Judith Hermann Lettipark

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Inhaltsangabe zu „Lettipark“ von Judith Hermann

Seit ihrem großen Debüt-Erfolg 'Sommerhaus, später' ist Judith Hermann berühmt für ihren unverwechselbaren Ton, die Eleganz und Schönheit ihrer Sprache. In ihren neuen Erzählungen setzt sie so konzentriert wie leicht die Worte, zwischen denen sich das unfassbare Drama der Existenz zeigt. Was geschieht, wenn wir jemandem begegnen? Wie nah können wir den Menschen sein, die wir lieben? Durch einen Blick, eine Berührung entsteht eine plötzliche Nähe, oder Menschen entfernen sich voneinander. Kinder, Exzentriker, ein Vater, der aus der Psychiatrie verschwindet – Menschen kreuzen unseren Lebensweg, begleiten uns, machen uns glücklich und bleiben unfassbar. Ein Fotograf betrachtet seinen Adoptivsohn, interessiert und distanziert, wie eines seiner Bildmotive, und seine Frau sieht diesen Blick. Vielleicht wird darüber alles zerbrechen. Ein alter Mann denkt an eine lange Reise nach Nantucket, die viele Jahre zurückliegt, zu Freunden, in ein Haus, das erst in Umrissen existierte. Walter hatte für ihn dieses Haus mit Worten in die Luft gezeichnet. Er glaubt sich an eine Umarmung zu erinnern, zum Abschied. Judith Hermanns Figuren sind manchmal ganz schutzlos. Umso intensiver sind ihre Begegnungen mit anderen, geliebten, fremden Menschen. Diese Momente geschehen beiläufig, unaufgeregt und entfalten unter der Oberfläche eine existentielle Wucht. In ihren Erzählungen spürt Judith Hermann diesen alles entscheidenden Momenten nach, unserer Einsamkeit und Wut und Sehnsucht.

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  • Gute Reise, Maude. Machen Sie's gut!

    Lettipark
    Sambra92

    Sambra92

    25. September 2017 um 10:18

    Mit ihrem Erzählband «Sommerhaus, später» wurde Judith Hermann berühmt. Mit dem Erzählband «Lettipark» der 2016 im Fischer Verlag erschien, legt Hermann ein neues Werk mit kurzen Geschichten vor, mit denen man sich auf Spuren des Lebens begibt.   Maude ist eine junge Kellnerin und Greta eine ältere Frau mit einem Faible für Bücher, sie bilden zusammen mit (anfänglich) anderen eine aussergewöhnliche Wohngemeinschaft. “Maude wohnt seit fast einem halben Jahr bei Greta. Sie hätte nicht geglaubt, dass sie so lange bleiben würde - wenn sie ehrlich ist hätte sie vermutet, dass es anstrengend sein könnte, mit Greta zusammenzuwohnen -, aber das halbe Jahr ist beinahe um, und bisher hat sie nicht darüber nachgedacht, sich ein anderes Zimmer zu suchen.” Aus einer Zweckgemeinschaft entwickelte sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden doch sehr unterschiedlichen Frauen. Judith Hermann bildet in dieser Geschichte ab, dass die junge Frau, die zum Ziel hat noch viel zu erleben und die Freiheit des Jungseins auszukosten, sich ungewollt emotional an die alte Frau bindet. Dies hat einen grossen Einfluss auf das Leben beider Frauen. Maude kann nicht mehr ganz entspannt verreisen, sie macht sich Gedanken wie Greta ohne sie zurechtkommt, im Gegenzug schätzt Greta die neu gewonnene Aufmerksamkeit, obwohl sie eigentlich eine erwachsene Person ist, die durchaus alleine zurechtkommt, denn vor einem halben Jahr war Maude auch noch nicht da. Aussergewöhnliche Freundschaften sind ein Kernthema in diesem Erzählband, sie werden immer wieder in anderer Form angesprochen und dargestellt, beispielsweise in den Erzählungen «Rückkehr» oder «Manche Erinnerungen». Es gibt aber auch Geschichten, wie Osten, in der sich die Hauptfiguren aus ihrer Komfortzone herausbewegen müssen, um neues zu entdecken und zu erleben.   Judith Hermann baut in ihre Geschichten immer wieder eine Kernpassage ein, die der Handlung eine Wendung gibt oder zumindest einen speziellen Aspekt hervorhebt. Sie bildet Sehnsuchtsorte ab, aber auch normale Alltagswelten, zum Teil auch in Verbindung zueinander und setzt irgendwo das Element, welches die Erzählung speziell macht. Die Geschichten sind in ihrer Aussage nie eindeutig, eher nebulös und 35 regen zum Nachdenken an.   Keine Geschichte ist wie die andere, dennoch sind sie sich im Aufbau sehr ähnlich, was ein wenig zu einer Monotonie führt, welche früher oder später in das Bewusstsein des Lesers eindringt und die Geschichten somit zum Teil vorhersehbar machen. Manchmal verliert Hermann sich ein bisschen in der Sprache und es entsteht ein Ton, der eher nach Plauderei als nach Erzählung klingt. Die Sprache an sich liest sich meist leicht und passt zu den Erzählungen.   Abschliessend kann gesagt werden, dass es Freude bereitet die kleinen Momentaufnahmen, die für die Figuren durchaus etwas grosses bedeuten können und zum Teil sogar ihr Leben enorm beeinflussen, zu lesen und zu erleben.

