Geschrieben im Wind

von Judith Pella 
4,6 Sterne bei22 Bewertungen
Geschrieben im Wind
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

tinstamps avatar

Ein fulminater Auftakt einer Tetralogie um Krieg, Hoffnung, Rassismus, Glaube, Familie und Träume, der mich von Beginn an fesseln konnte

mabuereles avatar

Beeindruckender historischer Roman!

Alle 22 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Geschrieben im Wind"

1941: Keagan Hayes, der mächtigste Zeitungsmogul Kaliforniens, ist ein harter und verbitterter Mann. Was seine drei Töchter auch tun – die Anerkennung ihres dominanten Vaters können sie nicht erreichen. So versucht jede auf ihre Art, mit ihrem Schicksal ins Reine zu kommen.
Blair geht den Weg der Rebellion, Jackie sucht Kraft im Glauben und Cameron flieht in die Karriere. Als ehrgeizige Journalistin schlägt sie sich auf die Seite des schärfsten Konkurrenten ihres Vaters. Er schickt sie als Korrespondentin nach Europa. Für Cameron wird ein Traum wahr.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783868276695
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:526 Seiten
Verlag:Francke-Buchhandlung
Erscheinungsdatum:01.05.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,6 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne15
  • 4 Sterne6
  • 3 Sterne1
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    HibiscusFlowers avatar
    HibiscusFlowervor 9 Monaten
    Ein Auftakt, der Lust auf mehr macht

    Klappentext des Verlages:
    1941: Keagan Hayes, der mächtigste Zeitungsmogul Kaliforniens, ist ein harter und verbitterter Mann. Was seine drei Töchter auch tun – die Anerkennung ihres dominanten Vaters können sie nicht erreichen. So versucht jede auf ihre Art, mit ihrem Schicksal ins Reine zu kommen.
    Blair geht den Weg der Rebellion, Jackie sucht Kraft im Glauben und Cameron flieht in die Karriere. Als ehrgeizige Journalistin schlägt sie sich auf die Seite des schärfsten Konkurrenten ihres Vaters. Er schickt sie als Korrespondentin nach Europa. Für Cameron wird ein Traum wahr.


    "...anstatt mit Söhnen gesegnet mit Töchtern geschlagen..." (S. 12)

    Soll dies der Grund sein, warum Keagan Hayes seine drei Töchter abweisend, kühl und alles andere als liebevoll behandelt? Jedenfalls lässt er sie unermüdlich wissen, wie wenig er von ihnen und ihren Ambitionen im Leben hält. Keinerlei Zuneigung oder gar Wärme kommen in diesen Vater-Töchter-Verbindungen auf und jede von ihnen scheint auf ihre Art damit umzugehen.

    Während man anfänglich noch in Beverly Hills, Kalifornien und Umgebung verweilt, reist man schon bald mit Cameron nach Europa, verfolgt ihre journalistischen Schilderungen inmitten des Krieges und stellt sich den daraus resultierenden Gefahren. Gewinn und Verlust, Schrecken und interessante Begegnungen - all das bringt dieser Strang mit sich, der sich mit dem Geschehen um ihre Schwestern Blair und Jackie abwechselt.
    Jackie zu begleiten gestaltet sich hingegen ruhig, besonnen und mit ausführlichen Gedanken zu ihrem Glauben. Dies liegt Blair - die von Glanz und Glamour träumt - eher fern.

    Und so lernt man diese drei unterschiedlichen Schwestern nach und nach besser kennen, verfolgt, wie sich Träume erfüllen, Sichtweisen verschieben und dass man auch tief fallen kann.
    Gemeinsam mit ihnen trifft man auf interessante Figuren, auf die man hoffentlich in der Fortsetzung nicht verzichten muss. Der flüssige, bildhafte Schreibstil und die leicht ansteigende Spannung sorgen dafür, dass man ein gutes Gefühl für die Kulisse dieser Zeit bekommt und das noch ausstehende Geschehen gern weiter verfolgen mag.

    Kommentieren0
    115
    Teilen
    LeseBlicks avatar
    LeseBlickvor 9 Monaten
    Eine Familiengeschichte, die neugierig macht

    Inhaltsangabe
    1941: Keagan Hayes, der mächtigste Zeitungsmogul Kaliforniens, ist ein harter und verbitterter Mann. Was seine drei Töchter auch tun – die Anerkennung ihres dominanten Vaters können sie nicht erreichen. So versucht jede auf ihre Art, mit ihrem Schicksal ins Reine zu kommen.
    Blair geht den Weg der Rebellion, Jackie sucht Kraft im Glauben und Cameron flieht in die Karriere. Als ehrgeizige Journalistin schlägt sie sich auf die Seite des schärfsten Konkurrenten ihres Vaters. Er schickt sie als Korrespondentin nach Europa. Für Cameron wird ein Traum wahr.

    Meine Meinung
    Wenn ich von solcher Familiensituation, bin ich immer gleich in meinem Element.
    Der Vater, der keine Liebe und Anerkennung gibt und dann diese drei sehr unterschiedlichen Schwestern. Dies ist der erste von vier Bänden.
    Sofort im ersten Band fällt auf, was Keagan Hayes für eine harte Nuss ist.
    Das Problem ist sehr schnell erklärt: er hat sich immer einen Sohn gewünscht und seine Frau gebar ihm drei Töchter. Mein erstes Kopfschütteln trat auf, als ich las, dass es bewusst so gewollt war, dass alle drei Töchter einen Jungennamen erhalten sollen. In Amerika mag das noch einigermaßen zu ertragen sein, bei uns wäre dies schon etwas unschöner ausgegangen.
    Wirklich gut finde ich, dass es keinen Sohn gibt und der Vater gegen alle Töchter ist. Ein Sohn hätte hier seine Aufmerksamkeit zu hundert Prozent bekommen und die Ausgangslage meiner Meinung nach zerstört.
    Wer denkt, dass der Vater hier in irgendeiner Situation nachgeben wird, der wird eines besseren belehrt. Jegliche Annäherung weiß er abzuschmettern.
    Fakt ist, die Töchter haben es nicht leicht und ich verstehe es vollkommen, dass jede hier ihre eigene Flucht anstrebt.

