Judith Pella Bevor der Morgen dämmert

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Inhaltsangabe zu „Bevor der Morgen dämmert“ von Judith Pella

1942–45: Über drei Kontinente verstreut, führt jede der drei Töchter des Zeitungsmagnaten Hayes ihren eigenen Kampf gegen das innere und äußere Chaos. Der Zweite Weltkrieg hat ihre Welt in Flammen gesetzt und ihre Familie zerrissen. In einem kalifornischen Internierungslager teilt Jackie mit ihrem frisch gebackenen Ehemann das harte Los der Amerikaner japanischer Herkunft. Doch irgendwie gehört sie nirgends mehr richtig dazu: Weder die Japaner noch die Amerikaner sehen sie als eine der ihren. Wird ihr Glaube ihr die Kraft geben durchzuhalten?

Auch der dritte Band der Sturmzeit-Tetralogie überzeugt ebenso, wie seine Vorgänger. Eine grandiose Reihe!

— tinstamp

Was macht der Krieg mit den Menschen? Klasse erzählt!

— mabuerele

So viele Ereignisse, so viele Emotionen - ganz klar 5 Sterne!

— peedee

Das Schicksal der Hayes Schwester ist sehr emotional und auf wahren historischen Hintergrund geschrieben

— marpije

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  • BEVOR DER MORGEN DÄMMERT

    Bevor der Morgen dämmert

    LEXI

    15. October 2017 um 08:40

    „Man spricht davon, dass die Erfindung der Atomenergie die Welt verändern wird, aber das ist nichts im Vergleich dazu, wie ein Krieg drei Schwestern verändern kann.“Mit „Bevor der Morgen graut“ präsentiert Judith Pella den dritten Teil der Sturmzeiten-Tetralogie, der inhaltlich den Zeitraum zwischen 1942 und 1945 umfasst. Die Geschicke der amerikanischen Familie Hayes, insbesondere der drei Schwestern Cameron, Blair und Jacqueline, ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Auf über fünfhundert Seiten und in sechsundvierzig Kapiteln erzählt die Autorin ihre Geschichte, wobei sie sich in den verschiedenen Handlungssträngen einer jeden einzelnen Protagonistin abwechselnd widmet und die dramatischen Ereignisse des Krieges immer wieder mit deren Schicksale verknüpft.Cameron kehrt als Max Arnetts beste und erfahrenste Korrespondentin wieder zurück in die Sowjetunion, wo Hitler in Moskau wütete. Der Kampf um die Stadt ist zwar gewonnen, aber die Deutschen haben gerade eine Offensive gegen Sewastopol gestartet. Ihre Liebe zu dem russischen Arzt Alexej Rostowschikow bringt die beiden in große Gefahr, eine Heirat scheint jenseits aller Möglichkeiten zu liegen. Als unerschrockene und waghalsige Journalistin scheut Cameron nicht davor zurück, sich direkt ins Kriegsgebiet zu wagen und sich auch mit der russischen Bürokratie anzulegen. Als sie die unfassbare Möglichkeit erhält, Nikita Chruschtschow zu interviewen, kommt sie jenem Mann nahe, den sie seit langer Zeit sucht. Von Blair, der mittleren Schwester, gibt es seit längerer Zeit kein Lebenszeichen mehr. Seit die Japaner die Philippinen überfallen haben und Bataan und Corregidor gefallen sind, ist die Insel vollständig in japanischen Händen. Blair befindet sie sich direkt im Zentrum des Krieges und kämpft im Dschungel um ihr Überleben. Auch ihr Ehemann Gary ist auf den Philippinen stationiert, doch nach zufälligen Begegnungen werden die beiden Eheleute wieder auseinander gerissen.Jacqueline, die jüngste der drei Schwestern, hat ihr Studium abgeschlossen und trägt ihr erstes Kind unter ihrem Herzen. Der Krieg trennte auch sie von ihrem Ehemann. Jackie setzt alle Hebel in Bewegung, um ihm in das Internierungslager in Manzanar zu folgen, um das Kind im Beisein des Vaters zur Welt zu bringen. Doch schon bald zieht Sam als amerikanischer Staatsbürger japanischer Herkunft ebenfalls in den Krieg, und die beiden werden erneut auseinander gerissen.Die Ereignisse in diesem dritten Band scheinen sich zu überschlagen. Während ringsum Zerstörung und Krieg herrscht und alles in Chaos zu versinken droht, erzählt Judith Pella mit dem Fokus auf ihre drei Protagonistinnen von der inneren Stärke, die es ermöglicht, immer wieder aufzustehen, weiter zu machen und an das Morgen zu vertrauen. Für Cameron, Blair, Jackie sowie ihre Partner ist der Glaube jenes Fundament, das dies ermöglicht. Die Autorin hat ihre handelnden Personen wundervoll ausgearbeitet und konzentriert sich ganz speziell auf die persönliche Entwicklung einer jeden einzelnen. Weder die leichtlebige und verwöhnte Blair, noch die unerschrockene Cameron sind nach diesem Buch wieder zu erkennen, ihre Wandlung beruht auf furchtbaren Ereignissen und körperlichen Strapazen, die sie durchstehen mussten. Die warmherzige Friedensstifterin und Vermittlerin Jackie wird aufgrund ihrer Ehe mit einem Amerikaner japanischer Herkunft nach dem Einfall der japanischen Truppen auf den Philippinen ganz besonders von ihrer Umwelt angefeindet. Doch auch sie wächst an dieser Situation und schafft es sogar, das harte Herz ihres kalten Vaters durch sein einziges Enkelkind Eni Colleen zu erweichen. Durch ihren Briefwechsel mit Sam, der in kursiver Schrift dargestellt wurde, erhält man als Leser einen Einblick in das Leben im Ausbildungslager und die Situation an der Front. Judith Pella erzählt von den furchtbaren Begleitumständen der Kämpfe, von den Sorgen und Ängsten, aber auch der Hoffnung der Soldaten auf ein baldiges Ende des Krieges.„Bevor der Morgen dämmert“ war für mich eine wirklich hervorragende Fortsetzung dieser Buchreihe und ich freue mich bereits auf den vierten und letzten Band dieser Reihe.

