. Ihr allabendlicher Weingenuss wird ihr zum Verhängnis, sie wird mit ihrem kleinen Sohn auf dem Weg ins Krankenhaus mit Alkohol am Steuer angehalten und verliert das Sorgerecht für ihren Sohn, der der Stern ihres Daseins ist. Nur alle zwei Wochen darf Helen ihren Sohn Oliver für ein paar Stunden sehen, der in seiner neuen Familie allein gelassen und unglücklich ist und sich immer mehr von seiner Mutter entfremdet.
Helen räumt schnell und rigoros mit ihrem Alkoholsucht auf, hat aber dennoch wegen hoher Schulden wenig Chancen, Oliver schnell zurück zu bekommen und leidet sehr darunter. In dieser Situation lernt sie ein reiches hundevernarrtes Ehepaar, Ava und Swift Havilland, kennen, die Helen als Fotografin engagieren. Ava nimmt sich ihrer an, und schon bald geht sie im Haus der Havillands ein und aus, erledigt viele aufgetragene Aufgaben. Das charismatische Paar ist sehr großzügig, Helen genießt die Aufmerksamkeit der beiden sehr. Sie wollen ihr sogar dabei helfen, den Sorgerechtsprozess um Oliver zu bestreiten, doch irgendwann merkt Helen, dass dies alles mit Bedingungen gekoppelt ist und nach Ablösen der glanzvollen äußeren Lackschicht nicht alles ist wie es scheint.

Helen wirkt anfangs kraftlos und von ihrer Trauer um den Verlust des Sohnes beherrscht. Sie ist zwar beim Bekämpfen ihrer Alkoholsucht auf dem richtigen Weg, scheint aber für de Wiedererlangung des Sorgerechtes gegen Windmühlen zu kämpfen. Wie ein hohles Gefäß wird sie durch das perfekt erscheinende Ehepaar mit Lebensmut und Freude angefüllt. Helen lässt alle alten und neuen sozialen Beziehungen hintenanstehen und gibt sich völlig den Wünschen von Ava und Swift hin. Man möchte Helen schütteln, weil beim Lesen unterschwellig trotz allen Glanzes und Glücks ständig ein ungutes Gefühl präsent ist.

Langsam und unglaublich geschickt steigert die Autorin den Spannungsbogen, so dass man das Buch nach dem interessanten Auftakt kaum weglegen kann. Es ist keine plump-angstvolle Spannung, die aufgebaut wird, sondern eher das Schüren der Neugier durch subtile Verwicklungen und durch die Nähe zur Hauptfigur Helen, in der man sich von Anfang an befindet. Geschickt eingebaute Rückblicke und der Blick durch die Augen von Helen sorgen für ein rundes Bild auf das Geschehen, das genug Verwirrung für die Leselust stiftet, aber nicht so sehr verwirrt, dass man den Überblick verliert.

Die Charaktere sind lebensecht und unterschiedlich genug dargestellt, um authentisch und interessant zu wirken. Helen als zurückhaltender jungen Frau, geprägt von freudloser Kindheit und völlig fehlgeschlagener Ehe, wird das extravertierte und überaus glückliche Ehepaar Havilland gegenübergestellt, mit ihrem weitläufigen Haus, dem erlesenen Freundeskreis, den gesellschaftlichen Verbindungen und den glanzvollen Parties. Ava, obwohl an den Rollstuhl gebunden und völlig abhängig von ihrem Ehemann, tritt sehr selbstbewusst, ein wenig glamourös und weltoffen auf. Ihr Ehemann Dwight gleicht einem kleinen Jungen, der jedem Spaß im Leben mit der Freude eines Kindes hinterher jagt und mit seiner ansteckenden Art Helens Sohn Oliver aus der Dumpfheit und Betäubung aufzuwecken vermag.

Das Buch ist Charakterstudie, Entwicklung, Gesellschaftskritik und nicht zuletzt eine interessante und sehr lesenswerte Geschichte über Manipulation und Verlust. Feinsinnig, intelligent und eindringlich spinnt die Autorin den Faden für den Leser mit der Geschichte, die sich tatsächlich so zutragen könnte. Am Ende fragt man sich, wie weit man selbst bereit wäre sich aufzugeben oder ob man stark bleiben könnte. Ich gebe eine unbedingte Leseempfehlung für diesen großartigen Roman, der nicht der letzte der Autorin für mich sein wird.