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  • Momentaufnahmen aus dem Leben

    Lettipark
    Raven

    Raven

    10. September 2016 um 23:46

    Das Buch "Lettipark" von Judith Hermann ist 192 Seiten lang und beim Fischerverlag erschienen. Das Hardcoverband ist wertig mit einem schön illustrierten Schutzumschlag, dicken Leseseiten und integriertem Lesebändchen. In Lettipark werden 17 detailreiche Kurzgeschichten erzählt, die Momentaufnahmen aus dem Leben der Protagonisten wiedergeben, Die Prosa ist atmosphärisch, zum Ende hin oft nebulös, um das Wesentliche der Geschichten zu verdeutlichen. Die Geschichten sind alles Momentaufnahmen aus dem Leben, tiefgehende Erzählungen die nachdenklich stimmen und die eigenen Emotionen ansprechen. Die Geschichten lassen sich alle leicht und flüssig lesen, haben jedoch einen seltsamen Beiklang. Dieser Beiklang ist die Aussage und Tiefgründigkeit die in jeder Geschichte steckt und sich oftmals erst auf dem zweiten Blick entschleiert. Ich habe bereits tiefgehendere, lyrischere Texte gelesen, auf eine andere Art und Weise, die mir besser gefiel, dennoch sind die Geschichten von Frau Hermann sehr schön geschrieben, irgendwie schwebend, sanft, wie Musik im Raum. Mir gefällt ihr Schreibstil und das Verweben der Menschen in einer Erinnerung, oder eine Begegnung, die nachhaltig das Leben verändert, während für jede Geschichte nur der Augenblick verdeutlicht wird, wesentlich ist und alles Andere in den Hintergrund tritt. Fazit: Sehr schöne Lektüre, die den Fokus auf einen Moment der Protagonisten richtet, der ihr Leben maßgeblich verändert oder beeinflusst hat. Schwebende, lyrische, sanfte Worte, die sich nicht im Detail verlieren, sondern auf das Wesentliche richten.

