Juanjo Guarnido

 4,4 Sterne bei 43 Bewertungen

Lebenslauf

Juanjo Guarnido wurde 1967 im spanischen Granada geboren. Seine Kindheit verbrachte er mit Zeichnen in dem kleinen Dörfchen Salobrena an der Mittelmeerküste. Später zog die Familie nach Granada, wo Juanjo Guarnido sein Studium der Beaux-Arts begann und auch mit dem Diplom abschloss. In Granada wirkte er auch an der Herausgabe einiger Fanzines mit. Während dieser Zeit veröffentlichte er mehrere Illustrationen im Comic Forum von »Planeta de Agostini«, der spanischen Niederlassung von Marvel, was ihm ermöglichte, ein breites Publikum in Spanien zu erreichen. Danach nahm er Kontakt zur Zeichentrick-Branche auf und zog nach Madrid, wo er drei Jahre lang an mehreren Zeichentrickserien arbeitete. Dort traf er gleich am ersten Tag im Studio auf Juan Diaz Canales, den späteren Autor von »Blacksad«. 1993 zog Juanjo Guarnido nach Paris, um in den Walt- Disney-Studios von Montreuil als Layouter zu arbeiten. Derzeit ist er in der Trickfilmbranche tätig. Da er schon immer ein begeisterter Fan des europäischen Comics war, hat er mit sehr viel Geduld an seinem ersten Projekt »Blacksad« gearbeitet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Juanjo Guarnido

Cover des Buches Blacksad 1: Irgendwo zwischen den Schatten (ISBN: 9783551747617)

Blacksad 1: Irgendwo zwischen den Schatten

(19)
Erschienen am 15.02.2001
Cover des Buches Blacksad 2: Arctic Nation (ISBN: 9783551747624)

Blacksad 2: Arctic Nation

(9)
Erschienen am 22.09.2003
Cover des Buches Blacksad 3: Rote Seele (ISBN: 9783551747631)

Blacksad 3: Rote Seele

(8)
Erschienen am 22.11.2005
Cover des Buches Blacksad 4: Die Stille der Hölle (ISBN: 9783551747648)

Blacksad 4: Die Stille der Hölle

(4)
Erschienen am 21.11.2010
Cover des Buches Blacksad 5: Amarillo (ISBN: 9783551747655)

Blacksad 5: Amarillo

(1)
Erschienen am 22.04.2014
Cover des Buches Blacksad 6: Wenn alles fällt – Teil 1 (ISBN: 9783551747662)

Blacksad 6: Wenn alles fällt – Teil 1

(1)
Erschienen am 26.10.2021
Cover des Buches Blacksad Stories (ISBN: 9783551807410)

Blacksad Stories

(1)
Erschienen am 02.12.2025

Neue Rezensionen zu Juanjo Guarnido

Cover des Buches Blacksad Stories (ISBN: 9783551807410)
Flaventuss avatar

Rezension zu "Blacksad Stories" von Juan Díaz Canales

Flaventus
Ein anspruchsvoller Krimi als Einzelband

Der Unterschied zwischen Tieren in einer Fabel und anthropomorphen Tieren ist nicht immer eindeutig abzugrenzen. Grundsätzlich verkörpern Tiere in Fabeln stereotypische Eigenschaft und sind nicht so facettenreich wie anthropomorphe Tiere in einer Geschichte wie z.B. in diesem Band Weekly. Dieser hat nämlich durchaus seinen Anspruch.

Dieser Comic ist zwar ein Spinn-Off zur Blacksad-Reihe, kann aber auch für sich alleine als Einzelband stehen. Denn hier wird erzählt, wie aus dem verpeilten jugendlichen Dustin Kalisnowszczyznai der Reporter Weekly geworden ist. Die Handlung spielt in einem alternativen New York der 1950, in dem tierähnliche Figuren agieren. Ich schreibe deshalb tierähnlich, weil ihnen manchmal Dinge hinzugefügt wurden, damit diese besser in die Welt passen (allerdings gehen die Darstellungen nicht so weit, als dass man von Chimären reden könnte).

Die Story ist recht undurchsichtig, was an der Vielzahl der Figuren liegt, auf die Dustin trifft. Auch die sehr radikale Herangehensweise der Figuren ist nicht unbedingt typisch und macht das Verfolgen seiner Anläufe in einem Job seine Zukunft zu finden schwierig.

Die Zeichnungen und die Farbgebung sind sehr passend zu jener Zeit gewählt worden. In Sepiafarben und Brauntönen wird sehr eindrucksvoll unterstrichen, in welcher Zeit die Handlung angesiedelt ist. Das Verhältnis der Figuren zueinander ist manchmal nur schwer nachzuvollziehen und so mancher extremistischer Gedankengang lässt am Verstand zweifeln. Und passt ganz gut zu der Story.

Natürlich gibt es auch einen Kriminalfall, den es zu lösen gilt, wobei Dustin nicht als Ermittler, sondern eben als angehender Reporter in Erscheinung tritt, was ja auch Sinn macht, ist Weekly ein Reporter in der Blacksad-Reihe.

Fazit

Hin und wieder fand ich es schwierig nachzuvollziehen, weshalb die Figuren so agieren, aber in Summe ist dies ein anspruchsvoller Krimi als Einzelband erzählt mit anthropomorphen Tieren in einem alternativen New York. Und das nicht nur für Fans der Reihe, da dieser Band auch gut als Einzelband funktioniert.

