Ich habe die Band "Wir sind Helden" damals nur am Rande registriert. "Aurelie" und "Nur ein Wort" fand ich genial, aber ich habe mich nicht weiter damit beschäftigt, wer diese Songs geschrieben und gesungen hat. Einige Jahre später las ich im Rolling Stone Magazin ein Interview mit Bela B (für den ich schon vor 35 Jahren geschwärmt habe) und Judith Holofernes, in dem ich sie überraschend interessant fand. Sie kam mir auch bekannt vor, aber ich dachte, sicher hätte ich sie mal auf Youtube gesehen oder so. Jetzt lief mir ihr Buch über den Weg und als ich las, dass sie an der UdK studiert hat, wusste ich wieder, dass wir uns damals hin und wieder über den Weg gelaufen sind, denn ich habe nebenan an der TU studiert. Lustig!
Das Buch fand ich sehr interessant, es gibt viele Einblicke in die Musikindustrie, die "Maschine", die unerbittlich von den Künstler'innen verlangt, kontinuierlich Erfolg zu haben, kreativ zu sein, zu funktionieren und dabei bitte unkompliziert zu sein. Judith Holofernes hatte da wohl einen besonderen Ehrgeiz, cool und unkompliziert zu sein, aber der Preis dafür war extrem hoch. Unser marodes Gesundheitswesen inklusive medizinischem Gender Data Gap hat das Problem noch verschärft. Ihr steiniger Weg weg von der "Maschine" hin zu einem selbstbestimmten Leben als Künstlerin ist sehr inspirierend. Judith Holofernes ist eine beeindruckende, kreative, lustige und kluge Frau. Ihren Podcast "Salon Holofernes" kann ich auch sehr empfehlen, vor allem die Interviews mit Bodo Wartke, Raul Krauthausen und Anja Caspary.















