Judith Barrington Erinnerungen und Autobiografie schreiben

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Inhaltsangabe zu „Erinnerungen und Autobiografie schreiben“ von Judith Barrington

Autobiografien erzählen meist eine vollständige Lebensgeschichte; Erinnerungen dagegen behandeln ein einzelnes oder mehrere Themen aus einem Leben. Judith Barrington hilft Autoren dabei, ihr autobiografisches Thema zu erkennen, einzugrenzen und sich beim Schreiben darauf zu konzentrieren. Sie geht auf Fragen der Form, der Zeitebenen und der individuellen Stimme ein. Sie zeigt, wie man das innere Erleben schildert, Namen und Orte nennt oder verfremdet - und dennoch bei der Wahrheit bleibt. Wichtige Aspekte des Persönlichkeitsrechts im Zusammenhang mit autobiografischem Schreiben werden erläutert.

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    Erinnerungen und Autobiografie schreiben
    Wortklauber

    Wortklauber

    28. December 2016 um 08:31

    Judith Barrington ist Autorin und Lehrerin für kreatives Schreiben, 1944 in England geboren, 1976 in die USA ausgewandert. Diese pragmatische, „amerikanische“ Herangehensweise, wonach Schreiben gelernt werden kann und nicht ausschließlich Inspiration/Talent ist (setzt ein Buch wie dieses natürlich voraus), findet seinen Niederschlag auch in Übungsvorschlägen, die am Ende eines jeden Kapitels stehen. Barrington legt zunächst die formalen Unterschiede zwischen Erinnerungen und Autobiografien dar. In der Autobiografie wird quasi der ausführliche Lebenslauf beschrieben, während sich Erinnerungen mit herausgegriffenen Ereignissen beschäftigen. Die Autobiografie also die Geschichte eines Lebens, eine Erinnerung eine Geschichte aus dem Leben. Erinnerungen wurzeln demnach im Bereich des Essays, teilen in der heute üblichen Form jedoch auch viele Eigenschaften mit der Fiktion. Wer seine Erinnerungen aufschreibt, sollte ein talentierter Geschichtenerzähler sein, meint Barrington, muss Vor- und Rückgriffe gut timen, in der Lage sein, glaubhafte Dialoge zu verfassen, zwischen Szene und Zusammenfassung passend wechseln – kurz, mit den Mitteln der Literatur gute Geschichten erzählen. Barrington beschreibt Erinnerungen als hybride Form, die Elemente des Essays als auch des fiktionalen Erzählens beinhaltet. Der Autor erzählt eine wahre Geschichte, möglichst packend und wahrhaftig, und denkt gleichzeitig darüber nach. Dass persönliche Erlebnisse, Eindrücke, Haltungen schon immer ins Schreiben eingeflossen sind, auch wenn am Ende „Roman“ auf dem Buchdeckel steht, wird vorausgesetzt. Barrington meint, dass Erinnerungen, Autobiografisches auch „nur“ schöne Prosa ist, die über wahre Erfahrungen berichtet. Folglich beschäftigen sich viele Kapitel mit der Form, finden sich dort Ratschläge, die auch für das Schreiben von Fiktion gelten. Aber, mal ehrlich: Wen interessiert das eigentlich? Wer soll die Erinnerungen von Lieschen Müller lesen? Sind Erinnerungen nicht nur etwas für berühmte oder zumindest berüchtigte Menschen? Barrington fragt: Was berührt einen lebenslang, lässt einen immer wieder zu einem bestimmten Themenkomplex zurückkehren? Fixierungen, Manien – das sind keine schönen Begriffe, niemand will sich nachsagen lassen, fixiert zu sein, eine Manie zu haben. Und wenn nun jemand über „fixe Ideen“ schreibt, was soll dabei herauskommen – urteilt die Ketzerin in mir. Barrington meint, dass die Themen, die Autoren manchmal tunlichst vermeiden, trotzdem eine wichtige und ergiebige Materialquelle sein können, dass es sich lohnt, sich dieser Aufgabe zu stellen. Wahrheit ist natürlich ein dehnbarer Begriff – was, wenn einem gar nicht alle Fakten vorliegen? Z. B., wenn sich das, was man schreiben will, über mehrere Generationen einer Familie erstreckt, man manche Begebenheiten, über die man schreiben will, gar nicht erlebt hat, sie nur vom Hörensagen kennt? Und hat nicht überhaupt jeder seine eigene Wahrheit? Barrington schreibt, dass der Autor eine Art Vertrag mit dem Leser abschließt. Als Autor von Erinnerungen, kann das Rohmaterial nur aus der persönlichen Erfahrung stammen. Es liegt aber am Autor, wie fantasievoll er die Tatsachen bearbeitet, wie er Lücken schließt. Die Erinnerung wird von Fakten begrenzt, die Fiktion nur von dem, was ein Autor einem Leser glaubhaft machen kann. Ein Vertrag kann nun strikt oder großzügig ausgelegt werden, unter letzteres fiele z. B. die Verschmelzung mehrerer Personen zu einer einzigen, Ereignisse chronologisch zu verändern. Es geht vieles, solange man es dem Leser nicht als „wahr“ verkaufen möchte. Manipulationen haben ihren Preis, schreibt Barrington, nicht nur, indem man Glaubwürdigkeit verspielt, sondern auch, weil der Versuch der Täuschung einem Text zumeist anzumerken sein wird. Fragen und Interpretationen seien daher im Zweifel die besseren Mittel, Lücken zu schließen. Ergänzt wird das Buch um ein Kapitel, das sich mit moralischen Grenzen befasst, der Frage, was veröffentlicht werden sollte und was nicht. Ein deutscher Anwalt vervollständigt diesen Komplex um juristische Grenzen: Was ist erlaubt, wovor sollte man sich lieber hüten.

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