    Drei Töchter und vier Bände, da war es gleich anzunehmen, dass die Autorin hier nicht vorhatte, jeder Schwester gezielt einen Band der Reihe zuzusprechen.
    Zwar steht die Geschichte um Cameron im ersten Teil im Vordergrund, aber die Autorin stellt gekonnt die ersten Weichen für die Geschichten von Blair und Jackie.

    Cameron Hayes ist mit 24 Jahren die älteste und arbeitet zu Beginn des Buches in der Zeitungsbranche. Ihr Chef ist ihr eigener Vater, der einer Frau in diesem Geschäft keine Aufstiegschancen entgegenbringen wird, auch seiner Tochter nicht.
    Nach einem Streit kündigt Cameron und will ihrem Vater zeigen, dass sie es auch ohne ihn in dieser Branche zu Etwas bringen kann.
    Der größte Konkurrent ihres Vaters, Max Arnett möchte, dass sie für ihn arbeitet und er stellt ihr ihren größten Traum in Aussicht. Sie darf nach Europa.
    Cameron nimmt den Job an und wir begleiten sie als Auslandskorrespondentin nach Italien, Jugoslawien, Griechenland, Ägypten und zu guter Letzt landen wir in Russland des Jahres 1941. Diese kurzen, aber doch sehr intensiven Einblicke in die beginnenden Kriegsjahre der verschiedenen Länder haben mir sehr gut gefallen.
    Das Russland zum Schluss den größten Part einnimmt, damit kann ich noch besser leben. Über die Kriegsjahre in Russland lese ich sehr gerne, weil man sich einfach nicht vorstellen kann, wie dieses große Land von Deutschland förmlich überrannt wurde.
    Die Autorin Judith Pella legt hier aber noch Wert auf ein anderes wichtiges Thema. Ein Thema, welches sie dem Leser mit der Figur Cameron sehr gut näher bringen konnte. Journalismus und allgemeine Informationsweitergabe.
    Erst dachte ich, dass es langweilig wird, wenn man ständig darüber liest, über was Cameron gern schreiben und berichten würde, diese Worte Russland jedoch niemals verlassen dürfen. Jedes Wort wurde kontrolliert, gekürzt und gestrichen.
    Wenn man sich dieses Punkt heutzutage vor Augen führt, ist es erschreckend zu erkennen, wie ahnungslos der Rest der Welt damals war, wenn einfach nichts nach außen drang.

    Bei Familiengeschichten kommt natürlich auch die Liebe nicht zu kurz.
    Alle drei Schwestern machen hier Begegnungen, die uns weiterhin begleiten werden.
    Die jüngste, Jackie, freundet sich an der Uni mit einem Japaner an. Wer sich ein wenig in der Geschichte auskennt, ahnt, was da auf die beiden zukommen wird.
    Blair lernt einen Soldaten kennen und lieben. Jedoch wachsen diese Gefühle mit einem Grundgerüst aus Lügen, welche sich Blair stellen muss.
    Um Cameron steht in diesem Band sogar zwischen zwei Männern, wobei meine Sympathiepunkte ganz klar nur einem gehören.

    Dieses Buch bringt mir im Gesamten wieder viel Neues mit sich.
    Die Zeit in Russland des Jahres 1941 wird sehr gut dargestellt, was meiner Meinung nach mit einer sehr guten Recherchearbeit zusammenhängt.

    Das Buch endet Gott sei Dank nicht mit einem Cliffhanger, aber das letzte Datum im Buch ist der 7. Dezember 1941 und schreckliches steht bevor, so dass ich mich dennoch kaum zurückhalten kann, Band 2 zur Hand zu nehmen.
    ____________________________________________________________

    Nicht ganz perfekt war das Ende um die Geschichte von Cameron.
    Wenn man die Ausnahmesituation in Russland bedenkt, gab es hier hinsichtlich ihrer Ausreise einen Logikfehler oder ich als Leserin achte zu explizit auf die Details.

    Mein Fazit
    Dennoch bringt dieses Buch so viele interessante Momente, eine spannende Geschichte und eine unheimlich viel Potenzial für weitere Bände mit sich, dass ich eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen möchte, für alle, die sich für die Zeit des Zweiten Weltkrieges interessieren und auch von Familiengeschichten nicht abgeneigt sind.

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    Nik75s avatar
    Nik75vor einem Jahr
    Geschrieben im Wind

    Meine Meinung:

    So schön könnten es die Töchter vom Zeitungsmogul Keagan Hayes haben, wenn nicht der Vater so ein Tyrann wäre. Er hat sich immer Söhne gewünscht und keine Töchter. So sind ihm seine Kinder nie gut genug. Blair rebelliert und fängt in einem Nachtklub an zu arbeiten, Jackie die bravste versteckt sich hinter ihrem Glauben und Cameron reist als Journalistin nach Europa und erlebt dort den zweiten Weltkrieg. Im Buch herrschen immer wieder die Konflikte zwischen Vater und Töchter vor. Man kann es ihm nie recht machen und er versucht auch gar nicht seine Kinder zu verstehen, oder sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Es muss alles so sein, wie er es will.
    Die Schwestern sind sehr interessante Protagonistinnen. Jede führt eine andere Art von Leben. Sie haben ganz unterschiedliche Charaktere, die die Autorin sehr gut beschrieben hat. In diesem Teil spielt Cameron die Hauptrolle wie ich finde, denn über sie und die Kriegsschauplätze in Europa und Russland wird am meisten berichtet.
    Der Roman war sehr flüssig zu lesen und hat mich nach kürzester Zeit gefesselt. Die Autorin hat es geschafft mich in ihren Bann zu ziehen. Die Erzählungen über den zweiten Weltkrieg und Russland fand ich sehr interessant. Man hatte irgendwie ständig das Gefühl mitten drinnen zu sein im Geschehen. Nicht nur Camerons Geschichte fand ich spannend, auch die der anderen Geschwister ist gut geschrieben. Ich kann mir vorstellen, dass man Jackie und Blair in den drei anderen Bänden noch viel besser kennen lernen kann.
    Es ist eine wunderbare spannende Serie mit ganz vielen Emotionen und einschneidenden Ereignissen. Mir hat der Roman sehr gut gefallen, denn er hat mich gefesselt, berührt und fasziniert. Das Buch war spannend zu lesen und erst mal angefangen konnte man nicht mehr aufhören zu lesen.