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  • Leserunde zu "Bevor der Morgen dämmert" von Judith Pella

    Bevor der Morgen dämmert

    Arwen10

    Dies ist die Leserunde zum dritten Teil der Reihe von Judith Pella. Die Leserundenteilnehmer stehen schon fest. Leser/innen mit eigenem Exemplar dürfen sich gerne anschließen. Ich danke dem francke Verlag für die Unterstützung der Leserunde ! Bevor der Morgen dämmert von Judith Pella Zum Inhalt: Sturmzeiten 31942–45: Über drei Kontinente verstreut, führt jede der drei Töchter des Zeitungsmagnaten Hayes ihren eigenen Kampf gegen das innere und äußere Chaos. Der Zweite Weltkrieg hat ihre Welt in Flammen gesetzt und ihre Familie zerrissen. In einem kalifornischen Internierungslager teilt Jackie mit ihrem frisch gebackenen Ehemann das harte Los der Amerikaner japanischer Herkunft. Doch irgendwie gehört sie nirgends mehr richtig dazu: Weder die Japaner noch die Amerikaner sehen sie als eine der ihren. Wird ihr Glaube ihr die Kraft geben durchzuhalten? Ihr könnt euch gerne terminmäßig absprechen. Alle Bände werden jeweils im Abstand von 4 bis 6 Wochen gelesen. Das hängt ein wenig von eurem Lesetempo und den Absprachen ab. So gegen Ende Oktober hätte ich gerne die Buchreihe abgeschlossen. Bei Fragen usw. wendet euch an mich.

