Judith Merchant Loreley singt nicht mehr

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Inhaltsangabe zu „Loreley singt nicht mehr“ von Judith Merchant

In den frühen Morgenstunden treibt eine bizarr leuchtende Leiche im Rhein. Ein zitternder Angler gesteht Kommissar Jan Seidel, dass er den toten Mann am Haken hatte. Die beiden kannten sich. Nur ein grausamer Zufall? Und während Kommissar Jan Seidel aus Königswinter den Täter sucht, ist seine Großmutter Edith Herzberger, die rheinische Miss Marple, ihrem Enkel bereits einen entscheidenden Schritt voraus ...

Düstere Stimmung irgendwie durch das ganze Buch hindurch. Man hat so seinen Verdacht und ist dann doch mitgenommen als der Fall gelöst ist.

— Petflo7902
Petflo7902

Mutterrolle, Beziehungswirrwarr: Die Figuren waren mir etwas zu klischeehaft. Liest sich aber locker weg und die Konstruktion funktioniert.

— alasca
alasca

Gelungener zweiter Teil, spannende Geschichte.

— Blackfairy71
Blackfairy71

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    Loreley singt nicht mehr
    Anjaxxx

    Anjaxxx

    27. November 2015 um 06:12

    Erstmal muss ich sagen: Jan und Edith sind wirklich toll. Ich habe genauso gern über die beiden gelesen, wie auch über den Fall ansich. Diesmal geht gleich um mehrere dunkle Familiengeheimnisse, welche die Gegenwart verdunkeln und viele Rätsel aufwerfen. Jan muss in viele Richtungen ermitteln und auch Edith mischt wieder kräftig mit. Die Autorin hat diesmal sehr authentische und lebensnahe Protagonisten erschaffen, die allesamt interessant aber auch irgendwie rätselhaft sind. Jeder ist auf seine Art verdächtig, auf der anderen Art traut man allerdings auch keinem von denen einen Mord zu. Der Spannungsbogen ist hier bis zum Ende ganz oben gehalten und ich war von mehreren Wendungen mehr als überrascht. Ein absolut gelungener Kriminalroman!

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  • Was singt die Loreley so schön

    Loreley singt nicht mehr
    walli007

    walli007

    Kommissar Jan Seidel ist nicht so gut drauf. Nach der Trennung von seiner Ex-Verlobten Nicoletta ist er bei seiner Großmutter in Königswinter eingezogen und nach einem Treffen mit der Ex ist er etwas durcheinander. Und auch Arbeit gibt es; ein verstörter Angler meldet den Fund einer Leiche. Zwischen dem Toten und dem Angler gibt es eine Verbindung wie schnell klar wird. Der Verstorbene ist der Bruder eines Nachbarn. Doch was wollte er in Königswinter? Das wüsste auch Seidels Großmutter Edith Herzberger gern und nichts auch kein Kommissar-Enkel kann sie davon abhalten, ihre Fühler auszustrecken. Zwar handelt es sich hier bereits um den zweiten Band um Jan Seidel und seine Oma, wobei es beim Lesen nicht weiter stört, wenn man den ersten nicht kennt. Allenfalls ist zu sagen, dass der zweite vielleicht genauso viel Appetit auf den ersten Band macht wie umgekehrt. Erfreulich normale Ermittler mit normalen Alltagsproblemen, eine naseweise Oma, die den anderen manchmal voraus ist und ein Fall, der, obwohl schon sehr perfide angelegt, das Nervenkostüm des Lesers nicht überstrapaziert, sondern zum konzentrierten Rätseln einlädt und damit bestens unterhält. Keine schwere Kost ist etwas sehr Schönes, so dass ich mir die Namen des Kommissars und seiner Schöpferin wohl merken werde.