    Ich kann diesen Roman auf alle Fälle weiterempfehlen und vergebe dafür 5 Sterne.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    LEXIs avatar
    LEXIvor einem Jahr
    GESCHRIEBEN IM WIND


    Bei „Geschrieben im Wind“ handelt es sich um den ersten von vier Bänden der Sturmzeiten-Reihe von Judith Pella, in der sie ihre Leserschaft ins Jahr 1941 versetzt. Die Autorin schildert in diesem beeindruckenden Epos die Geschichte der Familie Hayes und beginnt mit einem bitterarmen irischen Jugendlichen namens Keagan Hayes, der sich entschloss, seiner hoffnungslosen Situation in Irland zu entfliehen. Keagans scheint auf den ersten Blick den großen Traum gelebt zu haben – nach seiner Emigration nach Amerika und der Heirat mit Cecilia, der Tochter eines Zeitungsinhabers, avancierte er mit unerschütterlichem Ehrgeiz und Skrupellosigkeit zum mächtigsten Zeitungsmogul Südkaliforniens. Sein beruflicher Erfolg kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass sein Privatleben ein reines Desaster ist. Er terrorisiert nicht nur seine sanfte und schüchterne Ehefrau, sondern erweist sich auch seinen drei Töchtern gegenüber als kalt, manipulativ und tyrannisch. Cameron, Blair und Jacqueline hoffen vergeblich auch väterliche Zuneigung und Liebe, und so versucht jede auf ihre Weise, zumindest die Anerkennung oder die Aufmerksamkeit ihres Vaters zu erlangen.

    Cameron ist mit vierundzwanzig Jahren die älteste Tochter, ihre Leidenschaft gilt ebenso wie jene ihres Vaters dem Journalismus. Die attraktive junge Frau lebt in einem eigenen Apartment in Los Angeles, meidet gesellschaftliche Vergnügungen und arbeitet stets daran, ihre journalistischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Der Krieg in Europa droht täglich weiter zu eskalieren und Cameron möchte die damit verbundenen Abenteuer und den journalistischen Ruhm nicht verpassen. Sie träumt davon, nach Moskau zu reisen und vor Ort über die prekäre Situation zu berichten. Ihr Vater manipuliert jedoch das Leben seiner drei Töchter, und so sabotiert er auch Camerons Pläne. Als Keagans schärfster Rivale Max Arnett Cameron schließlich ein Angebot macht, kündigt sie ihren Job in der Zeitung ihres Vaters und arbeitet für dessen Konkurrenten. Max bietet Cameron eine Stelle aus Auslandskorrespondentin an, und über Umwege erfüllt sich Camerons Traum: als Hitler in Russland einmarschiert, wird sie ins Zentrum des Kriegsgeschehens beordert.

    Camerons jüngere Schwester Blair wählt den offenen Widerstand gegen ihren Vater. Der schockierende Lebensstil dieses bezaubernden und wunderschönen Mädchens beinhaltet wilde Partys, Alkohol und viele Männer. Blair träumt von einer Karriere als Schauspielerin oder Sängerin, sie bemüht sich, leichtfertig zu wirken, ist jedoch in ihrem Inneren sehr verletzlich.

    Jacqueline, die jüngste der drei Schwestern, ist eine hübsche und sehr sensible Collegestudentin, deren Lebensziel es ist, Grundschullehrerin zu werden. Blair ist von einem tiefen, unerschütterlichen Glauben an Gott erfüllt. Sie ist es auch, die stets als Vermittlerin fungiert und versucht, die Familie zusammen zu halten.

    Im vorliegenden Roman veranschaulicht Judith Pella die Familiensituation der Hayes, geht eingehend auf die einzelnen Charaktere ein und erzählt von den Träumen, Plänen und Hoffnungen, Gedanken und Gefühlen der drei Schwestern. In verschiedenen Handlungssträngen konzentriert sie sich dabei abwechselnd auf Cameron, Blair und Jackie. Ihre Protagonisten sind sehr authentisch gezeichnet. Die Autorin stellt ihren Hauptfiguren interessante Nebenfiguren zur Seite. In Johnny Shanahan findet Cameron einen guten Freund, der ebenfalls nach Russland geschickt wird und als hervorragender Journalist bereits durch den Pulitzer ausgezeichnet wurde. Bei einem Bombenangriff lernt Cameron den stattlichen vielschichtigen Arzt Aleksei Roswowschikow kennen, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, Menschen zu heilen. Dem gut aussehenden Offizier namens Gary Hobart wird ebenfalls Aufmerksamkeit zuteil, denn der intelligente und selbstbewusste junge Mann beeindruckt die wilde, ausschweifende Blair und kann sich seinerseits ihrer Anziehungskraft nur schwer entziehen. Der in Amerika geborene und aufgewachsene Sam Okuda teilt Jackies Glauben. Der kluge junge Mann möchte Schriftsteller werden. Seiner Freundschaft mit Jackie steht jedoch seine asiatische Herkunft im Wege.

