Judith Hermann

 3.8 Sterne bei 673 Bewertungen
Autorin von Sommerhaus, später, Nichts als Gespenster und weiteren Büchern.
Autorenbild von Judith Hermann (© Jürgen Bauer)

Lebenslauf von Judith Hermann

Die Meisterin der Erzählung: Der Literaturkritiker Hellmuth Karasek bezeichnet Judith Hermanns im Jahr 1998 erschienenes Erstlingswerk „Sommerhaus, später“ als den „Sound einer neuen Generation“. In der Tat trifft die 1970 in Berlin geborene Schriftstellerin mit ihrer melancholischen und schnörkellosen Sprache exakt den Nerv der Zeit. Mit kurzen, nahezu im Telegrammstil gehaltenen Sätzen beschreibt sie Personen und Situationen aus dem Alltag. Dies gilt ebenso für ihre Erzählbände „Nichts als Gespenster“, „Alice“ und „Lettipark“. 2007 folgte die Verfilmung einzelner Erzählungen der Schriftstellerin in dem Episodenfilm „Nichts als Gespenster“. In ihrem 2014 erschienenen Romandebüt „Aller Liebe Anfang“ führt Judith Hermann ihre Leser in eine bedrückende Kleinfamilien-Vorort-Idylle. Die Werke der in Berlin lebenden Autorin sind unter anderem mit dem Kleist-Preis und mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet worden.

Alle Bücher von Judith Hermann

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Buchformat:
Cover des Buches Sommerhaus, später9783104034027

Sommerhaus, später

 (248)
Erschienen am 21.08.2014
Cover des Buches Nichts als Gespenster9783104033754

Nichts als Gespenster

 (195)
Erschienen am 09.07.2014
Cover des Buches Alice9783596511884

Alice

 (115)
Erschienen am 09.12.2011
Cover des Buches Aller Liebe Anfang9783100331830

Aller Liebe Anfang

 (56)
Erschienen am 14.08.2014
Cover des Buches Lettipark9783596035755

Lettipark

 (31)
Erschienen am 24.08.2017
Cover des Buches Nichts als Gespenster9783844516289

Nichts als Gespenster

 (7)
Erschienen am 24.03.2014
Cover des Buches Aller Liebe Anfang9783844516159

Aller Liebe Anfang

 (7)
Erschienen am 18.08.2014
Cover des Buches Alice9783867176958

Alice

 (5)
Erschienen am 05.11.2010

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Neue Rezensionen zu Judith Hermann

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Rezension zu "Alice" von Judith Hermann

Ein Buch, das tief geht
Duffyvor 6 Monaten

Mit ihrer unvergleichlichen Art zu erzählen nähert sich Judith Hermann einem der schwierigsten Themen, mit denen man sich in der Literatur befassen kann, dem Tod oder, um eine explizite Unterscheidung zu treffen, dem Tod in seinem Vorfeld. Die Wahl ihrer Möglichkeit, sich diesem Komplex anzunehmen und dabei nicht beliebig zu bleiben, ist durchdacht. Sie hat mit Alice eine Hauptperson gewählt, die fünf Männer, die in ihrem Leben unterschiedliche Rollen spielen, auf ihren letzten Stationen begleitet. Das ergibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich erzählerisch anzunähern. Mit und ohne direkte Betroffenheit (großartig die letzte Episode, als ihr Lebensgefährte

gestorben ist), mit mehr oder weniger Abstand, leise sich erinnernd oder lauter vor Trauer, das ganze Spektrum der Empfindungen steht zur Verfügung und wird von der Autorin mit ihrem unvergleichlichem Stil der kurzen Sätze und wenigen Worte genutzt. Dass sie ihre schon oft gezeigte und allgemein bewunderte Stärke der gefühlvollen Formulierung in jedem Satz unterbringt, macht aus dem Buch ein Leseerlebnis, das sehr nachhaltig und bewegend ist. Ob man das nun einen Roman oder eine Kurzgeschichtensammlung nennen sollte, bleibt zweitrangig. Wer unbedingt eine Klassifizierung braucht, der kann zu „Episodenroman“ greifen, doch ist es egal. Hermann benutzt „Alice“ als roten Faden, der es ihr leichter macht, das Wesentliche zu beschreiben und so reichten 190 Seiten aus, ein sehr innovatives und reifes Werk zu verfassen. Reif insofern, als dass sie ihre stilistischen Fähigkeiten noch weiter entwickelte, reif aber auch, als dass sie sich inhaltlich auf die Essenz des Themas mit ihren wichtigsten Eckpunkten einlassen kann. Vom Leser verlangt es Aufmerksamkeit und Empathie. Nur wer sich ohne Einschränkungen auf das Buch einlassen will, wer sich einfach fallenlassen und dem Sog hingeben kann, wird die ganze Wirkung genießen können. Nichts für zwischendurch, eigentlich auch kein Buch zum Rezensieren oder zum Abhaken einer To-read-Liste. Das ist eines dieser Bücher, die man still für sich lesen sollte. Darüber nachdenken. Nicht unbedingt darüber reden müssen/wollen. Dann wird man es verstehen und kann es lieben. 

