Judith End „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“

(62)

Lovelybooks Bewertung

  • 57 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 39 Rezensionen
(38)
(21)
(2)
(0)
(1)

Inhaltsangabe zu „„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!““ von Judith End

Jung, glücklich, schön – und Krebs 'Als ich nach Hause komme, sehe ich als Erstes dich, kleine Paula. Du kommst an Doros Hand gerade aus dem Kindergarten. Stehst vor dem Haus und wartest auf mich. Du bist wie immer ein kleiner Fels in der Brandung, und es ist so seltsam, dich aus der Ferne zu sehen. Für dich geht alles weiter. Mit deiner gestreiften Mütze und deiner festen Stimme. Und du freust dich über mich. Für dich muss ich leben. Ich muss, ich muss, ich muss!' Der Schicksalsbericht einer taffen jungen Frau und ihrer Tochter, die gemeinsam der Krankheit trotzen.

Eine Biografie die berührt.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Stöbern in Biografie

Gegen alle Regeln

biografischer, düsterer, regelrecht depressiv wirkender "Roman"

Buchmagie

Eisgesang

Toller Reisebericht, der auch Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Autorin gibt.

MissPommes

Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl

Witzige Einblicke in Lauren Grahams Leben. Als wäre man mit ihr in Lukes Diner zum Kaffee verabredet. Herrlich!

I_like_stories

Neben der Spur, aber auf dem Weg

Ein tolles Buch, das ADS endlich auch für nichtbetroffene Greifbar und Erklärbar macht und das betroffenen Mut gibt. Danke!

I_like_stories

Farbenblind

Tragisch, ergreifend und wissenswert werden hier Einblicke in das Apartheidsystem Südafrikas gewährt, mit etwas Humor gewürzt.

sommerlese

Heute ist leider schlecht

Witzig, intelligent und unterhaltsam

I_like_stories

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Diagnose Brustkrebs - das Leben steht Kopf

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. April 2017 um 05:33

    Jung, glücklich, schön – und Krebs »Als ich nach Hause komme, sehe ich als Erstes dich, kleine Paula. Du kommst an Doros Hand gerade aus dem Kindergarten. Stehst vor dem Haus und wartest auf mich. Du bist wie immer ein kleiner Fels in der Brandung, und es ist so seltsam, dich aus der Ferne zu sehen. Für dich geht alles weiter. Mit deiner gestreiften Mütze und deiner festen Stimme. Und du freust dich über mich. Für dich muss ich leben. Ich muss, ich muss, ich muss!« Der Schicksalsbericht einer taffen jungen Frau und ihrer Tochter, die gemeinsam der Krankheit trotzen Judith End bekam mit 25 Jahren die Diagnose Brustkrebs. Sie kämpft nicht nur um ihr eigenes überleben, sondern auch um das ihrer Tochter  . Wie Judith über den Umgang mit ihrer Tochter in der schweren Zeit schreibt , ging mir sehr zu Herzen. Sie beschreibt sehr gut die harten Zeiten und man kann soweit es überhaupt möglich ist ,ihr gut nachfühlen. Ein Dank an die Autorin , die vielleicht anderen jungen Frauen damit Mut gemacht hat und damit Kraft gespendet hat ,auch in dieser Zeit den Sinn des Lebens nicht zu verlieren. Leider fand ich, das das Ende so abrupt war irgendwie. Aber dennoch erfreulich. So wie ich gelesen habe , wurde bei ihr 2011 Gebärmutterkrebs diagnostiziert. Eine seltene, aggressive Form.  Und im Alter von 31 Jahren ist sie leider verstorben.  Aber im Herzen ihrer Familie lebt sie weiter  . Danke Judith für dieses Buch, das du uns teilnehmen lassen hast an deinem Leben und so unvergessen bleibst.

    Mehr
  • Leserkommentare zu „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“ von Judith End

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    Antje Druselmann

    Antje Druselmann

    01. October 2012 um 10:24 via eBook '„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“'

    Nach dem Lesen dieses autobiographischen Buches habe ich großen Respekt entwickelt vor dieser mutigen Frau. Es ist eine Aufforderung an das Kämpfen und zum Leben. Umso trauriger stimmt es mich, dass Judith End diesen Sommer gestorben ist und den Krebs nicht besiegen konnte.

  • Rezension zu "„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“" von Judith End

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    robbylesegern

    robbylesegern

    18. December 2011 um 18:14

    meine volle Hochachtung vor dieser Frau Dieses Buch wird für mich zu denen gehören , die einen besonderen Platz in meinem Regal bekommen. Judith End ist wirklich eine begnadete Erzählerin, die kein Blatt vor den Mund nimmt und mich zwei Tage lang eine Gefühlsachterbahn hat erleben lassen. Die Autorin dieses Buches hat meiner Meinung nach schon einen Orden verdient als alleinerziehende Studierende, als sie jedoch die Diagnose Brustkrebs erfährt im Alter von 25 Jahre ,zieht ihr dies erst einmal den Boden unter den Füßen weg. Sie durchlebt alle Phasen eines solchen Traumas von Negieren über Wut, Traurigkeit und Angst, bis zum Annehmen des Kampfes gegen diese schwere Erkankung. Der Leser darf diesen Kampf nun miterleben mit all seinen Facetten und Judith End beschreibt ihn so empatisch, dass mir so manche Träne die Wange herunterlief.Ich musste allerdings auch häufig laut auflachen ,denn die Autorin erzählt viele Situationen in einem humorvollen und auch selbstironischen Stil. Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Beschreibungen ihres Gefühlslebens was das Annehmen ihres Körpers nach der OP anging. Ich glaube, Menschen, die solch ein Schicksal nicht durchleben mussten, können sich keine Vorstellung davon machen, was es heißt, im Alter von 25 Jahren seinen Körper und die unterschwelligen Ängste, die einen immer begleiten,so anzunehmen wie Judith das letztendlich geschafft hat. Die Schilderungen ihres Gemütszustandes sind ihr meiner Meinung nach fantastisch gelungen."Mit deinen inneren Schätzen hab ich dich lieb wie du bist", sagt Judiths Tochter eines Tages zu ihr und dem kann ich nur noch hinzufügen "Und für deine unendliche Kraft,die du bewiesen hast, kann ich dich nur bewundern." Danke für dieses tolle Buch und ich wünsche der Autorin ein langes erfülltes Leben

    Mehr
  • Frage zu "Mein linker Fuss" von Christy Brown

    Mein linker Fuß
    Bella5

    Bella5

    Hallo,ich suche Bücher über Menschen, die trotz Krankheit ihr Leben meisterten. Romane sowie Biographien,siehe Beispiel unten.

