Juan Rulfo Pedro Paramo

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Inhaltsangabe zu „Pedro Paramo“ von Juan Rulfo

Urs Widmer liest sein Jahrhundertbuch in der Neuübersetzung von Dagmar Ploetz. Urs Widmer schreibt über das Buch: «Juan Rulfos kleiner Roman, eine Erzählung eher, spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Mexiko, unter dem diktatorischen Regime von Porfirio Díaz. Pedro Páramo ist ein Grossgrundbesitzer in einem einsamen, von allen Göttern und jedem staatlichen Recht verlassenen Hochland Mexikos. So sehr träumend, so sehr traumwandlerisch dieser Roman auch ist, so sehr ist er auch eine reale Beschreibung des Elends mexikanischer Bauern. Eine unbeschreibliche Armut, ein Tod bei lebendigem Leibe, kaum getröstet von einer Kirche, die entweder hilflos oder korrupt war.»

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  • ‚Nein, ich meine das Dorf. Es sieht so einsam aus, als sei es verlassen, als ob da niemand wohnte.‘

    Pedro Paramo

    sabatayn76

    29. July 2017 um 15:00

    ‚Nein, ich meine das Dorf. Es sieht so einsam aus, als sei es verlassen, als ob da niemand wohnte.‘ - ‚Das sieht nicht nur so aus, es ist so. Hier lebt niemand.‘ - ‚Und Pedro Páramo?‘ - ‚Pedro Páramo ist vor vielen Jahren gestorben.‘‚Pedro Páramo‘ ist der einzige Roman des mexikanischen Autors Juan Rulfo, der als Wegbereiter des Magischen Realismus gilt. ‚Pedro Páramo‘ erschien in Mexiko bereits im Jahre 1955 und wurde 1958 erstmals von Mariana Frenk-Westheim ins Deutsche übersetzt. Ich habe den Roman bereits vor mehr als 15 Jahren in der oben genannten Übersetzung gelesen, und ich weiß noch genau, dass ich ihn aufgrund eines Zitats von Gabriel García Márquez auf dem Umschlag gekauft habe: ‚Ich konnte nicht einschlafen, bevor ich das Buch nicht zum zweiten Mal gelesen hatte. Ich habe Rulfos Werk nun ganz wiedergelesen, und ich bin wieder das unschuldige Opfer meiner ersten Erschütterung geworden.‘Nun habe ich ‚Pedro Páramo‘ in der Übersetzung von Dagmar Ploetz, deren großartige Neuübersetzung von García Márquez‘ ‚Hundert Jahre Einsamkeit‘ im Juni 2017 erschienen ist, als Hörbuch gehört, und ich bin nach wie vor von diesem magisch-realistischen Roman fasziniert und begeistert. Rulfo erzählt in ‚Pedro Páramo‘ von Juan Preciado, der seiner Mutter Dolores Preciado auf dem Totenbett versprochen hat, sich auf den Weg nach Comala zu machen, um seinen Vater, den Großgrundbesitzer Pedro Páramo, zu suchen, der dort leben soll. Juan macht sich auf den Weg in das von seiner Mutter als blühend und bevölkert beschriebene Comala, doch er findet nur ein heruntergekommenes, verlassenes Dorf, in dem er überall auf tote Menschen trifft, die ihm die Geschichte von Pedro Páramo und seinen Untaten erzählen. Beim Lesen des Romans spürt man von der ersten Seite an eine gewisse Beklemmung, und die düstere Stimmung, die über Comala liegt, die Hoffnungslosigkeit und die unheimliche Szenerie im Dorf greifen auf den Leser über und versetzen ihn an diesen gespenstischen Ort, an dem Rulfo die Toten zum Leben erweckt und so die Grenzen zwischen den Toten und den Lebendigen verwischt. Die Zeitsprünge durch die Vermischung der beiden Handlungsstränge (Juans Besuch im Dorf versus Comalas Vergangenheit als blühender Ort unter der Tyrannei Pedro Páramos) sind anfangs zwar etwas verwirrend, machen ‚Pedro Páramo‘ jedoch zu einer komplexen Geschichte und den Roman zu einem wahren Meisterwerk der lateinamerikanischen Literatur im Allgemeinen und des Magischen Realismus im Besonderen. So stimmungsvoll ich die Lesung durch das eingespielte Glockenläuten und die insgesamt gelungene Interpretation durch Urs Widmer fand, würde ich eher das Buch als das Hörbuch empfehlen, denn der Schweizer Zungenschlag Widmers passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zur Geschichte und zum Handlungsort Comala.

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