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Rezension zu "Sommerhaus, später" von Judith Hermann

Kurzgeschichtenkunst
Duffyvor 8 Monaten

Jetzt, zwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung von „Sommerhaus, später“, ist es leichter zu bewerten, ob Judith Hermann das Lob, das sie damals dafür eingeheimst hat, auch tatsächlich langfristig verdient hat, denn immerhin wurde mit Superlativen nicht gespart. Sogar unser Literaturpapst Reich-Ranicki verstieg sich in ungewohnte Lobeshymnen. Nun kann man also sagen, dass es Bestand hat. „Sommerhaus“ war wirklich der Anfang einer neuen Art, mit der Kurzgeschichte umzugehen. Das liegt im Erzählens selbst. Stories, die eigentlich von einer unauffälligen Belanglosigkeit sind, werden zum Thema. Sie werden nicht plakativ und action-packed erzählt, sondern entwickeln sich langsam zum Sog, dem man als Leser nicht mehr entkommen kann. Es entsteht eine Spannung, die nicht der eines Thrillers entspricht, sondern den Leser einfach packt, mitnimmt und ihn individuell erleben lässt, wie das Handeln und Kommunizieren der Hauptpersonen auf ihn wirkt. Er/Sie erfährt also die Möglichkeit, mit der Geschichte zu agieren. Das macht den Stil der Hermann aus. Mit ihren Themen, die sich immer um dieselben Inhalte drehen, also dem Leben an sich, die Möglichkeiten, was daraus zu machen ist, die Hindernisse, die sich dabei wie von selbst aufstellen, die Liebe und ihre Macht, Einfluss auf die Alltäglichkeiten zu nehmen, all das sind Inhalte, die den Leser ebenfalls betreffen und deswegen ist es auch so leicht, sich in den Fluss der Geschichten fallenzulassen.

Hermanns Protagonisten sind weder Helden noch schräge Figuren, es sind ganz normale Menschen in unterschiedlichen Entwicklungsstufen ihres Lebens. Deswegen sind sie zu fassen, bieten Identifikationsflächen und lassen sich großartig begleiten.

Dass die Autorin einen eigenen Stil entwickelt und der sich im Laufe der Jahre noch verfeinert hat, rechtfertigt die Lobeshymnen. Ihr Stellenwert in der Gegenwartsliteratur ist unbestritten und auch in der Form Kurzgeschichte braucht sie sich vor den ganz Großen nicht zu verstecken.

„Sommerhaus, später“ liest sich heute noch genauso gut wie vor zwanzig Jahren. Die Geschichten sind zeitlose Literatur und haben nichts an Attraktivität verloren.

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Rezension zu "Aller Liebe Anfang" von Judith Hermann

Unverständlich und etwas verwirrend
LoveLy_Iviivor 8 Monaten

Stella und Jason sind verheiratet, haben eine Tochter, leben in einem schönen Haus am Rand der Stadt mit einem kleinen Garten. Sie führen ein ruhiges alltägliches Leben, meist aber ohne Jason, er arbeitet viel

Eines Tages steht ein Mann vor der Tür, den Stella noch nie zuvor gesehen hat. Er sagt, er wolle sich einfach nur mit Stella unterhalten. Stella lehnt aber ab. Der Mann geht und kommt am nächsten Tag wieder, auch am Tag darauf kommt er wieder und lässt Stella nicht mehr in Ruhe.

 

Der Klappentext konnte mich begeistern, doch leider hat mir der Inhalt des Buches nicht so ganz gefallen. Ich habe mich schwer getan ins Geschehen des Buches rein zu kommen und auch an den Schreibstil zu gewöhnen. Richtige Dialoge gibt es hier nicht. Aber je mehr ich in diesem Buch gelesen habe, desto mehr habe ich mich dann doch an dem Schreibstil gewöhnt. Kurze Kapitel und einfache Sprache halfen dabei das Buch doch zu beenden. Zum Teil waren es zu viele Protagonisten, ich habe irgendwann den Überblick verloren und konnte sie schließlich nicht mehr zuordnen. Die Hauptprotagonisten sind aber klar.

Die Geschichte war für mich nicht wirklich abgeschlossen, mir fehlte die eindeutige Erklärung weshalb Mister Pfister Stella gestalkt hat. Auch unverständlich war mir das Verhalten von Jason am Ende. Wo genau ist er hingegangen?

Also entweder ich habe irgendwas nicht ganz verstanden oder ich bin zu blöd gewesen die Zusammenhänge zu verstehen.

Mit den knappen 218 Seiten, ist es eher ein Buch für zwischendurch, ohne viel Spannung. Man kann sich das Buch mal durchlesen.

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Zusätzliche Informationen

Judith Hermann wurde am 14. Mai 1970 in Berlin (Deutschland) geboren.

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