Juana Schröter

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Rezension zu "Die Entwicklung des Hypnotismus und Sigmund Freund" von Juana Schröter

Argumente zur stärkeren Beachtung der Hypnose in der Therapie
michael_lehmann-papevor 5 Jahren

Argumente zur stärkeren Beachtung der Hypnose in der Therapie

Die Anerkennung der medizinischen Heilhypnose bietet ein sehr differenziertes Bild in der medizinischen und psychotherapeutischen Landschaft Deutschlands.

Als „Heilpraktiker Psychotherapie“ sind Menschen, die mit der Methode arbeiten, der Pychotherapie zugeordnet. Nicht nur dort aber, auch im medizinischen Bereich (selbst in der Zahnmedizin) wird Hypnose durchaus professionell teils genauso eingesetzt, wie sie in anderen Teilen der medizinischen Welt rundheraus abgelehnt wird. Im Rahmen des psychoanalytischen oder tiefenpsychologischen Ansatzes wird die Hypnose bis in die Gegenwart hinein rigoros nicht angewendet.

Liegt die Ursache für diese immer noch bestehende weitgehende „Fremdheit“ gerade zwischen der Psychotherapie und der medizinischen Heilhypnose bereits bei Sigmund Freud begründet? Oder ist die verbreitete Ansicht über dessen Geringschätzung der Hypnose insgesamt ein Irrtum und das Bild im Verhältnis zur Hypnose auch bei Freud bereits ein wesentlich differenzierteres?

Fragen, denen Juana Schröter in diesem schmalen Band sorgfältig nachgeht.

Wobei sie zunächst die behauptete negative Haltung Freuds der Hypnose gegenüber einer kritischen inhaltsanalytischen Prüfung unterzieht mit dem Ergebnis, dass zu Ende hin Freud der Methode durchaus nicht mehr ablehnend gegenüberstand, daher zu undifferenziert nur der zeitweise strikt ablehnende Teil seiner Haltung „die Zeiten überdauert hat“.

Im zweiten Teil des Buches gibt Schröter dann beredt Auskunft über Anfänge, Entwicklung und Geschichte des Hypnotismus, verweist auf die einschneidende Veränderung mit dem „Wegfall des wissenschaftlichen Rahmens“ durch den Tod Charcots, geht noch einmal sehr intensiv auf die Beziehung zwischen Freud und der Hypnose ein, stellt die Bedeutung des Hypnotismus für seine Theoriebildung dar und führt die Gründe Freuds der Ablehnung des Hypnotismus dezidiert auf.

Ohne die nachgewiesene Effektivität der Hypnose dadurch zu schmälern und mit einer „Öffnung der Türen“ durch die sich ändernde Betrachtung Freuds, innerhalb dessen auch die kontinuierliche Entwicklung der Hypnose bis zur Gegenwart hin klar benannt und gewürdigt wird. Mit der natürlich klar benannten Trennung zwischen „Laienhypnosetum“ (Show-Hypnose) und ernsthafter medizinischer Ausbildung und Nutzung.

Eine für den interessierten Leser sehr anregende und differenzierte Auseinandersetzung über Freud Beeinflussung durch den Hypnotismus, seine sich im Lauf der Zeit mehrfach verändernde Haltung der Methode gegenüber und die Folgerungen für eine breitere Anerkennung und professionelle Nutzung in der Gegenwart.

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