    • 14
  • Rezension zu "„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“" von Judith End

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    mh3maria

    mh3maria

    03. March 2011 um 11:13

    Als mich LovelyBooks im September anschrieb und fragte, ob ich nicht Interesse hätte ein Buch zu rezensieren, hab ich natürlich sofort zugesagt. Hier ein kleiner Auszug aus der Mail: Jung, glücklich, schön – und krebskrank. Judith End hat mit ihrem autobiografischen Buch ‘Sterben kommt nicht in Frage, Mama!’ ein sensibles Thema angepackt und aufgegriffen. Klingt ein bisschen wie „Zwei Frauen“ von Diane Beate Hellmann, welches ich ja auch schon gelesen habe. Judith End ist eine junge alleinerziehende Mutter. Sie steht kurz vor ihrem Uniabschluss, als sie die Diagnose Brustkrebs erhält und ihr Leben plötzlich Kopf steht. Schnell folgen die ersten Operationen und die nachfolgende Chemotherapie. Dabei beschreibt Judith End vor allem ihre Ängste. Die Angst vor dem Allein sein, die Angst vor dem Tod, vor Schmerzen, vor dem Hässlich sein. Und natürlich die Angst um ihre kleine Tochter Paula. Als das Buch dann bei mir ankam, hab ich direkt angefangen und erst dann ist mit dieses kleine Wörtchen „autobiografisch“ ins Auge gesprungen…das was hier steht, hat Judith End wirklich durchgemacht! Durch meinen Umzug musste das Buch dann leider hinten anstehen. Eine Weile hab ich einen Bogen um das Buch gemacht, weil doch großen Respekt davor hatte. Aber gestern Abend hab ich es doch wieder gegriffen und nach vielen Tränen beendet. Judith End schreibt sehr ehrlich und direkt, was mich sehr berührt hat. Plötzlich wird einem bewusst, dass das Leben wirklich endlich ist. Und das es so viele Dinge gibt im Leben, die wir einfach hinnehmen und nicht wirklich wahrnehmen. Das klingt vielleicht alles schnulzig, aber beim Lesen dieses Buches, gingen mir viele solcher Sachen durch den Kopf. Das Buch macht wirklich nachdenklich, es gibt Szenen, bei denen man einfach nur weinen muss. Ich möchte das Buch gern weiterempfehlen, aber wie? Es fällt da grad wirklich schwer die richtigen Worte zu finden. Empfiehlt man es Leuten, die sich näher mit dem Thema auseinander setzen möchten? Wer möchte sich schon gern mit dem Thema Krebs auseinandersetzen… Oder Betroffenen? Familienangehörigen? Ich hoffe ihr könnt aus meinem WirrWarr entnehmen, dass mir das Buch wirklich nahe gegangen ist und ich großen Respekt vor Judith End und ihrer Geschichte, also ihrem Leben, habe.

    Mehr
  • Rezension zu "„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“" von Judith End

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    mollymoon

    mollymoon

    Zum Glück ist mir bisher die Diagnose "Brustkrebs" oder überhaupt "Krebs" erspart geblieben. Ich habe die allergrößte Hochachtung vor Judith End, wie sie mit dem Schicksalsschlag umgeht und alles meistert. Mit 25 Jahren hat sie erfahren, dass sie einen bösartigen Tumor in der Brust hat. Zu dieser Zeit ist sie alleinerziehende Mutter von Tochter Paula und studiert. Es ist auf keinen Fall ein Bericht, der nur auf die Tränendrüsen drückt. Sicher kann man sich die eine oder andere Träne nicht verkneifen. Dieses Buch macht Mut. Wäre ich in der gleichen Situation, kann ich mir vorstellen, dass ich mir ähnliche Gedanken machen würde, wie Judith End sich gemacht hat. Als ihr allmählich klar wird, was alles auf sie zukommt - Operationen, Chemotherapie, Bestrahlungen und auch scheinbar banale Dinge, wie Haarverlust, sorgt sie sich in erster Linie um ihre Tochter Paula. Das ringt Einem schon mal so manche Träne oder auch ein Lächeln ab. Judith End erklärt Paula den Krebs, was er anrichten kann und verschweigt auch nicht, was im schlimmsten Fall passieren kann. Sehr nahe gegangen ist mir auch die Beziehung zu Jörn. Soll sie seine Liebe annehmen? Jörn schnekt Judith sein Herz, möchte mit ihr durch alle Höhen und Tiefen gehen, für Paula ein guter Vater sein, aber sie kann seine Liebe nicht annehmen und erwidern, verlässt ihn leztendlich. Als Jörn eine neue Freundin hat, wird Judith bewusst, dass sie Jörn schmerzlich vermisst. Doch dann ist es zu spät für die Liebe. Fast fassungslos war ich am Anfang des Buches, als eine Ärztin, ein Jahr zuvor nur eine gutartige Zellveränderung in der Brust festgestellt hat, was nicht weiter schlimm war und deshalb eine Mammografie überflüssig machte. Genau die gleiche Ärztin (was mag Einem da durch den Kopf gehen?) wertet Tests mit Judith End aus, nachdem die grausame Diagnose schon feststand, erkennt scheinbar die frühere Patientin, findet jedoch kein Wort des Bedauerns für den schlimmen Irrtum von vor einem Jahr. Ebenso erschreckt hat mich die Gefühlskälte bei Ärzten und Pflegepersonal, zumindest bei Beginn der Untersuchungen. Das mag zwar die Routine mit sich bringen, jeden Tag soviel Elend, härtet vielleicht ab, so kann man aber nicht mit Patienten umgehen, die vor Angst, Unsicherheit, Wut usw. weder Aus noch Ein wissen. Eine kleine liebevolle Geste oder ein paar tröstende Worte wirken da manchmal Wunder. Nach den ganzen Behandlungen beendet Judith End schließlich ihr Studium mit sehr gut, laut Klappentext arbeitet sie auch in Hamburg. Eine abschließende Untersuchung nach vielen Ängsten hat ergeben, dass der Krebs nicht zurück gekommen ist. Ich wünsche Judith End und ihrer Tochter eine glückliche Zukunft und möge der Krebs für immer besiegt sein. Ergänzung: Ein Satz, der es mir ganz besonders angetan hat: "Solange ich lesen kann, bin ich lebendig" (S. 195)

