Juan S. Guse

 2,9 Sterne bei 21 Bewertungen

Lebenslauf von Juan S. Guse

Junges Blut: Juan S. Guse, geboren 1989 in Seligenstadt, ist ein deutsche Autor mit argentinischer Abstammung. Er studierte an der Universität Hildesheim Kreatives Schreiben. Anschließend studierte er Neuere Deutsche Literatur und Soziologie an der Universität Hannover. Nach seinem Abschluss wurde er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Bella triste und engagierte sich auch als Teil der künstlerischen Leitung für Literaturfestivals. 2014 arbeitete er dann im Lektorat des Suhrkamp Verlags und schrieb zeitweise für das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Für seine Werke gewann er 2012 den Berliner Literaturwettbewerb als jüngster Teilnehmer. Außerdem gewann er den Hallertauer Debütpreis und den Literaturpreis des Landeshauptstadt Hannover.

Alle Bücher von Juan S. Guse

Cover des Buches Miami Punk (ISBN: 9783103973938)

Miami Punk

 (13)
Erschienen am 27.02.2019
Cover des Buches Lärm und Wälder (ISBN: 9783100024343)

Lärm und Wälder

 (8)
Erschienen am 23.07.2015

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Juan S. Guse

Cover des Buches Miami Punk (ISBN: 9783103973938)
katzenminzes avatar

Rezension zu "Miami Punk" von Juan S. Guse

Für Leser mit Durchhaltevermögen
katzenminzevor 8 Monaten

Seltsame Dinge gehen vor in Miami. Das Offensichtlichste von allem ist wohl, dass das Meer verschwunden ist. Statt Wasser, Strand und Beachkultur findet sich jetzt nur noch eine Wüste aus Sand, Klippen und Schiffswracks vor den Toren der Stadt. Dazu kommen eine Dürre, die mit herbeigeflogenen Wasserladungen inklusive Fischregen bekämpft werden soll, eine Alligatorenplage und ein ganzer Wohnkomplex, der vor allem Nachts von Menschen bevölkert wird, die ihre persönlichen Theorien zum Verschwinden des Meeres und diversen anderen Problemen Miamis teilen.

Das klingt schon mal nach ordentlich viel Romanstoff, doch all das ist nur der grobe Rahmen in dem „Miami Punk“ spielt. Eigentlich folgen wir einer Handvoll Figuren, die in dieser verrückten Stadt leben oder zu Besuch sind. Da wäre zum Beispiel eine Gruppe deutscher, die am letzten Counter-Strike-Tournier teilnehmen möchten, bevor die ikonische 1.6er Version für immer eingestellt wird. Oder Robin, die komplexe Computerspiele entwickelt und mit deren Mutter irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. Dann wären da noch Robins Cousin Lint, der eigentlich studieren sollte aber immer tiefer in die Verschwörungstheorien und den Rowdy Yates Wohnkomplex hineingezogen wird und Robins Partnerin Daria, die für eine Regierungsorganisation eben jene Theorien zu sammeln und zu verstehen versucht. Nicht, dass es ihr gelingen würde.

Und als wäre das alles noch nicht genug, wartet der Roman hin und wieder noch mit unvollständigen Tagebüchern, Transkripten von Gesprächen, Verhörprotokollen, Urbanen Legenden unbekannter Quelle, einer Reihe Gedanken von herunterfallenden Gegenständen vor dem Aufprall oder seitenweise komplettzusammengeschriebenergeschichtendieichirgendwanngarnichtmehrversuchthabezulesen. Ja, all das hängt zwar irgendwie lose zusammen und unterstreicht den skurrilen Charakter des Romans aber es war schlicht und einfach zu viel. Zu anstrengend. Zu lang.