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  • Erzählungen von unterschiedlicher Qualität, insgesamt überzeugend

    Lettipark
    letusreadsomebooks

    letusreadsomebooks

    25. July 2016 um 21:32

    In ihrem neuen Erzählband Lettipark berichtet die Autorin Judith Hermann von Begegnungen, häufig nur kurzen Momenten, die ein ganzes Leben verändern. Der Band besteht aus 17 Geschichte, die alle um die zehn Seiten lang sind. Häufig ist in den Erzählungen weder der genaue Zeitpunkt, noch der genaue Schauplatz des Geschehens klar. Die Protagonisten der verschiedenen Erzählungen stammen aus völlig unterschiedlichen Milieus, wie etwa dem Theater, der Psychiatrie oder auch dem Circus. Das Thema des Buches, bedeutsame Begegnungen, kommt zum Beispiel in der Titelgeschichte vor. Schauplatz der Handlung ist die Kasse eines Supermarktes, in einem nicht näher genannten Ort. Der Leser erlebt die Handlung aus der Sicht von Rose, welche beim Einkaufen mit ihrem Mann eine alte Bekannte, Elena, sieht. Welches Verhältnis die beiden Frauen früher zueinander hatten, bleibt unklar. Die Verbindung zwischen ihnen entsteht durch Page Shakusky, ein Fotograf, mit dem Elena in der Vergangenheit für kurze Zeit zusammen war und der auch Rose umworben hatte, allerdings erfolglos. Das Wiedersehen von Elena, die früher eine Schönheit war, erinnert Elena wieder an das Werben von Page: Page Shakusky war eine ganze Weile lang hartnäckig, er lag morgens vor ihrer Tür, wenn sie die Wohnung verließ, er kletterte auf ihren Balkon und wartete, bis sie nach Hause kam, er schrieb ihr unzählige Briefe voller Versprechungen, Schwüre und Anzüglichkeiten. Rose hielt sich die Hände vor die Ohren und machte die Augen zu. Sie war verklemmt und damit beschäftigt, sich im Leben über Wasser zu halten, und sie wusste, dass Page Shakusky eigentlich ganz genauso war, er hatte sich nur eine andere Strategie ausgedacht. Aber die zufällige Begegnung mit Elena ruft nicht nur die Erinnerung an alte Zeiten und ihre Jugend zurück, sondern lässt Rose ebenso über ihre derzeitige Lebenssituation nachdenken. Das Erinnern veranlasst sie dazu, die Gegenwart zu reflektieren. In vielen der Erzählungen fällt auf, dass es Figuren gibt, die handeln, und wiederum welche, die das Geschehen passiv beobachten. So zum Beispiel in der GeschichteSolaris. Hier geht es um Ada und Sophia, die während ihrer Ausbildungszeit zusammen wohnen. Jahre später besucht Ada, welche als Fotografin arbeitet, ihre Freundin, die als Schauspielerin eine der Hauptrollen in einer Inszenierung von Solaris spielt. Die ganze Handlung über ist Ada vor allem die stille Beobachterin, was bereits während des Studiums beginnt. Auch beim späteren Wiedersehen ist Sophia diejenige, die die Handlung vorantreibt, obwohl die Erzählung häufig aus der Sicht von Ada dargestellt wird. Die Geschichten liefern allerdings keine klaren Antworten. Gerade durch die letzten Sätze sind in vielen Fällen verschiedene Auslegungen möglich. Grundsätzlich ist der Stil der Autorin eher einfach und klar. Das heißt aber nicht, dass die Geschichten auch einfach sind – sie sind nämlich eher schwere Kost. Vieles bleibt aber zwischen den Zeilen und muss vom Leser gefunden und in Verbindung gebracht werden. Die Erzählungen in Judith Hermanns neuem Band Lettipark haben mir nicht durchgehend gut gefallen. Die Art der Autorin, den Leser die Bedeutung der Handlung sich selbst erschließen zu lassen hat bei mir nur teilweise funktioniert. Auf der einen Seite sind Geschichten, die ich spannend fand und mir nach dem Lesen überlegt habe, was ihre tiefere Bedeutung sein könnte. Zu diesen Geschichten haben unter anderemSolaris und Kohlen gehört. Auf der anderen Seite haben mich manche Erzählungen, zum Beispiel Mutter, völlig kalt gelassen, so dass sich die knapp zehn Seiten elendig lang zogen und mich die Geschichte nach dem Lesen auch nicht zum Nachdenken angeregt hat. Trotzdem würde ich sagen, dass die Erzählungen lesenswert sind und den Leser größtenteils zum Mitdenken auffordern.