    Mehr
    • 3
  • Rezension zu "„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“" von Judith End

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    Schattenkaempferin

    Schattenkaempferin

    23. February 2011 um 09:17

    "Plumps – und ich bin aus der Welt gefallen. Keine Tränen. Ein Gefühl, als löse sich mein Körper auf, als verdampfe er einfach, würde zu einem kleinen blassen Wölkchen und flöge davon. Auf Nimmerwiedersehen in Richtung Universum. Meine Schwere, das Gewicht meiner Glieder – weg. Ich bin in meinem Körper und auch wieder nicht. Sehe die Situation von außen. Bin erste und dritte Person zugleich, ich und sie. Meine Seele hat kein stabiles Haus mehr. Vielleicht fühlt sich so der Tod an. Der Körper verschwindet, die Seele flattert ziellos durch die Gegend. Zumindest fühlt sich so die Todesangst an." (Seite 8) Im Alter von fünfundzwanzig Jahren, mitten im Leben stehend, mit unzähligen Plänen für die Zukunft erhält eine alleinerziehende Mutter die Diagnose Brustkrebs. Was mag im Kopf dieser jungen Frau vorgehen, wie wird sie ihrer Familie und ihren Freunden davon erzählen, was wird aus ihren Träumen und Zukunftsplänen, wie wird es weitergehen? Was wird aus ihrem kleinen Mädchen werden, sollte es zum Allerschlimmsten kommen? Wie wird der Kampf gegen den Krebs aussehen, wie viel Kraft wird es die junge Frau kosten, wie viel Hoffnung auf Heilung gibt es wirklich? Und warum eigentlich ausgerechnet sie? Das sind nur einige Fragen, die Judith End sich und anderen in der Zeit nach der Diagnose gestellt hat. Nicht auf jede wird der Leser, vielleicht eine andere betroffene junge Frau, eine Antwort finden, doch Sterben kommt nicht in Frage, Mama! ist auch kein Ratgeber dieser Art. Vielmehr soll das Buch anderen Krebspatientinnen und -patienten Kraft und Mut geben, indem es aufzeigt, dass der Kampf niemals alleine ausgefochten werden muss, sondern immer auf Unterstützung gehofft werden kann. Auch von gänzlich unerwarteter Seite. Judith End hat ihre Geschichte aufgeschrieben, um sie ursprünglich in einer Zeitschrift zu veröffentlichen - ohne Gejammer und ohne Schöngerede, sondern die schlichte Wahrheit und das hässliche Gesicht der Krankheit mit all seinen Facetten. Dabei verbindet sie die sachliche mit der emotionalen Ebene und lässt den Leser ganz nah an sich heran - und der Leser umgekehrt ebenfalls. Diese wahre Geschichte berührt Saiten, von denen man längst nicht mehr dachte, dass sie noch zum Klingen gebracht werden können. Und man fühlt sich als Leser gar nicht belästigt, denn Judith End will kein Mitleid wecken, sondern informieren. Informieren darüber, wie es im Leben einer Krebspatientin aussehen kann, wie vielseitig und kurzfristig wandelbar die Emotionen sind, in welchem neuen Licht die Umwelt wahrgenommen wird, welche Entbehrungen in Kauf genommen werden müssen - so viel Hintergrundwissen liefert die Autorin mit ihrer ganz persönlichen Erfahrung. Sterben kommt nicht in Frage, Mama! ist definitiv kein leichtes Buch, weder beim Lesen noch beim anschließenden Verarbeiten. Viele kleine und auch längere Pausen, um über das Gelesene nachzudenken und sich einige Fragen zu stellen, müssen hier in den Zeitplan aufgenommen werden. Vor allem betroffene Leser - sei es persönlich oder durch Familie und Bekannte - werden das Buch öfter zur Seite legen müssen. Trotzdem ist die persönliche Geschichte von Judith End ein Buch, das zu lesen sich in jedem Fall lohnt. Man bekommt hier keine reißerische Geschichte und auch keine malerischen Bilder, dafür aber das echte Leben, echte Emotionen und einen anderen Blick auf viele alltägliche Dinge in der Welt. "Schreiben ist letztlich beides. Trost und Trauer zugleich. Beim Schreiben komme ich mir nahe, kann ich mich mit mir selbst verbinden. Schreiben hilft mir, mich auf mich selbst zu konzentrieren, hilft, dass meine Gedanken nicht davon- und durcheinanderwirbeln wie Blätter in einem Sturm. Beim Schreiben lichtet sich der Nebel, denn wenn ich meine Gefühle formuliere, kann ich sie besser fühlen. Wenn ich später lese, was ich geschrieben habe, lese ich manchmal eine traurige Geschichte. Manchmal weiß ich aber auch nicht, ob es wirklich eine traurige Geschichte ist. Es ist eine wahre Geschichte. Und manchmal ist es gar nicht wichtig, ob sie glücklich oder traurig ist. Ich will sie bewahren. Ich will nichts vergessen." (Seite 284) Fazit: Angst, Hoffnung, Niedergeschlagenheit, Ehrgeiz, Kampfgeist und der Wille zu überleben – all das und noch vieles mehr gibt Judith End in ihrer Geschichte betroffenen und unbetroffenen Lesern mit auf den Weg. Sterben kommt nicht in Frage, Mama! ist eine Aufforderung zum Durchhalten, zum Kämpfen und zum Niemalsaufgeben, eine Liebeserklärung an das Leben, die Liebe und die Freundschaft. Der Bericht von und über eine Kämpferin, die vermittelt, dass zeitweise Hoffnungslosigkeit in Ordnung ist, wenn man das Wiederaufstehen nicht aus den Augen verliert. Wertung: Von einer Bewertung nach Punkten wird abgesehen.

