Judith Butler

 4,1 Sterne bei 27 Bewertungen
Autor*in von Das Unbehagen der Geschlechter, Haß spricht und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Judith Butler, geboren 1956, ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik, Gender Studies und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. 2012 erhielt Butler den Adorno- Preis der Stadt Frankfurt am Main.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Judith Butler

Cover des Buches Das Unbehagen der Geschlechter (ISBN: 9783518117224)

Das Unbehagen der Geschlechter

(11)
Erschienen am 29.10.1991
Cover des Buches Haß spricht (ISBN: 9783518773628)

Haß spricht

(3)
Erschienen am 18.07.2022
Cover des Buches Psyche der Macht (ISBN: 9783518117446)

Psyche der Macht

(1)
Erschienen am 27.08.2001
Cover des Buches Gefährdetes Leben (ISBN: 9783518123935)

Gefährdetes Leben

(1)
Erschienen am 31.01.2005
Cover des Buches Kritik der ethischen Gewalt (ISBN: 9783518293928)

Kritik der ethischen Gewalt

(1)
Erschienen am 30.04.2007
Cover des Buches Körper von Gewicht (ISBN: 9783518117378)

Körper von Gewicht

(1)
Erschienen am 26.08.1997

Neue Rezensionen zu Judith Butler

Cover des Buches Who's Afraid of Gender? (ISBN: 9780241595824)
Y

Rezension zu "Who's Afraid of Gender?" von Judith Butler

Yps
Philosophie, Psychologie, Politik

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus hieß es einst im kommunistischen Manifest. Heute scheint es die Gender Theorie zu sein die diese Rolle eingenommen hat und die gleichen Geisterjäger wie einst der Antikommunismus generiert. Wie konnte es soweit kommen dass ein wissenschaftlicher Fachbegriff zum Feindbild für Massen von Menschen wurde? Diese Frage stellt und beantwortet eine der Ikonen eben dieser Studien an der Schnittstelle von Philosophie, Psychologie und Politik. Stark ist dieses Buch immer wenn es auf universitärem Niveau zitiert, analysiert und kritisiert. Dann zeigt es wie schwergewichtig, fruchtbar und interdisziplinär dieses Thema sein kann. Schwächer ist es immer wenn es aktivistisch versucht möglichst breite Allianzen zu bauen. Das weitet sich aus in endloses Name-dropping progressiver Schlagwörter von Kolonialismus und Ökologie bis zu Sozialismus. Dann wirkt es fast so phantasmagorisch wie es dies der Gegenseite attestiert. Dennoch zeigt sich Butler hier wieder einmal am Puls der Zeit und der ist ziemlich unruhig und ungesund. Gute Besserung uns allen.

Cover des Buches Das Unbehagen der Geschlechter (ISBN: 9783518117224)
M

Rezension zu "Das Unbehagen der Geschlechter" von Judith Butler

Mogli99
Das Aufscheinen von Identitäten und Körpern

Dieses Buch ist ein Popstar. Sein Titel ist innerhalb des Diskurses über Geschlechteridentitäten fast schon sprichwörtlich geworden. Alle sprechen darüber, wenige haben es vermutlich ganz gelesen.

Das liegt wohl nicht allein daran, dass der Diskurs über die Trennung von sex und gender noch immer - und obschon die Gender Studies zunehmend an den Hochschulen institutionalisiert sind -,  bloß am Rande der Gesellschaft zirkuliert. Das wäre ja, genau genommen, ein Grund mehr, Das Unbehagen der Geschlechter zu lesen.
Auch die hölzern wirkende Sprache (zumindest der deutschen Übersetzung) , die keiner Ästhetik frönt, sondern die Sprache benutzt, um (auch fachwissenschaftlich) exakte Aussagen treffen zu können, könnte dazu beigetragen haben.

Dennnoch ist es lohnend, sich - gleichwie - durch dieses Buch zu wühlen. Nicht nur zeigt sich Judith Butler darin als äußerst umsichtige Denkerin, die nicht einzig dem Patriarchat, sondern allem binären Denken im Feld der Geschlechteridentität den Kampf angesagt hat. Fast schon kühl und vor allem undogmatisch handelt sie ja die feministischen und psychoanalytischen Theorien ihrer Zeit ab (Luce Irigaray etwa und Monique Wittig; Sigmund Freud und vor allem Jaques Lacan) und deckt deren aus ihrer Perspektive zwangsweise aufscheinenden Schwächen auf.

Butler zeigt aber darüber hinaus noch mehr, sie weist uns Möglichkeiten der Subversion auf fern aller radikaler Umsturzversuche. Ihre Methodik, die sie aus den parodistischen Aneignungen von - vermeintlich - heterosexuellen Praktiken in der Homosexuellenszene sowie den diskursanalytischen Arbeiten Michel Foucaults ableitet, ist dabei die der mannigfachen Rekontextualisierung. Eine durch Überlappungen, Überschneidungen, Versetzungen erzeugte Wucherung der Geschlechteridentitäten also, die jedes Konzept von Herrschaft untergräbt. So Butler. Erprobt, als Gesellschaft, haben wir ihre Ansätze kaum oder gar nicht. Obwohl der Titel ihres Buches in aller Munde liegt.

Zeit also, dieses Buch zu lesen, über seine Gedanken zu diskutieren, unaufgeregt, aber beStimmt, wie es die Autorin selbst uns performativ in ihrem Buch aufzeigt.

Cover des Buches Das Unbehagen der Geschlechter (ISBN: 9783518124338)
Sokratess avatar

Rezension zu "Das Unbehagen der Geschlechter" von Judith Butler

Sokrates
Rezension zu "Das Unbehagen der Geschlechter" von Judith Butler

Judith Butler, amerikanische Professorin für Rhetorik, Komparatistik und Gender studies, hat mit Das Unbehagen der Geschlechter ihr bekanntestes Buch vorlegt. Hier erörtert sie ihre Forschungsergebnisse zum Thema Geschlechterrolle und Geschlechtsidentität. Butler geht davon aus, dass Geschlechterrollen und die Identifikation mit diesen Rollen durch gesellschaftliche Prägung erfolgt, also nicht aus unserer Biologie des Menschen folgt, sondern einem jeden durch Prägung und Erziehung erworben wird. Damit sind natürlich auch Vorbehalte (Homosexualität, Bisexualität) eine Frage der kulturellen Prägung. Damit ist aber auch – so Butler – bewiesen, dass Geschlechterrollen veränderbar sind, indem kulturelle Vorbehalte überwunden werden. Ein Ablegen vorhandener Vorurteile scheint daher möglich, da lediglich zwingende Folge aus einer Konstruktion. - - Die Idee kann überzeugen; mir war sie nachvollziehbar und logisch. Allerdings waren Sprache und Schreibstil sehr komplex, zuweilen musste man Passagen mehrmals lesen, sehr viele Fremdwörter wurden verwandt, zudem eine hochkomplexe Argumentationsweise. Wer sich daher an dieses Buch wagt – immerhin der Klassiker der Gender Studies – sollte Zeit, Geduld und Vorwissen mitbringen, um das Buch in seiner ganzen Tiefe verstehen zu können.

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