Joyce Maynard Der Duft des Sommers

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Inhaltsangabe zu „Der Duft des Sommers“ von Joyce Maynard

Ein tief bewegendes Buch über eine unwahrscheinliche Liebe, Verrat und den Preis des Glücks. Eine Kleinstadt in New Hampshire: Adele, liebenswert, sensibel und seit ihrer Scheidung todunglücklich, lebt mit ihrem 13-jährigen Sohn Henry sehr zurückgezogen in einem kleinen Haus. Bis Henry sie zu einem Einkaufstrip überredet, der ihrer beider Leben für immer verändern wird. Denn im Supermarkt wird Henry von einem verletzten Mann angesprochen. Er bittet um Hilfe, und Adele nimmt ihn mit nach Hause. Dort stellt sich heraus, dass der höfliche und rücksichtsvolle Frank ein entflohener Sträfling ist. Für ein Wochenende gewähren die beiden ihm Zuflucht. Und während Henry in Frank den lange vermissten Vaterersatz findet, entwickelt sich zwischen Frank und Adele eine zarte, innige Liebe. Eine Liebe, für die sie einen hohen Preis zahlen werden.

super schönes Buch

— BieneMaja88
BieneMaja88

Hinter dem Buch mit dem eher langweiligen Titel verbirgt sich eine einzigartige, wunderschöne Geschichte.

— Winterwoelfin
Winterwoelfin

Ein sehr außergewöhnliches Buch über Liebe und Zusammenhalt

— kinga
kinga

Plätschert so vor sich hin und endet dann im großen Knall. Sehr unharmonisch.

— kalligraphin
kalligraphin

Eher traurig und bedrückend. War irgendwie nicht so meins...

— daneegold
daneegold

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  • Wunderbarer Schreibstil

    Der Duft des Sommers
    j125

    j125

    05. November 2015 um 18:02

    Inhalt: Henry ist 13 Jahre alt, als der gesuchte Schwerverbrecher Frank Chambers über das Feiertagswochenende des Labour Day bei ihm und seiner Mutter unterschlüpft. Sein Leben dreht sich um typische Teenagerprobleme, wie die neue Familie seines Vaters und die Entdeckung seiner eigenen Sexualität. Doch an diesem Wochenende ändert sich für ihn und seine eigenwillige und isolierte Mutter alles. Mit Frank scheinen sie plötzlich eine richtige Familie zu sein… Meine Meinung: Am Anfang hatte ich die Befürchtung, dass Buch könnte mir nicht gefallen. Die wörtliche Rede wird nicht in Anführungszeichen gesetzt, was ich überhaupt nicht mag, weil ich das immer sehr schwierig zu lesen finde. Nach einer Weile gewöhnt man sich jedoch daran und kann dann auch bei Dialogen gut unterscheiden, wer wann spricht. Die Handlung hat mir sehr gut gefallen, auch wenn daran wenig überraschend war. Irgendwie war durch den Klappentext schon klar, worum es in dem Buch geht. Lediglich über das Ende war ich mir nicht sicher, ob Frank nun gefasst wird oder nicht. Es ist aber auch gar nicht nötig, dass die Geschichte Überraschungen bereithält. Der Schreibstil ist sehr einnehmend, sodass man nur so durch die Seiten fliegt. Ich kann gar nicht viele Worte über das Buch verlieren, man sollte es einfach selbst lesen und entdecken. Fazit: Eine schöne Liebesgeschichte, die vor allem durch den fesselnden Schreibstil überzeugt. Verfilmung: "Der Duft des Sommers" wurde 2013 unter dem Titel "Labor Day" mit Josh Brolin und Kate Winslet in den Hauptrollen verfilmt.

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  • Eine unmögliche Liebe

    Der Duft des Sommers
    schokoloko29

    schokoloko29

    21. March 2015 um 21:42

    Inhalt des Buches: Der dreizehnjährige Henry lebt mit seiner Mutter sehr zurückgezogen in einem Haus in Maines. Bei einem Einkaufsbummel spricht ein entflohener Häftling ihn an. Er bittet Henry ihn mit nach hause zu nehmen und sich von seinen Verletzungen zu erholen. Seine Mutter ist einverstanden und nehmen ihn mit. Zwischen dem entflohenen Häftling und seiner Mutter besteht eine gewisse Anziehung und sie fangen an sich ineinander zu verlieben. Henry ist etwas eifersüchtig und fühlt sich ausgeschlossen... Eigene Meinung: Dieses Buch hat mich von der Erzählweise nicht sonderlich gefallen. Es ist in einer sehr einfachen Sprache gehalten. Wahrscheinlich wollte die Autorin den Leser mehr in die Sprach- und Gefühlswelt des Henrys hineinkatapultieren. Doch ich fand das es stilistisch sehr schwach ist. Auch die Beschreibungen von Henrys beginnende Sexualität und seine Gedanken, die nur um Mädchen und ihre Körper kreisen, waren für mich zu weit hergeholt und auch irgendwie voyeuristisch. Nur das Ende hat mich etwas versöhnt. Fazit: Leider kein großes Lese- Erlebnis für mich. Da die Sprache und der Stil des Buches mir nicht zugesagt hat.

