Judith Hermann

 3.8 Sterne bei 644 Bewertungen
Autorin von Sommerhaus, später, Nichts als Gespenster und weiteren Büchern.
Judith Hermann

Lebenslauf von Judith Hermann

Die Meisterin der Erzählung: Der Literaturkritiker Hellmuth Karasek bezeichnet Judith Hermanns im Jahr 1998 erschienenes Erstlingswerk „Sommerhaus, später“ als den „Sound einer neuen Generation“. In der Tat trifft die 1970 in Berlin geborene Schriftstellerin mit ihrer melancholischen und schnörkellosen Sprache exakt den Nerv der Zeit. Mit kurzen, nahezu im Telegrammstil gehaltenen Sätzen beschreibt sie Personen und Situationen aus dem Alltag. Dies gilt ebenso für ihre Erzählbände „Nichts als Gespenster“, „Alice“ und „Lettipark“. 2007 folgte die Verfilmung einzelner Erzählungen der Schriftstellerin in dem Episodenfilm „Nichts als Gespenster“. In ihrem 2014 erschienenen Romandebüt „Aller Liebe Anfang“ führt Judith Hermann ihre Leser in eine bedrückende Kleinfamilien-Vorort-Idylle. Die Werke der in Berlin lebenden Autorin sind unter anderem mit dem Kleist-Preis und mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet worden.

Alle Bücher von Judith Hermann

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Sommerhaus, später

Sommerhaus, später

 (236)
Erschienen am 01.11.2007
Nichts als Gespenster

Nichts als Gespenster

 (190)
Erschienen am 01.05.2004
Alice

Alice

 (111)
Erschienen am 09.12.2011
Aller Liebe Anfang

Aller Liebe Anfang

 (53)
Erschienen am 14.08.2014
Lettipark

Lettipark

 (27)
Erschienen am 24.08.2017
Nichts als Gespenster

Nichts als Gespenster

 (7)
Erschienen am 24.03.2014
Aller Liebe Anfang

Aller Liebe Anfang

 (7)
Erschienen am 18.08.2014
Alice

Alice

 (5)
Erschienen am 05.11.2010

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Neue Rezensionen zu Judith Hermann

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Lesehexe92s avatar

Rezension zu "Lettipark" von Judith Hermann

Sehr gelungener Erzählband
Lesehexe92vor 3 Monaten

Mit ihrem Erzählband «Sommerhaus, später» wurde Judith Hermann berühmt. Mit dem Erzählband «Lettipark» der 2016 im Fischer Verlag erschien, legt Hermann ein neues Werk mit kurzen Geschichten vor, mit denen man sich auf Spuren des Lebens begibt.

Maude ist eine junge Kellnerin und Greta eine ältere Frau mit einem Faible für Bücher, sie bilden zusammen mit (anfänglich) anderen eine aussergewöhnliche Wohngemeinschaft. “Maude wohnt seit fast einem halben Jahr bei Greta. Sie hätte nicht geglaubt, dass sie so lange bleiben würde - wenn sie ehrlich ist hätte sie vermutet, dass es anstrengend sein könnte, mit Greta zusammenzuwohnen -, aber das halbe Jahr ist beinahe um, und bisher hat sie nicht darüber nachgedacht, sich ein anderes Zimmer zu suchen.” Aus einer Zweckgemeinschaft entwickelte sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden doch sehr unterschiedlichen Frauen. Judith Hermann bildet in dieser Geschichte ab, dass die junge Frau, die zum Ziel hat noch viel zu erleben und die Freiheit des Jungseins auszukosten, sich ungewollt emotional an die alte Frau bindet. Dies hat einen grossen Einfluss auf das Leben beider Frauen. Maude kann nicht mehr ganz entspannt verreisen, sie macht sich Gedanken wie Greta ohne sie zurechtkommt, im Gegenzug schätzt Greta die neu gewonnene Aufmerksamkeit, obwohl sie eigentlich eine erwachsene Person ist, die durchaus alleine zurechtkommt, denn vor einem halben Jahr war Maude auch noch nicht da. Aussergewöhnliche Freundschaften sind ein Kernthema in diesem Erzählband, sie werden immer wieder in anderer Form angesprochen und dargestellt, beispielsweise in den Erzählungen «Rückkehr» oder «Manche Erinnerungen». Es gibt aber auch Geschichten, wie Osten, in der sich die Hauptfiguren aus ihrer Komfortzone herausbewegen müssen, um neues zu entdecken und zu erleben.

