Juan Pablo Cardenal , Heriberto Araújo Der große Beutezug

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Inhaltsangabe zu „Der große Beutezug“ von Juan Pablo Cardenal

Chinas weltweiter Einfluss auf Wirtschaft und Politik wächst in rasantem Tempo. Schmuggel, Korruption und die Unterstützung von Diktaturen gehören zum Instrumentarium des Regimes, das seine Interessen mit Gewalt vertritt und seinen Rohstoffhunger rücksichtslos befriedigt. Im Ausland wird China unterstützt von einem Heer von Chinesen. Diese "stille Armee" besteht aus unscheinbaren Händlern, die die billigen Arbeitskräfte vor Ort gnadenlos ausbeuten, und Arbeitern, die unter unmenschlichen Bedingungen schuften. Juan Pablo Cardenal und Heriberto Araújo haben zwei Jahre lang 25 Länder bereist und liefern eine schockierende Analyse, wie China seine Expansion vorantreibt – und was das für uns bedeutet.

Analytisch, schockierend, abwägend, antreibend, umwerfend

— Laupez
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  • Der Große Beutezug

    Der große Beutezug
    Badmojo44

    Badmojo44

    09. January 2015 um 17:53

    Das Buch beschäftigt sich, wie es der Titel schon ausdrücken will, mit China und seinen wirtschaftlich- und politischen Handlungen. Leider muss gesagt werden, dass bei schnelllebigen Themen wie Wirtschaft und Politik, diese deutsche Übersetzung, mit Abstand von 3 Jahren, etwas spät erschien. Themen des Buches: Teil 1. beschäftigt sich mit dem sozialen und wirtschaftlichen Netzwerken, die von emigrierten Chinesen (meist Han-Chinesen), weltweit in verschiedenen Ländern aufgebaut wurden. Die Autoren zeigen, mit Hilfe von Anekdoten, die Mentalität und Geschäftstüchtigkeit der chinesischen Auswanderer. Teil 2. beansprucht den Hauptteil des Buches (mehrere Kapitel). Der Leser, soll vermittelt bekommen wie China unter Einsatz von politischen und wirtschaftlichen Handlungen, sich Zugang zu weltweiten Ressourcen verschafft und diese dann sichert. Wie im gesamten Werk, helfen Anekdoten um ein Bild der regionalen Bevölkerung aufzuzeigen. Teil 3. bezieht sich auf die Einstellung Chinas zur Umwelt und ihrer Erhaltung, in den betroffenen Gebieten. Teil 4. beinhaltet das politische agieren Chinas in Bezug auf seine unmittelbaren Nachbarländer. Fazit: Das die Autoren meinen China wird die führende Supermacht des 21. Jahrhunderts, möchte ich nicht bewerten. Über diese These gibt es verschiedenen Meinungen (siehe FAZ Rezension zum Buch). Wer allerdings Zeitungsberichte über China liest oder Dokumentationen anschaut, denen offenbaren die beiden Autoren nichts Neues. Die sozialen und wirtschaftlichen Netzwerke der emigrierten Chinesen ist ein sehr interessantes Thema. Der zweite Teil, wie schon geschrieben nichts Neues. Der dritte und vierte Teil sind eindeutig zu kurz gekommen, hier war mehr Potenzial vorhanden.

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  • Blutrünstige Welteroberung: Das Sachbuch wie ein Thriller

