Judith Hermann

 3,8 Sterne bei 708 Bewertungen
Autorin von Sommerhaus, später, Nichts als Gespenster und weiteren Büchern.
Autorenbild von Judith Hermann (© Jürgen Bauer)

Lebenslauf von Judith Hermann

Die Meisterin der Erzählung: Der Literaturkritiker Hellmuth Karasek bezeichnet Judith Hermanns im Jahr 1998 erschienenes Erstlingswerk „Sommerhaus, später“ als den „Sound einer neuen Generation“. In der Tat trifft die 1970 in Berlin geborene Schriftstellerin mit ihrer melancholischen und schnörkellosen Sprache exakt den Nerv der Zeit. Mit kurzen, nahezu im Telegrammstil gehaltenen Sätzen beschreibt sie Personen und Situationen aus dem Alltag. Dies gilt ebenso für ihre Erzählbände „Nichts als Gespenster“, „Alice“ und „Lettipark“. 2007 folgte die Verfilmung einzelner Erzählungen der Schriftstellerin in dem Episodenfilm „Nichts als Gespenster“. In ihrem 2014 erschienenen Romandebüt „Aller Liebe Anfang“ führt Judith Hermann ihre Leser in eine bedrückende Kleinfamilien-Vorort-Idylle. Die Werke der in Berlin lebenden Autorin sind unter anderem mit dem Kleist-Preis und mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet worden.

Neue Bücher

Cover des Buches Daheim (ISBN: 9783103970357)

Daheim

 (22)
Neu erschienen am 28.04.2021 als Hardcover bei S. FISCHER.
Cover des Buches Daheim (ISBN: 9783844540024)

Daheim

 (2)
Neu erschienen am 28.04.2021 als Hörbuch bei Der Hörverlag.

Alle Bücher von Judith Hermann

Cover des Buches Sommerhaus, später (ISBN: 9783104034027)

Sommerhaus, später

 (252)
Erschienen am 21.08.2014
Cover des Buches Nichts als Gespenster (ISBN: 9783104033754)

Nichts als Gespenster

 (198)
Erschienen am 09.07.2014
Cover des Buches Alice (ISBN: 9783596511884)

Alice

 (116)
Erschienen am 09.12.2011
Cover des Buches Aller Liebe Anfang (ISBN: 9783100331830)

Aller Liebe Anfang

 (58)
Erschienen am 14.08.2014
Cover des Buches Lettipark (ISBN: 9783596035755)

Lettipark

 (31)
Erschienen am 24.08.2017
Cover des Buches Daheim (ISBN: 9783103970357)

Daheim

 (22)
Erschienen am 28.04.2021
Cover des Buches Nichts als Gespenster (ISBN: 9783844516289)

Nichts als Gespenster

 (7)
Erschienen am 24.03.2014
Cover des Buches Aller Liebe Anfang (ISBN: 9783844516159)

Aller Liebe Anfang

 (7)
Erschienen am 18.08.2014

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Neue Rezensionen zu Judith Hermann

Cover des Buches Sommerhaus, später (ISBN: 9783104034027)julia-elysias avatar

Rezension zu "Sommerhaus, später" von Judith Hermann

Kurzgeschichten über Selbstfindung, Einsamkeit und Liebe
julia-elysiavor 10 Tagen

Ich habe diese Kurzgeschichtensammlung im Rahmen eines Uni-Kurses gelesen. Bisher habe ich nur ein einziges Buch mit Kurzgeschichten gelesen, weil ich eher der Roman-Leser bin.

Judith Hermanns Schreibstil ist einfach und weder auffällig noch außerordentlich besonders. Sie verwendet viele Hauptsätze und beschreibt die Erzählungen nicht ins genauste Detail. Sie wirft den Leser jedes Mal inmitten die Geschichten und Handlungen hinein. Man bekommt keinen genauen Eindruck von den Charakteren, sondern nur grobe Merkmale und Hintergründe. Die Figuren selbst sind Menschen aus dem gewöhnlichen Alltag, die sich in verschiedenen Lebenssituationen befinden.

Anfänglich habe ich immer noch nach der Wendung oder Moral in den Geschichten gesucht, doch diese fehlt zumeist. Es liegt an dem Leser selbst, sich ein Bild von den Erzählungen zu machen. Meistens handeln diese von Einsamkeit, von Entscheidungen (zumeist in Bezug auf die Liebe, ob die Figuren diese erwidern sollten oder nicht) und von unausgesprochenen Worten und verpassten Momenten.

Dieses Buch ist für jeden, der die Art von (Kurz-)Geschichten mag. Es liest sich schnell und ist ein gutes Buch für zwischendurch.