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  • Ganz anders als erwartet

    Der Duft des Sommers
    Biene759

    Biene759

    Inhalt: Eine Kleinstadt in New Hampshire: Adele, liebenswert, sensibel und seit ihrer Scheidung todunglücklich, lebt mit ihrem 13-jährigen Sohn Henry sehr zurückgezogen in einem kleinen Haus. Bis Henry sie zu einem Einkaufstrip überredet, der ihrer beider Leben für immer verändern wird. Denn im Supermarkt wird Henry von einem verletzten Mann angesprochen. Er bittet um Hilfe, und Adele nimmt ihn mit nach Hause. Dort stellt sich heraus, dass der höfliche und rücksichtsvolle Frank ein entflohener Sträfling ist. Für ein Wochenende gewähren die beiden ihm Zuflucht. Und während Henry in Frank den lange vermissten Vaterersatz findet, entwickelt sich zwischen Frank und Adele eine zarte, innige Liebe. Eine Liebe, für die sie einen hohen Preis zahlen werden ... Meinung: Ich hab von dem Buch etwas komplett anderes erwartet und ich bin enttäuscht. Die Idee an sich finde ich super. Die Umsetzung nicht. Das Buch ist aus der Sicht des 13-jährigen Henry geschrieben. Henry denkt immer nur an Sex. Das fand ich ganz schrecklich - und überzogen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich als 13-jähriges Mädchen an nichts anderes als Sex gedacht hätte? Eher noch an alles andere außer dem. Ja, hier wäre deutlich weniger Sex um einiges besser gewesen.  Außerdem hat mir der Schreibstil der Autorin nicht gefallen. Es gab keine wörtlichen Reden bzw. waren diese nicht als solche gekennzeichnet (mit Anführungszeichen), das fand ich sehr anstrengend zu lesen. Zudem konnte ich mich mit keinem der Charaktere anfreunden. Sie waren meiner Meinung nach alle sehr flach beschrieben. Ich bin schon die ganze Zeit am überlegen ob ich zwei oder drei Sterne gebe. Ich kann nur zwei geben, so leid es mir tut. Wie gesagt, die Idee war gut, aber die Umsetzung...

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  • Der Pfirsich-Pie als Schlüssel zum Glück

    Der Duft des Sommers
    Winterwoelfin

    Winterwoelfin

    31. January 2015 um 13:49

    Inhalt Die todunglückliche Adele lebt seit ihrer Scheidung allein mit ihrem Sohn in einem Haus und verlässt es nur in unbedingt nötigen Fällen. Durch viele schlimme Ereignisse in ihrem Leben lebt sie sehr zurückgezogen und meidet den Kontakt mit anderen. Als schließlich auf einer der seltenen Einkaufsfahrten ein verletzter, entflohener Sträfling um ihre Hilfe bittet, gibt sie ihm Deckung bei sich zu Hause. Ausgerechnet er schafft es, sie nach und nach mit viel Liebe aus ihrem unglücklichen Zustand herauszuholen und bietet ihr einige sehr fröhliche Sommertage. Aber natürlich sucht die Polizei nach ihm... Figuren Es wird aus der Perspektive von Adeles Sohn, Henry erzählt. Dieser ist gerade 13 und fängt an, sich für Mädchen zu interessieren. Was zu der ein oder anderen witzigen Szene führt. Im Verlauf der Geschichte wird er etwas eifersüchtig auf den entflohenen Häftling Frank, weil er meint dass er ihm die Mutter wegnimmt.  Eigentlich konnte ich mich prinzipiell gut in ihn hineinversetzen, aber als er dann so eifersüchtig wird, war mir nicht klar, warum er seiner Mutter nicht mal die Lebensfreude gönnt. Adele hingegen war mir gleich sympathisch, sie ist zwar hier und da etwas seltsam, aber man kann sich gut in sie hineinversetzen. Und Frank? Der ist ja so ein lieber Kerl... Stil, Geschichte Der Titel wird meiner Meinung nach der Geschichte nicht gerecht - denn wie viele Frauenbücher mit dem Wort "Sommer" im Titel gibt es denn bitte? Die Idee für die Geschichte ist auf jeden Fall mal etwas komplett Neues und das hat mir sehr gefallen. Auch der Schreibstil ist schön, ich habe das Buch sehr schnell durchgehabt. Vor allem das Ende schmückt Joyce Maynard mit tollen Formulierungen. Von dem Zeitpunkt an, als Frank dann bei Adele und Henry wohnt, plätschert die Geschichte irgendwie so vor sich hin - man weiß nicht genau, worauf die Autorin hinauswill. Das ändert sich schlagartig mit der Eifersucht von Henry. Auf der einen Seite gewinnt das Buch dann nicht mehr nur dadurch Spannung, dass der Leser immer bangt, wann wohl die Polizei an der Tür klingelt, sondern auf der anderen Seite auch durch Henrys Wut. Schließlich kann er Frank jederzeit verraten. Wie gut Frank der 2-Personen Familie tut, kommt besonders in der Szene zur Geltung, als er den beiden mit viel Gedult das Pfirsich-Pie-Backen beibringt. Fazit Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen - es war mal was anderes. Frank ist für mich der Held, er schafft es mit so viel Liebe, Adele wieder aufzupäppeln. Es war ein Genuss, die Entwicklung der Liebe zwischen den beiden anzuschauen. Das Besondere an diesem Buch ist die Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit der Lebensfreude. Mit einem Klingeln der Polizei an der Tür können den glücklichen Tagen der drei mit einem Schlag ein Ende gesetzt werden. Adele, Henry und Frank planen, nach Kanada zu fliehen und ein gemeinsames Leben aufzubauen. Ob das gelingt, oder ob diese Träume durch ein Klingeln an der Tür zerschmettert werden?