    Judith Pella versteht es, die historischen Hintergründe über die Zeit des Zweiten Weltkrieges mit den Schicksalen der Protagonisten ihres Romans zu verweben. Im ersten Teil dieser Buchreihe konzentriert sie sich hierbei vor allem auf die älteste Tochter Cameron, die in der Sowjetunion über den Einmarsch der deutschen Wehrmacht und deren Auswirkungen berichtet. In sehr anschaulicher Weise erfährt der Leser Details über die sowjetische Bürokratie, über furchtbare Ereignisse dieses Krieges und über das Leben der russischen Bevölkerung. Die Autorin hat Fakten über einen ungeheuerlichen Vernichtungskrieg in die Handlung aufgenommen, der diesem Roman eine große Tiefe verleiht.

    „Geschrieben im Wind“ ist ein sehr beeindruckendes, überzeugendes und an manchen Stellen auch erschütterndes Buch, das in historische Ereignisse eintaucht und den Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit nimmt. Der einnehmende Schreibstil, die überzeugenden Figuren sowie die Handlung dieses Romans haben mir ein hoch spannendes und interessantes Leseabenteuer beschert.


    Sturmzeiten – Band 1 – eine erstklassige Lektüre – und eine uneingeschränkte Leseempfehlung!


    Ich freue mich bereits auf den zweiten Band dieser Reihe.

    Kommentare: 2
    45
    Teilen
    irismarias avatar
    irismariavor einem Jahr
    drei Schwestern aus Amerika

    Die amerikanische Autorin Judith Pella erzählt mit dem vierbändigen Werk "Sturmzeiten" eine spannende Familiengeschichte aus der Zeit des 2. Weltkriegs. Im Mittelpunkt stehen drei Schwestern, die Töchter des kalifornischen Zeitungsmoguls Keagan Hayes sind: Cameron, Blair und Jackie. Ihre Namen, die eigentlich Männernamen sind, geben schon einen Hinweis, dass Hayes eigentlich lieber Söhne gehabt hätte und das seine Töchter immer wieder spüren lässt. In der Tetralogie sind die drei erwachsen, leben aber zu Beginn noch daheim und die Leser können ihre Entwicklung begleiten. Durch die Unterschiedlichkeit der Schwestern werden verschiedene Lebenswege beschritten und die Story entwickelt sich an Orten rund um den Globus. Cameron eifert als Journalistin ihrem Vater nach, doch der will sie davon abhalten, als Auslandskorrespondentin aus dem Krieg in Europa zu berichten. Blair möchte am liebsten Schauspielerin werden, was für den Vater eine inakzeptable Berufswahl ist. Nur Jackies Wahl, Lehrerin zu werden, kommt bei ihm gut an und so wird sie zur Vermittlerin.
    Ein wichtiges Thema für alle der Familie ist der christliche Glaube, der von der Mutter praktiziert wird, vom Vater aber abgelehnt und die Töchter müssen ihr Verhältnis zu Gott und Glauben noch finden.
    "Geschrieben im Wind" ist der erste Teil der Reihe und spielt 1941. Zu Beginn sind alle in Kalifornien, doch dann geht Cameron zur Konkurrenzzeitung des Vaters und wird als Korrespondentin nach Russland geschickt. Hier fand ich es spannend zu erleben, wie die Journalisten im Krieg unter Zensur und Luftangriffen leiden mussten und doch versuchten, ihre Artikel zu schreiben. Camerons Liebesgeschichte mit einem russischen Arzt scheint hoffnungslos. Ähnlich ergeht es Jackie mit ihrer Beziehung: ihr Sam ist eigentlich als Student ein geeigneter Partner, doch er ist japanischer Abstammung und eine gemischtrassische Beziehung ist undenkbar. An Blair erleben die Leser den Weg einer jungen Frau, die unbedingt im Showbusiness berühmt werden will und dabei viel Unschönes erlebt.
    Spannend und berührend geschrieben und mit lebendig dargestellten Figuren, die mir schnell ans Herz gewachsen sind, ist das Buch ein echter Pageturner, der einlädt, in der Geschichte zu versinken. Nebenbei erfährt man viel über die damalige Zeit und das aus einer für mich ungewohnten Perspektive.
    Ich kann die Sturmzeiten-Reihe nur empfehlen!

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    dorlis avatar
    dorlivor einem Jahr
    Rezension zu "Geschrieben im Wind" von Judith Pella

    In ihrer historischen Romanreihe „Sturmzeiten“ nimmt Judith Pella den Leser mit in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und erzählt die Geschichte der Schwestern Cameron, Blair und Jackie Hayes.

    In diesem ersten Band der Reihe hat die Autorin die historischen Ereignisse zwischen Februar und November 1941 mit den spannenden Erlebnissen der Hayes-Töchter verknüpft und damit ein umfassendes, vielschichtiges und vor allen Dingen sehr glaubwürdiges Bild der damaligen Zeit gezeichnet.
    Schon nach wenigen Seiten zeigt sich, dass die Autorin nicht nur intensiv recherchiert und ein fundiertes Wissen angesammelt hat, sondern auch in der Lage ist, dieses Wissen spannend und mitreißend zu verpacken und unterhaltsam an den Leser weiterzugeben. Judith Pella beschreibt nicht nur die einzelnen Schauplätze ausführlich und schildert die Vorkommnisse detailliert, es gelingt ihr auch, dem Leser die Gefühle und Empfindungen ihrer Figuren zu vermitteln.

    Die drei Töchter des mächtigen Zeitungsmoguls Keagan Hayes aus Beverly Hills sind zu Beginn dieser Geschichte zwischen 20 und 24 Jahre alt. Die jungen Frauen haben es in ihrem Elternhaus nie leicht gehabt, da Keagan sie immer hat spüren lassen, dass ihm Söhne lieber gewesen wären. Keagan ist ein selbstsüchtiger, unnachgiebiger Mann, der seinen Töchtern mit einer kaum zu ertragenden Kälte begegnet und ihnen nie eine Anerkennung für ihre Leistungen entgegengebracht hat bzw. entgegenbringt. Ehefrau und Mutter Cecilia Hayes ist bemüht, zwischen ihrem Mann und ihren Töchtern zu vermitteln und zu schlichten, doch ihre Versuche, für ein harmonisches Familienleben zu sorgen, wollen nicht gelingen.