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    • 4
    _Sahara_

    _Sahara_

    10. October 2014 um 19:32
  • Neuer Fall für Jan Seidel

    Loreley singt nicht mehr
    Blackfairy71

    Blackfairy71

    Am Rhein bei Königswinter findet der Angler Hannes Menzenbach eine nackte männliche Leiche. Erst später erkennt er, dass es sich um den Bruder seines Nachbarn handelt, der eigentlich in Ludwigshafen lebt. Auf den ersten Blick sieht alles nach Selbstmord, da der Tote Gernot Schirner anscheinend schwer krank war. Allerdings gibt es keinen Abschiedsbrief und Schirner hatte sich einen Tag zuvor in der teuersten Suite des Hotels Loreley in Königswinter eingemietet. Hinzu kommt, dass seine Ehefrau nicht sonderlich traurig auf den Tod ihres Mannes reagiert.  Für Kommissar Jan Seidel Anhaltspunkt, um an der Theorie des Selbstmordes zu zweifeln. Nach und nach deckt er die tragische Vergangenheit der Familie Menzenbach auf und es scheint, dass ein tragischer Vorfall von früher mit dem heutigen Tod von Gernot Schirner zu tun hat. Auch Jans Großmutter, Krimifan Edith, versucht ihrem Enkel mit ihrem Wissen bei der Lösung des Falls zu helfen. Mit geschickten Wendungen und flüssigem Erzählstil gelingt es Judith Merchant bis zum Schluss den Leser gut zu unterhalten. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, auch die Nebenfiguren. Die Auflösung kam für mich dann auch überraschend. Auch Prolog und Epilog haben mir gut gefallen, denn ich mag alte Sagen und Legenden. Ein spannender Regionalkrimi aus Königswinter, den ich auf jeden Fall empfehlen kann. Man muss den Vorgänger "Nibelungenmord" auch nicht unbedingt gelesen haben.  Wer aber etwas mehr von Edith lesen möchte, dem würde ich es doch empfehlen, da sie dort einen etwas größeren Part hat.

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    • 9
    _Sahara_

    _Sahara_

    07. October 2014 um 20:17
  • Rezension zu "Loreley singt nicht mehr" von Judith Merchant

    Loreley singt nicht mehr
    abuelita

    abuelita

    15. March 2013 um 18:22

    ..war für mich im „Nibelungenmord“ Edith die zentrale Figur, so enttäuschte sie leider hier. Aber immer können ja auch nicht die Omas die Kriminalfälle lösen…*g* Ausnehmend gut gefallen hat mir der Prolog, in dem Vater Rhein sich zu Wort meldet. Er spuckt dann auch eine Leiche aus, die – bis Jan und seine Kollegen eintreffen- bizarr leuchtet. Wieso hat der Angler Knicklichter auf dem von ihm gefundenen Toten angebracht? Dies und noch viele andere Rätsel müssen gelöst werden….. Es ist ein ruhiges Buch, das ohne viel Trara daher kommt, auf detaillierte Schilderungen des Tötens verzichtet, viele überraschend Wendungen aufweist und zu keiner Zeit langweilig war. Am besten aber gefällt mir der Schreibstil von Judith Merchant und wie sie es schafft, eine heile „Bullerbü-Welt“ mit einer interessanten Krimihandlung zu verbinden. Die Schicksale der Frauen, ihr Versuch, die Fassade/n aufrechtzuerhalten – das ist lebensnah und feinfühlig geschildert und könnte auch in der Realität so sein. Einzig den Schluss fand ich etwas enttäuschend- daher auch der eine Punkt Abzug.

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  • Rezension zu "Loreley singt nicht mehr" von Judith Merchant