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  • Rezension zu "Bevor der Morgen dämmert" von Judith Pella

    Bevor der Morgen dämmert

    dorli

    01. October 2017 um 23:24

    „Bevor der Morgen dämmert“ ist der dritte Band der Sturmzeiten-Reihe und schließt nahtlos an den zweiten Teil an. In dieser Etappe der Geschichte rund um Cameron, Blair und Jackie Hayes erlebt man mit den drei Schwestern die letzen Jahre des Zweiten Weltkrieges.Da auch Sam als amerikanischer Staatsbürger mit japanischer Abstammung nach dem Angriff auf Pearl Harbor von den US-Behörden als Sicherheitsrisiko eingestuft wurde und gemeinsam mit seiner Familie in das kalifornische Internierungslager Manzanar eingewiesen wird, hat die schwangere Jackie beschlossen, ihren Ehemann zu begleiten. Das Leben im Lager ist mit zahlreichen Einschränkungen und Entbehrungen verbunden, Proteste und Unruhen bleiben nicht aus und machen auch Jackie und Sam arg zu schaffen… Blair und Gary schlagen sich gemeinsam mit einer Gruppe Partisanen durch den philippinischen Dschungel und kämpfen dabei nicht nur gegen japanische Soldaten, sondern müssen vor allen Dingen Hunger und Krankheiten überstehen. Besonders Blair bekommt im Verlauf der Handlung die volle Härte des Krieges zu spüren…Cameron hat es gegenüber ihren Schwestern vergleichsweise einfach. Die fehlende Pressefreiheit bereitet ihr immer noch Schwierigkeiten und auch, dass sie ihre Liebe zu dem Arzt Alex Rostow nicht öffentlich zeigen darf, weil die Regierung in Moskau eine Beziehung zwischen einer Amerikanerin und einem Russen nicht duldet, macht ihr das Leben schwer… Judith Pella hat das Schicksal ihrer Protagonistinnen eng mit den tatsächlichen Geschehnissen des Zweiten Weltkriegs verknüpft. Es beeindruckt mich in jedem Kapitel aufs Neue, wie bildhaft die Autorin die Schauplätze beschreibt und wie echt die Szenerie wirkt. Unzählige Details sorgen für Authentizität und machen das damalige Geschehen für den Leser lebendig und nachvollziehbar.In diesem Band werden die Erlebnisse der Hayes-Schwestern immer dramatischer. Judith Pella konfrontiert die Akteure mit den grausamsten Facetten des Krieges und setzt sie Gewalt und Rassismus aus. Es ist immer wieder erschütternd zu lesen, mit wie viel Hass und Brutalität Menschen einander dabei begegnen.Judith Pella versteht es ausgezeichnet, den Leser in Atem zu halten – da denkt, man es kann nicht mehr schlimmer für die Akteure kommen, schon ereilt sie der nächste Schlag. Die Figuren wachsen jedoch an den Herausforderungen, zeigen ganz neue Seiten von sich und halten das Geschehen dadurch lebhaft und abwechslungsreich. Man wird dabei von den Ereignissen richtig mitgerissen, es gibt keinen Handlungsstrang, in dem es langweilig ist.„Bevor der Morgen dämmert“ hat mir genauso wie die beiden vorhergehenden Bände nicht nur äußerst spannende Lesestunden beschert, sondern mir auch interessante Einblicke in die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs ermöglicht. Absolute Leseempfehlung.

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  • die Schwestern in der Endphase des Kriegs

    Bevor der Morgen dämmert

    irismaria

    18. September 2017 um 16:33

    Die amerikanische Autorin Judith Pella erzählt mit dem vierbändigen Werk "Sturmzeiten" eine spannende Familiengeschichte aus der Zeit des 2. Weltkriegs. Im Mittelpunkt stehen drei Schwestern, die Töchter des kalifornischen Zeitungsmoguls Keagan Hayes sind: Cameron, Blair und Jackie. In der Tetralogie sind die drei erwachsen und die Leser können ihre Entwicklung begleiten. Durch die Unterschiedlichkeit der Schwestern werden verschiedene Lebenswege beschritten und die Story entwickelt sich an Orten rund um den Globus. "Bevor der Morgen dämmert" ist der dritte Teil der Reihe und spielt 1942–45. Jackie folgt ihren Ehemann und seiner Familie ins Internierungslager und erlebt dort, wie mit japanischstämmigen US-Bürgern umgegangen wird. Cameron kehrt als Journalistin in die Sowjetunion zurück. Ihre Liebe zum russischen Arzt Alex muss sie geheim halten, da das von den Sowjets nicht geduldet wird. Cameron vertieft ihren Glauben und erlebt den Krieg in verschiedenen Orten in Europa. Blair ist ihrem Mann Gary auf die Philippinen gefolgt und muss sich im Dschungel durchschlagen und später mit Gary in einer amerikanischen Guerillagruppe. Sie hoffen darauf, dass die Japaner besiegt und sie befreit werden.Spannend und berührend geschrieben und mit lebendig dargestellten Figuren, die mir schnell ans Herz gewachsen sind, ist das Buch wie schon die ersten Teile ein echter Pageturner, der einlädt, in der Geschichte zu versinken. Nebenbei erfährt man viel über die damalige Zeit und das aus einer für mich ungewohnten Perspektive.Ich kann die Sturmzeiten-Reihe nur empfehlen.