Joyce Maynard, die bereits mehrere vielbeachtete Romane und Sachbücher veröffentlicht hat, lebt und schreibt in Kalifornien. Internationaler Bestseller wurden ihre in viele Sprachen übersetzten Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit mit dem Schriftsteller J.D. Salinger.

Kommentare: 1
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kassandra1010s avatar

Rezension zu "Gute Töchter" von Joyce Maynard

Wenn man die Vergangenheit nicht ruhen lässt!
kassandra1010vor 2 Jahren

Ein wunderbar einfühlsamer und zugleich abgrundtiefer Roman, der aufzeigt, dass man manche Dinge besser auf sich beruhen lassen sollte.
Die junge Rachel und ihre Schwester wollen unbedingt ihrem Vater dabei helfen, die andauernde Mordserie in ihrer Heimatstadt auzuklären. Alles kommt anders als erwartet und selbst Jahre später kann die jetzt erfolgreiche Schriftstellerin nicht loslassen und gerät somit erneut mitten hinein ein Dinge, die schon längst hätten begraben werden sollen. Erst als der Vater stirbt, ohne den Fall aufgelöst zu haben, gelingt es den Schwestern, ihr eigenes Leben zu leben.
Spannend und teilweile überlasen melancholisch ziehen sich die alten Tage dahin, bis die wahre Geschichte ans Licht dringt.

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Gespräche aus der Community

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HarperCollinsGermanys avatar

Wir von HarperCollins Germany laden euch herzlich zur Leserunde des neuen Romans

"Die Guten" von Joyce Maynard

ein. Bitte bewerbt euch bis zum 20.10.2016 für eines von 15 Leseexemplaren (E-Book) und zur gemeinsamen Diskussion sowie Rezension des Romans.


Über den Inhalt:

Nach dem Ende ihrer Ehe fühlt Helen sich einsam, selbst zu ihrem kleinen Sohn findet sie keinen Zugang mehr. Dann lernt sie Ava und Swift Havilland kennen. Das charismatische Paar heißt Helen mit offenen Armen in ihrer Welt willkommen - einer Welt von interessanten Menschen, ausgelassenen Partys und Wohlstand. Immer stärker gerät die junge Frau in den Bann ihrer neuen Freunde. Bis sie feststellen muss, dass diese Freundschaft an Bedingungen geknüpft ist. Und dass sie dadurch im Begriff ist, zu verlieren, was sie am meisten liebt.


Du möchtest "Die Guten" von Joyce Maynard lesen?

Dann bewirb dich jetzt um eines der 15 Leseexemplare und teile uns bitte mit, welches Format du im Gewinnfall benötigen würdest (epub oder mobi)..

Wir sind gespannt auf dich, deine Fragen und Leseeindrücke und würden uns freuen, wenn du deine Rezension dann auf Amazon & Co und auf harpercollins.de teilst.

Viel Glück und ein tolles Leseerlebnis wünscht dir das Team von HarperCollins Germany