    Obwohl unter den gleichen Bedingungen aufgewachsen, haben sich Cameron, Blair und Jackie zu grundverschiedenen Frauen mit unterschiedlichen Interessen und Zielen entwickelt.

    Cameron ist eine kompetente, äußerst ehrgeizige Journalistin. Sie arbeitet zunächst beim „Los Angeles Journal“, dessen Herausgeber Keagan ist, wechselt dann aber zum „Globe“, weil ihr hier die angestrebte Tätigkeit als Auslandskorrespondentin ermöglicht wird. Camerons Weg von L.A. über Rom, Jugoslawien, Griechenland und Ägypten nach Moskau wird sehr anschaulich und mitreißend geschildert. Ihre Reise ist geprägt von der politischen Lage und dem Kriegsgeschehen in Europa. Die Bombenangriffe, das Leid der Bevölkerung und besonders der verletzten Soldaten sowie die mangelnde Pressefreiheit machen ihr arg zu schaffen. Cameron lernt den Arzt Alex Rostow kennen und lieben, doch die Verbindung wird vom Regime in Moskau nicht gern gesehen.

    Camerons Erlebnisse stehen zwar in diesem Band im Vordergrund, aber auch über Blair und Jackie erfährt der Leser einiges.

    Blair ist eine chaotische Schauspielerin und Sängerin, die versucht, in der schillernden Welt des Showgeschäfts Fuß zu fassen. Sie lebt ein wildes, ausschweifendes Leben, doch beim Lesen ist deutlich zu spüren, dass sie sich nach Normalität und Bodenständigkeit sehnt. Dieses ist für Blair zum Greifen nah, als sie den Offizier Gary Hobart kennenlernt. Doch das Trugbild, das Blair Gary von sich vorgaukelt, zerbröselt schon bald und lässt ihre Beziehung zu dem sehr gottesfürchtigen Mann auf äußerst wackeligen Füßen stehen.

    Jackie ist eine intelligente, strebsame Studentin und engagierte Christin. Ihre Freundschaft zu Sam Okuda, einem Kommilitonen mit japanischen Wurzeln, wird von der Gesellschaft in Beverly Hills und ganz besonders von Keagan nicht gutgeheißen und wird im Verlauf der Romanreihe sicherlich noch für ausreichend Wirbel sorgen.

    „Geschrieben im Wind“ hat mich durchweg begeistert. Der Roman ist eine hervorragende Mischung aus Historie, Spannung, Emotionen und Unterhaltung – es hat Spaß gemacht, die Hayes-Schwestern kennenzulernen und sie auf dieser ersten Etappe der Tetralogie zu begleiten. Ich bin schon gespannt, was das Schicksal für die jungen Frauen bereithält und freue mich auf die weiteren Bände.

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    Starry-skys avatar
    Starry-skyvor einem Jahr
    Sehr tiefsinnig

    Das Buch, das der erste Teil einer vierteiligen reihe dieser Autorin ist, beschreibt die Geschichte der Familie Hayes. Das Buch beginnt damit, dass wir das Familienoberhaupt Keagan Hayes kennenlernen. Er ist Inhaber einer großen, bekannten Zeitung und dementsprechend ein mächtiger Mann in Kalifornien. Keagan hat drei Töchter (Blair, Jackie, Cameron), was sich für ihn wie eine schwere Strafe anfühlt, weil er lieber drei Söhne gehabt hätte. Zu seinen Töchtern hat er deswegen seit jeher ein sehr unterkühltes Verhältnis. Die drei Töchter versuchen stets, ihrem Vater alles recht zu machen und so endlich Anerkennung von ihm zu bekommen - allerdings wenig erfolgreich.


    Was mir an diesem Buch sehr gut gefallen hat, ist dass Judith Pella sehr authentisch die historischen Umstände der Zeit beschreibt, in der das Buch spielt. Sie geht intensiv auf die damalige politische Lage und die Lebensumstände der Menschen im Krieg ein, wodurch man tief in das Geschehen eintaucht. Trotz der Manchmal traurigen Umstände fließt immer spürbar positives mit ein, wie beispielsweise Hoffnung und Liebe. 


    Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat sind die authentisch beschriebenen Charaktere. Die drei Schwestern Blair, Jackie und Cameron haben zwar alles das ziel, ihren Vater zu beeindrucken, sie gehen aber alle völlig anders an dieses Ziel heran. Obwohl mir nicht immer alle Handlungen der Schwestern sympathisch waren, so kann man doch die Beweggründe der Schwestern verstehen und fühlt mit ihnen mit. Besondern Cameron war für mich ein interessanter Charakter, weil sie aus den Gepflogenheiten der damaligen Zeit ausbricht und es schafft, die aktuelle Situation auf eine positive Weise für sich zu nutzen. 


    Anfangs war das Buch für mich eher schwer zu lesen, weil die Seiten recht eng bedruckt sind und die Wortwahl der Autorin für mich stellenweise schwer zu lesen war. Mit der Zeit habe ich mich aber an beides gewöhnt, sodass ich mich voll und ganz auf die schöne Handlung des Buches konzentrieren konnte, und es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    tinstamps avatar
    tinstampvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein fulminater Auftakt einer Tetralogie um Krieg, Hoffnung, Rassismus, Glaube, Familie und Träume, der mich von Beginn an fesseln konnte
    Fulminater Auftakt der Sturmzeit Tetralogie

    Die Sturmzeiten Tetralogie wurde im Mai 2017 vom Francke Verlag neu verlegt und ich finde die neuen Cover sehen richtig toll aus und passen auch sehr gut zusammen.