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  • Momentaufnahmen

    Lettipark
    hundeliebhaber

    hundeliebhaber

    12. July 2016 um 11:46

    Judith Hermann skizziert in den 17 Erzählungen jeweils Erlebnisse, Erinnerungen und Begegnungen, die das Leben beeinflusst haben. Dabei handelt es sich unter anderem um Neil Armstrong, eine Begegnung mit einer früheren Studienfreundin, einen Sommer oder der Umgang mit dem Adoptivkind.Die einzelnen Geschichten sind recht kurz, im Schnitt etwa zehn Seiten lang. Da die Autorin den Fokus auf den Moment legt, den sie gern beschreiben möchte, tritt alles andere in den Hintergrund. Oft bekommt der Leser nicht mehr Informationen über die beteiligten Personen als einen Namen, ein ungefähres Alter und die gemeinsame Verbindung. Und obwohl die Erzählungen Lebensmomente darstellen, die einen starken Einfluss haben oder die Protagonisten berührt haben, bleibt bei mir kein tiefer Eindruck. Der Leser wird kurz ein Teil des Lebens, wobei es sich hier auch nur um eine Momentaufnahme handelt, ist wird kurzzeitig berührt und geht dann über zur nächsten Geschichte. Im Moment des Lesens sind die Geschichten zauberhaft - manche mehr, andere eher weniger. Der Sprachstil Judith Hermanns ist gewaltig, sie schreibt bildhaft poetisch und sehr zart. Und das auf sehr schlichte und nüchterne Art und Weise. Doch sobald ich das Buch zugeschlagen habe, sind auch die Erzählungen schnell erloschen.

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  • Das Buch des Monats Mai für den FISCHER Leseclub: "Für immer in deinem Herzen" von Viola Shipman