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  • Eine grandiose Reihe

    Bevor der Morgen dämmert

    tinstamp

    14. September 2017 um 16:23

    *****ACHTUNG, KANN SPOILER ENTHALTEN!*****Auch der dritte Band der Sturmzeiten-Tetralogie schließt nahtlos an den Vorgängerband an.Die drei Hayes Töchter kämpfen jede für sich im Krieg; Eine im Untergrund auf den Philippinen, eine als Journalistin in Moskau und die Jüngste gegen die Vorurteile im Internierungslager.In Amerika beginnt nun ebenfalls der Krieg Einfluss auf das Leben der Bevölkerung zu nehmen. Die Lebensmittel werden rationiert und die japanische Bevölkerung wird nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour interniert. Auch Sam und seine Familie kommen ins Lager und die schwangere Jackie folgt ihm nach, da auch ihr Ungeborenes zur Hälfte japanischer Herkunft ist. Durch die ungerechte Behandlung und die Perspektivlosigkeit beginnt es unter den Gefangenen bald zu brodeln. Es bilden sich unterschiedliche Gruppierungen. Sams Bruder T.J. steckt voller Hass und schließt sich einer radikalen Bewegung an, während die älteren Japaner um ihre Würde fürchten. Ein diskriminierender Fragebogen zur Rekrutierung in die amerikanische Armee lässt schließlich das Blut überkochen....Blair lebt unterdessen im Untergrund im philippinischen Dschungel. Gemeinsam mit Gary und anderen Untergrundkämpfer versuchen sie zu überleben. Dabei kämpfen sie nicht nur gegen die Japaner, sondern auch gegen Hunger und die Malaria. Blair hat wohl die größte Wandlung durchgemacht und nichts erinnert mehr an die verwöhnte junge Frau, die im Dunstkreis Hollywoods und als Barsängerin völlig in den Tag hinein lebte.Auch Cameron und Alex müssen ihre Liebe weiterhin geheimhalten. Eine Verbindung zwischen einem Russen und einer Amerikanerin ist nicht möglich und hat keine Zukunft. Als Cameron einmal doch zu unvorsichtig ist, müssen Beide mit den Folgen leben...Der Glaube nimmt im dritten Band mehr Raum ein, als in den Vorgängerbänden. Durch die unmenschlichen Situationen in denen vorallem Blair steckt, beginnen sich die Menschen wieder mehr an Gott zu orientieren und durch Gebete Hoffnung zu schöpfen. Dies wird in "Bevor der Morgen dämmert" sehr überzeugend und eindringlich dargestellt.Der Schreibstil ist wie gewohnt bildhaft und hat Atmosphäre. Man versinkt in den Romanen der Autorin und taucht erst wieder auf, wenn man die letzte Seite zugeschlagen hat.Judith Pella fasziniert auch im 3. Band der Sturmzeit-Tetralogie den Leser mit ihrer unvoreingenommenen Art und der bildreichen Erzählweise. Man versinkt regelrecht in ihren Geschichten, die das Leben während des Zweiten Weltkrieges auf den drei Kontinenten bereithält. Differenziert und ohne dem typischen zu viel an amerikanischen Nationalstolz erzählt Judith Pella wieder völlig frei von Vorurteilen. Wir erleben Verbrechen auf beiden Seiten bzw. sind diese leider im Krieg alltäglich. Mit dieser Familiensaga ist der Autorin wirklich etwas Großartiges gelungen!Fazit:Auch der dritte Band der Sturmzeit-Tetralogie überzeugt ebenso, wie seine Vorgänger. Hier gibt es weder einen schwachen Mittelteil, noch ein Ende....alle drei Bücher halten das hohe Nieveau. Nun bin ich gespannt auf den vierten und letzten Band und blicke dem Ende der Geschichte mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen.