    Mehr
  • Rezension zu "„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“" von Judith End

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    Shiku

    Shiku

    15. February 2011 um 18:51

    Für Judith End bricht eine Welt zusammen, als ihr Arzt ihr eröffnet, dass sie Krebs habe. Die Diagnose stellt alles auf den Kopf - ihre Examenspläne, das Leben mit ihrer kleinen Tochter Paula, alles. Sie ist ja auch erst 25 - Brustkrebs, das ist was für Ältere! Nichts für hübsche, junge Studentinnen, die ihr Studium meistern und Kinder aufziehen. Nichts für lebensfrohe Frauen, die auch mal gerne tanzen gehen. Nichts für sie! Und trotzdem - es ändert nichts an der Tatsache. Judith muss sich ihrem Krebs stellen, Operationen überstehen, die Chemo ertragen und alles, was ihr an kleinen und großen Steinen in den Weg gelegt wird, irgendwie überwinden. Für sich, für Paula, denn ... Sterben kommt nicht in Frage! Ich war anfangs ein wenig skeptisch. Natürlich ist diese Diagnose - gelinde gesagt - schlimm. Ich will nicht wissen, wie es ist, so etwas zu hören zu bekommen; mir reicht die Erfahrung, dass es Verwandte trifft. Meine Befürchtung war, dass das Buch allzu sehr ins Weinerliche abdriftet, nicht beim Thema bleibt - Krebs, was er mit sich bringt, dass man es schaffen kann; denn deswegen habe ich das Buch gelesen - und sich alles nur noch darum dreht, wie grausam das Leben ist. Dieser Wandel wäre ja gut möglich und irgendwo auch verständlich. Aber dem ist mitnichten so. Natürlich gibt es Passagen, in denen sich die Autorin ihrem Unglück hingibt, aber das ist auch ihr gutes Recht. Wer weiß, dass er wirklich bald sterben könnte, kann eben nicht immer hoch erhobenen Hauptes seinen Weg bestreiten und kämpfen - das geht nicht. So gesehen war ich also von Anfang an positiv überrascht - meine Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet, und so konnte ich den Text uneingeschränkt ... ja was? Genießen? Das ist wohl kaum der passende Begriff. Aber es war ein angenehmes Lesen, aus vielerlei Gründen. Zum einen ist da natürlich der Erzählton. Er ist unerwartet leicht und dadurch schön zu lesen. Judith End hält sich nicht mit in die Tiefe führenden Gedankenspiralen auf, sondern sagt klipp und klar, was Sache ist. So und so, fertig. Die eher düsteren Passagen lockert sie mit ironischen Bemerkungen und Bezeichnungen auf, macht das Unglück damit - zumindest für den Leser - erträglich. Ein schönes Beispiel findet sich auf Seite 176 an: "Und dann fällt mir ein, dass das hier ja eine Präsenzbibliothek ist und das Ausleihen gar nicht möglich. Super, Judith. Als ich mein Buch gerade wieder ins Regal zurückschieben will, fällt mein Blick auf ein Schild an der Wand neben der Eingangstür. Ausleihe nur im Härtefall: für Schwerbehinderte, Examenskandidaten oder Alleinerziehende. Und als mir die vertrocknete Bibliotheksaufseherin [...] mein Buch [...] reicht, trage ich den ersten kleinen Triumph des Tages davon: Wer erfüllt schon alle Härtefälle auf einmal?" Ein eigentlich ziemlich bitterer Umstand - dennoch kann darüber gelacht werden, das Ganze ist nicht ohne eine gewisse Komik, wenn auch von schwarzer Natur. Und so gehen wir ein Stück mit, mit Judith End. Wir lesen von ihren Erlebnissen - anfangs beinahe täglich, weil dann alles neu und ungewohnt ist und später mit immer größeren Zeitabschnitten, die ungeschildert bleiben; weil sich selbst mit Krebs eine gewisse Routine, ein Alltag einstellt. Mit fortschreitender Zeit wandelt sich das Bild auch von Judith. Ist sie zuerst die junge Studentin, die ich persönlich zunächst nicht einmal sympathisch fand, wird sie dann zu jemandem, mit dem ich mitlitt, wenn auch aus ihrer Sicht erst im Nachhinein. Natürlich kann ich nicht behaupten, dass sie danach richtig bekannt ist, aber sie ist keine ganz Fremde mehr. Und so habe ich mitgeweint, mitgefiebert, mitgetrauert; auch wenn das Schlimmste - hoffentlich! - längst überstanden ist, auch wenn ich wusste: Sie lebt! Bei jedem neuen Schlag musste ich mittrauern, ob ich nun wollte oder nicht. Die Schwere war einfach greifbar. Das heißt nicht, dass jede ihrer Handlungen jedem gefallen werden und das müssen sie auch nicht. Manchmal ist auch nur Kopfschütteln angesagt - aber was soll ich sagen? Judith End ist ein Mensch. Andere Leute aber auch, und es gibt nun einmal solche, die haben die Weisheit nicht einmal mit der Gabel "gefressen"; selbst wenn die Autorin an dieser Stelle übertrieben haben sollte, ich war schlichtweg entsetzt, wie blind und unsensibel manche Menschen auf die Krankheit reagieren - sie auch noch als ansteckend ansehen und mit Betroffenen nichts zu tun haben wollen. Im Buch wird mal ein sehr passendes Zitat angeführt (auf Seite 235), dem ich mich nur anschließen kann: "Was nützt einem die Gesundheit, wenn man sonst ein Idiot ist? Nix, Theo. Absolut gar nichts. Ich für meinen Teil bin jedenfalls tausendmal lieber brust- als hirnlos." Und ich für meinen Teil habe durch das Buch auch etwas gelernt. Wie die Krebstherapie genau abläuft und was es alles mit sich bringt, wusste ich bis dato immerhin nicht; zumindest nicht in dem Maße. Natürlich ist das von Art zu Art auch wieder unterschiedlich, aber im Großen und Ganzen weiß ich inzwischen mehr und das ist alles andere als schlecht. Was bekannt ist, macht schließlich weniger Angst - auch Betroffenen damit nichts genommen wird, auch nicht die Demütigung, die diese Krankheit zwangsläufig mit sich bringt. Aber viel wichtiger: Judith End zeigt, dass es machbar ist. Trotz der vielen Tiefs, trotz der Komplikationen - es ist schaffbar. Was wollen wir mit einer Kylie? Die ist weit weg, nicht wie wir. Aber Judith - Judith ist wie wir und damit auch ein realitätsnahes Beispiel, das Mut und Hoffnung machen kann für den, der sich darauf einlassen kann; wenigstens ein bisschen. "»Sterben kommt nicht in Frage, Mama!«" beleuchtet einige Aspekte der Krankheit - ihre Nachteile, ihre "Vorteile" (wir erinnern uns an die Härtefälle?), wie damit umgegangen werden kann und wie damit nicht umgegangen werden sollte. Informativ, "mitnehmend" und schön zu lesen - was soll es da anderes sein als absolut lesenswert?