    Für immer in deinem Herzen
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Von Generation zu Generation ...  Großmutter, Mutter und Tochter – Viola Shipman zeigt uns in "Für immer in deinem Herzen", dass Familien nicht nur durch Blut verbunden sind, sondern insbesondere durch die Geschichten, die sie prägen. Die quirlige Großmutter Lolly lässt die Vergangenheit mithilfe der Glücksbringer an ihrem Bettelarmband wieder aufleben und verhilft so ihrer Tochter und ihrer Enkelin zu neuem Mut, alte Pfade zu verlassen und Neues zu wagen.Lasst euch von dieser emotionalen Familiengeschichte verzaubern und lest gemeinsam mit uns das Buch im Monat Mai!Mehr zum Buch:Alle Frauen der Familie Lindsey besitzen ein Armband mit Glücksbringern, Großmutter Lolly, Tochter Arden und Enkelin Lauren. Die Anhänger werden von Generation zu Generation weitergegeben. Lolly lebt allein am Lost Land Lake, weit weg von ihrer Tochter und ihrer Enkelin, die sie lange nicht gesehen hat. Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit für mehr Nähe. Sie schickt Arden und Lauren jeweils einen Anhänger und bittet um einen Besuch. Alarmiert brechen die beiden auf und nehmen ihre eigenen Krisen mit in das Kindheitsparadies am See. Es wird ein Sommer, der drei Lebenswege zusammenführt und verändert. Über das Armband, das sie verbindet, entdecken die Frauen, was wirklich wichtig ist im Leben. Die Glücksbringer der Lindseys stehen für Geschichten voller Hoffnung, Sehnsucht und Lebenslust.>> Hier geht es direkt zur LeseprobePassenderweise veranstaltet FISCHER Krüger ein Gewinnspiel zum Buch, bei dem ihr bezaubernde Charm-Armbänder gewinnen könnt!Wir vergeben gemeinsam mit FISCHER Krüger 50 Exemplare von "Für immer in deinem Herzen" unter allen, die sich bis einschließlich 22. Mai 2016 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button für das Buch des Monats bewerben und uns verraten, warum sie gerne mitmachen möchten.* In den folgenden Wochen stellen wir euch verschiedene Aufgaben, bei denen ihr Buchlose erhalten könnt. (Alle Informationen zum System der Buchlose findet ihr hier)Bitte beachtet, dass es in dieser Challenge zudem Spezialaufgaben geben wird, die jeweils nur an einem einzigen Tag erfüllt werden können. Regelmäßiges Vorbeischauen in der Challenge lohnt sich also!Wer 9 Buchlose sammelt, gewinnt ein Buch aus den S. Fischer Verlagen aus dem Genre seiner Wahl. Zusätzlich verlosen wir unter allen, die mindestens 10 Buchlose gesammelt haben, einen großartiges Süßigkeiten-Paket voll Fudge und anderen Leckereien im Wert von 100 Euro!Alle, die mit ihrem eigenen Exemplar an der Aktion zum Buch des Monats teilnehmen möchten, sind natürlich herzlich willkommen. Ihr könnt jederzeit mit einsteigen.Die Frist für die Bearbeitung der Hauptaufgaben für das Buch des Monats Mai endet am Sonntag, den 26. Juni 2016 – d.h. alle Aufgaben müssen bis einschließlich dieses Datums vollständig bearbeitet sein, damit sie in die Buchlos-Wertung mit einfließen. Mitglieder des FISCHER Leseclubs erhalten das Abzeichen für das jeweilige "Buch des Monats", wenn sie mindestens 5 Beiträge und eine Rezension geschrieben haben.Ihr möchtet beim FISCHER Leseclub mitmachen? Alle Infos dazu findet ihr hier.Ihr müsst aber kein Mitglied im FISCHER Leseclub sein, um an der "Buch des Monats"-Aktion teilzunehmen. Die Buchlose gelten immer nur für den jeweiligen Monat und können nicht in den nächsten Monat übertragen werden. * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme, am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Erfüllen aller Hauptaufgaben der "Buch des Monats"-Aktion bis spätestens 26. Juni 2016. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für ein Testleseexemplar schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir Gewinne nur innerhalb Europas verschicken!Ein allgemeiner Hinweis: Bitte markiert eure Beiträge nur dann als Spoiler, wenn es sich wirklich um Spoiler handelt und beispielsweise nicht eure Beiträge für die einzelnen Aufgaben!

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    • 3306
  • Eindringliche Sprachbilder

    Lettipark
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    24. June 2016 um 09:25