    Loreley singt nicht mehr
    Kaugummiqueen

    Kaugummiqueen

    23. October 2012 um 00:07

    Inhalt Königswinter im Januar: Im Rhein treibt eine Leiche, nackt und ohne erkennbare Verletzungen. Ein erschreckter Angler hatte den toten Mann am Haken. War es Selbstmord? Kommissar Jan Seidel wird zu den Ermittlungen gerufen und muss feststellen, dass der Angler den Toten sogar kennt. Handelt es sich hierbei bloß um einen grausamen Zufall? Jan Seidel beginnt, bei den Nachbarn des Anglers zu ermitteln, da der Tote der Bruder des Nachbarn war und erfährt, dass die Brüder keinen Kontakt mehr miteinander hatten. Doch warum war der Tote, der eigentlich in Ludwigshafen lebte, in Königswinter? Und was haben die Frau des Bruders und die Frau des Anglers mit dem Toten zu tun? Und besteht ein Zusammenhang mit einem traurigen Schicksalsschlag, der sich vor vier Jahren zwischen den beiden Familien ereignete? Während Jan Seidel anfangs noch Probleme hat, den tief verworrenen Fall zu durchschauen, kommt seine Großmutter Edith Herzberger, eine große Krimi-Liebhaberin, schnell auf die richtige Spur. Meine Meinung Judith Merchant schafft es, ein Konstrukt aus Intrigen und Lügen zu flechten, aus dem der Leser sich schwer befreien kann. Während des ganzen Lesens weiß man einfach nicht, wer jetzt wirklich etwas mit dem Tod des Mannes zu tun hat. Es gibt überraschend viele Verdächtige, und auch wenn die Sicht auch teilweise aus der Sicht dreier Verdächtiger hin und her wechselt, erfährt man wirklich erst ganz am Schluss, was sich eigentlich zugetragen hat. Durch die verschiedenen Sichtwechsel enden viele Sinnabschnitte mit einem Cliffhanger und natürlich möchte man sofort wissen, wie es weiter geht. Für die Nötige Verwirrung (im positiven Sinne) wird gesorgt, dass nach der Hälfte des Buches plötzlich eine schwerwiegende neue Spur ans Tageslicht kommt, die dem Fall nochmal eine brisante Wendung gibt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und lässt sich gut lesen, doch leider haben die Lektoren den ein oder anderen Fehler übersehen: so findet sich relativ am Ende ein Rechtschreibfehler und einige Male werden die Namen von einigen Figuren durcheinander geworfen, sodass man kurz stutzt und den Satz nochmal lesen muss, um zu wissen, wer eigentich gemeint war (aus Schirner wird einmal Menzenbach, aus Giselher wird Gernot). Hauptperson in diesem Buch ist, wie im Vorgänger, Kommissar Jan Seidel. In diesem Band hat er immer noch an der Trennung von seiner Freundin Nicoletta zu knabbern und als diese ihm ein unmoralisches Angebot macht, verfolgt ihn das durch den gesamten Handlungsstrang. Jans Kollegin Elena wird auch schön beschrieben: Sie ist eine kratzbürstige Emanze mit trockenem Humor, die man aber dennoch sympathisch findet, da sie sehr facettenreich ist. Doch die heimliche Heldin ist Edith Herzberger, Großmutter von Jan Seidel. Sie ist eine schrullige alte Dame, die gerne Krimiromane liest und ihren Enkel bei den Ermittlungen tatkräftig unterstützt. Natürlich ist sie an Agatha Christies weltberühmte Miss Marple angelehnt. In diesem Roman wird auch mit einem relativ unbekannten Thema bekannt gemacht: Phobien. Besser gesagt: einer Hydrophobie. Denn, passend zu der Tatsache, dass die Geschichte in Königswinter spielt und diese Stadt genau am Rhein liegt, hat eine der Figuren in diesem Roman eine panische Angst vor Wasser und besonders vorm Rhein, die das gesamte Leben der Person bestimmt und beeinträchtigt. Natürlich hat man schon einiges von Phobien gehört und gelesen, aber hier wird man in ein spezielles Gebiet eingeführt, das den meisten Menschen verschlossen bleibt. Ebenso erfährt man einiges über Pharmazie, man merkt sofort, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat. Fazit Ein gelungener Krimi mit angenehmen und individuellen Charakteren, der viele spannende Twists eingebaut hat und zum Mitraten anregt. Die Cliffhanger am Ende von vielen Sinnabschnitten sind gut gewählt und verleiten zum Weiterlesen. Der Fall an sich und die Behandlung verschiedener Themengebiete in diesem Roman findet man nicht so häufig und geben ein interessanten tieferen Einblick in verschiedene Welten. Das Buch hat mir, wie sein Vorgänger, sehr gut gefallen und mich gefesselt, leider haben die Fehler dann doch etwas bitter aufgestoßen. Abschließend kann ich sagen, dass dieser Roman was für alle ist, die gerne Krimis lesen und auch vor Regionalkrimis nicht zurückschrecken (soll's ja geben). Ich würde jedenfalls raten, dass man zuerst das Buch Nibelungenmord lesen sollte. Zwar basieren die Fälle nicht aufeinander, aber die Hauptcharaktere entwickeln sich natürlich weiter. Ich gebe jedenfalls abschließend 4 Sterne.

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  • Rezension zu "Loreley singt nicht mehr" von Judith Merchant

    Loreley singt nicht mehr
    Misteringreen

    Misteringreen

    Der zweite Krimi um Jan Seidel und seine Oma Edith hat mich tatsächlich genauso gefesselt wie der erste! Zum Schluß war ich fast ein wenig traurig, dass ich jetzt wohl erstmal etwas warten muss, bis ich wieder was von ihnen lesen kann. Der Spannungsbogen wurde gut gehalten und der Schluss war für mich in keiner Weise vorhersehbar. Die Hauptcharakere sind mir inzwischen sehr vertraut geworden und auch das eine oder andere Schmunzeln war auch wieder dabei. Judith Merchant hat es bei mir schon zu den Lieblingsautorinnen geschafft!