    Mehr
  • Rezension zu "„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“" von Judith End

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    Evan

    Evan

    Krebs mit 25 und Mutter! Judith End beschreibt auf ganz ehrliche und natürliche Weise ihr Leidensweg mit der diagnose Brustkrebs. DIeses Buch zeigt einem nicht wie man mit Krebs klar kommt oder wie alles wieder gut wird, sondern es zeigt eine Frau die Überleben will, für Ihr Leben das sie noch nicht richtig leben konnte, für Ihre Tochter die ohne Mutter aufwachsen müsste und sie zeigt allen Frauen die so ein Schicksalsschlag erleben müssen nicht aufgeben zu dürfen und jeden Tag geniessen zu müssen. Dieses Buch hat mir gezeigt das man das Leben geniessen soll und das tun muss und soll was einem gefällt, denn man lebt nur diese Leben!

    Mehr
    • 2
  • Rezension zu "„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“" von Judith End

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    Mr. Rail

    Mr. Rail

    “Gott, was wäre ich ohne euch, die ihr mein Fluchtweg seid, mich entführt und einlullt mit eurer Phantasie und euren Worten. Mir Flügel schenkt, wann immer ich sie nötig brauche. Was wäre ich ohne eure Geschichten, die Paralleluniversen, die mich auffangen, wegreißen, bergen, nicht mehr loslassen… Solang ich lesen kann bin ich lebendig.“ Es sind die Tage an denen sich alles ändert, vor denen wir uns fürchten. Die Tage an denen alles aus der Bahn gerät und wir selbst nicht mehr diejenigen sind, die über unsere Zukunft entscheiden können. Genau die Tage, an denen uns das Schicksal, oder wie immer man es nennen mag, das eigene Leben aus der Hand nimmt. Einen solchen Tag erlebt die junge allein erziehende Mutter Judith End, als ihr vollkommen unerwartet die Diagnose Brustkrebs eröffnet wird. Viel zu jung für diese fatale Krankheit, viel zu früh im Leben angekommen an einem Punkt, den man noch nicht einmal näherungsweise im Blick hatte. Der Lebensweg geschrumpft auf eine Kurzstrecke, wo man doch so gerne Langstreckenläufer gewesen wäre. Bisherige Prioritäten mutieren zu Banalitäten. Belanglosigkeiten, die das Leben so lebenswert oder problematisch gemacht haben verschwimmen zu konturlosen Bildern. Der eigene Weg der Selbständigkeit endet abrupt und führt nach engem Wendekreis in fremdbestimmte Rückschrittserpentinen. Die Sorge um die vierjährige Paula und die Verzweiflung, nicht so früh am Ende ankommen zu wollen, wecken in der allein erziehenden Mutter die Kräfte, die nun überlebenswichtig sind. Auflehnen, Ankämpfen, Trotzhaltung und Fatalismus werden zu den Markierungen ihres neuen, steinigen Weges, der nur nach unten zu führen scheint. Mitten hinein ins Dunkel. Um ihr Leben zu retten muss sie vertrauen. Ärzten, ihren Eltern, Freunden und ihrem eigenen Gefühl. Auf Letzteres ist am Wenigsten Verlass, da es sich nicht abfinden will - nicht akzeptieren kann und sich vor der Realität verschließt. Bauchgefühl gegen Brustkrebs - ein chancenloser Kampf. Und ob alle anderen ihr Vertrauen verdienen muss sich erst zeigen. Und all das andere Vertrauen - mühsam aufgebracht - führt in erster Linie zu weiterem Verlust. Das neue, kranke Leben ist von Loslassen geprägt, nur um am Leben festhalten zu können. Judith muss schrittweise verlieren, um den Weg irgendwann in eine andere Richtung weitergehen zu können. Sie verliert ihre Selbstbestimmtheit, fühlt sich ausgeliefert, ist wieder angewiesen auf Hilfe - welch ein Rückschritt, nachdem sie so lange um ein eigenes Leben mit Paula gekämpft hat. Ohne Vater - ohne Abhängigkeit - einfach stark sein. Sie verliert die Merkmale ihrer blühenden Weiblichkeit. Der Chemotherapie opfert sie ihre Haare, dem Chirurgen ihre Brust und den Medikamenten ihre Hormone und damit die eigene Sexualität. Aus der jungen, attraktiven und lebenshungrigen Frau wird eine deutlich erkennbare Kranke! Schwäche und Haltlosigkeit werden Wegbegleiter. Distanz zu Freunden, selbst zu den Wertvollsten unter ihnen ist ein viel zu hoher Preis den ihre verunsicherte Psyche ihr zusätzlich in Rechnung stellt. Und alles wird dominiert von der Sorge um Paula, die mit einer kranken Mutter überhaupt nicht umzugehen vermag. Und doch sind es gerade ihre Worte, die ein Leben retten: „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“ Judith End legt uns mit ihrer eigenen Geschichte einen großen Teil ihres „Ichs“ zu Füßen, gewährt tiefe Einblicke in intimste Situationen der Scham und des Zweifelns und lässt uns teilhaben am Hoffen, Bangen und Verzweifeln in dieser Extremsituation. Judith End schreibt sich auf dem Weg zurück ins eigene Leben - das Schreiben als Wendepunkt, jedes Wort ein Stein, den sie gekonnt und sprachlich souverän aus dem Weg räumt um weitergehen zu können. Jedes Kapitel ein Stück neue Freiheit. Jede Seite ein neues Leben. Judith End ist es gelungen, mich ein Stück mitzunehmen auf ihrem Weg. Mit ihr zu lachen, zu trauern und zu sehen wie groß ihre Ängste in den dunkelsten Stunden waren. Ihr Buch ist kein Lebensratgeber, keine Anleitung für kranke oder gesunde Menschen. Es ist ganz einfach ihre Geschichte. Ganz allein ihre und das macht dieses Buch so unermesslich wertvoll. Solange man lesen kann lebt man und wenn man zu schreiben beginnt, dann beginnt ein neues Leben. Kompliment, Frau End! „Beim Schreiben lichtet sich der Nebel, denn wenn ich meine Gefühle formuliere, kann ich sie besser fühlen… Wenn ich später lese, was ich geschrieben habe, lese ich manchmal eine traurige Geschichte. Es ist eine wahre Geschichte. … Ich will sie bewahren. … Das ist nun mal mein Leben. Alles was ich bin und habe." Das Interview für Lovelybooks: http://blog.lovelybooks.de/2010/12/20/judith-end-das-exklusive-lovelybooks-interview/