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    • 2
  • Drei junge Frauen im zweiten Weltkrieg

    Bevor der Morgen dämmert

    mabuerele

    10. September 2017 um 21:15

    „...Sie haben uns unsere ganzen Rechte genommen, und jetzt wollen sie uns als Erstes unser Recht, uns für sie abschießen zu lassen, zurückgeben?...“ Das Buch schließt zeitnah an den zweiten Band an. Als Leser darf ich die drei Hayes-Schwestern durch die letzte Jahre des zweiten Weltkriegs begleiten. Blair ist auf den Philippinen gestrandet. Das Leben im Dschungel hat sie verändert. Sie greift zu, wenn sie gebraucht wird und möchte ihren Beitrag leisten, damit der Krieg beendet und das Land befreit werden. Sie wächst über sich hinaus. Auch Gary agiert im Untergrund. Sehr gut wird herausgearbeitet, wird hart das Leben ist. Jeder Schritt kann der letzte sein. Die Versorgung mit Lebensmittel ist immer nur kurzzeitig gesichert. Cameron ist in der Sowjetunion. Ein Interview mit Nikita Chruschtschow zeigt, wie schwierig es ist, Fragen zu stellen, ohne Grenzen zu überschreiten. Erfolge dürfen gern dokumentiert werden, Niederlagen sind kein Thema. Auch Cameron hat sich verändert. Sie ist nicht mehr so risikofreudig. Ihre Liebe zu Alex trägt sie durch die Tage. Doch diese Liebe müssen sie heimlich leben. Eine Verbindung eines russischen Arztes mit einer amerikanischen Journalistin ist nicht gestattet. Das Leben in Amerika ist ebenfalls vom Krieg geprägt. Die Rationierung der Lebensmittel ist nur eine Seite. Einen breiten Raum nimmt die Internierung der Japaner ein. Nach Abschluss ihre Prüfungen folgt Jackie ihrem Mann Sam ins Lager. Dort prallen die Meinungen der unterschiedlichen Strömungen aufeinander. Die Enge, der Verlust der Freiheit und die Perspektivlosigkeit führt vor allem bei jungen Leuten zur Radikalisierung. Die älteren Japaner dagegen leiden darunter, das man ihnen ihre Würde genommen hat. Als abzusehen ist, dass mehr Soldaten gebraucht werden, verlangt man im Lager Loyalitätserklärungen und will die Japaner zum Eintritt in die Armee bewegen. Obiges Zitat äußert Toshia, Sams jüngere Bruder. Der Schriftstil des Buches ist wie gewohnt vielseitig und angenehm lesbar. Gut ausgearbeitet Dialoge geben einen Einblick in die jeweilige Situation, zeigen aber auch, wie das Kriegsgeschehen auf die Psyche der Menschen wirkt. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Teilen nimmt hier der Anteil der glaubensbezogenen Themen zu. Das liegt zum einen an den Zeitverhältnissen, die für die einen eine Stärkung des Glaubens bedeuten und für andere die Frage nach Gottes Gegenwart aufwerfen. Zum anderen haben Cameron und Blair ihren Weg gefunden und stehen dazu. Die Gespräche zwischen Gary und Blair gehen in die Tiefe des Glaubens. Das Auf und Ab ihres Leben kommt besonders in den folgenden Zitat von Gary zum Ausdruck: „...Aber eines weiß ich: Jedes Mal, wenn es nach unten ging, habe ich ganz unten im Tal Gott gesehen, und wenn ich nach oben fliege, ist er auch noch da...“ Doch es gibt auch Lichtblicke in der Zeit der Dunkelheit. Emi, Jackies kleine Tochter, sorgt für ungeahnte Veränderungen bei Keegan. Viel Zeit nimmt sich die Autorin für die Emotionen ihrer Protagonisten. Angst, Freude, Bitterkeit, Ungewissheit und immer wieder die Kraft der Liebe durchziehen die Handlung. Die wichtigsten Stationen des Krieges werden während der Handlung gestreift. Immer wieder werden dunkle Kapitel angesprochen. So denke ich an das Interview von Cameron mit den geflohenen Polen über das Warschauer Ghetto. An anderen Stellen wird beschrieben, wie viel verbrannte Erde die deutsche Armee hinterlassen hat. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die persönlichen Schicksale zeichnen ein besonderes Bild des Krieges und beweisen, dass es auch in schwieriger Zeit möglich ist, sich durch den Glauben tragen zu lassen und darin Halt zu finden.