krimielses avatar
Letzter Beitrag von  krimielsevor 2 Jahren
Zur Leserunde
steffchen3010s avatar
Hallo ihr Lieben, am 27.06.2011 erscheint das Buch "Der Duft des Sommers" von Joyce Maynard als Hardcover im Goldmann Verlag. Meine liebe Patentante (Buchhändlerin) hat mir ein Messeexemplar des Buches geschickt und ich würde es gerne mit euch gemeinsam lesen und diskutieren. Bereits das Cover ist wunderschön anzusehen und es wirkt fast so, als würde uns die Autorin zu einer Reise einladen. Wenn ihr Interesse habt und gemeinsam mit mir reisen wollt, würde ich mich freuen, wenn sich alle das Buch bis zum 11.7.2011 (dann habt ihr 2 Wochen nach Erscheinung Zeit) besorgen und wir dann anschließend hier eine gemeinsame Leserunde starten. Was haltet ihr davon? Darum geht es in dem Buch: Die Liebesgeschichte des Jahres Eine Kleinstadt in New Hampshire: Adele, liebenswert, sensibel und seit ihrer Scheidung todunglücklich, lebt mit ihrem 13-jährigen Sohn Henry völlig zurückgezogen in einem kleinen Haus, das sie nur selten verlässt. Bis Henry sie zu einem Einkaufstrip überredet, der ihrer beider Leben für immer verändern wird. Denn im Supermarkt wird Henry von einem Mann angesprochen, der offensichtlich verletzt ist. Er bittet um Hilfe, und Adele nimmt ihn mit nach Hause. Dort stellt sich heraus, dass Frank, ihr überaus höflicher und rücksichtsvoller Besucher, ein entflohener Sträfling ist. Für ein langes, heißes Septemberwochenende gewähren die beiden ihm Zuflucht. Und während Henry in Frank den lange vermissten Vaterersatz findet, entwickelt sich zwischen Frank und Adele eine zarte, innige Liebe. Eine Liebe, für die sie einen hohen Preis zahlen werden... @buchkolumnistin: Falls sich genug interessierte Leser finden, wäre es vielleicht toll, wenn die Autorin bei der Leserunde mitmachen würde. Hast du vielleicht die Möglichkeit die Autorin zu kontaktieren und sie für die Leserunde zu erwärmen? Wär doch bestimmt ne schöne Sache, oder nicht? Ich bin gespannt, wieviele mit mir reisen werden. ;-P Vlg eure Steffi
steffchen3010s avatar
Letzter Beitrag von  steffchen3010vor 7 Jahren
~*°Ich beherrschte meine Rolle perfekt. Ich wusste, wer meine wirkliche Familie war. Meine Mutter°*~ Henry wächst nach der Scheidung seiner Eltern bei seiner Mutter Adele auf. Adele, die geprägt von ihrer Vergangenheit, ängstlich und sensibel geworden ist, scheint, abgesehen von ihrer Rolle als überfürsorgliche Mutter, in nichts mehr wirklich Kraft investieren zu wollen. Sie hat ihn verloren, den Glauben an ein glückliches erfülltes Leben. Ihre Illusionen, zerstört durch schicksalhafte Wendungen in ihrer Vergangenheit. Das Haus verlässt Adele daher nur sehr selten. Eingekauft wird, wenn Not am Mann ist und die zigfach gelagerten Konservendosen in der Küche sich dem Ende neigen. Doch meist spielt sich auch diese scheinbar alltägliche Aufgabe anders ab, als man sie kennt. Denn während Adele im Auto sitzen bleibt, klappert Henry im Schnelldurchlauf die Regale ab. Kaufen auf Vorrat, das ist die Devise. Dinge, die den ohnehin schon zurückhaltenden und eher schmächtigen Henry an seiner Schule zum Außenseiter werden lassen. Ihn in seiner Entwicklung bremsen, ihn verweichlichen, seine Verbindung zur Außenwelt unterbrechen. Dabei kann Henry an nichts anderes denken als Frauen. Frauen und Brüste. Mit seinen 13 Jahren befindet er sich in der heißen pubertären Phase seines Lebens. Doch eines Sommers kommt alles anders. Ganz unerwartet. Dieses Mal geht Henry gemeinsam mit Adele in den Supermarkt. Henry wird von einem Mann angesprochen, der offensichtlich verletzt ist. Er bittet um Hilfe. Und obwohl diese Bitte Henry merkwürdig erscheint, beschließt seine Mutter ihn mit nach Hause zu nehmen. Schon bald stellt sich heraus, dass Frank ein entflohener Häftling ist. Ganz unverblühmt erzählt er seine Geschichte, ist ihnen gegenüber aufrichtig und höflich. Anstatt