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    • 2
    Textverliebt

    Textverliebt

    25. September 2012 um 10:04
  • Rezension zu "Loreley singt nicht mehr" von Judith Merchant

    Loreley singt nicht mehr
    maxibiene

    maxibiene

    19. September 2012 um 20:07

    Klappentext: In den frühen Morgenstunden treibt eine bizarr leuch­tende Leiche im Rhein. Ein zitternder Angler gesteht Kommissar Jan Seidel, dass er den toten Mann am Haken hatte. Die beiden kannten sich. Nur ein grau­samer Zufall? Und während Kommissar Jan Seidel aus Königswinter den Täter sucht, ist seine Großmutter Edith Herzberger, die rheinische Miss Marple, ihrem Enkel bereits einen entscheidenden Schritt voraus ... Meine Meinung: Am frühen Morgen wird Hauptkommissar Jan Seidel zu einer am Rhein gefundenen Leiche gerufen. Hannes Menzenbach hat sie beim Angeln unmittelbar am Fähranleger von Niederdollendorf aus dem Wasser gezogen. Unter Schock stehend gesteht er, dass er die Leiche nicht nur illuminiert hat sondern auch persönlich kannte. Es handelte sich um keinen anderen als dem Bruder seines Nachbarn. Elena Vogt, Jans Partnerin, die sich mit der Witwe, Stefanie Schirner, telefonisch in Verbindung setzt, erfährt, dass sich ihr Mann an der Loreley aufhält und keinesfalls der Tote sein könnte. Da an der Leiche keine äußeren Spuren von Gewaltanwendung zu erkennen sind, gehen die Kommissare zunächst von einem Selbstmord aus. Sehr poetisch beginnt Judith Merchant mit ihrem Prolog, in dem sie mit viel Liebe und Gefühl den Rhein personifiziert und ihm etwas geheimnisvolles und dramatisches verleiht. Schon in diesem Moment wurde ich von ihrer Erzählweise gepackt. Doch so poetisch wie das Ganze begann, bleibt der Verlauf der Handlung leider nicht. Denn die Kommissare müssen heraus finden, was mit dem Toten tatsächlich passiert ist. Noch während Jan Seidel und Elena Vogt ihre ersten Erkundigungen einholen, hat der Klatsch und Tratsch in Königswinter schon seine Runde gemacht und Edith Herzberger, die deutsche Miss Marple, auf den Plan gerufen. Mit ihrem großmütterlichen Instinkt ist sie ihrem Enkel Jan bereits einen Schritt voraus. Zwar sind ihre Methoden recht gewöhnungsbedürftig und stellen sich mitunter etwas konstruiert dar, doch gibt es dem Plot den gewissen Pepp. Obwohl noch zu Beginn der Story alles etwas verwirrend erscheint, nicht zuletzt der vielen Figuren wegen, die nacheinander eingeführt werden, werden die Verbindungen dann untereinander immer eindeutiger und nachvollziehbarer. Judith Merchant hat ihre Figuren einzigartig beschrieben, egal ob es die netten Nachbarinnen, die nicht nur Freundinnen sind und gemeinsam durch dick und dünn gehen oder deren Männer. Allen hat die Autorin ihren unverwechselbaren Charakter verliehen. Dass die beiden Frauen, die Schwägerin des Toten und die Frau von Hannes, der die Leiche gefunden hat, eine besondere Beziehung zueinander hegen, erfährt der Leser im Verlauf der Handlung. Die Ermittlungen der Polizei gestalten sich etwas schwierig. Denn parallel zum aktuellen Mordfall, rollen Jan und Elena einen alten Unglücksfall, der 4 Jahre zurück liegt, zum Bedauern von Dezernatsleiter Lohse, wieder auf. Den entscheidenden Hinweis auf die Zusammenhänge zwischen dem Mordfall und dem Unglücksfall von vor 4 Jahren erbringt natürlich die Großmutter, die zwar in dieser Folge recht wenig aktiv ist, allerdings umso präsenter sich in den wenigen Szenen zeigt. Immerhin ist die weit über 80 Jährige nicht mehr bei bester Gesundheit, jedoch bei klarem Verstand und mit einer Kombinationsgabe versehen, die sie wahrscheinlich aus ihren jahrelang gelesenen Krimibüchern mitbringt. Dass Kriminalromane als ein etwas „niederes Kulturprodukt“ gelten, habe ich während des Lesens schmunzelnd aufgenommen. Erstaunlicherweise kommt dieser Krimi ohne Blutvergießen aus, auch wenn die erste gefundene Leiche nicht die Einzige bleibt. Mit immer wiederkehrenden und überraschenden Wendungen sorgt die Autorin für genügend Spannung, sodass der Leser immer am Ball bleibt. Dank ihres flüssigen und fesselnden Schreibstils fliegt man auch nur so durch die Seiten und ist überrascht von dem, doch etwas unspektakulärem Ende. Nichtsdestotrotz endet das Buch mit einem genauso poetischen Epilog wie es begann und lässt irgendwie ein völlig offenes Ende mit einigen Fragen zurück. Fazit: Der zweite Fall um die Kommissare Jan Seidel und Elena Vogt hat mich auch dieses Mal wieder voll überzeugt und hoffe, dass es bald wieder etwas von dem „niederen Kulturprodukt“ zu lesen gibt.