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    • 6
  • So viele Ereignisse, so viele Emotionen

    Bevor der Morgen dämmert

    peedee

    08. September 2017 um 16:52

    Sturmzeiten, Band 3: Es herrscht Krieg und die Schwestern Hayes kämpfen Tag für Tag ums Überleben – Jackie in den USA, Cameron in Russland und Blair auf den Philippinen. Jackie kommt hochschwanger ins Internierungslager mit ihrem Mann Sam, einem Amerikaner mit japanischer Herkunft. Das junge Ehepaar sitzt zwischen allen Fronten: zu den Amerikanern gehören sie nicht (mehr), aber zu den Japanern ebenfalls nicht. Alle Schwestern versuchen, im Glauben Hoffnung und Kraft zu finden.Erster Eindruck: Mir gefällt das Cover mit einem Ausschnitt eines alten Flugzeuges sehr gut; es ist von den Farben her zurückhaltend und passt hervorragend zu den anderen Bänden.Dies ist Band 3 der Reihe und ich empfehle unbedingt, mit Band 1 zu beginnen. In dem vorliegenden Band begleiten wir die Hayes‘ von Juni 1942 – August 1945. Es ist noch nicht lange her, dass ich Band 2 beendet habe – man ist schnell wieder in der Geschichte drin.Jackie ist schwanger und hat ihre Ausbildung beendet. Sam ist im Internierungslager und schreibt ihr seitenlange Briefe – sehr berührend! Jackie will unbedingt zu ihrem Mann, denn ihr Baby müsste sowieso ins Lager, denn alle, die mehr als zu 1/6 Japaner sind, müssen dorthin. Die erste Zeit im Lager ist für Jackie alles andere als einfach, denn die Okudas nehmen sie nicht mit offenen Armen auf.Cameron hat sich sehr verändert, seit sie Gott in ihr Leben gelassen hat: „Sie liebte ihren neuen Glauben mehr, als sie erwartet hatte.“ Eine berührende Aussage von Cameron. Sie ist weicher, zugänglicher geworden. Alex und sie dürfen jedoch ihre Liebe nicht offen leben, denn eine Beziehung eines Russen und einer Amerikanerin ist im System nicht vorgesehen!Blair hat bisher die grösste Veränderung durchgemacht. Sie versteckt sich im Dschungel; sie schlägt sich wirklich tapfer. Obwohl sie selbst an Malaria erkrankt ist, hilft sie anderen. „Sie musste lernen, für das dankbar zu sein, was sie bekam. Eine andere Wahl blieb ihr sowieso nicht.“ Diese Meinung von Blair hat mich sehr berührt – ist sie doch auf alle Situationen anwendbar. Als sie wieder einmal auf der Flucht ist, trifft sie schlussendlich auf Gary! Er ist auch krank."Wir werden nie wieder so sein wie früher" (Cameron). Das ist wohl wahr, alle haben so unsagbar viel durchgemacht.Selbstverständlich sind auch Cecilia und Keagan wieder mit von der Partie. Da ich nicht spoilern will/darf, kann ich hier nicht mehr dazu schreiben. Band 1 habe ich in der Print-Version gelesen, dann ab Band 2 als E-Book, da mir die kleine Schrift und die zu dicht beschriebenen Seiten im ersten Band wirklich Mühe gemacht haben. Mit E-Book ist alles prima. Ich kann mich hier nur von den Bänden 1 und 2 wiederholen: Einen historischen Roman zu schreiben, stelle ich mir immer sehr aufwändig vor, da dies einen immensen Rechercheaufwand bedeutet. Dieser Band war wieder unwahrscheinlich intensiv; es ist so vieles passiert, dass ich richtig erschlagen bin. Mir ist schon bewusst, dass die Geschichte um die drei Schwestern nur Fiktion ist, aber schlussendlich ist es unwahrscheinlich vielen Menschen so oder ähnlich ergangen. Jetzt habe ich nur noch einen letzten Band vor mir, und dann muss ich die Hayes‘ ziehen lassen. Schade. Von mir gibt es ganz klar 5 Sterne und meine absolute Leseempfehlung.