    Mehr
    • 3
  • Rezension zu "„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“" von Judith End

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    kubine

    kubine

    „Die Härte des Lebens gibt es doch nur in den Schicksalen anderer. … Ich habe mich unbesiegbar und unkaputtbar gefühlt, mein Schicksal nie in Frage gestellt. Habe in derselben schützenden Arroganz und Naivität gelebt wie alle anderen wahrscheinlich auch...“ So denken wir doch alle, oder? Schlimme Sachen passieren nur anderen, man selbst ist davor immun. Was aber, wenn man plötzlich mit etwas konfrontiert wird, dass das ganze Leben, das vergangene und zukünftige, in Frage stellt? Als Judith End einen Knoten in der Brust entdeckt, wird er als harmlos von den Ärzten eingestuft. Aber er wächst und plötzlich heißt die Diagnose „Brustkrebs“. Mit 25 Jahren – eigentlich viel zu jung. Sagen Statistiken, aber was wissen die schon. Für Judith bricht eine Welt zusammen: alleinerziehend, kurz vor den Abschlussarbeiten ihres Studiums so eine Diagnose. Plötzlich steht die Krankheit im Vordergrund – und der Gedanke, vielleicht daran sterben zu müssen. Aber was soll dann aus Paula werden, ihrer vierjährigen Tochter? Wie soll sie ihr erklären, dass Mama ganz doll krank ist? Das das nicht Bauchschmerzen oder eine Erkältung ist, die nach ein paar Tagen wieder weg sind? Wie soll man so etwas überhaupt erklären, wo man doch selbst keine Antworten hat? Und das man nach dem Krankenhausaufenthalt, bei der die Brust, in der der „doofe Krebs“ gewohnt hat, amputiert wurde, die wahre Tortur der Behandlung erst los geht? Judith End erklärt dies ihrer kleinen Tochter, so gut es geht – mit metaphorischen Bildern, die Paula begreift. Ohne zu beschönigen, die volle Wahrheit. Nicht jeder aus ihrer Umgebung hat Verständnis dafür. Und so wird die anstrengende Zeit der Chemotherapie zur Belastungsprobe für die kleine Familie. Paula macht nachts wieder ins Bett und will sich von Judith nicht mehr anfassen lassen, weil sie ihre Glatze eklig findet. Aber Mamas Plastikbusen ist toll, man kann super damit spielen. Judith, die während der Chemo oft müde ist, muss sich mit Behörden rumärgern und im Sanitätsgeschäft nach passender Wäsche suchen. Das ist nicht gerade so, wie man sich sein Leben vorstellt. Trotz allem beschliesst Judith ihr Studium fortzusetzen und nach vorne zu schauen, egal wie schwer es fällt. Und irgendwann ist die Chemo ja auch vorbei und nach der Strahlentherapie hoffentlich alles überwunden. Judith hat ein 2. Leben geschenkt bekommen... Ihr Studium beendet Judith End mit „sehr gut“. Das Leben hat sie wieder, auch wenn die Nachwirkungen der Krankheit immer noch spürbar sind. Als zwei Leidensgenossinnen, die zu Freundinnen wurden, sterben, ist auch die Angst vor der eigenen Sterblichkeit wieder da. Aber „es gibt immer einen Grund, sich auf morgen zu freuen“. Diese in einem Tagebuch-Stil geschriebene Autobiographie wird den Leser so schnell nicht mehr loslassen. Es ist ein schonungsloser Einblick einer Krebskranken in ihr Leben – von der Diagnose bis zum bislang glücklichen Ende. Schonungslos offenbart die Autorin ihr Leben, ihre Gefühlswelt, ihre Ängste, die hinter Selbstironie und dem manchmal etwas flapsigen Schreibstil bis zum Schluss greifbar sind. Es ist die ergreifende Biographie einer bemerkenswerten jungen Frau und ihrer bemerkenswerten kleinen Tochter, die viel durchmachen mussten, manchmal verzweifelt sind, aber immer an die Zukunft geglaubt haben.