    Eindringliche SprachbilderDurchaus poetisch kann man die Prosa von Judith Hermann nennen, voller ruhiger, oft hintergründig wirkender Bilder, die feine und leichte, zugleich aber wichtige Emotionen transportieren und, wo es nötig ist, auch direkt und klar tiefreichende Gefühle zum Ausdruck zu verbringen mögen.Das in den vielen kurzen Geschichten des Buches nicht immer die Vorgeschichte der konkret geschilderten Szene mitgeteilt wird, dass das Ende der Erzählungen immer auch offen, ein stückweit gar nebulös verbleiben, das mag zu Beginn bei der Lektüre irritieren, dient aber letztlich nur der Konzentration auf das Eigentliche, um das es Hermann in diesem Erzählband geht.Um die „Begegnung“, um das, wie Menschen einander nahekommen oder sich entfernen, wo die Schnittpunkte, auch die kaum in Worte fassbaren, sind, die Menschen miteinander teilen.Wie in „Fetisch“, an einem unwirklichen Ort spielend, jene Frau, die am kleinen Feuer sitzt und gar nicht wirklich dem Leser verdeutlichen kann, was denn genau sie an ihren Begleiter, der völlige Freiheit sich nimmt, bindet. Vielleicht aber ist dies das gleiche, dass sie schaudern lässt beim Gedanken, der Besitzer des Geländes könnte sich ihr nähern und zu ihr setzen. Etwas nicht wollen, aber dies nicht ausdrücken, sich nicht verwehren können, das ist das eine Thema. Und vielleicht auch die Verbindung zum Titel, denn ein anderer „Fetisch“ konkret taucht nicht auf, auf den wenigen, eindrücklichen Seiten.Und es doch können, sich verweigern. Bei einem kleinen Jungen mit ernstem Blick, dem sie auf ihre Art ein Opfer abverlangt, am Ende aber leer und wie verdunstet wirkend am beginnenden Tag dort hocken bleibt.Oder Rose, die als erwachsene Frau eine Freundin, Bekannte, Liebeskonkurrentin, Vorbild, Lebe-Frau aus der Jugend trifft. Einfach so, an der Kasse im Supermarkt. Und diese als „Erloschen“ wahrnimmt. Als eine Art „Besitz“ ihres männlichen Begleiters. Jene Frau, die ein Herz damals gebrochen hat, das Rose auch gerne für sich besessen hätte, später. Der junge Mann, der alles getan hat, der ein Album des „Letti-Park“ erstellt hat und der doch einfach aussortiert wurde.Und für was? Dafür, dass das Leben Jahre später gar nicht mehr glimmt? Oder vielleicht dafür, dass Rose einen Funken wieder ins ich spürt (denn auch ihr Leben, so kann man das Verhalten ihres männlichen Begleiters deuten), ist ja nicht viel anders. Sie rafft sich auf, sie will dazwischen gehen, ansprechen, Wiedererkennen hervorrufen und bleibt doch wie gelähmt.Bedeutsame, prägende Beziehungen, die erst im Nachhinein in ihrer wirklichen Kraft wahrgenommen werden und die Unfähigkeit, einfach zu tun, einfach die Gegenwart abzuschütteln, mit einem wie ein Echo verhallenden Ende.Das ist sprachlich auf den Punkt getroffen, da sitzt jeder Satz, jedes Bild, jeder Blick ins Innere der Personen. Und wird vor allem dafür benutzt, den Leser auf Unbewusstes, eigenes durch das Streifen von Gefühlen hinzuweisen. Worauf man allerdings bereit sein muss, sich in dieser besonderen Form der Kurzgeschichten einzulassen.

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  • Momentaufnahmen im Leben

    Lettipark
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    15. June 2016 um 10:09

    In ihren Kurzgeschichten erzählt Judith Herrmann von Begegnungen, von Momentaufnahmen, von Erinnerungen, die ein Leben geprägt haben und nicht vergessen werden.  In diesen Erzählungen erzählt sie genau diesen einen Augenblick. Der Fokus liegt auf dem Geschehenen. Dabei verliert sie den Blick auf die Örtlichkeiten und die Figuren werden eher oberflächlich skizziert.  Ich glaube, die Autorin möchte gerne diese Momente, die ein Leben prägen, erzählen. Leider gelingt es ihr nur bedingt. Denn sie fokussiert sich so sehr auf diesen Moment, dass sie dabei vergisst, dass diese Momente von Figuren, Empathie, Orte etc. geprägt werden. Die ersten ein oder zwei Geschichten haben mich  fast dazu veranlasst, dass Büchlein wieder wegzulegen. Denn es sind keine Geschichten, die den Leser sofort in seinen Bann ziehen. Dann gab es doch einige Geschichten, die mich doch irgendwie berührten.  Anfangs haben mir genau diese oberflächlichen Beschreibungen von den Momenten gefallen. Doch je länger ich las, desto mehr fehlte mir die Authentiziät. Die Geschichten werden nicht lebendig - sie bleiben im Buch. Sie erreichen den Leser nicht. Die Geschichten sind ziemlich kurz. Auf 192 Seiten sind es 19 Erzählungen. Das heisst eine Geschichte ist im Schnitt 10 Seiten lang. Weniger hätten mehr Platz für mehr Lebensnähe.

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