Judith Hermann

 3,8 Sterne bei 888 Bewertungen
Autorin von Sommerhaus, später, Nichts als Gespenster und weiteren Büchern.
Autorenbild von Judith Hermann (© Jürgen Bauer)

Lebenslauf

Die Meisterin der Erzählung: Der Literaturkritiker Hellmuth Karasek bezeichnet Judith Hermanns im Jahr 1998 erschienenes Erstlingswerk „Sommerhaus, später“ als den „Sound einer neuen Generation“. In der Tat trifft die 1970 in Berlin geborene Schriftstellerin mit ihrer melancholischen und schnörkellosen Sprache exakt den Nerv der Zeit. Mit kurzen, nahezu im Telegrammstil gehaltenen Sätzen beschreibt sie Personen und Situationen aus dem Alltag. Dies gilt ebenso für ihre Erzählbände „Nichts als Gespenster“, „Alice“ und „Lettipark“. 2007 folgte die Verfilmung einzelner Erzählungen der Schriftstellerin in dem Episodenfilm „Nichts als Gespenster“. In ihrem 2014 erschienenen Romandebüt „Aller Liebe Anfang“ führt Judith Hermann ihre Leser in eine bedrückende Kleinfamilien-Vorort-Idylle. Die Werke der in Berlin lebenden Autorin sind unter anderem mit dem Kleist-Preis und mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet worden.

Neue Bücher

Cover des Buches Wir hätten uns alles gesagt (ISBN: 9783596710362)

Wir hätten uns alles gesagt

 (63)
Erscheint am 28.08.2024 als Taschenbuch bei FISCHER Taschenbuch.

Alle Bücher von Judith Hermann

Cover des Buches Sommerhaus, später (ISBN: 9783103975116)

Sommerhaus, später

 (263)
Erschienen am 15.03.2023
Cover des Buches Nichts als Gespenster (ISBN: 9783104033754)

Nichts als Gespenster

 (199)
Erschienen am 09.07.2014
Cover des Buches Alice (ISBN: 9783596511884)

Alice

 (119)
Erschienen am 09.12.2011
Cover des Buches Daheim (ISBN: 9783596523306)

Daheim

 (105)
Erschienen am 29.03.2023
Cover des Buches Wir hätten uns alles gesagt (ISBN: 9783596710362)

Wir hätten uns alles gesagt

 (63)
Erscheint am 28.08.2024
Cover des Buches Aller Liebe Anfang (ISBN: 9783596196418)

Aller Liebe Anfang

 (63)
Erschienen am 22.10.2015
Cover des Buches Lettipark (ISBN: 9783596035755)

Lettipark

 (33)
Erschienen am 24.08.2017
Cover des Buches Träume (ISBN: 9789175896533)

Träume

 (1)
Erschienen am 01.03.2024

Neue Rezensionen zu Judith Hermann

Cover des Buches Träume (ISBN: 9789175896533)
culejules avatar

Rezension zu "Träume" von Jane Austen

Vier Erzählungen
culejulevor 3 Tagen

Sie begleiten uns tags wie nachts: Träume. Es gibt sie als Wunsch-, Alp- oder Tagträume und können für uns z.B. Ansporn sein, Auswege aufzeigen oder in uns Zweifel säen. 

Was Träume in uns und der Welt bewegen können, wird in vier Erzählungen von Jane Austen, Judith Hermann, Virginia Woolf und Stefan Zweig thematisiert, deren Geschichten gerade einmal ca. 30 Seiten lang sind. Ich persönlich fand die Auswahl der Erzählungen passend und ich konnte mich auf jede Einzelne neu einlassen.

Große Literatur im kleinen Format - das ist das Konzept von Novellix, das modern und ästhetisch daherkommt. Kleine Buchboxen mit einer Thematik werden durch Erzählungen von Schriftsteller:innen aufgegriffen. Dadurch lernt man auch gleich weitere Erzählungen anderer Autor:innen kennen, deren Literatur man vorher noch nicht auf dem Schirm hatte. Tolle Idee. 

Ich persönlich finde auch, dass die kleinen Buchboxen ideal zum Verschenken sind.

Mich hat die BuchBox überzeugt. Die nächste liegt schon bereit, auf die ich mich bereits jetzt schon freue. 