    Mehr
    • 3
  • Rezension zu "„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“" von Judith End

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    Binea_Literatwo

    Binea_Literatwo

    22. December 2010 um 20:52

    „Ich ruf es nach oben, der Himmel soll warten, denn ich hab noch was vor, der Himmel muss warten. Wenn alles vorbei ist, nimm mir den Atem, doch noch bleib ich hier, der Himmel soll warten.“ So schreit es mir ein Sänger in seinem Lied, welches ich gerade im Radio höre entgegen und so schreit es auch aus Judith End und das mit Recht. Ich fühle mich, als wäre ich in der ganzen schweren Zeit bei ihr, neben ihr, mit ihr, so authentisch beschreibt die Autorin ihre durchlebte Zeit. Wie alt bin ich? Gerade 25. Kein Alter, kein Alter für Krebs, ganz sicher nicht. Und doch ein Alter für Krebs, denn Judith ist, als sie dem Krebs begegnet, auch 25 Jahre. Alleinerziehend, ein Studium, welches kurz vor dem Abschluss steht und Krebs, das passt nicht zusammen, so soll es kein Lebensplan vorsehen. Der Krebs passt nicht in das sonst wunderbar lebbare Puzzle. „Und wenn wir sterben, dann wollen wir nebeneinander im Himmel sitzen.“ Und doch ist er da und doch muss Judith täglich versuchen ihn zu bekämpfen. Operation lautet der erste Schritt und der zweite und wohl auch der dritte Schritt und dann die Therapie, Therapien. Eine Folge von Untersuchungen und immer die Risiken und Nebenwirkungen auf dem Präsentierteller des Lebens. Der Haarverlust, der Verlust an dem eigentlich so lockeren Lebensgefühl, der Verlust von Freude und auch der Verlust von Liebe. Der Krebs zeigt sich nicht nur von einer Seite, sondern von allen Seiten und die sind das ganze Gegenteil von einer Sonnenseite. Doch Judith geht dabei nicht unter, der Rettungsanker Familie und Freunde und der Wille, wieder ein Leben ohne den Krebs zu führen, sind die ganze Zeit an ihrer Seite und unterstützen sie, wo es nur geht. Ein Buch, das erdrückt, das einem auf den Magen schlägt und man nach jeder Seite am liebsten zuklappen möchte? Nein, ganz im Gegenteil, denn durch diesen kraftvollen und mutvollen Erzählstil möchte man Judiths Hand nicht loslassen, sich mit ihr stellen. Judith End beleuchtet nicht nur die negativen Seiten, sondern hebt bei außerordentlich bedrückenden und erdrückenden Momenten dennoch den Humor und die positiven Veränderungen hervor. Der Humor und die Ironie begleiten Judith gerade auch in dieser unangenehmen Zeit. Auch mit Glatze oder Kurzhaarschnitt lässt sich so einiges erreichen. Der Roman hat mir zu denken gegeben, wie leicht wir manchmal mit unserer Gesundheit spielen und wie froh wir sein können, nicht betroffen zu sein. Einen mehr als nur liebenswerter Mensch in meinem Leben habe ich mit meinen Gedanken konfrontiert und vielleicht bewirkt es ja das ein oder andere, denn das Leben ist kostbar und sollte so lange wie möglich Seite an Seite gelebt werden. Besondere Sätze haben mich schmunzeln lassen und mir wunderschöne Gedanken beschert, diese magischen Sätze sind nur ein kleiner Ausschnitt. „Weißt du was? Wir können uns ja im Traum treffen. Ich träume von dir, wenn ich gleich einschlafe, und du träumst von mir. Dann begegnen wir uns bestimmt.“ Und mehr als richtig: bei allem, was war, ist und kommt, es gibt immer einen Grund sich auf morgen zu freuen.

    Mehr
  • Rezension zu "„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“" von Judith End

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    pinketuerklinke

    pinketuerklinke

    10. December 2010 um 20:21

    Judith End ist 25 und strotzt nur so vor Tatendrang. Sie steckt mitten im Studium, ist alleinerziehende Mutter eines kleinen Mädchens und auf der Suche nach etwas Liebe. Eines Tages ertastet sie einen Knoten in ihrer Brust und die Diagnose könnte nicht niederschmetternder sein: Krebs. Mit 25. Es folgen anstrengende Operationen, Chemo-, Antihormon- und Strahlentherapie. Angst und Traurigkeit bestimmen ihren Tagesablauf. Judith End muss sich mit der Frage auseinandersetzen, was mit ihrer kleinen Tochter geschieht, wenn sie den Krebs nicht besiegen sollte. Am Ende ist sie stärker als die tückische Krankheit, sie hat ihr Examen trotz aller Anstrengungen mit Bravour bestanden und findet langsam den Weg zurück ins Leben. Die Autorin beschreibt in ihrem Buch ohne jegliche Scham ihren Kampf gegen den Krebs. Sie zeigt, wie allein man sich in solch einer Situation fühlen kann, auch wenn man von vielen fürsorglichen Menschen umgeben ist. Die Assoziation mit einem Leben auf einer Insel, abgeschnitten von allen anderen, macht deutlich, wie verloren sie sich fühlt. Ich war gerührt wie Frau End mit ihrer Tochter umging, wie sie jeden letzten Fetzen Kraft zusammenkratzt, um ihr den bösen Krebs möglichst kindgerecht zu erklären. Ihre Erzählung ist geprägt von tiefgehender Angst und Wut über diese ungerechte Krankheit. Doch trotzdem verfällt der Erzählton an keiner Stelle in Verbitterung. Trotz aller Dramatik hat das Buch auch humorvolle Stellen. Judith End berichtet in Tagebuchform mit Nüchternheit und einem gesunden Maß an Selbstironie von der beschwerlichen Zeit. Sie lässt den Leser mit jeder Seite ihren Lebensmut spüren und das es sich lohnt immer weiter zu kämpfen und zu glauben. Die Autorin verwendet einfache, ungeschönte Worte und trifft damit mitten ins Herz. "Sterben kommt nicht in Frage, Mama!" ist wahrlich kein leicht zu lesendes Buch, das man mal eben in einem Rutsch durchliest. Die harte Wahrheit ist nicht einfach zu verdauen, doch dieses Buch macht Mut, dem Leben die Stirn zu bieten.