    Im ersten Teil "Geschrieben im Wind" machen wir die Bekanntschaft der Familie des mächtigen Zeitungsmoguls Keagan Hayes, welcher als irischer Einwanderer in die Staaten kam. Er arbeitete sich zur Nummer Eins in Kalifornien hoch, doch trotz seines Erfolges ist er ein verbitterter und herzloser Mann: ein Tyrann. Sein Wunsch nach einem Sohn wurde ihm nie erfüllt und so hat er seinen drei Töchtern einfach Jungennamen gegeben: Cameron, Blair und Jackie. Das Versagen keinen männlichen Erben vorzeigen zu können, lässt er nicht nur seinen Töchtern, sondern auch seiner eher stillen Ehefrau Cecilia spüren, die sich Stärke im Glauben holt.
    Die drei Schwestern könnten unterschiedlicher nicht sein. Cameron, die Älteste, tritt in die Fußstapfen des Vaters und ihre Liebe gehört ebenfalls dem Journalismus. Als ihr Vater ihr immer weniger Anerkennung in der Firma zukommen lässt und ihr Steine in den Weg legt, verlässt sie die väterliche Firma und geht zu Keagans größten Konkurrenten. Dort erhält sie endlich die erhoffte Chance als Auslandskorrespondentin zuerst nach Europa und dann nach Russland zu gehen und direkt von den Kriegsschauplätzen zu berichten. Denn es ist das Jahr 1941 und die Deutschen stehen vor Moskaus Türen....
    Blair hingegen möchte Schauspielerin werden und kämpft genauso verbissen für ein bisschen Anerkennung ihres Vaters wie Cameron und Jackie. Dabei gerät sie aber immer tiefer in den Sumpf Hollywoods und die große Schauspielkarriere bleibt aus. Als sie schließlich in einer Bar als Nachtclubsängerin landet und sich ihr Vater ebenfalls von ihr lossagt, verfällt sie immer mehr dem Alkohol...
    Jackie ist die Ruhigste der Schwestern und studiert noch. Sie ist sehr gläubig und setzt sich für andere Menschen ein. So hilft sie auch Blair immer wieder aus der Patsche und freundet sich mit ihrem Mitstudenten Sam, einem Amerikaner mit japanischen Wurzeln, an. Wer etwas von der Geschichte Amerikas während des Zweiten Weltkrieges kennt, weiß was diese Freundschaft bedeutet....

    Diese Tetralogie hat mich bereits mit dem ersten Band, der in der Zeit von Februar bis Dezember 1941 spielt, "eingefangen". Das Leben der Familie Hayes und diese abgrundtiefe Kälte des Vaters gegenüber seines eigen Fleisch und Blut hat mich zutiefst berührt. "Kotzbrocken" ist noch ein viel zu harmloses Wort für diesen herzlosen Tyrann, der seine Familie nach und nach von sich stößt.
    Obwohl die Geschichte von allen Familienmitgliedern erzählt, steht Cameron in diesem Band im Mittelpunkt. Sie ist dem Vater noch am ähnlichsten und leidet doch am allermeisten. Durch die fehlende Anerkennung und Liebe hat auch sie eine Mauer um ihr Herz aufgebaut und geht keine tiefe Beziehung zu Männer ein. Mit ihrem Kollegen Johnny verbindet sie aber eine tiefe Freundschaft. Ihre Liebe zu Russland entstand durch die einzige Zeit, die sie ihrem Vater ein klein bisschen näher gebracht hat, als er selbst in Russland als Journalist tätig war und Cameron ab und zu mitgenommen hat.
    Vom Weltkrieg ist zu diesem Zeitpunkt in den Staaten kaum etwas zu bemerken. Das Leben der Amerikaner geht noch den gewohnten Lauf. Nur die Medien rücken die Geschnisse ins Blickfeld, doch der Krieg ist weit weg. Cameron versucht die Lage in Russland ihren Landsmännern zu übermitteln, doch die straffe Zensur macht ihr einen Strich durch die Rechnung....

    Blair gibt sich nach außen hin stark und ist doch unheimlich weich. Sie gibt sich für alles die Schuld und als sie endlich glaubt den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, stößt auch sie als Buße den einzigen Menschen von sich, den sie liebt.

    Jackie spielt im ersten Teil eine noch kleine Rolle und fällt vorallem als Vermittlerin und ruhigste Schwester auf. Sie spielt noch nach den Regeln des Vaters und scheint auch gegen seine Hartherzigkeit mehr immun zu sein, als ihre beiden Schwestern. Doch auch sie kommt eines Tages an dem Punkt, sich von ihm loszusagen..

    Judith Pella zeigt in ihrer Geschichte auch unangenehme Seiten der Amerikaner, wie zum Beispiel den Rassismus auf, der auch heute noch ein Thema ist. Die Kriegsschauplätze werden sehr bildhaft beschrieben und auch die Eigenart der Russen und ihre Liebe zum Vaterland wird sehr authentisch erzählt.
    Besonders gut hat mir die Passage gefallen, als Cameron im Krankenhaus Kriegsverletzte aus Russland und Deutschland interviewt, und deutlich wurde, wie wenig sich das eigentlich Fußvolk unterscheidet. Einfache Soldaten, die sich nur nach ihrer Familie sehnen und keinen Sinn im Krieg sehen....egal auf welcher Seite sie stehen. Dieser Teil hat mich sehr berührt.

    Schreibstil:
    Die Autorin besitzt die Fähigkeit von Beginn an den Leser zu fesseln. Man taucht sehr schnell in diese interessante Familiengeschichte ein, deren über 500 Seiten, die leider sehr klein gedruckt und dicht beschrieben sind, trotzdem schnell gelesen sind. Man mag nämlich das Buch gar nicht mehr zur Seite lesen, sondern möchte einfach wissen, wie es weitergeht. Auch die Beschreibung der Figuren ist Judith Palla großartig gelungen. Vielleicht sind einige auch ein wenig klischeehaft, aber alleine meine Gefühle gegen Keagan Hayes haben mein Blut während des Lesens in Wallung gebracht!