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  • Rezension zu "Loreley singt nicht mehr" von Judith Merchant

    Loreley singt nicht mehr
    Textverliebt

    Textverliebt

    04. August 2012 um 21:14

    Kommissar Jan Seidel wird am frühen Morgen nach Königswinter zum Fundort einer Leiche an den Rhein gerufen. Doch als er dort eintrifft, traut er seinen Augen kaum – der Tote leuchtet. Der Zeuge, der für dieses Spektakel verantwortlich ist, kann Jan nur eine ziemlich fadenscheinige Erklärung für sein Handeln liefern. Nach und nach setzen der Kommissar und Kollegin Elena Vogt die vielen Puzzleteile zusammen, doch scheint der Fall mit jeder neuen Erkenntnis verworrener zu werden. * Jan muss feststellen, dass der Zeuge Hannes Metzenbach nicht nur den Toten namens Gernot Schirner kannte, sondern vor einigen Jahren selbst einen geliebten Menschen an den Rhein verlor. Stehen diese beiden Fälle möglicherweise in einer Verbindung? Schnell müssen die Kommissare erkennen, dass niemand wirklich um den Toten trauert und sich außerdem der Kreis der Verdächtigen stetig vergrößert. * Während der ganzen Ermittlungen spielen die Witwe Fanny Schirner, Schwägerin Juli Schirner und die Frau des Zeugen Hannes Metzenbach eine ganz besondere Rolle. Während Fanny sich auch nach dem Ableben ihres Mannes mit einstigen Liebesbriefen von der früheren Geliebten auseinandersetzen muss, kämpft Marla mit ihren Phobien und scheitert immer wieder an dem Versuch ein normales Familienleben zu inszenieren. Einzig die eifrige Mutter Juli, die ihre Familie scheinbar liebevoll im Griff hat und Marla in jeder Lebenslage beiseitesteht, ist auf den ersten Blick mit ihrer Welt zufrieden. Doch welche Rolle spielen die Frauen, die alle mit den Gespenstern der Vergangenheit kämpfen? Während die Polizei akribisch allen Spuren nachgeht, folgt Oma Edith ihrem Bauchgefühl und ist ihrem Enkel Jan und den Behörden somit wieder einmal eine Nasenlänge voraus. * Judith Merchant hat mit Loreley singt nicht mehr einen Roman geschaffen, der weder große Dramatik noch grausame Beschreibungen benötigt, und gerade mithilfe dieser Erzählweise dem Leser das Gefühl vermittelt, Teil der Handlung zu sein. Sie konzentriert sich vollkommen auf die Profile der Protagonisten und schafft es mit nüchternen Worten deren Einzelschicksale zu einem Gesamtkonstrukt zu verflechten. Die vielen unerwarteten Wendungen sind für den Leser nachvollziehbar, jedoch nicht vorhersehbar. Sie sorgen daher immer wieder für Überraschungen und Spannung bis zur letzten Minute. Der gelungene Pro- und Epilog, in denen jeweils der Rhein personifiziert wird, verleiht dem Krimi zusätzlich eine düstere Stimmung, welche ihn komplettiert und die Handlung in einen außergewöhnlichen Rahmen bettet.

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  • Rezension zu "Loreley singt nicht mehr" von Judith Merchant