Judith Hermann baut in ihre Geschichten immer wieder eine Kernpassage ein, die der Handlung eine Wendung gibt oder zumindest einen speziellen Aspekt hervorhebt. Sie bildet Sehnsuchtsorte ab, aber auch normale Alltagswelten, zum Teil auch in Verbindung zueinander und setzt irgendwo das Element, welches die Erzählung speziell macht. Die Geschichten sind in ihrer Aussage nie eindeutig, eher nebulös und 35 regen zum Nachdenken an.

Keine Geschichte ist wie die andere, dennoch sind sie sich im Aufbau sehr ähnlich, was ein wenig zu einer Monotonie führt, welche früher oder später in das Bewusstsein des Lesers eindringt und die Geschichten somit zum Teil vorhersehbar machen. Manchmal verliert Hermann sich ein bisschen in der Sprache und es entsteht ein Ton, der eher nach Plauderei als nach Erzählung klingt. Die Sprache an sich liest sich meist leicht und passt zu den Erzählungen.

Abschliessend kann gesagt werden, dass es Freude bereitet die kleinen Momentaufnahmen, die für die Figuren durchaus etwas grosses bedeuten können und zum Teil sogar ihr Leben enorm beeinflussen, zu lesen und zu erleben.

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Petra54s avatar

Rezension zu "Alice" von Judith Hermann

es geht um das Sterben, allerdings ohne jedes Gefühl
Petra54vor 5 Monaten

Alle fünf Geschichten in diesem Buch handeln von Alice und vom Sterben.

In der ersten stirbt „Micha“, was mir direkt unter die Haut ging.

Conrad“ heißt die zweite und handelt von einem Urlaub in Italien. Sie ist übertrieben trocken erzählt, nüchtern wie ein Polizeibericht. Ich liebe kurze und klare Sätze, doch ich verabscheue Halbsätze und Aufzählungen, die durch Punkt getrennt sind wie: „Blau getönt. Quellwasser.“ So schreibt man nicht, wenn man Sprache liebt.

Richard“ scheint wie Conrad ein entfernter Bekannter zu sein,

Malte“ ein Verwandter, den Alice nie kennenlernte. Geschichte, außer, dass auch hier wie in den anderen vier Geschichten der Titel-Mann stirbt.

Der letzte („Raymond“) ist offenbar Alices Mann oder zumindest Partner gewesen. Wann und woran er starb bleibt unklar.

Bei keinem der fünf gestorbenen Männern erfährt der Leser, wie Alice sie kennenlernte. Wer Fantasie hat und zwischen den Zeilen lesen kann, „erkennt“ Gefühle wie Trauer oder Freude, doch beschrieben wird nichts dergleichen. Eher liest man Details über die Umgebung, Wege von hier nach dort ...

Normalerweise mag ich es, wenn nichts ausgewalzt und erklärt wird. Doch in diesen fünf Geschichten war mir das Wenige zu viel.


Trotzdem – oder gerade deshalb – fand ich die ungewöhnlich knappe Erzählart der Autorin interessant. Dieses Buch gehört also unbedingt in mein Bücherregal.

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Mrs_Madges avatar

Rezension zu "Lettipark" von Judith Hermann

Wunderbare Kurzgeschichten
Mrs_Madgevor 9 Monaten

Ihr Roman Aller Liebe Anfang konnte mich nicht so richtig begeistern. Doch von diesen Kurzgeschichten war ich sofort gefangen. Ich liebe diesen einfach, reduzierten Stil von Judith Hermann. Und auch dass bei ihren Geschichten immer etwas in der Schwebe bleibt. Immer bleibt etwas Unausgesprochenes. Das ist ihre Magie, und die kommt hier wieder voll zur Geltung. Für alle die schon Sommerhaus später sehr gemocht hatten ist dies hier wieder sehr empfehlenswert.

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Judith Hermann wurde am 14. Mai 1970 in Berlin (Deutschland) geboren.

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