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  • Ein Lesegenuss

    Bevor der Morgen dämmert

    marpije

    05. September 2017 um 08:51

    Die dritte Teil "Sturmzeiten von Judith Pella  zeigt uns die brutale Kriegsrealität auf drei Kontinenten  und ist immer aus amerikanischer Perspektive dargestellt.Cameron ist im Russland und dort mit allen grausamen konfrontiert, am meisten belastet sie , dass ihre Liebe zum Alex nicht offensichtlich sein kann, sie müssen sich heimlich treffen und immer sehr vorsichtig sein, doch die Liebe ist stärker als Verstand und an einem Tag die beide machen ein Fehler...Blair hat sich sehr verändert, sie war eine Prinzessin , jetzt ist sie eine hilfsbereite, mutige und starke junge Frau. Sie hungert, sie ist schmutzig, sie ist krank, sie lebt im Dschungel aber Blair klagt nie im Gegenteil sie macht noch Mut die anderen und mit ihren Arbeit im Untergrund sie hat viele Menschenleben gerettet.Jackie und Sam leben im Integrationslager und träumen über besseren Leben nach den Krieg. Mit die kleine Emi ist auch der Hoffnung geboren, Hoffnung auf bessere Zeiten , im Frieden und ohne Vorurteile. Doch Sam geht auf der Front...Das Schicksal der Hayes- Schwestern ist sehr berührend und emotional und die historische Hintergrund ist ,so wie in die ersten zwei  Teilen , sehr ausführlich und wahrheitstreu dargestellt. Die Autorin schreibt viel über die Integrationslager für Japaner, dortige Alltag und die psychische Konsequenzen  - diese Thema ist fast untergetaucht und sehr selten jemand spricht oder schreibt über dieser  Schadenfleck in die amerikanischer Geschichte.Die Personen kenne ich schon aus den ersten zwei Bänden und die habe ich tief im Herz geschlossen, hier im Laufe der Geschichte muss ich leider von vielen der Abschied nehmen, der Krieg kennt keine Gnade....Der Schreibstil ist flüssig, das ganze ist sehr spannend  geschrieben und mit vielen Gefühlen ausgestattet , die Autorin hinter der lockerer Schreibweise hat große Portion ernsthaften Themen platziert.In diesen Teil  ist der Glaube und die Nähe zum Gott sehr stark geprägt und egal auf welchen Kontinent und egal in welchen Land, der wer glaubt hat Mut , Kraft und Hoffnung zum weiteren Leben.

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  • Die Sturmzeit am Ende?