    Loreley singt nicht mehr
    Anne-Kuhlmeyer

    Anne-Kuhlmeyer

    04. August 2012 um 13:46

    Der Ort der Handlung liegt fernab der bedeutsamen Orte dieser Welt. Es ist nicht New York oder Sidney, Paris oder München. Es ist Königswinter am Rhein. Königswinter, das für die Königswinterer ein durchaus bedeutsamer Ort ist. Und Königswinterer sind auch keine anderen Leute, als Leute an anderen Orten. Sie unterscheiden sich sicher in ihren Lebensverhältnissen von denen in Manila oder Baku, nicht aber durch die Ästhetik ihrer Anatomie zum Beispiel. Eine gesunde Leber ist in Königswinter genauso hübsch, wie ein intaktes Herz in Mailand. Leute sind sich auf der Welt schon sehr ähnlich, von einem bestimmten Blickwinkel aus betrachtet, und deshalb lohnt es, auch über die in Königswinter zu lesen. Und nein, es gibt nicht das große, globale Verbrechen, die richtig bösen Schurken und abgezupften Halunken mit ihren Verbindungen in Politik und Wirtschaft. Es gibt nur ganz normale Leute, die ein bisschen verstrickt sind in ihren Rollen. Mit ebenso tödlichen Folgen. Einen Angler gibt es, der den Bruder des Nachbarn im Rhein findet und ihn mit Knicklichtern markiert, auf dass sein Leichnam nicht verloren gehe wie der seines toten Fünfjährigen vor Jahren. Arbeitslos ist der Angler und Schulden hat er. Und obwohl seine Frau Marla an einer Angststörung leidet, die sie hindert, dem Fluss nahe zu kommen und ihren Alltag zu bewältigen, hat die kleine Familie kein Geld, um fortzuziehen, sondern muss sich von der Öko-Nachbarin Juli in Alltagsdingen helfen lassen. Die backt Möhrenkuchen für ihre drei Kinder und Marlas Tochter und rettet Marla aus ihren Hyperventilationsattacken, während ihr Mann (und Bruder des Toten) mit wachsverstöpselten Ohren seinen Nachtschlaf für den Bürojob kindersichert. Der Ermittler Jan fürchtet sich vor den Schwangerschaftswünschen seiner Fast-Ex oder Immer-Noch-Freundin. Die Ermittlerin Elena fürchtet sich vor dem plötzlichen Entschluss ihres Geliebten, in ihre Wohnung zu ziehen. Wie auch immer sich der Fall entwickelt, alle sind unsicher in ihren Beziehungen, bleiben vage, finden nicht hinein in tradierte Rollen oder nicht heraus, übernehmen keine Verantwortung oder klammern sich verzweifelt an Hergebrachtes, überfordert, einsam und unglücklich, wie sie sind. Das ist die Stärke des Romans: Die Frage, wie lebt man als Mann und Frau und Familie in einer Zeit, in der man nicht weiß, wie man Mann und Frau sein soll, welche Aufgaben man hat und welche Wahl man treffen kann. Schade, dass die Autorin nicht auf die historisch näheren Ursprünge der Rollenunsicherheit eingeht, wie die sogenannte sexuelle Revolution oder die Entwicklung der „Pille“, Gesetzesänderungen Anfang der 1970er, nach denen es den Frauen gestattet wurde, ohne Zustimmung der Ehemänner einen Job anzunehmen oder die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs. Die Großmutter des Ermittlers, eine eifrige Leserin, verweist auf Effi Briest. Effi, die zwar ihre Autonomieprobleme inmitten von unglaublich viel Landschaft hatte, die aber mit den aktuellen Rollenverschiebungen deutlich entfernter zu tun haben. Auch werden die Mythen der schönen Loreley und der Sirenen aufgegriffen, Varianten der Dämonisierung des Weiblichen, um sie erfreulicherweise als Modelle zu verwerfen. Sprachlich profund mit originellen Bildern, stellenweise ironisch und dramaturgisch spannend ist Judith Merchants zweiter Kriminalroman ein Vergnügen für alle, die eine finstere Atmosphäre und verzwickte Beziehungen mögen.

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  • Rezension zu "Loreley singt nicht mehr" von Judith Merchant