Juan S. Guse hat zwar anschaulich den absurden Zustand Miamis und seiner Bewohner beschrieben, aber über 600 Seiten Zustand und kaum Handlung machen es dem Leser nicht gerade leicht. Der Roman beginnt mittendrin und endet mittendrin und nur mit einiger Aufmerksamkeit lassen sich Schlussfolgerungen und Zusammenhänge herausfinden. Ich hätte mir gewünscht, dass sich Guse auf die Gaming-Storylines konzentriert, denn die mochte ich beide sehr gerne. Den Rest habe ich irgendwann nur noch überflogen, weil es mich nicht interessierte und unnötig ausschweifend war.

Dieser Roman steckt voller guter Ideen und interessanter, lebendiger Figuren. Aber die gehen im vielen Drumherum leider unter. Und auch wenn er teilweise innovativ bis experimentell daherkommt, ist er sprachlich eigentlich nichts besonderes. Ein skurriles Experiment, das viele Worte für wenig Inhalt verwendet. Ich empfehle ihn für Leser mit Durchhaltevermögen, die ein bisschen Interesse an Gaming haben.

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Cover des Buches Miami Punk (ISBN: 9783103973938)
Tulpens avatar

Rezension zu "Miami Punk" von Juan S. Guse

Apokalyptisch gut
Tulpenvor einem Jahr

Miami Punk ist auf jeden Fall eines der Bücher, für die ich die Rezension direkt nach dem Lesen hätte schreiben sollen. Jetzt, ein Jahr später, werde ich dem Roman wohl auf keinen Fall mehr gerecht werden, dazu ist er zu komplex und die Inhalte sind mir nicht mehr präsent genug. Sei's drum.

Guse entwirft ein irgendwie dreistes Szenario, indem er den Atlantik einfach mal verschwinden lässt. Erklärungen dafür gibt es keine, es wird von den Menschen mehr oder weniger hingenommen. Entweder sie sind aus der Stadt geflüchtet oder sie haben sich irgendwie mit der Situation arrangiert. Sie durch diese unwirkliche Welt zu begleiten ist irgendwie aberwitzig, macht Spaß und hat für mich Anklänge an "Gas - Trilogie der Stadtwerke" von Matt Ruff. Das liegt vor allem an den Personenbeschreibungen und den gelungenen Dialogen. Die Protagonisten sind schräg aber sympathisch. Mir hat es besonders die Gamer-Truppe aus Wuppertal angetan, die zu einem Counter-Strike-Turnier antreten. Aber auch mit Robin und ihrer Freundin Daria hat der Autor tolle Charaktere entworfen. 

Was mich etwas stört ist, dass ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, ich warte auf etwas Bestimmtes, das dann aber nicht eintreffen wollte. Das blieb irgendwie bis zum Schluss, der mich nicht richtig abgeholt hat. Trotzdem saucool.

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Cover des Buches Miami Punk (ISBN: 9783103973938)
Countofcounts avatar

Rezension zu "Miami Punk" von Juan S. Guse

Zog sich endlos hin
Countofcountvor 3 Jahren

Leider war das für mich überhaupt nicht „der große Wurf“. Ich war durch die außerordentlich positiven Rezensionen von Spiegel, Zeit, SZ... doch sehr positiv gestimmt, doch die 600 Seiten waren für mich größtenteils eine ziemliche Tortur. Irgendwie hatte ich immer gehofft, das „Puzzle“, das in den Buchbesprechungen so beschworen wurde, würde sich zu einem für mich akzeptablen Bild fügen, letztlich blieben es aber nur lahme Fragmente. Die Spielbeschreibungen, die Beobachtungen des Kongresses, die eingefügten Stücke waren für mich einfach ermüdend und irgendwann dann nur noch nervig. Das ist eigentlich schade, denn die Grundstory ist ja ganz klasse angelegt. Auch die Protagonisten bieten eigentlich viel Entfaltungsmöglichkeit. Sogar die Eintönigkeit und Orientierungslosigkeit der Bewohner bietet eine Menge Potenzial. So ist das Ganze aber für mich nur elendig langatmig durchdekliniert. Schade.

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