skrupellos und brutal zu sein, überrascht er als ein einfühlsamer und rücksichtsvoller Mensch, der sich aufopfernd um beide bemüht. Um beide, Adele und Henry. Aber um Adele besonders. Trotz aller Widrigkeiten gewähren sie im Zuflucht und sitzen bald schon viel tiefer im Leben, als sie es sich jemals erträumt hätten... ~*°"Ihre Schuhe - ihre Tanzschuhe - lagen unter dem Tisch, und ihre Haare wirkten feucht - vielleicht von Tanzen, vielleicht aber auch vom Leben"°*~ Stellt euch vor, ihr erwartet eine leichte Sommerlektüre und das was sich euch offenbart, ist alles andere als das. Der Sog der Geschichte reißt euch mit, ihr geradet in einen Strudel und begegnet einer derartigen Fülle von Emotionen, dass es euch wie ein Feuerwerk erscheint. Ein Aspekt, der Maynard´s Roman "Der Duft des Sommers" nicht nur abwechslungsreich sondern besonders und einzigartig werden lässt. Maynard´s Konzentration gilt nicht nur einer Person. Sie lässt uns am Leben aller dreier Hauptprotagonisten (Adele, Henry und Frank) sehr intensiv teilhaben. Einzelne Leben, die miteinander verwoben sind und zu einem großen Ganzen werden. Ihr Schreibstil ist gefühlvoll und erschreckend realistisch zugleich. Die Geschichte verläuft anders als erwartet, sie überrascht und begeistert mich. Die Zeit vergeht wie im Flug... Adeles Leidenschaft galt immer dem Tanzen. Als junge Frau sprühte sie vor Leben und Begeisterung. Die Scheidung von ihrem Mann, der längst mit einer anderen Frau ein neues Leben begonnen hat, setzt ihr hart zu. Alles was ihr bleibt ist Henry, an dem sie sich verzweifelt klammert und ihm kaum Luft zum Atmen gibt. Schicksalhafte Ereignisse ihrer Vergangenheit lassen sie ängstlich werden. Sie beginnt sich abzuschotten, vergisst weiterzuleben. Als Frank in ihr Leben tritt, beginnt sie zu erwachen. Obwohl sie diesen Mann kaum kennt, verspürt sie schnell heranwachsende Gefühle für ihn. Es scheint, als gewähre er ihr Zuflucht, obwohl es genau andersherum ist. Bei ihm fühlt sie sich wohl. Er gibt ihr Sicherheit; ist ihr Stein, der ihr ihr Leben wieder ins Rollen bringt. Für Henry wird Frank zur Vaterfigur. Während sein richtiger Vater ihn als Weichei betrachtet und gar nicht richtig realisiert, erkennt Frank Henry´s Stärken. Er nimmt sich ihm an, leitet ihn während seiner Phase des Erwachsenwerdens, schenkt ihm Kraft und Sicherheit. Zwischen den beiden beginnt eine Freundschaft. Ein Aspekt, der dem zurückhaltenden Henry wichtiger erscheint, als Frank der Polizei zu melden. Während er sich die letzten Jahre ausschließlich um seine Mutter gekümmert hat, bekommt er plötzlich die Möglichkeit, zu leben und sich auf Dinge zu konzentrieren, die einem pubertierenden Jungen nun mal wichtiger erscheinen, als seine Mutter zu beschützen. Frank, der von der Öffentlichkeit als gewalttätiger Mörder dargestellt wird, begegnet dem Leser als rücksichtsvoller und sehr liebevoller Mensch. Nachdem man einen Einblick in seine schicksalhafte Vergangenheit bekommt, schenkt man ihm schnell seine Sympathien und verspürt Mitleid. Mitleid für einen Menschen, der vom Leben einfach nur unfair behandelt wurde. "Der Duft des Sommers" glänzt durch unvorhergesehene Wendungen, jede Menge Gefühl und Tiefgang. Er verkörpert alle Eigenschaften, die ein guter Roman vorweisen sollte. Der Verlauf und das Ende der Geschichte verleihen dem Roman die nötige Würze, die ihn weder kitschig noch unrealistisch wirken lassen. Dass die Pfirsiche auf dem Cover, die das Einband so sommerlich leicht und einladend wirken lassen, in der Geschichte eine primäre Rolle spielen, gefällt mir zudem sehr gut. Ihr Duft liegt mir in der Nase, der Duft des Sommers...
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Joyce Maynard wurde am 05. November 1953 in Durham, New Hampshire (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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