Juan Villoro

 3.4 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Das wilde Buch, Das dritte Leben und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Juan Villoro

Das wilde Buch

Das wilde Buch

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Erschienen am 29.09.2014
Das dritte Leben

Das dritte Leben

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Erschienen am 14.03.2016
El Ojo en la Nuca: Conversaciones

El Ojo en la Nuca: Conversaciones

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Erschienen am 30.08.2014
Posada. A Century of Skeletons

Posada. A Century of Skeletons

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Erschienen am 01.12.2013
The Guilty: Stories

The Guilty: Stories

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Erschienen am 15.06.2015
¿Hay vida en la Tierra?

¿Hay vida en la Tierra?

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Erschienen am 01.10.2014

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JulesBarroiss avatar

Rezension zu "Das dritte Leben" von Juan Villoro

Die Gefahr ist das beste Aphrodisiakum
JulesBarroisvor 3 Jahren

Das dritte Leben - Juan Villoro (Autor), Susanne Lange (Übersetzer) 288 Seiten, Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (14. März 2016), 19,90 €, ISBN-13: 978-3446249134


Es gab eine Zeit, als Strände ein Ort der Ruhe waren. Aber heute brauchen „Extremtouristen andere Emotionen. Der ehemalige Rocker Mario Müller entdeckt eine visionäre Möglichkeit in der Karibik: die Freuden der Angst. Und sein alter Freund aus gemeinsamen Musikertagen Tony leitet am Ufer eines riesigen Korallenriffes das Resort „La Pirámide“. In diesem seltsamen und einzigartigen Komplex, können Gäste die extremen Emotionen von Risiko und Angst genießen, vorgetäuschte Terrorakte, Entführungen, Vergewaltigungen: so zum Beispiel unter anderem von der Guerilla entführt zu werden oder russisch Roulett zu spielen. Aber diese Gefahren sind gut kontrolliert und geplant von Mario Müller, dem Erfinder dieses seltsamen Ortes,der so mit großem Erfolg das Tourismus-Geschäft wieder belebt. Alles scheint perfekt, bis Taucher tot aus dem Wasser geborgen werden.

Diese Gäste sind müde von einem Leben ohne Überraschungen. Wenn Sie Angst haben, bedeutet es, dass Sie am Leben sind: sie wollen das Gefühl Angst, um sich zu entspannen.

Im Grunde ist es ein Polizeithriller, wo die Untersuchung von Verbrechen bei der Handlung im Vordergrund steht. Das Gesamtbild ist überzeugend. Elemente, die nie versagen: Polizeiintrigen, ein Toter, eine Frau, eine verborgene Vergangenheit. Aber im Hintergrund lastet eine der schwersten und kategorischen Herausforderungen auf Mexiko und Lateinamerika im Allgemeinen: Drogenhandel und die Gewalt, die er hervorruft. Der faszinierende neue Roman von Juan Villoro wirft moralische Fragen in dieser intensiven Geschichte von Freundschaft, Liebe, Schuld, Erlösung und die Möglichkeit, einer zweiten Chance auf. Und es ist auch die Geschichte der beiden Freunde als Reise in die Vergangenheit, in der Tony langsam sein Leben durch seine Gespräche mit Mario rekonstruiert. Es ist eine schwierige und schmerzhafte Reise, wo jedes Stück der Erinnerungen, das Tony herausholt, auch eine Erfahrung ist, die vergessene Leiden wieder aufleben lässt.

Wir begegnen einer Fülle von beschädigten Figuren, die exzentrisch sind oder einfach eine neue Chance im Leben suchen und deren Schicksale in einem Netz von gefährlichen, geheimen Beziehungen sich zu verflechten beginnen.

Juan Villoro einer der besten lateinamerikanischen Autoren, lässt eine Utopie Realität werden. Er schafft dazu starke Charaktere und eine geradezu filmische Dynamik. Der Autor gehört eindeutig zur Postmoderne: fragmentarischer Stil, offene Enden und vor allem setzt sich Villero mit den Themen auseinander, die die postmoderne Gesellschaft charakterisieren.