    Der große Beutezug
    Laupez

    Laupez

    14. May 2014 um 12:56

    Ein Rachefeldzug gegen den Westen, noch immer aus den Wunden des Opiumkrieges blutend? Großherzigkeit gegenüber Schwellen- und Entwicklungsländern, die dringend Chinas Däumchen für Infrastruktur brauchen? Fest steht, dass Chinas Einfluss sich enorm verbreitet, und schon wir W(r)estler sitzen mit im Boot, scheinbar gefesselt und geknebelt, oft mit einem undurchsichtigen Band, um unseren Kopf gewickelt, unser Augenlicht unnütz machend. Es ist nicht nur der Tiger in Sibirien, der seinesgleichen frisst, weil es keine Eichen mehr gibt, die das Wildschwein fressen könnte, welches wiederum vom Tiger gefressen würde - es sind auch Ikea und die westliche Gleichgültigkeit, wenn es um echtes Handeln geht. In Deutschland ist man empfänglich für Skandale und kann wie selten ein anderes Volk über die Verantwortlichen schimpfen. Aber wer denkt schon daran, an sich selbst etwas zu ändern, um wirklich etwas zu bewirken?Es ist nicht nur der böse chinesische Panda, der die Welt erobern will - dahinter steht ein menschliches Volk mit individuellen Schicksalen, Kämpfern gegen Regime und Willkürherrschaft.Wenn wir unseren Planeten, seine natürlichen Ressourcen und die Leben unzähliger misshandelter Arbeiter schützen wollen, wäre schon das bewundernswert: Wenn wir unsere Augenbinden abnehmen und versuchten, uns gegenseitig die Fesseln zu zerreißen. Die beiden Spanier schaffen Bemerkenswertes: Ganz und gar ohne Seriosität einzubüßen, verwandeln sie von Zeit zu Zeit ein Sachbuch in einen Thriller und wieder zurück. Eine (Rück-)Metamorphose, die nicht nur eine gewisse Anerkennung gegenüber den Autoren vertieft, sondern auch einen andersartigen bleibenden Eindruck beim Leser hinterlässt. Die Sicht auf die Welt, globale Ereignisse und Gegebenheiten wird geschärft, wenn auch mit dem Fokus auf mögliche chinesische Interaktion: Da hat China sicher seine Finger mit drin!Als ich für zwei kurze Wochen Tourist in China war, oder Austauschschülerin, oder eine Marionette der chinesisch-deutschen Freundschaft, bekam ich denselben Eindruck wie die beiden Autoren, was insbesondere die fehlende Transparenz der Chinesen angeht. Bei den Schülern war es wie ein unverschuldetes Unwissen, bei den Dolmetschern, Direktoren, Lehrern jedoch schien es mir ein durchdachte Strategie zu sein. Während die Chinesen uns gegenüber vollkommen undurchsichtig sind, bewerkstelligen sie es, uns für sie zu einem offenen Buch zu machen. Der Dolmetscher verstand Deutsch sehr viel besser, als er vorgab, es sprechen zu können. Kleinste Informationen, so unwichtig sie uns erscheinen mögen, erreichten in Lichtgeschwindigkeit die Ohren der Einflussreichen. Wir schliefen (manchmal) in den besten Hotels, erfuhren den besten Service, und doch wirkte es nicht gastfreundlich. Lag vermutlich an dem gruseligen, prüfenden Blick, der stets auf allem lag, was die seltsamen Westler so taten. Als die jungen Chinesen in Deutschland waren, konnte plötzlich jeder, selbst das Mädchen, dessen Familie sich keine Dusche leisten konnte, über Tausend Euro für Uhren aufbringen, vermeintliche Geschenke für die Familie. Mag sein, dass extra für diesen Augenblick gespart wurde (jahrzehntelang), es kann aber auch sein, dass das Image Chinas im Westen ebenso beeinflusst wird wie im fernen Osten. Von ganz oben.Und doch täuschte all das nicht über die enorme Armut im eigenen Land hinweg, verbunden mit einer ebenso enormen Arbeitskraft - paradox?Genauso konsequent vermied es zumindest meine chinesische Mitbewohnerin, irgendwie Kontakt zu westlichem Sein zu bekommen - abgesehen vom Bier, von dem sie dachte, dass auch dreizehnjährige Deutsche ihn wie Wasser trinken. Was wohl in manchen Städten zutrifft, aber davon ist hier nicht die Rede. Ich weiß schon, dass meine Ansichten mit Vorurteilen behaftet sind, die meine Meinung beeinflussen. Mein Abschweifen sollte verdeutlichen: Chinas Elite ist auf Macht und Einfluss aus. Überall; auch im Westen. Auf persönlicher Ebene ist das durch geplantes Schauspiel zu beobachten. Der große Beutezug beleuchtet das Thema auf einer globaleren, sehr wirtschaftlichen Ebene, die jedoch auch für einen Wirtschaftsunwissenden wie mich durchaus lesens- und begreifenswert ist. Fast jeder Buchautor, egal welchen Genres, steckt oft Jahre in seine Projekte, wenn man beispielsweise auch die Recherche miteinbezieht. Die Autoren sind europäische Journalisten und leben in China. Das reicht für gewöhnlich schon für eine gewisse Glaubwürdigkeit. Die Arbeit, die in diesen Enthüllungen steckt, auch wenn diese nicht ganz unbekannt waren, ist unfassbar. Wie oft hätte man die Señores einfach erschießen und dieser gefährlichen Recherche ein Ende bereiten können? Und wie oft wäre es beinahe dazu gekommen? Zahlreiche Interviews, ein Beleuchten beider, positiver sowie klar negativer Seiten, Mut zum Risiko zeichnen den Informationsfluss aus. Manchmal fühlt es sich nicht wie ein Sachbuch an. Wie schon erwähnt, eher wie ein Thriller, der unterschiedlichste Gefühle, vor allem aber Wut auslöst. Manchmal wirkt es wie ein Reiseführer oder ein Roman, in welchem Orte und Momente und Menschen sehr persönlich, fast poetisch beschrieben werden. Detaillierte Anmerkungen vertiefen die unterschiedlichsten Themenbereiche und verlocken den Leser zu weiterem eigenen Nachforschen. In ihnen wird wiederum die Gründlichkeit der Journalisten widergespiegelt. Ich habe ja tatsächlich jede einzelne Anmerkung durchgelesen und mir fiel auf: Es gibt ja schon so viel Literatur zu dem Thema. Ich kannte nichts davon. Jeder Autor muss diese mindestens kleine Hoffnung in sich tragen, die Welt aufmerksamer machen zu wollen, vielleicht ein wenig zu verändern. Ich muss zugeben, ich habe nicht die geringste Ahnung, ob sich inzwischen wirklich etwas verändert hat (und wenn doch, dann weiß ich nicht, ob zum Guten oder Schlechten oder einfach anders). Eines weiß ich. Dass ich dieses Buch einfach jedem empfehle, egal, wie teuer es ist und egal, wie wenige Leser sich wirklich für Sachliteratur interessieren. Ich bin nur eine einzige Person, aber ich habe das Buch gelesen, wurde wütend, habe meinen Eltern und Freunden davon erzählt und diesen vermutlich viel zu langen Text geschrieben - vielleicht hat es sich dafür schon gelohnt.