    Mehr
  • Rezension zu "„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“" von Judith End

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    Bücherwahnsinn

    Bücherwahnsinn

    30. November 2010 um 21:12

    Zum Buch --------------- Judith End ist jung, hübsch und eine erfolgreiche Studentin aber auch eine alleinerziehende Mutter einer 4 Jahre alten Tochter. Im November 2006 bekam die damals 25 jährige eine schockierende Diagnose gestellt, Brustkrebs. Und in dem Moment ist das Leben vorbei, auf alle Fälle so, wie sie es bis jetzt kannte. Es beginnt eine lange Zeit voller Angst, Krankheit, Traurigkeit und Unsicherheit. Da der Krebs Hormon abhängig ist, muss sie nicht nur eine Chemo und Bestrahlung über sich ergehen lassen sondern auch eine Antihormontherapie. Was soviel bedeutet wie, mit 25 in die Wechseljahre zu kommt. . Die Autorin erzählt ihre Geschichte, 2 Jahre ihres Lebens mit all den angstvollen Gedanken, der Traurigkeit und Wut, aber eben auch die unermessliche Führsorge die sie für ihr kleines Mädchen empfindet, denn wer weiss wie lange oder ob sie noch für sie da sein kann. . Erster Satz: . ..... In einem grossen Krankenzimmer, dessen zugezogegen Vorhänge die taktlose Helligkeit der Frühlinssonne mildern, tritt der Professor festen Schrittes an das metallene Bett der Patientin, die ein wenig blass in den strahlend weissen Kissen ruht. . . . Meine Meinung --------------------- Auf dem Cover sieht man eine wunderschöne Frau, mit einem tiefen, klaren Blick. Ihre Lippen umspiel ein sanftes, wissendes Lächeln, während ein kleines Mädchen ihr was zu flüstert. Die Frau auf dem Cover ist, Judith End. Und der Titel ist so treffend und so traurig zu gleich aber doch voller Kraft. Bestimmt. . Die Autorin schreibt über die Krebszeit mit all den Tiefen, die diese Diagnose eben bringt, aber ohne Verbitterung und mit doch viel Humor, das es mich manchmal echt neidisch werden lässt. Ich ertappe mich immer wieder mal, wie ich mich frage woher sie die Kraft nimmt nicht alles nur schwarz zu sehen. Sie lässt uns an ihren Ängst teilhaben, an ihrer Wut und auch an einigen Erlebnissen die sie zu dem gemacht haben was sie jetzt ist. Nichts wird schön geredet, nichts verharmlost. Sie schreibt was es bedeutet den Tod vor den Augen zu haben aber auch wie einsam man sich fühlt obwohl viele da waren die sie unterstützten. . Ich bin selber eine Betroffene, nicht vom Krebs sondern ich was das Kind einer Krebskranken, die allerdings nicht überlebt hat. Ich konnte nie mit meiner Mutter drüber reden, was in ihr vor geht, was für Ängste sie hatte noch welche Träume und Wünsche sie hatte. Auch alle anderen haben nicht drüber geredet, ich war ja zu klein. Und daher war ich neugierig wie sie mit ihrer Tochter und der ganzen Situation umgegangen ist und ich fand es wunderschön zu lesen wie sie ihre Kleine mit einbezog, sie nicht verschohnte aber auch versucht nicht zu überfordern, was natürlich sehr schwer war, denn man weiss das Kinder ein Gespür haben, auch wenn sie es nicht definieren können. Ich wär froh gewesen hätte man mich, zumal ich noch älter war, so mit einbezogen, mit mir darüber geredet und nichts tot geschwiegen hätte oder angelogen. Denn ich fühlte mich alleine! Wirklich alleine. Und dass ist wirklich schlimm. . Es mag komisch klingen, in dem Zusammenhang von einem schönen Buch zu reden, aber das ist es. Mit all seiner Emotionalität. Ergreifend und auch Mut machend.Ich kann das Buch wirklich jedem nur ans Herzlegen, auch wenn man einige Taschentücher verbrauchen wird und einiges zum nachdenken bekommt.

    Mehr
  • Rezension zu "„Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“" von Judith End

    „Sterben kommt nicht in Frage, Mama!“
    SonnenBlume

    SonnenBlume

    28. November 2010 um 19:16

    Mit 25 bekommt Judith die Diagnose Brustkrebs. Wie wird es jetzt weitergehen? Wie wird ihre kleide Tochter Paula die Nachricht aufnehmen? Was, wenn sie stirbt, wer sorgt dann für die Kleine? Aber Judith ist stark, führt ihr Leben weiter, auch nachdem ihre rechte Brust amputiert wurde. Die Chemotherapie tut ihr übriges, aber Judith muss für ihre Tochter da sein, sagt sie sich. Auf ihrem Weg durchs Krebsland nimmt Judith den Leser an die Hand und schildert in Tagebuchform, was ihr alles widerfährt. Und nicht etwa in einer mitleidigen Art, wie man sie wahrscheinlich in vielen anderen Autobiografien serviert bekommt, sondern mit einem Lebensmut, den man selbst als Leser noch allzugut spürt! Etwas, dass das Buch noch viel realer gemacht und näher zu mir gebracht hat, waren der teilweise etwas ironische Schreibstil. . Ich bin ganz zu anfangs mit emotionalem Abstand an das Buch herangegangen. Vielleicht lag das ja daran, dass ich die Autorin kennen gelernt habe, bevor ich mich an das Buch gewagt habe. Um ehrlich zu sein, kann ich nur vermuten, warum ich mit Abstand begonnen habe zu lesen. Aber eigentlich ist das nebensächlich, denn das Buch hat mir gezeigt, dass es jeden zu jeder Zeit treffen kann, dass man dann aber nicht sofort den Mut verlieren darf, auch wenn die Situation noch so aussichtslos scheint! Das klingt jetzt, als ende das Buch mit einem erhobenen Zeigefinger, aber dem ist auf keinen Fall so!

    Mehr
  • weitere