Ich brauche sofort die Fortsetzung

Der erste Band der »Blacksad«-Comic-Serie erschien in Deutschland im Jahr 2001. Nach der Veröffentlichung des fünften Bandes im Jahr 2014 herrschte für einige Jahre Funkstille. 2021 kehrte John Blacksad endlich zurück. In »Blacksad 6: Wenn alles fällt – Teil 1« steckt der schwarze Kater wieder über beide Ohren in Ermittlungen. Das Szenario stammt von Juan Diaz Canales. Juanjo Guarnido ist für die Zeichnung und Farben verantwortlich.

Wir befinden uns in New York der 1950er Jahre, zumindest deutet vieles darauf hin, denn genaue Angaben gibt es nicht. Im Mittelpunkt stehen Detektiv John Blacksad und sein Freund Reporter Weekly. Als sich die beiden im Park eine Theateraufführung ansehen, kommt es zu einer Auseinandersetzung der Theatergruppe mit der Polizei und schon befinden sich Blacksad und Weekly in einem Strudel aus Verschwörung, Korruption und Mafia.

Auch wenn der Comic-Serie nachgesagt wird, dass sie im Stil des Film noir gestaltet ist und ich auch einige Schnittpunkte mit dem Filmgenre entdeckt habe, finde ich, dass Band 6. nur einen kleinen Hauch davon versprüht. Aus meiner Sicht hat der Comic vielmehr von einem Krimi oder einem Thriller. Auch das Artwork ist viel zu farbenfroh und nicht so düster, wie ich es von einem „Film noir-Comic“ erwartet hätte.

Das Spannendste an »Blacksad« ist, dass Tiere vermenschlicht werden. Zum einen geschieht dies auf der visuellen Ebene. Alle Figuren haben einen menschenähnlichen Körper und tragen Kleidung. Zum anderen betrifft diese Vermenschlichung ihr Tun und Handeln. Die Figuren haben einen Job, verschiedene Weltanschauungen und Motivationen. Noch interessanter ist, wie jede Tierart und ihre Rolle in der Geschichte bestimmte Assoziationen wecken. Zu den „Guten“ gehören zum Beispiel Tiere wie Katzen, Hunde und Füchse. Reptilien – also, Tiere, vor denen sich wahrscheinlich viele ekeln – agieren meistens als Antagonisten.

Das Artwork bereitete mir auf jeder Seite pure Freude, da es nicht nur schön anzusehen ist, sondern weil es viele Details aufweist. Figuren, Landschaften, Gebäude – alles ist durchdacht und genau ausgearbeitet. Auch die Gesichtsausdrücke und Emotionen der Charaktere sind deutlich zu erkennen. Da es in »Blacksad 6: Wenn alles fällt – Teil 1« visuell viel zu entdecken gibt, lohnt es sich, die Zeichnungen ganz genau anzuschauen. Ein gutes Beispiel hierfür ist auf Seite 38 zu finden, denn hier gibt es ein Panel, dass eindeutig von Edward Hoppers »Nighthawks« inspiriert wurde.

Fazit

»Blacksad 6: Wenn alles fällt – Teil 1« ist leider mein erster Blacksad. Auch wenn ich die Reihe erst vor kurzem entdeckt habe, bin ich mega happy, dass ich auf sie aufmerksam geworden bin. Ich muss jetzt zusehen, dass ich mir schnell Band 1-5 zulege, damit ich das Verpasste nachhole. Ich freue mich schon auf »Blacksad 6: Wenn alles fällt – Teil 2«!

Toller Comic im Film-Noir!

Auf diese Comic-Reihe bin ich durch die im Carlsen Verlag dieses Jahr erschienene Gesamtausgabe neugierig geworden. „Blacksad – Irgendwo zwischen den Schatten“ ist der erste Teil der bereits 2000 erschienenen Reihe rund um den Privatdetektiv John Blacksad. Die Mimik aller tierischen Charaktere ist absolut einmalig und allein wegen der wundervollen Bilder lohnt sich dieser Comic. Aber auch die Inszenierung und Geschichte an sich ist gut durchdacht und sorgt für einen tollen Lesefluss.
Alle Personen der Geschichte sind Tiere, die dabei ein wenig stereotypisch genau den Wesenszug verkörpern, der ihnen zugeordnet werden kann. Das macht einen Bären zum Schläger und eine Maus zur Putzfrau. Das erscheint zwar vielleicht ein wenig oberflächlich, bringt aber auch einen gewissen Witz mit sich.

„Das hier würde von nun an meine Welt sein. Ein Dschungel, in dem die Grossen die Kleinen fressen und Leute sich wie Bestien gebärden. Ich beschritt einen Weg auf der dunkelsten Seite des Lebens..
..und bin noch immer mitten darauf.“ (S. 48)

Der innere Monolog Blacksads, der einen durch das ganze Buch begleitet, hat mich persönlich an „Sin City“ und Hartigans Erzählerstimme erinnert. Aber auch generell besitzt der Comic einen Film Noir Effekt durch die düstere Stimmung, den hell-dunkel Kontrasten und eben durch das Voice-Over von Balcksad.
Die Bilder schaffen es wirklich nicht nur den Erzählstrang zu unterstützen, sondern tragen durch die einmalige Mimik aller Charakter zum Witz einiger Szenen bei, wenn ein Wiesel beispielsweise ganz allein in eine Echsen-Bar stolpert. Allein die Zeichnungen machen den Comic zu einer absoluten Must-have für Comic Liebhaber.

Mit Abstand einer der besten Comics, die ich bisher gelesen habe. Ich werde mir jedenfalls auch die Gesamtausgabe dazu besorgen, weil der Comic viel zu schnell vorbei war und ich unbedingt mehr von Blacksad und dieser korrupten Stadt erfahren möchte.
Abschließend noch ein großes Dankeschön an den Carlsen Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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