Cover des Buches Wir hätten uns alles gesagt (ISBN: 9783596710362)
simone_richters avatar

Rezension zu "Wir hätten uns alles gesagt" von Judith Hermann

Gelungenes Sprechen über das Schreiben
simone_richtervor 16 Tagen

„Wir hätten uns alles gesagt“ liegt der im Sommer 2022 gehaltenen Frankfurter Poetikvorlesung zugrunde. Judith Hermann wollte ihre Lebensbeichte eigentlich nur einmal im Hörsaal vorlesen, doch dann hat ihr Verleger sie überredet sie zu veröffentlichen, weil diese sehr empathisch aufgenommen wurde. Hermanns Stern ging vor 25 Jahren auf und man muss ihren typischen Sound lieben. Hermann erzählt in diesem Buch von einer Kindheit im Berliner Stadtteil Neukölln. Es gibt einen depressiven Vater, die Großmutter, die im gleichen Haushalt lebt und eine Mutter, die für das Auskommen sorgt im Dauerstress. So kann sie sich weder groß um das sieben Jahre jüngere Zwillingspaar noch um die Ich-Erzählerin kümmern.

Das ist mit einer Offenheit geschrieben, die man von Hermann nicht erwartet hätte. Es geht um ihren ehemaligen Psychotherapeuten, den sie in einer Nacht an einem Späti erstmals außerhalb der Praxisräume sieht, um das Puppenhaus ihrer Kindheit und um Träume. Seelische Verletzungen gab es und traumatische Wirkungen. Sie spürt nach, wie es ihr gelang, ihre eigene Verletzlichkeit zu wahren und warum es ihr so viel in den 90er Jahren bedeutet hat mit Freunden in einer Hippie-Kommune zu leben.
Natürlich liest sich das alles, wie in ihren Romanen, aber man sollte vorsichtig sein, um der Autorin nicht auf den Leim zu gehen, da der Untertitel der Frankfurter Poetikvorlesungen nicht zufällig: „Vom Schweigen und Verschweigen im Schreiben“ heißt.

Cover des Buches Daheim (ISBN: 9783103970357)
Marenpontmercys avatar

Rezension zu "Daheim" von Judith Hermann

Rezension zu "Daheim" von Judith Hermann
Marenpontmercyvor 2 Monaten

Daheim. Wo ist Daheim? Zumindest die Protagonistin findet ihres, glaube ich. Wir erfahren den Namen der Erzählerin nie. Daher kann ich nur von der "Protagonistin" sprechen. Die Geschichte beginnt mit einem Zauberer und einer Kiste, in die sie sich legt. Eine Art Kiste begegnet uns im Laufe der Erzählung immer wieder. Sie ist an das Meer gezogen, in ein leeres Haus und beginnt in der Kneipe ihres Bruders zu arbeiten. Währenddessen ist er beschäftigt mit seiner deutlich jüngeren Freundin, Nike, eine verwahrloste 20-Jährige, die ihn in den Wahnsinn treibt. Und dann gibt es noch Mimi und ihren Bruder Arild, Otis, ihren Ex-Mann, zu dem sie immer noch eine enge Bindung hat und ihre Tochter Ann.

Mehr als die Hälfte der Geschichte hatte eine stille Atmosphäre, die Figuren scheinen ihre Zeit miteinander zu verbringen, ohne sich miteinander zu unterhalten oder wirklich glücklich darüber zu sein, dass sie zusammen sind. Ich habe schon befürchtet, dass mir das Buch gar nicht zusagen würde, aber es war definitiv nicht langweilig. Gerade Nike und ihre Vergangenheit bieten viel Raum zur Diskussion, zum Nachdenken.

Die Stimmung ändert sich als Mimi und die Protagonistin gemeinsam Mimis Eltern besuchen. Sie findet am Meer ein Zuhause. Der Schreibstil ändert sich, die Figuren scheinen affektierter zu sein, irgendwie zu erkennen, dass sie einander haben, sich beistehen. Da hat Hermann meines Erachtens geschickt gehandelt, die Spannung löst sich auf, je heimischer, sicherer die Protagonistin wird. Daheim ist.

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Zusätzliche Informationen

Judith Hermann wurde am 14. Mai 1970 in Berlin (Deutschland) geboren.

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Community-Statistik

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