Ein kleines blaues Buch geschrieben von einer selbstbewussten und mutigen Frau. Judith Jannberg (bürg. Gerlinde Adia Schilcher) bleibt auch nach längerer Recherche eher etwas "durchsichtig" - im Internet findet man leider so gut wie gar keine Informationen über sie. Einziger Anhaltspunkt für ihr Alter ist das Buch selbst, welches sie in ihren Vierzigern schrieb (es wurde in den 80ern Erstveröffentlicht).
Das Buch wurde aus der Ich-Perspektive von Judith geschrieben und entführt uns in einen kleinen Teil ihrer riesigen Hexenwelt. Sie berichtet von verschiedenen Erfahrungen und Ereignissen aus ihrem Leben, doch eigentlich dreht sich das ganze Buch um nur eine Frage: Was ist eine Hexe?
Man darf dieses Buch allerdings keinesfalls als sogenanntes "Einsteigerbuch" abtun, viel mehr ist es eine Art Biographie, die neue Fragen aufwirft und alte beantwortet.
Die Autorin ist Feministin und das merkt man ihrem Schreibstil auch an. An manchen Stellen ist mir das Buch schon zu "männerfeindlich", aber im Großen und Ganzen hält es sich in Grenzen. Begeistert war ich von den Regressions-Passagen, die mich wirklich sehr neugierig und nachdenklich gemacht haben.
Ein Buch, dessen Meinung ich nicht immer teile, das aber trotzdem durch kraftvolle Worte und positive Frechheit glänzt und ein Wegweiser für alle Frauen ist. Drei von fünf Sternen.