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  • Der Eroberungszug der „stillen Armee“

    Der große Beutezug
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    21. March 2014 um 13:25

    Der Eroberungszug der „stillen Armee“ Die Augen der Welt richten sich aktuell eher gen Osten Europas und verfolgen misstrauisch die Expansionspolitik Putins. Doch schon seit langem ist klar, dass die „zweite“ Weltmacht (oder, eigentlich, die erste Weltmacht, sieht man sich die Schulden Amerikas in China an) in China heranwächst und zu finden ist. Seien es die rigorosen Niederschlagungen von „Aufständen freier Meinung“, seien es die unverhohlenen Plagiate „auswärtiger“ Technik, sei es vor allem, eher in der Stille, die immensen Landkäufe und Kooperationen mit einem Schwerpunkt in Afrika, bei denen die „Hände“ Chinas, das unermüdliche und unerschöpfliche Reservoir der Arbeiter, sich kräftig ausstrecken nach Land, Nahrungssicherung, Rohstoffen, Einfluss, Macht. Dies ist vielleicht die eigentliche, öffentlich nicht genügend diskutierte „Expansion“ des Milliardenreiches, die, wie im Buch auch herauszulesen, zu oft hinter dem hohen Wirtschaftswachstum Chinas selbst mit all seinen Folgen für Mensch und Umwelt, verschwindet. Wenn es für den Rest der Welt nicht so bedrohlich wäre, müsste man China eine äußerst kluge Politik bescheinigen mit dem einzigen Ziel, dem Land und seiner Führung die Zukunft umfassend und stabil zu sichern. Und das natürlich nicht nur in Afrika sondern an allen lohnenden Orten der Welt, in vielen Schwellenländern und auf vielen Kontinenten. Mit deutlichen Folgen schon mittelfristig für den „Rest der Welt“ was endliche und seltene Rohstoffe angehen wird, was aber auch ganz simpel und einfach die Nahrung und Nahrungssicherung betrifft. Die Autoren haben es sich zur Aufgabe gemacht, hinter die Kulissen der pompösen Diplomatie und Politik zu schauen und sorgfältig weltweit recherchiert. Mit ihrer sehr flüssigen Sprache, die in Teilen fast romanhaft daherkommt. Wenn die Autoren den Leser „mitten hinein“ führen an Orte, Lebensumstände und die beteiligten Menschen, dann bildet das Buch in umfangreicher Form einen Blick auf all das „hinter den Kulissen“ ab. Von Afrika nach Zentralasien bis hin zu Südamerika, an vielen großen Linien, vor allem aber an vielen, vielen ganz konkreten Beispielen bauen die Autoren ihr Gesamtbild vor den Augen des Lesers auf. Das Bild einer Politik, die auf Abhängigkeit zielt, die die eigenen (oft billigen) Produkte weltweit effizient vermarktet und dafür von der anderen Seite wirtschaftliche Abhängigkeit und (wertvolle) Ressourcen einfährt. Ein guter Deal für China, ein erkennbar schlechtes Geschäft für die betroffenen Orte und Regionen, wie Cardenal und Araujo sehr konzentriert aufzeigen. So, als würden weltweit „Außenposten China“) entstehen, in denen chinesische Produkte, Chinesen selbst und chinesische „Lebensart“ (vor allem „Wirtschaftsart“) verschiedene Regionen und Bereiche einfach assimilieren. Ein sehr fundiertes, gut zu lesendes, informatives Buch, welches ungeschminkt, wenn auch nicht überraschend und mit ganz anderen, neuen Informationen, aufzeigt, was Chinas Handel konkret für die „Handelspartner“ bedeutet und welche Folgen dies für die gesamte Welt bereits hat und zunehmend haben wird.

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