    Bevor der Morgen dämmert

    SiCollier

    23. November 2014 um 15:43

    Innerlich spürte sie, dass sie, egal ob etwas Gutes oder Schlimmes auf sie wartete, wahrscheinlich überleben würde. Das war vermutlich ihr Fluch und vielleicht auch ihre Hoffnung. (Seite 383) Meine Meinung Nach dem Ende des zweiten Bandes wollte ich mir eigentlich erst einmal eine Erholungspause gönnen, aber das Schicksal der Hayes-Schwestern und der mit ihnen verbundenen hat mich dermaßen in den Bann gezogen, daß ich schon am gleichen Tag das dritte Buch der Tetralogie begonnen habe. „Wenn wir die Schauplätze verlassen, ist nichts entschieden, alles offen und die Situation nahezu hoffnungslos.“ So habe ich das Ende des zweiten Buches charakterisiert. Vielleicht hätte ich den Begriff „nahezu“ stärker betonen sollen, denn Hoffnung ist oft das Einzige, was den Figuren - und dem Leser - noch bleibt. Und wie man sich leicht vorstellen kann, wird nicht jede Hoffnung erfüllt. Der Krieg fordert seinen Tribut; in den Reihen der Getreuen tun sich Lücken auf, die nicht mehr geschlossen werden können. Für mich sind diese Bücher auch insoweit interessant, als sie das Kriegsgeschehen an verschiedenen zentralen Orten aus der Sicht der Amerikaner darstellen. Ungewohnt für jemanden, der in Zeiten des Kalten Krieges aufgewachsen ist, ist das Bündnis zwischen den USA und der UdSSR, man sich also als befreundet und verbündet betrachtet. Nicht so recht bewußt war mir bisher, wie sehr die deutsche Wehrmacht Europa überrannt hatte und möglicherweise ohne das Eingreifen der USA in den Krieg tatsächlich die Möglichkeit bestanden hätte, daß Nazi-Deutschland den Krieg gewinnt. Eingebettet in diese Großwetterlage das Schicksal der über drei Kontinente verstreuten Hayes-Schwestern, von denen jede ihren eigenen Leidensweg gehen muß. Wobei Cameron es anscheinend insofern am leichtesten hat, als daß sie nur gegen die sowjetische Zensur kämpfen muß. Wäre da nicht ihre Beziehung zum russischen Arzt Alex, die sich weiter vertieft und dem System ein Dorn im Auge ist. Man ist zwar verbündet, aber das heißt noch lange nicht, daß man Beziehungen zwischen den Bürgern zu dulden bereit ist. Und auch die Suche nach ihrem Halbbruder Semjon ist alles andere als einfach und risikolos. Jacquelines schlimme Zeit beginnt, als sie nach ihrem Studienabschluß zu ihrem japanischstämmigen Ehemann ins Internierungslager zieht. Zwar ist er in den USA geboren und hat auch einen amerikanischen Paß, aber schon damals war eine gewisse Paranoia in Amerika festzustellen. „Es war wirklich Ironie des Schicksals, dass sie als Beweis für ihre Loyalität gegenüber Amerika ihre Rechte als Amerikaner aufgeben mussten.“ (Von ferne klingt ein Lied, S. 546) Ganz direkt mit dem Krieg jedoch bekommt es Blair zu tun, die auf den von den Japanern besetzten Philippinen festsitzt. Immer auf der Flucht bleibt es schließlich nicht aus, daß sie in die Guerillakämpfe hineingezogen wird. Gerade sie, die immer so sehr auf Aussehen und Mode wert gelegt hat, muß lernen, im Dschungel zu überleben. Nur ein kleiner Trost ist ihr dabei, daß auch ihr Mann Gary bei den Partisanen ist, so daß eine Chance besteht, daß sie ihn irgendwann wieder treffen wird. Es hat nur wenige Zeilen gebraucht, und ich war wieder mitten drinnen im Geschehen. Wie schon in den Vorgängerbänden gelingt es der Autorin, die jeweiligen Handlungsorte zum Leben zu erwecken und das Gefühl zu vermitteln, mitten drin mit dabei zu sein. Das bleibt dann leider auch bei den ziemlich schlimmen Stellen so, egal ob die Protagonisten die überleben oder nicht. Denn je weiter der Krieg voranschreitet, um so näher kommen die „Einschläge“; es heißt Abschied nehmen von so manch Liebgewordenem. Am Ende des Buches ist der Krieg auch für die USA vorbei. Es deutet sich leise an, daß die Freundschaft, wenn es denn je eine solche war, zwischen Amerika und Rußland nicht von Dauer sein wird, und daß die Nachkriegszeit für manche Beteiligte nicht unbedingt einfach wird. Aber dieses, das Auserzählen der Folgen der Geschehnisse der bisher drei Bücher und das Auflösen und Verknüpfen der letzten offenen Fäden ist eine andere Geschichte, die im vierten und abschließenden Band zu Ende geführt werden wird. Kurzfassung Die drei Kriegsjahre des Buches fordern ihren Tribut und lassen physisch wie psychisch ein Welt in Trümmern zurück. Es ist vieles entschieden, nur weniges noch offen - und nur die Hoffnung läßt überleben.

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