Der Roman "Das Geräusch der Dinge beim Fallen" von Juan Gabriel Vásquez handelt von Antonio Yammara, einem Jura-Professor aus Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. Er freundet sich mit Ricardo Laverde an, der allerdings eines Tages neben ihm stehend auf offener Straße erschossen wird. Dieses Erlebnis lässt Yammara nicht mehr los, und er begibt sich auf Spurensuche über seinen Freund Laverde.
Der Roman spielt zunächst hauptsächlich in den Jahren nach dem Tod Pablo Escobars, in denen in Kolumbien Chaos herrschte. Der Autor schafft es dabei, sehr schön die Lage zu beschreiben und die Charaktere einzuführen. Man kann gut mit Yammara mitfühlen, obwohl ich teilweise nicht unbedingt nachvollziehen konnte, warum er wie handelt. Besonders nach der Ermordung seines Freundes, bei der auch Yammara angeschossen wird, fühlt man mit ihm mit. Schließlich findet er eine heiße Spur und kann einiges über Laverdes früheres Leben in Erfahrung bringen. Insofern ist das Buch mehr oder weniger zweigeteilt, während der erste Teil im Jahre 1996 spielt und von der Spurensuche Yammaras handelt, erzählt der zweite Teil des Leben Laverdes vor seiner Ermordung nach. Diese deutliche Zweiteilung habe ich zwar als ein wenig ungewöhnlich Empfunden, hat dem Roman jedoch nicht geschadet.
Besonders interessant war für mich die Verflechtung mit der Geschichte Kolumbiens und dem Aufstieg der Drogenproduktion im Land, der sich kaum jemand entziehen kann. Dabei nimmt der Autor auch immer wieder Bezug auf reale Geschehnisse, wie beispielsweise das Flugunglück von Santa Ana aus dem Jahre 1938 oder Pablo Escobars Ermordung, sowie die Lebensumstände zu dieser Zeit. Diese Verflechtung von historischen Fakten und Fiktion gelingt dem Autor sehr gut.
Insgesamt war es für mich ein hervorragender Roman, den ich innerhalb von wenigen Tagen gelesen habe. Besondere Empfehlung für diejenigen, die sich auch für die geschichtlichen Umstände interessieren. Fünf Sterne!