    Fazit:
    Ein fulminater und interessanter Auftakt einer Tetralogie um Krieg, Hoffnung, Rassismus, Glaube, Familie und Träume, der mich von Beginna an fesseln konnte. Ich bin schon sehr auf die nachfolgenden Bände gespannt und freue mich auf ein Wiedersehen mit Cameron, Blair und Jackie.

    Kommentieren0
    41
    Teilen
    mabuereles avatar
    mabuerelevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Beeindruckender historischer Roman!
    Spannender Beginn einer historischen Reihe über den 2. Weltkrieg

    „...Deutschland schießt sich den Weg durch Europa frei, während der Russische Bär auf seinen Hinterpfoten sitzt und den Göttern, oder wen immer dieser atheistische Idiot anbetet, dankt, dass er verschont bleibt...“


    Wir schreiben das Jahr 1941. In Beverly Hills feiert der Zeitungsherausgeber Keagan Hayes seinen 50. Geburtstag. Anwesend sind auch seine drei Töchter. Cameron, die Älteste, arbeitet im Verlag des Vaters. Blair träumt von einer Karriere als Schauspielerin und Jackie, die Jüngste, besucht die Highscool.

    Die Autorin hat einen fesselnden und beeindruckenden historischen Roman geschrieben. Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen.

    Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Keagan ist einst aus Irland gekommen. Im Zeitungsgeschäft hat er sich zuerst nach oben gearbeitet und dann die Tochter seines Arbeitgebers geheiratet. Dass diese ihm nur Mädchen geboren hat, hat ihn hart getroffen. Er lässt dies seine Töchter auch immer wieder spüren, das er sie nicht für vollwertig hält.

    Cameron hat nur einen Wunsch. Sie möchte ihrem Vater gefallen. Deshalb kniet sie sich voll in jede ihrer Reportagen. Als sie Keagan bittet, sie als Korrespondentin nach Europa zu schicken, lehnt er eiskalt ab. Sie kündet und nimmt das Angebot seines Konkurrenten an.

    Während Cameron und Blair sich vom Glauben abgewendet haben, findet Jackie genau darin Kraft.

    Der Schriftstil des Buches ist ausgereift. An Camerons Seite erlebe ich die Schrecken des Kriegsgeschehens in Europa. Außerdem begleite ich sie in die Sowjetunion. Hier begreift Cameron nicht nur, was Krieg bedeutet, sondern wird einerseits mit der sowjetischen Bürokratie und Zensur konfrontiert und andererseits heimlich über das Vorgehen der SS informiert. Dabei macht Cameron einen Reifeprozess durch und verliert ihre Naivität. Gut herausgearbeitet wird hier insbesondere die unterschiedliche Mentalität und Lebenseinstellung von Amerikanern und Russen.

    Währenddessen wird Blair mit den Schattenseiten der Filmindustrie konfrontiert und muss erleben, dass ihr aus Lügen aufgebautes Leben zerbricht.

    Geschickt werden christliche Fragen in die Handlung eingebettet. Das geschieht zum einen, wenn Jackie den Kontakt zu Blair sucht, aber auch bei Begegnungen von Cameron in der Sowjetunion. Besonders das Gespräch mit Anna, einer Russin, geht in die Tiefe.

    Obiges Zitat stammt aus dem ersten Teil des Buches. Unter den Journalisten wurde heftig diskutiert, ob es Deutschland wagt, die Sowjetunion anzugreifen. Das Zitat gibt die Mehrheitsmeinung wider.

    Neben dem Krieg durchzieht ein weiteres Thema wie ein roter Faden die Geschichte. Das ist Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Davon ist auch Amerika nicht gefeit.

    In Camerons und Blairs Äußerungen schwingt ab und an ein Hauch von Zynismus mit. Gleiches gilt für den Journalisten Shanahan. Die Gespräche zwischen Cameron und Shanahan variieren entsprechend der aktuellen Lage. Mal benehmen sie sich wie

    Konkurrenten, in anderen Situationen stehen sie zueinander.

    Die Geschichte verfügt über einen hohen Spannungsbogen. Das ist zum einen den historischen Ereignissen geschuldet, zum anderen den komplexen Beziehungen der Protagonisten. Hinzu kommen Ereignisse aus der Vergangenheit, die bis in die Gegenwart nachwirken.

    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es zeichnet sich neben all den schon genannten Punkten durch eine exakte Recherche aus.

    Das helle Cover mit den Sehenswürdigkeiten von Moskau wirkt edel.

    Ich möchte meine Rezension mit einem Zitat von Anna schließen. Zuvor wurde sie von Cameron gefragt, wie sie mit all den Veränderungen in ihrem Leben zurechtgekommen ist.

    „...Dort heißt es, dass ein Samenkorn, das in die Erde gelegt wird, zuerst sterben muss, bevor es Frucht bringen kann. Und genauso ist es auch mit einer Veränderung. Sie tötet so manches in uns, damit etwas Neues wachsen kann...“

    Kommentare: 6
    62
    Teilen
    peedees avatar
    peedeevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Keine einfache Kost… Ein guter Start und ich freue mich bereits auf den zweiten Band.
    Keine einfache Kost…

    Sturmzeiten, Band 1: Keagan Hayes kam als Einwanderer nach Amerika und wurde zum mächtigsten Zeitungsmoguls Kaliforniens. Er ist ein harter und verbitterter Mann, obwohl er eine nette Frau an seiner Seite und mit ihr drei Töchter hat. Doch egal, was die Töchter machen, es ist nie das Richtige: Cameron ist Journalistin und möchte unbedingt als Korrespondentin nach Europa; Blair, als angehende Schauspielerin, rebelliert gegen alles, was der Vater gutheisst; Jackie sucht Halt im christlichen Glauben. Im Jahr 1941 wird sich das Leben aller Hayes‘ drastisch verändern…

    Erster Eindruck: Mir gefällt das Cover sehr gut; es ist von den Farben her zurückhaltend, die imposanten Gebäude mit den Zwiebeltürmen im Hintergrund – sehr schön. Mir gefällt zudem, dass schon auf dem Cover ersichtlich ist, dass es sich bei dieser Geschichte um eine Reihe handelt; es werden klar der Reihenname sowie der Teil (Band 1) genannt. Eine Bemerkung zum Buchlayout: Die kleine Schrift und die dicht beschriebenen Seiten fallen mir leider direkt negativ auf.