    Loreley singt nicht mehr
    martina_turbanisch

    martina_turbanisch

    25. June 2012 um 10:20

    Jan Seidel wird am frühen Morgen zum Fundort einer Leiche gerufen, ein Angler, Heiner Menzenbach, hatte den Toten im Rhein entdeckt und die Polizei alarmiert. Etwas übermüdet trifft Seidel wenig später am Rheinufer bei Königswinter ein und traut seinen Augen kaum denn die Leiche ist auf eine sehr bizarre Art erleuchtet und die Erklärung des Anglers dazu erscheint dem Kommissar ziemlich fadenscheinig. Es dauert ein bisschen, bis Jan Seidel und seine Kollegin Elena Vogt die Identität des unbekleideten Mannes geklärt haben und zunächst deutet alles auf einen Selbstmord hin, was auch der Witwe durchaus logisch erscheint, da ihr Mann Gernot Schirner unheilbar erkrankt war und nicht mehr lange zu leben hatte. Trotzdem bleiben Jan und Elena misstrauisch. Zuviele Zufälle scheinen hier zusammen zu treffen. Alle Fäden laufen in irgendeiner Form bei Menzenbach, seiner Frau und deren Nachbarn zusammen – aber warum hätten einer von ihnen den Todkranken ermorden sollen? Welche Rolle spielt Chris, Heiner Menzenbachs kleiner Sohn, der vor ein paar Jahren spurlos verschwand, dabei? Was hat es mit den Panikattacken von Marla Menzenbach auf sich und mit der rührenden Hilfe der Nachbarin auf sicht? Die Kommissare setzen nach und nach das Puzzle zusammen und stoßen dabei auf immer mehr seltsame, tragische Ereignisse. Mein Eindruck: Das Buch ist in 4 große Kapitel aufgeteilt, die jeweils einen Tag der Ermittlungen beschreiben. Dazu gibt es einen Prolog, einen Epilog und eine recht ausführliche Leseprobe zu Judith Merchants erstem Buch Nibelungenmord. Das Coverbild, in flaschengrün gehalten, zeigt ein einsam dahin dümpelndes Boot - und trifft wirklich auf den Punkt die Stimmung des Buches. Das ruhig,überlegt und auch mitfühlend agierende Ermittlertrio Seidel, Vogt und Bormann ist durchweg sympathisch und kämpft, neben der Lösung des Falles, mit privaten Problemen und Problemchen die einem hier und da durchaus bekannt vorkommen. Vor allem Elena, die nicht immer so genau weiß was sie will könnte durchaus verwandt mit mir sein :-) Die Hauptrollen in diesem Buch sind für mich aber weniger die Ermittler, wie es sonst eigentlich üblich ist, sondern die beiden Familien die während er Ermittlungen immer mehr ins Fadenkreuz von Jan Seidel und seiner Kollegin geraten. Langsam, leise aber sehr eindringlich und unaufhaltsam breitet sich das Leben und das Leiden der Familien Schirner und Menzenbach vor dem Leser aus. Ein Leben auf das man so gar nicht neidisch ist und von dem nur die Fassade aufgeräumt und gutbürgerlich ist. Die psychisch angeschlagen Marla, die einfach alles um sich herum geschehen lässt (die ich gelegentlich gerne ein bisschen geschüttelt hätte um sie aufzuwecken) und Juli, die unter dem Deckmantel der Hilfsbereitschaft alles lenkt und kontrolliert, zwei eher hilflose Ehemänner die sich gerne aus dem Familenalltag heraushalten und die noch viel hilfloseren Kinder, denen niemand wirklich zur Seite steht, als sie Hilfe brauchen. In den Lesepausen, die leider durch so lästige Dinge wie Spülen und Putzen nötig waren, habe ich mich immer wieder dabei ertappt, das ich über die Familien in Loreley singt nicht mehr und das Geschehen im Buch nachgedacht habe. Vielleicht sind meine Nachbarn auch gar nicht so normal, wie es den Anschein hat? Wer weiß schon wirklich, was sich so hinter gechlossenen Türen abpielt? Aber weil das Buch so spannend war, habe ich die Lesepausen möglichst kurz gehalten um zu erfahren wie es weitergeht und gerade als dachte ich wüsste was geschehen ist, klärt sich der Fall dann doch überraschend etwas anders :-) Ein bisschen erstaunt war ich, dass die, in der Verlagsbeschreibung als „rheinische Miss Marple“ angekündigte, Großmutter von Jan Seidel recht wenig in Erscheinung trat. Sie hilft zwar hier und mit ein bisschen „Dorftratsch“ und großmütterlichen Lebensweisheiten aus, aber bis auf eine kurze Aktion gegen Ende des Buches beteiligt sie sich nicht wirklich aktiv am Geschehen. Allerdings hat sie mir auch nicht wirklich gefehlt und ich hätte auch ganz gut ganz auf sie verzichten können. Aber ob nun mit oder ohne Großmutter Seidel ist Loreley singt nicht mehr von der ersten bis zu letzten Seite spannend und sehr berührend. Ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen und war während des Lesens so in in die Geschichte vertieft, dass ich wahrscheinlich auch ein Erdbeben kaum bemerkt hätte - oder höchstens als ziemlich lästig enfunden hätte. Judith Merchant hat mit Loreley singt nicht mehr auf jeden Fall eindrucksvoll bewiesen, dass ein wirklich spannendes und fesselndes Buch auch ohne massenhaft Leichen, übertrieben Brutaltität, blutige Grausamkeiten und andere eklige Details auskommt. Leider habe ich ihren ersten Krimi Nibelungenmord bisher noch nicht gelesen, aber ich denke das werde ich auf jeden Fall noch nachholen und ich freu mich jetzt schon auf einen neuen Fall für Jan Seidel und sein Team. Mein Fazit: Ein superspannender, intelligenter und gefühlvoller Krimi für alle die sich gern ohne viel Blut eine Gänsehaut holen möchten. Von mir gibt es 5 von 5 Drachen – mehr habe ich leider nicht.

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  • Rezension zu "Loreley singt nicht mehr" von Judith Merchant

    Loreley singt nicht mehr
    Natasha

    Natasha

    22. June 2012 um 17:46

    Loreley singt nicht mehr ist wesentlich spannender als der Vorgänger, mit einigen interessanten Figuren und Wendungen sowie einem Kommissar, der deutlich professioneller agiert als befürchtet. Als leichte Lektüre gut geeignet!

  • Rezension zu "Loreley singt nicht mehr" von Judith Merchant

    Loreley singt nicht mehr
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    17. June 2012 um 23:45

    Mütter sind unterschiedlich. Sehr unterschiedlich. So auch die Nachbarinnen und Freundinnen Juli und Marla. Während bei Juli Bullerbü-Atmosphäre mit drei Kindern herrscht, parkt Marla ihre Tochter vor dem Fernseher. Juli backt Kuchen, achtet auf gesunde Ernährung, benutzt keine elektrischen Haushaltsgeräte, und macht die Kinder zum Mittelpunkt ihrer Existenz. Marla bekommt es nicht einmal hin, einkaufen zu gehen, ohne gleich einen paralysierenden Panikanfall zu bekommen. Sie hat panische Angst vor Wasser. Als Marlas Mann beim Aalangeln eine Leiche am Haken hat, bricht Marlas Trauma wieder hervor. Denn dies ist nicht die erste Wasserleiche in ihrem Leben. Vor vier Jahren ist ihr Sohn im Rhein ertrunken und ausgerechnet sein Vater findet jetzt den Toten im Rhein. Zufall? Kommissar Jan Seidel aus Königswinter hat einen kniffeligen Fall am Hals. Nicht nur, weil die gefundene Leiche an vielen Punkten ihres Körpers seltsam leuchtete, sondern auch, weil der der Tote ein Verwandter der Nachbarsfamilie ist. Zufall? Der Fall scheint seine Wurzeln in der Vergangenheit zu haben, und es gibt ein wahres Knäuel von Verbindungen zwischen den Beteiligten. Und auch die Loreley ist beteiligt, denn laut Auskunft seiner Witwe wollte der Tote die Loreley besuchen. Nebenbei geht es bei diesem Fall immer wieder um das Thema Kinder und um Mutterbilder, denn die Bilderbuchidylle in Julis Familie bringt Jans Kollegin Elena Vogt auf die feministische Palme. Das Thema Kinder beschäftigt Jan ausgerechnet jetzt auch privat. So sehr, dass er in einem Verhör sogar behauptet, Vater einer kleinen Tochter zu sein. Zum Glück schaltet sich seine Großmutter Edith wieder in die Ermittlungen ein. Auch diesmal führt die Tatsache, dass sie einmal Buchhändlerin war und deshalb Situationen, die mit Büchern zu tun haben, gut einschätzen kann, dazu, dass ihr Enkel Jan auf die richtige Spur gelenkt wird. Nach vielen überraschenden Wendungen ist der Fall gelöst, aber das Buch hat noch ein zweites, verstörendes Ende. Denn wie der Anfang ist auch der Schluss des Buches aus der Sicht von Vater Rhein geschildert. Und der hat seine ganz eigenen Interessen. Nachdem mir ihr erstes Buch schon gut gefallen hat, finde ich, dass die Autorin sich jetzt noch steigern konnte. Die Charaktere haben noch mehr Profil bekommen, und sie werden psychologisch einfühlsam beschrieben. Das gilt besonders für die Figuren Juli und Marla. Auch der Schreibstil, mit dem die Autorin es schafft, trotz leiser Töne den Spannungsbogen zu halten, gefiel mir gut. Selbst Nebenstränge der Handlung, wie beispielsweise das Aalangeln, sind plastisch und sorgfältig beschrieben. Ich finde die Idee, die Krimihandlung mit den deutschen Sagenstoffen zu verbinden, sehr gelungen umgesetzt und freue mich auf das nächste Buch dieser Reihe. Und wenn ich mal wieder am Rhein sein sollte, werde ich aufpassen, ihm nicht zu nahe zu kommen.

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