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  • Buch-Assoziationen - Bücher passend zu Substantiven, Adjektiven und Verben lesen!

    Die Verratenen
    Daniliesing

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben, gerade hatte ich spontan eine Idee und vielleicht haben ja ein paar Lust dabei mitzumachen! In diesem Thema soll in jeder Woche ein anderes Wort im Mittelpunkt stehen. Dieses Wort kann eigentlich jeder Art sein, egal ob Substantiv, Adjektiv, Verb, Farbe etc. - dabei ist nur wichtig, dass man dazu gut etwas assoziieren kann. Für die erste Woche, die am 3. Mai startet, gebe ich als Wort "Muster" vor. Wenn ihr Lust und Zeit habt, dann könnt ihr in dieser Woche ein Buch beginnen, das hierzu passt. Wie ihr das Wort "Muster" für euch interpretiert, bleibt euch dabei natürlich überlassen. Hat das Cover vielleicht ein bestimmtes Muster oder handelt eine Figur im Buch nach einem bestimmten Muster? Das vorgegebene Thema soll einfach als Anregung dienen, sich vielleicht mal ein passendes Buch vom Stapel ungelesener Bücher (= SuB) zu schnappen! Natürlich soll es viele verschiedene Wörter für Buch-Assoziationen geben - genauer gesagt für jede Woche eins! Wer hier gern mitmachen möchte, kann also direkt auch ein Wort vorschlagen. Die vorgeschlagenen Wörter würde ich einfach in der Reihenfolge eurer Anmeldungen oben für die einzelnen Wochen eintragen. Wer mitmachen möchte, muss das selbstverständlich nicht in jeder Woche tun, sondern ganz so, wie man Spaß daran hat. Wenn ihr euch über die Bücher, die ihr gerade zu einem bestimmten Assoziations-Wort lest, austauschen möchtet, dann tut das bitte immer im zugehörigen Unterthema oben. Einfach auf das Thema klicken und dort eure Beiträge schreiben :-) Falls ihr Fragen und Ideen habt, richte ich dafür auch ein extra Thema ein. Nun wünsche ich uns ganz viel Spaß!

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    • 368
  • Der Duft des Sommers

    Der Duft des Sommers
    vormi

    vormi

    16. January 2014 um 12:20

    Ein sehr ungewöhnliches Buch, und ganz was anderes, als ich erwartet habe. Ein sehr einfühlsames Buch über sechs Tage, natürlich im Sommer, die das Leben vieler verschiedener Menschen nachhaltig beeinflußt. Ganz unterschiedliche, gut gelungene Figuren. Von einem pubertierenden Jugendlichen, einer alleinerziehenden Mutter, die oft überfordert ist und sich von der Außenwelt isoliert und der geflohene Strafgefangene Frank, der so eine interessante Art hat, daß ich ihn gerne mal kennenlernen würde. Der leibliche Vater und seine neue Familie. Wir erfahren viel über die Leben der Protagonisten. Vor und nach den sechs Tagen. Sehr einfühlsam geschrieben. Über ganz viele verschiedene Gefühle. Einsamkeit, Liebe, Angst, Neid ... aber alles total vielschichtig. Mir persönlich war es etwas zu kurz an manchen Stellen, da hätten ein paar Seiten mehr gut getan. Und etwas zu traurig, dadurch nur die 4 Sterne.