    Mir hat es gut gefallen, die Familie Hayes kennenzulernen und sie von Februar 1941 – Dezember 1941 zu begleiten. Keagan hat beruflich und gesellschaftlich viel erreicht und könnte stolz darauf sein. Aber er ist verbittert, offenbar auch über die Tatsache, dass seine Kinder „nur“ Mädchen sind. Ich denke (hoffe!), dass er seine Töchter dennoch liebt, es nur nicht zeigen kann. Die drei scheinen mir sehr unterschiedlich. Cecilia, die Mutter, wirkt zuerst ein wenig „farblos“, sehr zurückgenommen. Ihre Position als Puffer zwischen ihrem Mann und den Töchtern ist wahrlich nicht einfach.
    Cameron ist ihrem Vater wahrscheinlich ähnlicher, als sie es zugeben möchte. Sie ist sehr karriereorientiert und es trifft sie hart, dass ihr Vater sie nicht unterstützt, ihr den Korrespondentenjob nicht zutraut. Sie kündigt sogar den Job bei ihm! Aufgrund Camerons Jobwechsel kommt sie doch noch zu einem Korrespondentenjob in Europa – für sie geht ein Traum in Erfüllung, insbesondere dann, als sie nach Russland reisen kann. Ich finde es sehr mutig von ihr, sich diesen Job ausgesucht zu haben. Die lesetechnische Reise in Kriegsgebiete wird sehr aufregend, dramatisch. Cameron lernt Russlands Bürokratie und Zensur kennen: Als sie ihren ersten 1‘000 Wort starken Artikel verschicken will, ist sie nach der Zensur völlig niedergeschmettert, denn es bleibt nur „Gestern Abend habe ich meinen ersten Luftangriff in Russland erlebt“ übrig! Nur noch 10 Wörter!
    Blair ist auf der Suche – wonach, weiss sie wahrscheinlich selbst nicht. Aber ob sie das auf den zig Partys finden wird? Die erhoffte Schauspielkarriere gelingt nicht so einfach, ganz im Gegenteil: Ihre „Karriere“ läuft mit einigen Zwischenhochs schwer bergab. Und ihr Kartenhaus, das aus vielen Lügen besteht, droht einzustürzen.
    Jackie ist sehr gläubig und harmonieliebend, und sie versucht immer, zu vermitteln – auch mit Hilfe von Gott. Aber von ihm wollen die beiden Schwestern meistens nichts hören. Sie glaubt stets an das Gute im Menschen, muss aber dann am eigenen Leib die Auswirkungen von Rassismus erfahren.

    Krieg, Familie, Liebe, Träume (die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt), Rebellion, Geheimnisse, Glaube… – dies sind nur einige der Themen dieses Buches. Mir hat es gut gefallen, die Reifeprozesse der Frauen während der Geschichte zu verfolgen. Für mich war es das erste Buch von Judith Pella und daher habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Mir gefällt ihr Schreibstil sehr, sie beschreibt die Personen und Örtlichkeiten sehr gut, so dass ich ein gutes Bild vor Augen hatte. Einen historischen Roman zu schreiben, stelle ich mir immer sehr aufwändig vor, da dies einen immensen Rechercheaufwand bedeutet. Die Geschichte ist sehr interessant und – wenn man einmal drin ist – auch sehr mitreissend. Für die Story selbst würde ich 5 Sterne vergeben, aber für das grosse Manko der kleinen Schrift und der zu dicht beschriebenen Seiten muss ich 1 Stern abziehen. Somit 4 Sterne. Ich freue mich auf den zweiten Band.

    Kommentieren0
    22
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Arwen10s avatar
    Für diese Leserunde wurden die Gewinner schon ausgelost. Jeder, der möchte, kann sich mit eigenem Exemplar der Leserunde anschließen. Ich danke dem francke Verlag für die Unterstützung dieser Leserunde  !

    Geschrieben im Wind von Judith Pella




    Zum Inhalt:


    Sturmzeiten 1
    1941: Keagan Hayes, der mächtigste Zeitungsmogul Kaliforniens, ist ein harter und verbitterter Mann. Was seine drei Töchter auch tun – die Anerkennung ihres dominanten Vaters können sie nicht erreichen. So versucht jede auf ihre Art, mit ihrem Schicksal ins Reine zu kommen.
    Blair geht den Weg der Rebellion, Jackie sucht Kraft im Glauben und Cameron flieht in die Karriere. Als ehrgeizige Journalistin schlägt sie sich auf die Seite des schärfsten Konkurrenten ihres Vaters. Er schickt sie als Korrespondentin nach Europa. Für Cameron wird ein Traum wahr.



    Start der Leserunde: 22. Juni

    Ihr könnt euch gerne terminmäßig absprechen. Band 2 bis 4 werden jeweils im Abstand von 4 bis 6 Wochen gelesen. Das hängt ein wenig von eurem Lesetempo und den Absprachen ab. So gegen Ende Oktober hätte ich gerne die Buchreihe abgeschlossen. Bei Fragen usw. wendet euch an mich.



    LEXIs avatar
    Letzter Beitrag von  LEXIvor einem Jahr
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks