Juan G Vásquez Die Informanten

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Inhaltsangabe zu „Die Informanten“ von Juan G Vásquez

Voller Stolz schenkt der junge kolumbianische Journalist Gabriel Santoro seinem Vater, einem bekannten Rhetorikprofessor, sein erstes Buch. Er kann nicht ahnen, dass sein Vater diese Chronik einer befreundeten deutsch-jüdischen Familie mit einem Verriss in der größten Zeitung des Landes zunichtemachen wird. Mehr noch, dass er mit der Veröffentlichung seines Buches auf ein dunkles Geheimnis gestoßen ist. Gabriel begibt sich auf Spurensuche, die ihn vom Kolumbien der dreißiger Jahre in die Gegenwart führt, und entreißt ein bis heute vertuschtes, unrühmliches Kapitel der Geschichte seines Landes der Vergessenheit. Vásquez' großes Thema ist die Erinnerung, die Rückkehr unserer persönlichen und politischen Albträume. In einer melodischen, bildreichen Prosa deckt er immer neue Schichten der historischen Wahrheit auf und dringt in seelische Abgründe vor.

Stilistisch gut, jedoch sprach mich die Story nicht wirklich an.

— Lysander

der Anfang ist schwierig, lohnt sicher aber, sich die zeit zu nehmen, auch wenn das thema nicht einfach ist

— Anja_Lev

Ein sicher interessantes und wichtiges Thema, aber die Umsetzung überzeugt nicht.

— Rat_Krespel

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  • Rezension zu "Die Informanten" von Juan G Vásquez

    Die Informanten

    Thaila

    17. January 2011 um 13:52

    Der junge Autor Gabriel Santoro veröffentlicht ein Buch über eine alte Familienfreundin. Sara Gutmann mußte als Kind mit ihren Eltern aus Deutschland fliehen und fand in Kolumbien nur schwer eine zweite Heimat. Über diese leidvollen Erfahrungen schreibt Gabriel. Von seinem Vater, ein bekannter Rhetorikprofessor, erwartet er Unterstützung, statt dessen veröffentlicht dieser einen Veriß. Erst Jahre später findet die beiden vorsichtig zueinander. Und erst nach dem Tod seines Vater lernt Gabriel die Beweggründe seines Vaters kennen, ein schmerzhafter Prozess setzt ein, denn Gabriel muss das Bild, das er von seinem Vater hatte, vollkommen revidieren. Indem er die Geschichte seines Vaters erforscht, begibt er sich auch in die Geschichte seines Landes. Im Mittelpunkt des Romans steht die deutsche Gemeinde während des Zweiten Weltkrieges. Da man die Deutschen des Landes pauschal der Sympathien mit den Nationalsozialisten verdächtigte (in der Tat waren viele Anhänger des "neuen Deutschlands"), waren viele Deutsche Repressionen ausgestzt. Schon durch eine Kleinigkeit konnte man auf eine "schwarze Liste" gesetzt werden, was faktisch das Ende der bürgerlichen Existenz bedeutete. Besitztümer wurden konfisziert und Freunde mieden den Kontakt, aus Angst ebenfalls als Nazi aufzufallen. Juan Gabriel Vásquez ist ein wirklich hinreißender Roman gelungen, sprachlich von raffinierter Schlichtheit verbindet er viele große Themen des Lebens: Vater-Sohn-Konflikte, die Frage nach Identitäten und der Rolle, die die Vergangenheit im eigenen Leben spielt, Freundschaft und Verrat. Die verschiedenen Ebenen des Romans werden dabei kunstvoll verschlungen. Hervorzuheben ist auch die feine Übersetzung von Susanne Lange, die mit mehreren Übersetzerpreisen ausgezeichnet wurde.

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  • Rezension zu "Die Informanten" von Juan G Vásquez

    Die Informanten

    Wolkenatlas

    15. March 2010 um 11:09

    "Die Informanten", Juan Gabriel Vásquezs Romandebüt aus 2004, beschäftigt sich mit einem dunklen Kapitel der Geschichte Kolumbiens. 1941 schließt Kolumbien mit den USA ein geheimes Abkommen, dass eine schwarze Liste zur Folge hatte, eine Liste, auf der jeder Deutsche oder deutschstämmige Kolumbianer, oder auch jeder Kolumbianer, der mit Deutschen in Verbindung stand landen konnte. Es reichte oft, von sogenannten Informanten denunziert zu werden. Diese auf der Liste stehenden Personen wurden (teilweise bis 1946) interniert, während die kolumbianische Regierung die Konten der Listenopfer einfror und zur Bezahlung für die Internierung konfiszierte. Dass gesellschaftliche Missachtung und berufliche Misserfolge folgten, liegt auf der Hand. Gabriel Santoro, der Erzähler dieses Romans, hat ein Buch über eine alte Freundin der Familie, Sara Guterman, die mit ihrer Familie als kleines Mädchen aus Nazideutschland nach Kolumbien geflüchtet war geschrieben. Dieses Buch schenkt er freudig stolz seinem Vater, Gabriel Santoro (sen.), der es, ohne es dem Sohn persönlich zu erklären, mit einer vernichtenden öffentlichen Kritik versieht. Jahre später, auf Grund einer Herzoperation des Vaters, kommen sich Vater und Sohn wieder langsam näher, während der Vater seinem Sohn und Sara Guterman gegenüber erwähnt, dass er eine Freundin habe, mit der er über die Weihnachts- und Neujahrstage wegfahren werde. Als der Vater in einer unerklärlichen Nachtfahrt tödlich verunglückt, beginnt sich das Rad der Geschichtsaufrollung rasant zu drehen, sodass sich Gabriel Santoro junior rasch den Tatsachen stellen muss, dass sein Vater während der dunklen Jahre 1941 - 1946 eine unrühmliche Rolle gespielt hatte, die eine befreundete Familie zerstört hat. Gabriel Santoro beginnt nun an der Niederschrift eines weiteren Buchs mit dem Titel "Die Informanten", dass den zweiten Teil des Romans bestimmt. Ein Buch, dass die Umstände der Denunziation von Konrad Deresser und seinem, aus der gesellschaftlichen und privaten Nichtachtung heraus resultierendem Selbstmord reflektiert und sich mit zahlreichen Vermutungen dem möglichen Verbleib von Konrad Deressers Sohn, Enrique Deresser, dem ehemaligen Freund des Vaters von Gabriel Santoro widmet. Juan Gabriel Vásquezs Prosa ist eloquent und mitreißend, erinnert in der Verwendung von Erzählperspektive und der konsequenten Aufdeckung eines lange gehüteten Geheimnisses mitunter, wie auch der Aufbau des Romans, teilweise sehr an Paul Auster. Beeindruckend, wie Juan Gabriel Vásquez mit der Frage der Schuld, des Verzeihens und des Vergessens umgeht. Der 1973 in Bogotá geborene Autor schafft es, originelle Stimmungen zu erzeugen, seelische Abgründe zu durchleuchten und eine konsequente Steigerung der Spannung bis zum Ende des Romans durchzuziehen, die den Leser nie los lässt und wie fast alles in diesem Roman sehr überzeugend ist.

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