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  • die Gedankenwelt eines 13 Jährigen

    Der Duft des Sommers
    Keksisbaby

    Keksisbaby

    16. September 2013 um 15:31

    Nach ihrer Scheidung verlässt Henrys Mutter kaum noch das Haus. Beide hausen wie zwei Einsiedler und ernähren sich vorwiegend von Dosensuppen und Fertiggerichten. Einmal in der Woche sieht Henry seinen Vater und dessen Zweitfamilie, aber bei diesen Treffen fühlt er sich zunehmend unwohl. Zum einen hat er das Gefühl, sein Vater liebt seinen sportbegeisterten Stiefbruder mehr als ihn und zum anderen, dass die neue Frau seine Mutter nicht ausstehen kann. Bei einem der raren Einkaufsbummel mit seiner Mutter, bittet Frank sie um Hilfe. Er ist ein entflohener Gefangener und sucht einen Unterschlupf. Frank scheint genau das zu sein, was die beiden gebraucht haben. Seine Mutter blüht auf und Henry hat endlich ein männliches Vorbild. Für ein langes Wochenende werden die drei eine ganz normale Familie. Dieses Wochenende prägt Henry und seine Mutter für ein ganzes Leben. Eine nette Geschichte, die sich durchaus zu lesen lohnt, mich jetzt aber nicht überwältigt hat. Der Leser sitzt in der ersten Reihe, wenn es um die Gedankenwelt von Henry geht und das war mir eine Spur zuviel Sex. Was ganz natürlich ist, für die Pubertät, aber ich brauche kein Buch das mir erzählt, dass ein 13 jähriger sich vorrangig damit beschäftigt, wie Mädchen nackt aussehen oder wie sich Brüste anfühlen. Dass er im Bett nebenan seine Mutter beim Sex hören kann, wurde mir auch einmal zu oft erzählt, ein bisschen weniger hätte es auch getan. Gelungen an der Story ist das Portrait einer Scheidungsfamilie und die Konflikte die daraus erwachsen. Ein Sohn der hin und her schwankt, zwischen dem Wunsch eine männliche Vaterfigur zu haben, zu der er aufschauen kann und der Loyalität gegenüber seiner Mutter. Einer Frau, die eine Abtreibung und mehrer Fehlgeburten nicht verarbeitet hat und in ihrer eigenen Realität verhaftet ist. Die Rettung die als selbst hilfsbedürftiger Mörder naht und der Widerspruch, dass ein gewalttätiger Straftäter, beide zu neuem Lebensmut verhilft. Hätte die Autorin noch ein bisschen von dem Sex weggelassen und den Fokus noch stärker auf die Charaktere und ihre Befindlichkeiten gerichtet, dann hätte ich der Geschichte mehr Sterne verpasst, aber so war mir die Sicht durch zuviel pubertärem Denken auf die Figuren versperrt.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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    • 37
  • Der Duft des Sommers von Joyce Maynard.

    Der Duft des Sommers
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. April 2013 um 02:56

    Henry lebt mit seiner agoraphobischen Mutter Adele ein zurück gezogenes Leben. Doch eine Woche vor Schulbeginn geht den beiden das Essen aus und so brechen sie auf ins städtische Einkaufszentrum. Dort stößt der Erzähler auf einen Mann, den er zunächst für einen Angestellten des Supermarktes hält und der ihn und seine Mutter darum bittet mit ihnen nach Hause fahren zu dürfen. Immer hilfsbereit nehmen die beiden den Fremden bei sich auf. Dieser entpuppt sich jedoch bald als entflohener Sträfling. Von der Magie eines Sommers, erzählt Joyce Maynard in ihrem Buch über Liebe, Komplizenschaft und den weichen Kern im harten Burschen. Dabei schafft sie es dem Leser sowohl bittere Realitäten als auch süße Familienidylle zu servieren, wie der entflohene Sträfling seinen Rettern den perfekten Pfirsich-Pie serviert. Wie schon Das Leben einer Anderen mich begeistert hat, begeisterte mich auch dieses Buch von Joyce Maynard, einer Koryphäe des intelligenten Frauenromans. Ich hätte enttäuscht sein können, nachdem ich mir direkt im Anschluss zu Maynards neustem Roman seinen Vorgänger ins Haus holte, ohne wirklich zu wissen worum es darin ging. Doch ähnlich des mysteriösen Fremden im Hause des Erzählers hat dieses Buch einen Schimmer von Sommer in mein Lesezimmer gezaubert, als der Sommer in Deutschland noch auf sich warten ließ. Verliebt angeschaut haben wir uns, das Buch und ich. Der eine mit den Wimpern klimpernd, der andere mit den Seiten raschelnd, zusammen eine wundersame Lesezeit erlebend. Im Gegensatz zu Das Leben einer Anderen umspannt dieses Buch gerade mal eine Woche, doch diese Woche hat es in sich und verändert die drei Hauptfiguren nachhaltig, wenn auch nicht immer zum Guten. Maynard beschreibt hier eine Mutter, wie ich sie schon aus The Almost Moon von Alice Sebold kenne, die vom Leben gebrochen zwar für ihren Sohn sorgen möchte, es aber außerhalb der Sicherheit ihres Zuhauses nicht mehr zu tun vermag. Maynard bewahrt hier ihre Feinfühligkeit und schenkt der gebeutelten Mutter, die so viel will und doch nicht aus ihrer Haut kann, einen zweiten Frühling, der ihr neues Leben einhaucht und den Leser hoffen lässt, es möge ewig wären. Joyce Maynard hat es geschafft mit nur zwei Romanen in die Liste meiner Lieblingsautoren aufgenommen zu werden. Denn ihre Prosa ist romantisch, weiblich und feinfühlig, dabei aber nie seicht oder albern. Wenn Du Dich bereits für Das Leben einer Anderen interessierst, schreib diesen Roman unbedingt dazu. Ob nun im Sommer oder Winter, die Charaktere werden Dir wie mir mit ihrer Heiterkeit den Tag versüßen und Du wirst es nicht bereuen sie auf ihrer Reise begleitet zu haben. Ein intelligenter, feinfühliger Frauenroman. Romantisch und unkonventionell verzauberte er mich, so dass ich ihn wohl noch lange in guter Erinnerung behalten werde.

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  • Rezension zu "Der Duft des Sommers" von Joyce Maynard

    Der Duft des Sommers
    Dreamworx

    Dreamworx

    15. December 2012 um 14:08

    Ein wunderschönes Buch über Familie, Verlust und über die Liebe. Die Autorin hat so einfühlsam geschrieben und die Charaktere so wundervoll gezeichnet. Lange habe ich kein Buch mehr gelesen, dass mir so zu Herzen ging.

  • Rezension zu "Der Duft des Sommers" von Joyce Maynard

    Der Duft des Sommers
    robbylesegern

    robbylesegern

    30. December 2011 um 18:37

    ein wunderschönes Buch " Der Duft des Sommers" von Joyce Maynard ist ein Buch,das bewegt und den Leser hineinsaugt in die Geschichte dreier Menschen, die 6 Tage miteinander verbrinden, die ihr Leben für immer verändern sollen. Erzählt wird dieser fesselnde Roman vom Ich-Erzähler Henry. Ein dreizehnjähriger pupertierender Junge, der nach der Trennung seiner Eltern ein sehr enges Verhältnis zu seiner Mutter hat.Adele, seine Mutter hat nach einigen Schicksalsschlägen mit dem Leben abgeschlossen und verkriecht sich in ihrem Haus und versucht Kontakten mit ihren Mitmenschen aus dem Weg zu gehen, bis Henry und Adele eines Tages, beim Einkaufen, einen entflohenen Sträfling kennenlernen, den Adele, sozial denkend wie sie ist, in ihrem Haus aufnimmt.Nur 6 Tage verbringen diese drei Menschen miteinander und doch verändern diese 6 Tage das Leben der drei grundlegend. Als ich den Umschlag dises Buches sah, dachte ich an eine nette Sommerlektüre für den Gartenstuhl. Das mich diese Geschichte so gefangennehmen würde habe ich nicht geahnt, denn sonst hätte ich dieses Buch schon viel früher gelesen. Sehr einfühlsam , fesselt und bewegend erzählt die Autorin von den Gefühlen, Beziehungen und dem früheren Leben dieser drei Menschen, die sie zu dem werden ließen, die sie heute sind.Ihr Blick für das Wesentliche läßt die Dreiecksgeschichte der Protagonisten sehr spannend und teilweise auch tragisch werden, ohne jedoch jemals ins Kitschige abzudriften.Die Gefühle eines Pupertierenden, der bisher eine enge und teilweise auch belastende Beziehung zu seiner Mutter hatte, werden genauso beschrieben, wie die Resignation einer Frau, der das Leben böse mitgespielt hat. Die leichte und teilweise beschwingte Erzählweise nimmt der Geschichte allerdings einiges an Dramatik, sodass man als Leser nicht heruntergezogen wird, sondern im Gegenteil hineingesogen wird in eine wunderschöne Liebesgeschichte, der man ein gutes Ende wünscht.Die drei Protagonisten werden so sympathisch dargetellt, dass man sie verstehen und nachfühlen kann, was diese 6 Tage für sie bedeuten. Auf dem Umschlag des Buches steht."Ein Roman, den sie einfach lesen müssen".Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

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  • Rezension zu "Der Duft des Sommers" von Joyce Maynard

    Der Duft des Sommers
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    30. August 2011 um 18:10

    Henry lebt mit seiner Mutter Adele zusammen. Adele ist nicht mehr fähig einen geregelten Tagesablauf durchzustehen. Zu oft wurde sie im Leben enttäuscht und ist lebensmüde. Ihr Sohn ist noch das Einzige, wofür es sich zu leben lohnt. Henry ist 13 Jahre und gerade in der Pubertät. Er fängt an seinen Körper zu erkunden und denkt oft an Frauen und Sex. Er und seine Mutter leben nur von Konserven und Tiefkühlkost. Normalerweise ist es Henry, der Einkaufen geht. Aber an diesem Tag gehen sie zu zweit in den Supermarkt. Henry wird von einem Mann angesprochen. Er ist verletzt. Sie nehmen ihn mit nach Hause. Dort eröffnet ihnen Frank, dass er ein entflohener Häftling ist. Er werde überall gesucht. Am ersten Abend fesselt er noch die Mutter an einen Stuhl. Aber bald fassen die Drei Vertrauen zueinander. Henry findet in Frank sogar eine Art Vaterersatz. Doch bald fühlt sich Henry in Gegenwart seiner Mutter und Frank nicht mehr wohl. Die Geschichte wird von Henry erzählt. Der Autorin ist es gelungen, die Geschichte aus der Sicht eines 13jährigen authentisch zu erzählen. Der Leser fühlt sich wieder in seine Teenagerzeit zurückversetzt. Diese wirren Gedankengänge und die damals seltsamen Gefühlen gegenüber dem anderen Geschlecht. Das Buch ist emotional und feinfühlig geschrieben. Die Personen sind sehr gut ausgearbeitet. Man kann sich gut in sie und ihr Handeln hineinversetzen. Ich wurde total in die Geschichte reingezogen. Ich kann das Buch sehr empfehlen. Es ist eine tiefgründige, liebevolle Geschichte.

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  • Leserunde zu "Der Duft des Sommers" von Joyce Maynard

    Der Duft des Sommers
    steffchen3010

    steffchen3010

    Hallo ihr Lieben, am 27.06.2011 erscheint das Buch "Der Duft des Sommers" von Joyce Maynard als Hardcover im Goldmann Verlag. Meine liebe Patentante (Buchhändlerin) hat mir ein Messeexemplar des Buches geschickt und ich würde es gerne mit euch gemeinsam lesen und diskutieren. Bereits das Cover ist wunderschön anzusehen und es wirkt fast so, als würde uns die Autorin zu einer Reise einladen. Wenn ihr Interesse habt und gemeinsam mit mir reisen wollt, würde ich mich freuen, wenn sich alle das Buch bis zum 11.7.2011 (dann habt ihr 2 Wochen nach Erscheinung Zeit) besorgen und wir dann anschließend hier eine gemeinsame Leserunde starten. Was haltet ihr davon? Darum geht es in dem Buch: Die Liebesgeschichte des Jahres Eine Kleinstadt in New Hampshire: Adele, liebenswert, sensibel und seit ihrer Scheidung todunglücklich, lebt mit ihrem 13-jährigen Sohn Henry völlig zurückgezogen in einem kleinen Haus, das sie nur selten verlässt. Bis Henry sie zu einem Einkaufstrip überredet, der ihrer beider Leben für immer verändern wird. Denn im Supermarkt wird Henry von einem Mann angesprochen, der offensichtlich verletzt ist. Er bittet um Hilfe, und Adele nimmt ihn mit nach Hause. Dort stellt sich heraus, dass Frank, ihr überaus höflicher und rücksichtsvoller Besucher, ein entflohener Sträfling ist. Für ein langes, heißes Septemberwochenende gewähren die beiden ihm Zuflucht. Und während Henry in Frank den lange vermissten Vaterersatz findet, entwickelt sich zwischen Frank und Adele eine zarte, innige Liebe. Eine Liebe, für die sie einen hohen Preis zahlen werden... @buchkolumnistin: Falls sich genug interessierte Leser finden, wäre es vielleicht toll, wenn die Autorin bei der Leserunde mitmachen würde. Hast du vielleicht die Möglichkeit die Autorin zu kontaktieren und sie für die Leserunde zu erwärmen? Wär doch bestimmt ne schöne Sache, oder nicht? Ich bin gespannt, wieviele mit mir reisen werden. ;-P Vlg eure Steffi

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  • Rezension zu "Der Duft des Sommers" von Joyce Maynard

    Der Duft des Sommers
    steffchen3010

    steffchen3010

    02. August 2011 um 15:34

    ~°Ich beherrschte meine Rolle perfekt. Ich wusste, wer meine wirkliche Familie war. Meine Mutter°~ - Henry wächst nach der Scheidung seiner Eltern bei seiner Mutter Adele auf. Adele, die geprägt von ihrer Vergangenheit, ängstlich und sensibel geworden ist, scheint, abgesehen von ihrer Rolle als überfürsorgliche Mutter, in nichts mehr wirklich Kraft investieren zu wollen. Sie hat ihn verloren, den Glauben an ein glückliches erfülltes Leben. Ihre Illusionen, zerstört durch schicksalhafte Wendungen in ihrer Vergangenheit. Das Haus verlässt Adele daher nur sehr selten. Eingekauft wird, wenn Not am Mann ist und die zigfach gelagerten Konservendosen in der Küche sich dem Ende neigen. Doch meist spielt sich auch diese scheinbar alltägliche Aufgabe anders ab, als man sie kennt. Denn während Adele im Auto sitzen bleibt, klappert Henry im Schnelldurchlauf die Regale ab. Kaufen auf Vorrat, das ist die Devise. - Dinge, die den ohnehin schon zurückhaltenden und eher schmächtigen Henry an seiner Schule zum Außenseiter werden lassen. Ihn in seiner Entwicklung bremsen, ihn verweichlichen, seine Verbindung zur Außenwelt unterbrechen. Dabei kann Henry an nichts anderes denken als Frauen. Frauen und Brüste. Mit seinen 13 Jahren befindet er sich in der heißen pubertären Phase seines Lebens. - Doch eines Sommers kommt alles anders. Ganz unerwartet. - Dieses Mal geht Henry gemeinsam mit Adele in den Supermarkt. Henry wird von einem Mann angesprochen, der offensichtlich verletzt ist. Er bittet um Hilfe. Und obwohl diese Bitte Henry merkwürdig erscheint, beschließt seine Mutter ihn mit nach Hause zu nehmen. Schon bald stellt sich heraus, dass Frank ein entflohener Häftling ist. Ganz unverblühmt erzählt er seine Geschichte, ist ihnen gegenüber aufrichtig und höflich. Anstatt skrupellos und brutal zu sein, überrascht er als ein einfühlsamer und rücksichtsvoller Mensch, der sich aufopfernd um beide bemüht. Um beide, Adele und Henry. Aber um Adele besonders. - Trotz aller Widrigkeiten gewähren sie im Zuflucht und sitzen bald schon viel tiefer im Leben, als sie es sich jemals erträumt hätten... - ~°"Ihre Schuhe - ihre Tanzschuhe - lagen unter dem Tisch, und ihre Haare wirkten feucht - vielleicht von Tanzen, vielleicht aber auch vom Leben"°~ - Stellt euch vor, ihr erwartet eine leichte Sommerlektüre und das was sich euch offenbart, ist alles andere als das. Der Sog der Geschichte reißt euch mit, ihr geradet in einen Strudel und begegnet einer derartigen Fülle von Emotionen, dass es euch wie ein Feuerwerk erscheint. Ein Aspekt, der Maynard´s Roman "Der Duft des Sommers" nicht nur abwechslungsreich sondern besonders und einzigartig werden lässt. Maynard´s Konzentration gilt nicht nur einer Person. Sie lässt uns am Leben aller dreier Hauptprotagonisten (Adele, Henry und Frank) sehr intensiv teilhaben. Einzelne Leben, die miteinander verwoben sind und zu einem großen Ganzen werden. Ihr Schreibstil ist gefühlvoll und erschreckend realistisch zugleich. Die Geschichte verläuft anders als erwartet, sie überrascht und begeistert mich. Die Zeit vergeht wie im Flug... - Adeles Leidenschaft galt immer dem Tanzen. Als junge Frau sprühte sie vor Leben und Begeisterung. Die Scheidung von ihrem Mann, der längst mit einer anderen Frau ein neues Leben begonnen hat, setzt ihr hart zu. Alles was ihr bleibt ist Henry, an dem sie sich verzweifelt klammert und ihm kaum Luft zum Atmen gibt. Schicksalhafte Ereignisse ihrer Vergangenheit lassen sie ängstlich werden. Sie beginnt sich abzuschotten, vergisst weiterzuleben. Als Frank in ihr Leben tritt, beginnt sie zu erwachen. Obwohl sie diesen Mann kaum kennt, verspürt sie schnell heranwachsende Gefühle für ihn. Es scheint, als gewähre er ihr Zuflucht, obwohl es genau andersherum ist. Bei ihm fühlt sie sich wohl. Er gibt ihr Sicherheit; ist ihr Stein, der ihr ihr Leben wieder ins Rollen bringt. - Für Henry wird Frank zur Vaterfigur. Während sein richtiger Vater ihn als Weichei betrachtet und gar nicht richtig realisiert, erkennt Frank Henry´s Stärken. Er nimmt sich ihm an, leitet ihn während seiner Phase des Erwachsenwerdens, schenkt ihm Kraft und Sicherheit. Zwischen den beiden beginnt eine Freundschaft. Ein Aspekt, der dem zurückhaltenden Henry wichtiger erscheint, als Frank der Polizei zu melden. Während er sich die letzten Jahre ausschließlich um seine Mutter gekümmert hat, bekommt er plötzlich die Möglichkeit, zu leben und sich auf Dinge zu konzentrieren, die einem pubertierenden Jungen nun mal wichtiger erscheinen, als seine Mutter zu beschützen. - Frank, der von der Öffentlichkeit als gewalttätiger Mörder dargestellt wird, begegnet dem Leser als rücksichtsvoller und sehr liebevoller Mensch. Nachdem man einen Einblick in seine schicksalhafte Vergangenheit bekommt, schenkt man ihm schnell seine Sympathien und verspürt Mitleid. Mitleid für einen Menschen, der vom Leben einfach nur unfair behandelt wurde. - "Der Duft des Sommers" glänzt durch unvorhergesehene Wendungen, jede Menge Gefühl und Tiefgang. Er verkörpert alle Eigenschaften, die ein guter Roman vorweisen sollte. Der Verlauf und das Ende der Geschichte verleihen dem Roman die nötige Würze, die ihn weder kitschig noch unrealistisch wirken lassen. Dass die Pfirsiche auf dem Cover, die das Einband so sommerlich leicht und einladend wirken lassen, in der Geschichte eine primäre Rolle spielen, gefällt mir zudem sehr gut. Ihr Duft liegt mir in der Nase, der Duft des Sommers...

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  • Rezension zu "Der Duft des Sommers" von Joyce Maynard

    Der Duft des Sommers
    glasperlenraum

    glasperlenraum

    24. July 2011 um 17:02

    „Der Duft des Sommers: gefühlsanregend“ Inhalt: „Der Duft des Sommers“ erzählt einen anrührenden Plot rund um die Liebe und das, was sie aus Menschen machen kann. In einem Supermarkt lernt der pubertierende Henry einen Mann kennen, der im Folgenden das Leben des Jungen und dessen Mutter Adele umkrempeln wird. Das allein scheint noch keine Besonderheit, doch bei dem Fremden – Frank – handelt es sich nicht um einen gewissen 08/15-Typen, sondern um einen entflohenen Häftling, der im Haus der alleinstehenden Mutter und ihres Sohnes Unterschlupf findet. Gemeinsam verbringen die drei das Labor Day-Wochenende und Autorin Joyce Maynard führt sie auf den Pfad des Einander-Kennenlernens, aus dem letztlich eine zarte Liebe zwischen Frank und Adele zu erblühen beginnt. Doch nicht nur Henrys Mutter, auch der Junge selbst, beginnt sich zu diesem fremden Mann, hingezogen zu fühlen. Doch wie können solch zerbrechliche Beziehungen überleben und gibt es für sie überhaupt eine Chance zu bestehen? Ich möchte an dieser Stelle dazu nichts verraten, denn diese Spannung soll den geneigten Lesern erhalten bleiben. Stil: Joyce Maynard schrieb dieses Buch aus der Perspektive des 13-jährigen Henry. Dabei greift sie auf die Verwendung von Flashbacks zurück, um der Handlung mehr Tiefe zu geben und die Lebensgeschichte der einzelnen Charaktere zu beleuchten. Auffällig sind ihre Schilderungen kleiner Gesten, die gerade der aufkeimenden Liebe zwischen Adele und Frank Atmosphäre verleihen. Darüber hinaus gelingt es Joyce Maynard auf sehr anschauliche Weise die Gefühle und Gedanken der verschiedenen Personen anzuzeigen und das Charakterdesign durch die Darstellung der Lebensgeschichten zu festigen und umso interessanter und vielseitiger zu gestalten. Loben möchte ich, dass sie die Geschichten der Charaktere nicht im Ganzen erzählt werden, sondern immer wieder feine Stückchen davon portioniert an den Leser verabreicht werden und so die Spannung erhalten bleibt und die Personen nicht von vornherein als zu durchschaubar dargeboten werden. Maynards Beschreibungen der Settings geben gerade genug Auskunft, um die Fantasie anzuregen und anschauliche Bilder entstehen zu lassen, sind aber kurz genug gehalten, um die Handlung nicht in den Hintergrund treten zu lassen. Die Wortwahl der Autorin ermöglicht dabei durchweg einen leichten Lesefluss ohne dabei umständlich viele Schnörkel zu verwenden. Aufmachung: „Der Duft des Sommers“ umfasst 288 Seiten, gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier. Die Hardcoverausgabe, die mir vorliegt, ist in warmen Farben gehalten. Sie verfügt über einen farbigen Einschlag, dessen Titelbild Pfirsiche auf einer hölzernen Unterlage zeigt. Unter dem Einschlag befindet sich ein orangefarbener Einband. Die simple Covergestaltung bekommt durch den Inhalt des Buches ein Gewicht, das dem Leser zuvor noch nicht bewusst sein kann, doch im Nachhinein viel Sinn macht. Aus eben diesem Grund finde ich das Motiv äußerst gut gewählt, denn es hat einen wirklichen Symbolcharakter inne, über den ich hier jedoch nicht zu viel verraten möchte. Persönliche Wertung: „Der Duft des Sommers“ lässt sich leicht in einem Fluss durchlesen. Dieses Buch wartet mit der Darstellung von Emotionen auf und der Autorin gelingt es, diese auf gefühlvolle Weise zu porträtieren. Wer Gefallen an der Darstellung menschlicher Beziehungen hat, sollte Maynards Werk eine Chance geben und es sich zu Gemüte führen. Ähnlich wie der Sommer selbst, hält dieses Buch rührende Eindrücke parat, die der Schönheit eines wolkenlosen Sommertages gleichen. Doch es finden sich auch Spuren einer gewissen Melancholie, die ich am besten mit der Schwere der andauernden Hitze beschreiben kann. „Der Duft des Sommers“ ist eine Komposition aus facettenreichen Emotionen und der Spuren, die das Leben als Erinnerungen in der Seele hinterlässt. Von mir bekommt dieses Buch 5 von möglichen 5 Sternen und eine unbedingte Leseempfehlung!

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