Ich habe das Buch mit Interesse und Vergnügen gelesen. Für mich ist es ein „schwarzer“ Roman mit klaustrophobischer Atmosphäre und gleichzeitig eine Gesellschaftskritik auf verschiedenen Ebenen. Sehr zu empfehlen.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Hanser Verlages

http://www.hanser-literaturverlage.de/buch/das-dritte-leben/978-3-446-24913-4/

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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Rezension zu "Das wilde Buch" von Juan Villoro

Eher zahme Geschichte
proguevor 4 Jahren

Dreizehn ist Juan, als sich seine Eltern trennen. Seine Mutter ist völlig durch den Wind, sein Vater gerade in Paris, um eine Brücke zu bauen, denn er ist ein berühmter Ingenieur. Damit seine Mutter die nötige Ruhe hat, um alles Notwendige für die Scheidung zu klären, beschließt sie, Juan in den Ferien zu seinem - sagen wir es mal vorsichtig - etwas durchgeknallten Onkel Tito zu schicken. Dieser Onkel hat irgendwo in Mexiko-Stadt ein scheinbar riesiges Haus, das aus einem Labyrinth der Bücher zu bestehen scheint. Es ist so undurchsichtig für jemanden, der sich nicht auskennt, dass Onkel Tito Juan ein Glöckchen mitgibt für den Fall, dass er sich verirrt, damit er gehört und gefunden wird. Onkel Tito ist nicht nur (vollkommen, aber harmlos) irre, sondern auch überzeugt davon, dass Bücher ein Eigenleben führen. Sie suchen sich ihren Leser, ihren perfekten Leser, wie er Juan erklärt, was der Grund dafür ist, warum manche Bücher sich nicht an den Stellen wiederfinden lassen, wo sie hingestellt wurden. Mehrere Ereignisse bestätigen Onkel Titos Behauptungen (was ihn nicht weniger verrückt sein lässt) und dann ist da auch noch dieses - das eine - Buch, welches nur von einem wahren Lector Princeps gefunden und gelesen werden kann: das wilde Buch. Juan, der mit Lesen und Büchern eigentlich so gar nichts am Hut hat, ist ein solcher Lector Princeps, ein Fürst unter den Lesern. Behauptet Onkel Tito. Und er bittet ihn, das wilde Buch für ihn zu finden ...

Natürlich sind viele Sachen, die in dieser Geschichte angeschnitten werden, nur Metaphern für das Heranwachsen eines Kindes zu einem Teenager oder jungem Erwachsenen. Dass sich im Haus verirren, die Scheidung der Eltern, der verrückte Onkel, der alle drei Sätze, die er spricht, aufs Klo muss, das sich Wiederfinden Juans in völliger Dunkelheit mit dem Ausbruch ins Helle, die erste Liebe, das Verändern von Büchern durch verschiedene Wahrnehmungen, all das sind Probleme und Erfahrungen, die Jugendliche auf der ganzen Welt hatten und immer haben werden. Verpackt in eine phantastische Geschichte hätte dieses Jugendbuch eigentlich wirklich zauberhaft sein müssen, und doch konnte ich es nicht so empfinden. Vielleicht ist mir einfach die Mentalität der Mexikaner zu befremdlich, möglicherweise war mir Juan auch manchmal zu kindlich. Dass ausgerechnet er mit Catalina die erste, große Liebe erlebt, war für mich nicht nachvollziehbar. Allgemein bekam ich keinen ernsthaften Zugang zu den Protagonisten, sie blieben für mich alle zu distanziert und auf gewisse Art waren sie mir gleichgültig. Dabei ist das Buch trotzdem gut zu lesen, wenn auch viele Sachen sich wiederholten (die immer währenden Verrücktheiten des Onkels) und dabei nur deshalb haarscharf an Langeweile vorbeischrammten, weil das Buch so kurz war.

Fazit: Nette Idee, die mich jedoch nicht mitreißen oder gänzlich überzeugen konnte.

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