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Cover des Buches Nichts als Gespenster (ISBN: 9783104033754)mariameerhabas avatar

Rezension zu "Nichts als Gespenster" von Judith Hermann

Der Stil macht das Lesen zu einer Arbeit
mariameerhabavor einem Monat

Es ist verdammt schwierig in das Buch einzutauchen. Es gibt keine Zeilenumbrüche, alles in einem Block geschrieben, in einem heillosen Durcheinander, der dem Lesefluss schadet, fast schon eine Zumutung für den Leser ist, aber ich habe es gelesen, zwei, drei Seiten und irgendwie habe ich es geschafft, mit dem Stil klar zu kommen. Es war mehr Arbeit als Lesespaß, doch all es funktionierte, war ich drinnen und hatte meinen Spaß mit den Protagonisten und ihren Wünschen. Ich fand es in Ordnung, doch plötzlich war es zu Ende und es stellte sich heraus, dass ich einen Kurzgeschichtenband gekauft habe.

In jede neue Geschichte musste ich mich hineinkämpfen und bei der dritten habe ich es aufgegeben, ich habe keine Lust mehr dazu gehabt. Lesen soll ein Genuss sein, Spaß machen, den Leser in ein anderes Leben ziehen und vor allem sollte Lesen keine Arbeit sein. Das hier aber fühlte sich wie eine.

Wie sehr auch die Autorin gelobt wird, ich finde den Stil grauenhaft, schrecklich, stichwortartig und vor allem unschön. Die erste Geschichte habe ich noch irgendwie gemocht, die dritte Geschichte aber dann richtig gehasst und als es Zeit wurde, die nächste zu lesen, wollte ich mich nicht erneut durch den Text kämpfen.

Es ist nicht lieblos geschrieben, das kann man der Autorin nicht vorwerfen, aber der Stil ist schrecklich, die Kurzgeschichten schlichtweg langweilig, kein Spannungsbogen und es sorgt nicht dafür, dass man das Buch genießen kann. Abgebrochen.

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Cover des Buches Daheim (ISBN: 9783103970357)textwerkbremens avatar

Rezension zu "Daheim" von Judith Hermann

Daheim existiert nicht im Plural
textwerkbremenvor einem Monat

Judith Hermann ruft bereits auf den ersten Seiten ihres Romans etwas Magisches hervor: Die namenlose Ich-Erzählerin erinnert sich, wie sie sich vor fast dreißig Jahren von einem Zauberer in einer Kiste zerteilen ließ. Immer wieder ruft sie in der Jetztzeit diese Erinnerung auf, die mit einer nie stattgefundenen Reise ins ferne Singapur als Assistentin des Zauberers hätte fortgesetzt werden können.


Möglichkeit und Wirklichkeit, Ferne und Nähe, Gemeinschaft und Alleinsein, Bindung und Freiheit. Diese Gegensatzpaare sind – man könnte es fast meinen - damals in der zerteilten Zauberkiste entstanden, bewegen sich nun durch den Roman und kreisen konstant um die große Frage: Wo ist mein Platz auf der Welt?


„Daheim“. Bereits der Titel, dieses schöne alte Wort bewirkt ein wehmütiges Gefühl, das sich von Seite zu Seite intensiviert: Sehnsucht, oder besser ein Sehnen und Suchen.


Die Ich-Erzählerin sehnt sich nach Verbindungen zu anderen Menschen, vor allem muss sie sich selbst neu suchen. Ihre erwachsene Tochter Ann ist unabhängig und frei in der Welt unterwegs. Ihren Mann Otis hat die Erzählerin verlassen, schon immer trennte sie vieles voneinander, doch in intimen Briefen sind sie weiterhin verbunden. Er ist noch in der fernen Stadt, wo sie alle drei als Familie zusammenlebten. Nun ist die 47jährige „alleiniger“ als je zuvor in einem kleinen, einsamen Häuschen an der Küste. Sie sucht zaghaft neue Bindungen, neue innere wie äußere Räume. Daheim existiert nicht im Plural.


Wie Judith Hermann von einem Leben auf dem Lande erzählt, ohne eine Landidylle zu beschwören, ohne die existentielle Leere zu füllen, die alle Figuren umtreibt, ob verwurzelt oder ungebunden, macht diesen Roman besonders. Die sparsam erzählte Geschichte wirkt nie zu bedeutungsschwer aufgeladen, sondern bleibt sehnsuchtsvoll, schwebend-offen. Mal stimmt sie hoffnungsvoll, mal melancholisch. Auch dem Lesenden wird ganz viel Raum gelassen.

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Zusätzliche Informationen

Judith Hermann wurde am 14. Mai 1970 in Berlin (Deutschland) geboren.

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