Judith Pinnow Die Phantasie der Schildkröte

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Inhaltsangabe zu „Die Phantasie der Schildkröte“ von Judith Pinnow

'Manchmal ist das eigene Leben von außen betrachtet ganz anders, als man denkt. Ein zärtliches, kluges Buch, das dabei hilft, Dinge zu verändern.' Dora Heldt Was passiert, wenn ein Kind das Leben einer Erwachsenen in die Hand nimmt? Edith ist Mitte vierzig und wohnt allein in einer kleinen Wohnung in Köln. Ihr Leben verläuft in sehr engen Bahnen. Tagsüber arbeitet sie bei einer Versicherung, abends schaut sie Fernsehen. Außer zu ihrer Mutter, mit der sie sich pflichtschuldig einmal im Monat trifft, um sich von ihr kritisieren zu lassen, hat sie kaum Kontakte. Das ändert sich, als sie mit einer Zehnjährigen im Aufzug stecken bleibt. Die Kleine beginnt ein raffiniertes Spiel mit ihr, der Beginn einer sehr ungewöhnlichen Freundschaft. Jeden Tag muss Edith eine neue Aufgabe erledigen, und ihr Leben verändert sich dabei mehr als sie es je für möglich gehalten hätte. Eine poetische Geschichte über die Kraft des Wünschens.

Ganz langsam schlürfen, äh lesen - und mit Edith er/aufwach(s)en :)

— Cappukeks

Bezauberndes, mutmachendes, herzerwärmendes, poetisches Buch .. unbedingt lesen ...

— FrauTinaMueller

Ein modernes Märchen über die Kraft des Wünschens und wie Edith ihren Schutzpanzer ablegt und damit beginnt, ihr Leben zu leben.

— schnaeppchenjaegerin

Ein Buch mit einer sehr schönen Botschaft, aber auch mit einem Ende, was ein wenig vorhersehbar war. Bleibt im Herzen ♥

— schokokaramell

Ein Märchen für Erwachsene, manchmal etwas zu übertrieben.

— ulrikerabe

Ein gefühlvoller Roman für lange Herbstabende, leichte Lektüre, die sich in einem Rutsch liest.

— brenda_wolf

Eine wundervolle Geschichte, die mitten ins Herz trifft und den Leser in ihren Bann zieht.

— Nany

fast ein Märchen... sehr berührend

— Petra1984

Eine zauberhafte Geschichte, die mich zum Nachdenken über mein eigenes Leben angeregt hat, aber an manchen Stellen zu märchenhaft war.

— unfabulous

Sehr liebenswerte Charaktere, tolle Stimmung, herzlich und augenzwinkernd. Leider etwas unfokussiert und mit zu vielen immer neuen Figuren.

— MrsFraser

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  • Judith Pinnow: Die Phantasie der Schildkröte

    Die Phantasie der Schildkröte

    FrauTinaMueller

    10. October 2017 um 16:41

    Wie gerne habe ich diesen wunderbaren, sehr poetischen und sprachlich wunderbar formulierten Roman “Die Phantasie der Schildkröte” von Judith Pinnow gelesen. Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte verschlungen … Und darum geht es: Edith, eine 45-jähriges Versicherungsangestellte aus Köln, lebt tagein, tagaus ihr zwanghaftes Leben nach festen Regeln. Sie hat kaum Kontakte, außer zu ihrer Mutter, zu der sie kein innigs Verhältnis hat und mit der sie sich aus Pflichtgefühl einmal im Monat zum Thai-Essen verabredet. Ihr Alltag ist sehr strukturiert und sie bereitet ihre Arbeitswoche akribisch vor: Was sie an welchem Tag anzieht, isst, im Fernsehen schaut (ich sage nur Ella Neumann im Frühstücksfernsehen – herrlich!) etc. Doch dann tritt plötzlich ein zehnjähriges Mädchen in ihr Leben und beginnt, Edith immer neue Aufgaben zu stellen. Edith ist überfordert, mag sie doch Kinder noch weniger als Erwachsene. Aber durch Schneewittchen, so nennt sich das mysteriöse Mädchen, lernt Edith, sich langsam anderen Menschen zu öffnen und mutiger zu werden. Es ist sehr komisch zu lesen, wie Edith (man muss sie einfach sehr gerne haben ;-)) die skurrilsten Begegnungen hat und auch die Dialoge mit ihrem Großvater und anderen Menschen sind einfach herrlich. Und ich habe mich auch gefragt, wie viel Edith auch in mir steckt, frei nach dem Motto: “Sind wir nicht alle ein wenig Edith?” Der erste Satz: “Mein Gefühl sagte mir schon den ganzen Morgen, dass irgendetwas in der Luft lag.” (Seite 7) Betreten Sie Neuland: Es ist nie zu spät für Veränderungen 😉 und neuen Schritten auf dem Lebenspfad ;-)! Also stehen Sie Ihrem Glück nicht länger im Weg, sondern laden Sie es aktiv in Ihr Leben ein und machen Sie sich auf den Weg ;-)! Und schauen Sie auch einmal Mittwoch in Ihren Briefkasten ;-): “Freitags nach dem Büro leere ich  immer meinen Briefkasten. Ich habe mir das so angewöhnt. Immer zweimal die Woche, dienstags und freitags. So kann ich sicher sein, dass ich nicht umsonst hineinschaue. Es ist so deprimierend, in den kleinen leeren Kasten zu gucken, während der Schlüssel noch im Schloss steckt und der Bund hilflos hin und her baumelt.” (Seite 54)   Fazit: Ein bombastisches, kraftvolles Buch mit Herz, für alle, die gerne einmal ihre Komfortzone, ihre Gewohnheiten durchbrechen möchten. Während des Lesens werden Sie gar nicht anders können, als irgendetwas in Ihrem Leben zu verändern oder sich selbst kleine Aufgaben zu stellen, die Sie auf jeden Fall mutiger machen. Und Sie werden sich unsterblich in wunderbar eigenwilligen Charaktere verlieben ;-)! Judith Pinnow ist ein bezaubernder, sehr poetischer Roman über die magische Kraft unserer Wünsche und des Wünschens an sich gelungen und ich kann es kaum erwarten, diese wunderbare Autorin am Donnerstag live auf der Buchmesse zu treffen!!! Unbedingte Kaufempfehlung (natürlich auch um zu erfahren, was es mit der Phantasie von Schildkröten auf sich hat ;-)) und bitte zahlreich verschenken – ihr wisst ja, Weihnachten und so 😉 …

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  • Ein modernes Märchen über die Kraft des Wünschens

    Die Phantasie der Schildkröte

    schnaeppchenjaegerin

    29. September 2017 um 19:03

    Edith ist Mitte 40, Sachbearbeiterin bei einer Versicherung und lebt allein und zurückgezogen in einer kleinen Wohnung in Köln. Sie trifft sich regelmäßig aus Pflichtgefühl mit ihrer bösartigen Mutter zum Mittagessen und pflegt sonst keine engeren Kontakte. Sie hat streng festgelegte Rituale, die ihr Halt geben - sei es das Frühstück, das täglich identisch abläuft, der Vanillejoghurt, der in der Kantine verzehrt werden muss, die Fliesen, die im Bad gezählt werden müssen, die Kleidung und die Schuhe, die sie den Wochentagen entsprechend trägt oder die Fernsehserien, die abends geguckt werden. Diese Marotten geben Ediths Tag eine Struktur und der von der Mutter von klein auf eingeschüchterten und unter Minderwertigkeitskomplexen leidenden Frau Sicherheit. Ab dem Zeitpunkt, als sie in ihrem Wohnhaus mit einem zehnjährigen Mädchen im Fahrstuhl stecken bleibt, gerät ihr Leben ins Wanken. Das Mädchen, das sich Schneewittchen nennt, gibt Edith Aufgaben vor, für deren Bewältigung sie sich massiv überwinden muss. Nach jedem Erfolgserlebnis - und sei die Aufgabe noch so kindisch oder unnötig - ist Edith ein kleines bisschen Stolz auf sich, auch wenn es durch ihre Neurosen auch Rückschläge gibt. Dann ist aber wie von Zauberhand immer wieder Schneewittchen zur Stelle, die Edith in ihrer unbedarften, kindlichen Art dazu motiviert, weiterzumachen. Mit jeder Aufgabe entwickelt sich Edith weiter, beginnt sich auch anderen Menschen gegenüber zu öffnen und sich als Frau zu fühlen, die Bedürfnisse hat. In Kollegin Nancy findet sie eine rücksichtsvolle Freundin, die ihr zuhört und sie darin bestärkt, eine Beziehung zu einem Mann zu suchen. "Die Phantasie der Schildkröte" ist eine Geschichte über eine zwanghafte Frau, für die ihre gewohnte Routine unheimlich wichtig ist. Kommt es zu Abweichungen, kommen ihre streng festgelegten Tagesplanungen und Abläufe durcheinander, fühlt sie sich sichtlich unwohl und unbeholfen und flieht am liebsten in ihre eigenen vier Wände. Durch die Begegnung mit dem geheimnisvollen Mädchen, die immer dann zur Stelle ist, wenn Edith Unterstützung braucht, traut sich Edith heraus aus ihrem Schildkrötenpanzer, öffnet sich für ihre Umwelt, stellt sich ihren Ängsten und strengt sich selbst an, die ein oder andere zur Gewohnheit gewordenen Marotte abzulegen. Auf der einen Seite ist der Roman sehr unterhaltsam und amüsant zu lesen, da Ediths Zwangsneurosen für einen "normalen" Menschen nicht nachvollziehbar und skurril sind und die Aufgaben von Schneewittchen sie vor ungeahnte Herausforderungen stellen. Andererseits stimmt es aber auch betrübt, Ediths krankhafte Neurosen mitzuerleben, da sie mit ihren Zwängen ihr Leben stark einschränkt und deutlich wird, dass Edith bisher keine Freunde und keinen Spaß hatte und einfach überhaupt nicht gelebt hat. Der Roman zeigt, dass es alles andere als einfach ist, sich zu überwinden und etwas Neues zu wagen. Jeder Mensch hat vermutlich einen kleinen Teil von Edith in sich , bestimmte Rituale, die man bewusst oder unbewusst durchführt und nur schwer ablegen kann. Solange diese nicht das Leben bestimmen, ist dies unproblematisch und höchstens für andere zu belächeln. Im Fall von Edith braucht sie allerdings die Hilfe von anderen - von Schneewittchen, Nachbarin Frau Knoppel und Kollegin Nancy - die ihr auf unkonventionelle Art die schönen Seiten des Lebens zeigen. "Die Phantasie der Schildkröte" ist ein magisches Buch mit eigenwilligen Charakteren, das empathisch geschrieben ist und das Herz erwärmt. Der Titel verrät bereits, dass sich die Geschichte oder Teile davon nur im Kopf von Edith abspielt, was aber Ediths Schicksal nicht weniger glaubwürdig macht. Die Entwicklung von Edith von der zurückhaltenden Frau, die jeden Kontakt zu fremden Menschen mied und am Schluss heiß auf eine Liebesbeziehung ist, ging mir ein wenig zu schnell und hätte meiner Meinung nach auf zarte Annäherungsversuche an die Männerwelt beschränkt werden können, um ihr etwas Dynamik zu nehmen. 

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  • Leserunde zu "Die Phantasie der Schildkröte" von Judith Pinnow

    Die Phantasie der Schildkröte

    aba

    Manchmal kann eine einzige Begegnung ein ganzes Leben verändern. Habt ihr vielleicht auch eine ähnliche Erfahrung gemacht? Ist schon mal jemand in euer Leben getreten, der eure Existenz auf den Kopf gestellt hat?Genau das ist Edith eines Tages passiert. Edith ist die unscheinbare Heldin von "Die Phantasie der Schildkröte", dem neuesten Roman von Judith Pinnow. Und die Person, die ihr Leben verändert hat, ist überraschenderweise ein zehnjähriges Mädchen namens Schneewittchen.Denkt ihr, solche lebensverändernden Begegnungen gibt es nicht?Dann müsst ihr unbedingt an dieser Leserunde teilnehmen und euch vom Gegenteil überzeugen lassen!Zum InhaltWas passiert, wenn wir die Chance bekommen, unserem inneren Kind zu begegnen? Der dritte Roman von Judith Pinnow ist eine zärtliche, poetische Geschichte über die Kraft des Wünschens.Edith ist Mitte vierzig, Single und wohnt allein in einer kleinen Wohnung in Köln. Ihr Leben verläuft in sehr engen Bahnen. Tagsüber arbeitet sie bei einer Versicherung, abends schaut sie Fernsehen. Außer zu ihrer Mutter, mit der sie sich pflichtschuldig einmal im Monat trifft, um sich von ihr kritisieren zu lassen, hat sie kaum Kontakte. Das ändert sich, als sich eine Zehnjährige in ihr Leben drängt und ihr Aufgaben stellt. Edith muss merkwürdige Dinge erledigen, aber vor allem sich anderen Menschen öffnen. Auf dem Weg zu sich selbst hat sie skurrile Begegnungen, lernt ihren Großvater kennen und schließt Freundschaften.Lust auf eine Leseprobe?Zur AutorinJudith Pinnow, geboren 1973 in Tübingen, besuchte die Schauspielschule in Ulm und studierte am Lee Strasberg Theatre Institute in New York. Als Schauspielerin war sie in Fernsehserien und in Filmen zu sehen. Bekannt wurde sie als Fernsehmoderatorin. Mit ihrem Ehemann und Kollegen Stefan Pinnow und ihren drei Kindern lebt die Autorin in der Nähe von Köln. Bei FISCHER erschienen ihre Romane "Läuft da was?" und "Versprich mir, dass es großartig wird".Zusammen mit FISCHER Krüger möchten wir euch die Chance geben, Edith und ihre neue kleine Freundin kennenzulernen und verlosen daher 25 Exemplare von "Die Phantasie der Schildkröte". Wenn ihr euch im im Rahmen dieser Leserunde über diese fabelhafte Geschichte austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben wollt, dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 20.08., und antwortet auf folgende Frage:Ediths neue Freundin bringt ihr mittels "merkwürdiger Aufgaben" bei, sich anderen Menschen zu öffnen.Jetzt seid ihr dran! Welche Aufgabe würdet ihr Edith stellen? Und was möchtet ihr mit eurer Aufgabe bei ihr bezwecken?Ich bin sehr gespannt auf eure Aufgaben und wünsche euch viel Glück!* Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

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    schnaeppchenjaegerin

    28. September 2017 um 18:18
    unfabulous schreibt Ich liebe zB "Das Rosie-Projekt" mit Don Tillman und ich mochte auch "Glück ist, wenn man trotzdem liebt" von Petra Hülsmann sehr gerne. Edith erinnert mich immer ein wenig an die Hauptpersonen ...

    Mich hat Edith an Eleanor Oliphant aus dem gleichnamigen Roman "Ich, Eleanor Oliphant" erinnert.

  • Märchen für Erwachsene

    Die Phantasie der Schildkröte

    ulrikerabe

    26. September 2017 um 12:29

    Ledig, weiblich, nicht mehr ganz jung. Edith Schellin ist Mitte 40, ihr Singeldasein hat sie straff organisiert. Jedes Kleidungsstück ist einem Wochentag zugeordnet, ihre Fernsehgewohnheiten sind strikt geregelt. Die Arbeit als Versicherungsangestellte erledigt sie planmäßig. Sie pflegt kaum Kontakte oder gar Freundschaften, einzig die schlechte Beziehung zu ihrer Mutter. Abweichungen von ihrer Routine mag sie gar nicht. Bis plötzlich aus dem Nichts ein Mädchen auftaucht, Schneewittchen, wie es sich nennt, und Ediths Leben völlig durcheinander wirbelt. Schneewittchen stellt Edith Aufgaben, lockt sie aus ihrer Wohlfühlblase, stellt sie vor kleine oder größere Herausforderungen. Edith lernt Dinge, auch über sich selbst, die sie nicht für möglich gehalten hat. Ich mochte die Geschichte zum Anfang sehr. Edith war mir trotz all ihrer Eigentümlichkeiten vertraut und sympathisch. Doch mit der Zeit wandelt sich der Roman in eine Aneinanderreihung von seltsamen, manchmal eher abstrusen Ereignissen, die mir oft auch zu gewollt komisch und aufgesetzt vorkamen. Um bei einem Bild aus dem Buch zu bleiben, brannten mir in dem Roman zu viele Feuer, zu viele Problem oder Themen wurden angeschnitten. Ein wenig hatte ich das Gefühl, dass der Autorin die Fülle an Ideen auseinandergeglitten ist. Ich konnte das Buch nur als Märchen für Erwachsene nachvollziehbar finden, weil ich mich dann  nicht allzu sehr auf die Suche nach Erklärungen einiger Geschehnisse machen musste. Vor allem die Frage, wer ist das Mädchen, woher kommt es, wohin geht es, bleibt in der Erzählung offen. Da aber Edith als Ich-Erzählerin nicht unbedingt zuverlässig sein muss und ausschließlich ihre Wahrnehmung schildert, konnte ich mit der Phantasie der Schildkröte ganz gut zurechtkommen.

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  • Lesenswert

    Die Phantasie der Schildkröte

    Simi159

    23. September 2017 um 12:48

    Wie ändert man ein Leben in dem man festzuhängen scheint? Mit einem Paukenschlag? Mit vielen kleinen Schritten Oder läßt man es einfach so weiter laufen? Edith hat sich in ihrem Leben eingerichtet, die 45 jährige arbeitete bei einer Kölner Versicherung  und ihre Tage laufen wie ein Schweizer Uhrwerk auf Schienen. Alles hat seinen Platz, seine Zeit und vor allem seine Ordnung. Und diese gerät ausgerechnet an einem Montag Morgen durcheinander. Erst bekommt ihr Montagsoutfit einen Fleck und bringt damit die ganze Anziehordnung für die Woche durcheinander. Und dann bleibt auch noch der Fahrstuhl stecken, doch Edith ist nicht allein darin. Ein 10 jähriges Mädchen ist mit ihr im Lift, sie sprich Edith an und fordert sie auf mit ihr Kaugummiblasen zu machen.  Edith kann mit Kindern noch weniger anfangen, als mit fremden Menschen. Doch sie überwindet sich. Und diese Kaugummiblasen sind erst Anfang. Das kleine Mädchen, Schneewittchen, das neu in Edith Haus wohnt lebt, gibt ihr weitere Aufgaben. Edith will diese erst nicht lösen und erfüllen, doch durch einen Zufall springt sie erneut über ihren eigenen Schatten, und einmal angefangen gibt es kein Halten mehr. Fazit: Haben wir nicht alle mal Angst? Vor neuen Aufgaben? Unsere normale Routine zu ändern? Trauen uns nicht etwas zu probieren? Neues zu wagen? Dafür braucht man nicht mal so ein zwängliches Leben, wie Edith es in der Geschichte führt. Dafür ist ihr Wandel und auch ihr Mut, um so besser sichtbar. Als Leser taucht man in ihr Leben ein, daß zuerst sehr eng ist. Was einen schmunzeln läßt und gleichzeitig erschreckt, denn von einem Spleen zum Zwang ist es oft nur ein kleiner Schritt. Edith findet ihren Weg, nicht zuletzt wegen Schneewittchen und ihrer Nachbarin Frau Knoppe. Alle Charaktere sind authentisch und wirken gerade wegen ihrer Macken und Eigenarten sehr lebensnah. Es ist eine schöne Mischung, die in der Geschichte durch eine magische Momente das eigene Leben ändert und den richtigen Schubs geben. Gleichzeitig setzt sich beim Leser den Keim, daß man, egal wie tief man feststeckt, immer etwas am eigenen Leben ändern kann. Eine schöne, ans Herz gehende Geschichte, die gefunden und gelesen werden müsste.  Von mir gibt es 5 STERNE.

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  • Schneewittchen und die böse Mutter

    Die Phantasie der Schildkröte

    brenda_wolf

    20. September 2017 um 20:53

    Edith lebt zurückgezogen in ihrer kleinen Wohnung in Köln. Sie ist mit Mitte 40 und immer noch Single. Mit Männern hat sie bisher keinerlei Erfahrungen gemacht. Sie ist überhaupt sehr kontaktscheu, bleibt lieber für sich. Dafür ist Edith ein Ordnungsfreak. Ihr Leben ist perfekt durchgeplant, es gibt Tages und Wochenpläne, ob es nun die Mahlzeiten sind oder die Wochenoutfits, alles wird bis ins kleinste Detail festgelegt. Genau wie ihr Liebslings-Serien-Helden „Monk“, liebt auch Edith Ordnung und Routine. Für Überraschungen ist in ihrem Leben kein Platz. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist unterkühlt. Einmal im Monat trifft sie sich mit ihr, aus Pflichtgefühl. Eines Tages bleibt sie mit einer gewitzten Zehnjährigen im Fahrstuhl stecken. Und das ist der Anfang, der ihr Leben vollkommen auf den Kopf stellt. Das Mädchen nennt sich Schneewittchen. Gegen Ediths Willen nimmt Schneewittchen mehr und mehr Platz in ihrem Leben ein. Schneewittchen stellt ihr Aufgaben und merkwürdige Dinge geschehen. Der Schreibstil ist flott und gut lesbar. Das Buch liest sich tatsächlich in einem Rutsch. Der märchenhafte Einstieg in die Geschichte hat mir gut gefallen. Leider nutzt sich der Zauber später etwas ab. Einige Szene empfand ich als überzogen. Die Charaktere sind durchweg liebevoll gezeichnet. Bis auf Edith mochte ich alle. Mit der Hauptprotagonistin hatte ich meine Probleme. Für meinen Geschmack ist sie zu larmoyant und irgendwie in den Kinderschuhen stecken geblieben. Eine alte Jungfer, ohne eine Spur Selbstbewusstsein. Sie schiebt ihre Defizite und Schwächen auf die Mutter. Klar, Mama ist der Sündenbock. Wobei ihre Mutter schon eine Nummer für sich ist. Trotzdem kam ich mit der Beschreibung der Mutter eher klar. Sie wirkt authentisch, wenn auch nicht unbedingt sympathisch. Über die Szene beim Chinesen musste ich herzhaft lachen. Ja, Humor kommt in Judith Pinnows Roman nicht zu kurz. Doch zurück zu Edith. Sie ist immerhin eine Frau von Mitte 40, in diesem Alter sollte sie sich längst abgenabelt haben und für ihr Leben Verantwortung tragen. Insgesamt habe ich die Lektüre genossen, die Kritikpunkte spiegeln meinen persönlichen Eindruck, dass mag jeder anders sehen. Fazit: Ein gefühlvoller Roman für lange Herbstabende.

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  • Den Sprung ins Leben wagen

    Die Phantasie der Schildkröte

    Sonnenblume1988

    19. September 2017 um 20:57

    Die 45-jährige Edith führt ein routiniertes und strukturiertes Leben für sich alleine. Das ändert sich, als sie eines Tages gemeinsam mit einem 10-jährigen Mädchen, dass sich ihr als Schneewitchen vorstellt, im Fahrstuhl stecken bleibt. Diese fordert Edith zu einem Spiel heraus: Schneewitchen stellt Edith eine Aufgabe, die sie erledigen soll. Obwohl Edith sich innerlich sträubt, überwindet sie ihre Befangenheit und lässt sich widerwillig auf die Herausforderungen des kleinen Mädchens ein. Und während sie über ihren Tellerrand hinaus ins Leben schaut, beginnt sie auch Schneewitchen ins Herz zu schließen...Das Buch lässt sich leicht und locker lesen. Die Kapitel sind nicht zu lang, so dass man auch bei wenig Zeit gut mit dem Lesen voran kommt. Dadurch, dass Schneewitchen einige Geheimnisse mit sich bringt, hat das Buch etwas märchenhaftes, verwünschenes und zauberhaftes. Doch gleichzeitig bringt Edith als Hauptperson ein ganz anderes Leben mit sich. Sie ist in ihre Routine gebunden, kämpft mit ihrer unfreundlichen Mutter und pflegt keine Freundschaften. Edith fand ich als Hauptcharakter von Anfang an sehr sympatisch. Ihre Gedanken konnte ich oft gut nachvollziehen. Sie beginnt schnell, sich von ihren Zwängen zu befreien und neue Dinge zu wagen, was besonders schön ist zu Lesen.Mir hat auch Ediths Unabhängigkeit sehr gefallen. Beim Lesen hatte ich das Bedürfnis, mal wieder etwas Neues zu machen und mich an den kleinen Dingen des Lebens zu freuen. Auch die Liebe zu Kindern bzw. insbesondere zu einem Kind fand ich schön. Insgesamt ist "Die Phantasie der Schildkröte" ein schönes Buch über eine Frau, die den Sprung ins Leben wagt.

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  • Die Phantasie der Schildkröte - Judith Pinnow

    Die Phantasie der Schildkröte

    Nany

    18. September 2017 um 11:24

    Was passiert, wenn ein Kind das Leben einer Erwachsenen in die Hand nimmt? Edith ist Mitte vierzig und wohnt allein in einer kleinen Wohnung in Köln. Ihr Leben verläuft in sehr engen Bahnen. Tagsüber arbeitet sie bei einer Versicherung, abends schaut sie Fernsehen. Außer zu ihrer Mutter, mit der sie sich pflichtschuldig einmal im Monat trifft, um sich von ihr kritisieren zu lassen, hat sie kaum Kontakte. Das ändert sich, als sie mit einer Zehnjährigen im Aufzug stecken bleibt. Die Kleine beginnt ein raffiniertes Spiel mit ihr, der Beginn einer sehr ungewöhnlichen Freundschaft. Jeden Tag muss Edith eine neue Aufgabe erledigen und ihr Leben verändert sich dabei mehr als sie es je für möglich gehalten hätte. Eine poetische Geschichte über die Kraft des Wünschens.Zuallererst möchte ich sagen: Diese Geschichte ist einfach nur WOW, eine absolute Leseempfehlung von mir und sie gehört schon jetzt zu meinen Jahreshighlights.Der Schreibstil von Judith Pinnow ist sehr flüssig und lässt sich super gut lesen. In Kombination mit dem Inhalt fliegt man nur so durch die Seiten und merkt dabei gar nicht, wie beim Lesen die Zeit vergeht.Die Atmosphäre ist sehr authentisch und greifbar umgesetzt - durch die Beschreibungen entsteht ein klares Bild im Kopf. Der Leser taucht in ein modernes Märchen ein, aber ohne dafür übertriebene oder besonders kitschige Elemente zu verwenden.Die Charaktere sind überaus liebevoll und detailreich gestaltet - mit jeder Seite wachsen sie dem Leser mehr ans Herz und man fühlt sich als ein Teil von ihnen. Mittendrin statt nur dabei!Das Ende beantwortet zwar alle Fragen und löst die entstandenen Rätsel, jedoch bleibt dem Leser noch genug Raum, um seine eigenen Schlüsse ziehen zu können. Gerade deshalb lässt einen die Geschichte nicht so schnell los und die Gedanken kehren immer wieder zu unseren Charakteren zurück.Diese Geschichte macht Mut und gibt Hoffnung.Meiner Empfehlung nach, sollte jede Person dieses Buch lesen, die ihre Träume aus den Augen verloren hat und deren Leben sich in einem momentanen Stillstand befindet.

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  • Rezension: "Die Phantasie der Schildkröte" (J. Pinnow)

    Die Phantasie der Schildkröte

    Anchesenamun

    17. September 2017 um 17:00

    3,5 von 5 Sternen Edith war mir anfänglich total unsympathisch. Sie ist eine regelrechte Soziopathin und wirkt leicht autistisch. Mit der Zeit erfährt man aber, woher dieses Verhalten kommt, und dank Schneewittchen und anderen Menschen, die in ihr Leben treten, verändert sie sich stark und wird einem mit jeder Seite sympathischer. Dennoch muss ich zugeben, dass ich keine wirkliche Bindung zu ihr aufbauen konnte. Schneewittchen ist ein aufgewecktes, altkluges Kind, das Edith auf Schritt und Tritt folgt. Sie ist sicherlich jedem sympathisch, auch wenn es mir bei ihr genauso ging wie bei Edith und ich keinen emotionalen Zugang zu dieser Figur fand. Neben den beiden Protagonistinnen treten eine weitere Reihe interessanter und ungewöhnlicher Charaktere auf. Am unsympathischsten ist hier definitiv Ediths Mutter, die wirklich nur schimpfen und beleidigen kann. Die anderen Figuren, die so nach und nach in Ediths Leben treten und eine wichtige Rolle einnehmen, sind da zum Glück schon viel sympathischer, so dass hier am Ende eine kunterbunte, amüsante Besetzung auftritt, die Ediths Leben und das Lesevergnügen bereichern. Dank dieser Menschen entwickelt sich Ediths graues Leben sehr zum Positiven. Sie emanzipiert sich, findet Freunde, schwänzt ihre Arbeit, wird spontan und interessiert sich sogar für Männer.  Ediths Verwandlung ist für den Leser erfreulich und voraussehbar, geht mir persönlich aber zu schnell. Hier hätte ich mir ein gemäßigteres Tempo gewünscht. Zwar behält sie einige ihrer Macken, aber diese verkümmern eigentlich eher zu Schrullen, die jedermann haben kann. Befremdlich bis zum Schluss fand ich ihre fiktiven Unterhaltungen mit der Schildkröte Mechthild und ihrer Wunschfreundin, die Moderatorin ihrer Lieblingssendung. Die Handlung entwickelt sich rasant, und es gibt so einige amüsante Erlebnisse, die Ediths Leben kräftig durcheinander wirbeln. Die Geschichte ist sehr humorvoll, manche Szenen wirken regelrecht slapstickhaft (Ich sage nur: Verfolgungsjagd einer mutmaßlichen Mörderin). Da sie aus Ediths Sicht geschrieben ist, hat man Anteil an ihren Gefühlen und Gedanken, und diese sind oft recht skurril und komisch. Aber es werden auch ernste Themen angesprochen. Vor allem geht es hier viel um Selbstliebe und Toleranz. Dreht sich anfangs alles um Ediths und Schneewittchens Beziehung und die Aufgaben, die Edith zu lösen hat, stehen diese ab circa der Hälfte des Buches allerdings etwas zurück. Ich persönlich fand das aber ganz gut, da Ediths Veränderung so das "Werk" mehrerer Personen war und nicht nur das eines ominösen Mädchens, von dem keiner weiß, wo es herkommt.   Die letzte Aufgabe - die ich hier natürlich nicht verraten werde - passt dann eigentlich nicht so recht zu den vorherigen, zumal sie von einem zehnjährigen Kind gestellt wird, das zwar für sein Alter sehr weise, aber trotzdem noch kindlich ist. Hier hatte ich das Gefühl, dass die Autorin zu viel für Edith wollte und diese in kürzester Zeit quasi alles, was sie im Leben verpasst hat, nachholen sollte. Wer genau Schneewittchen ist, erfährt man nicht zur vollen Zufriedenheit. Meine Vermutung hat sich teilweise bestätigt, und mir hätte eine etwas bodenständigere Erklärung besser gefallen. "Die Phantasie der Schildkröte" ist kurzweilige Unterhaltung mit einem sehr guten Ansatz, mir ging jedoch die Entwicklung der Protagonistin viel zu schnell und ab der Hälfte des Buches fehlte mir irgendwie der anfängliche Zauber der Geschichte.

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  • fast ein Märchen... sehr berührend

    Die Phantasie der Schildkröte

    Petra1984

    17. September 2017 um 16:53

    Bei diesem Buch handelt es sich um einen wunderschönen und sehr berührenden Roman. Die einzelnen Charaktere sind so wundervoll beschrieben, dass man gelich einen guten Eindruck von ihnen bekommt und man sie direkt ins Herz schließt. Die Idee, dass Edith Aufgaben von dem kleinen Schneewittchen bekommt und sich daran weiterentwickeln soll, finde ichs uper. Man leidet manchmal richtig mit und auch fremdschämen ist manchmal angesagt. Edith ist auch wirklich eine ganz schön komische Person. Das Buch ist sehr zweigeteilt. Am Anfang werden die Personen sehr genua beschrieben und alles passiert schön nach und nach. Gegen Mitte / Ende des Buches passiert dann ganz schön viel, teilweise sogar zeitgleich. Meiner Meinung nach manchmal zu viel. Das Ende ist gleichzeitig schön und traurig und auch nicht ganz vorhersehbar.

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  • Einmal Schokolade und Zitrone bitte

    Die Phantasie der Schildkröte

    los_lesen

    17. September 2017 um 14:56

    „Die Phantasie der Schildkröte“ ist inzwischen der dritte Roman von Autorin Judith Pinnow, der bei Fischer Verlage im August erschienen ist. Ich kannte bereits Frau Pinnows vorangegangenes Buch „Versprich mir, dass es großartig wird“. Daher sagte mir zwar der Name der Schriftstellerin etwas, doch ganz ehrlich, verliebt habe ich mich eigentlich in das sehr ansprechend gestaltete Cover des Buches. Die blaue Schildkröte mit den rosa und gelben Tupfen zog mich, sozusagen, magisch an. Es machte mich neugierig welche Geschichte wohl zwischen den beiden Buchdeckeln auf mich warten würde. Und die Handlung beginnt wirklich vielversprechend. Der Leser lernt zunächst Edith, alleinstehend, Anfang vierzig und ihr etwas eintöniges Leben kennen. Ihr Alltag ist angefangen bei der Kleider-, Schuh- und Essenswahl, bis hin zu den Fernsehsendungen und den Treffen mit ihrer Mutter präzise durchstrukturiert und auf den jeweiligen Wochentag abgestimmt. Ungeplante Zwischenfälle sind Edith ein Graus. Daher ist sie auch nicht erfreut, als sie eines Montagmorgens mit einem unbekannten, zehnjährigen Mädchen, im Aufzug ihres Wohnhauses, stecken bleibt. Vor allem als diese „Göre“ sie dann auch noch nötigt ihr beizubringen wie man eine perfekte Kaugummiblase macht und ihr zum Schluss allen Ernstes auch noch eine Aufgabe stellt. Edith soll nämlich heute irgendeine Person in der Bahn ansprechen. „Pfff, so ein Blödsinn“, denkt sich die erwachsene Frau. Doch damit beginnt sich ihr Leben ganz schön zu verändern.Judith Pinnow erschafft mit Edith einen Charakter, der mich als Leserin, einerseits beeindruckt und gut unterhalten hat. Andererseits ist sie teilweise derartig spießig, dass man schreien könnte. Aber es hat mir Spaß gemacht die Hauptakteurin Seite um Seite zu begleiten und ihre Entwicklung mitverfolgen  zu dürfen.Neben Edith gibt es natürlich noch weitere Figuren, die der Autorin ebenfalls glaubhaft mit ihren eigenen Ecken und Kanten gelungen sind. So ist mir vor allem die alte Frau Knoppel ans Herz gewachsen. Gerne würde ich einmal mit ihr eine Runde flippern und auf meinem Speiseplan stehen nun öfter Pfannkuchen.Zu Beginn des Buches gibt es viele, schnelle Handlungswechsel, wie ich finde. Die meisten davon gefielen mir gut, passierte doch immer etwas Neues. Es wurde nicht langweilig. Nur die Suche nach dem Mörder fand ich zu schnell abgehandelt. Wurde zunächst jemand verdächtig, war der genaue Sachverhalt eigentlich schon klar und es wurde zum nächsten „Tagesordnungspunkt“ übergegangen. Diese Stelle hätte Frau Pinnow für meinen Geschmack etwas ausführlicher gestalten können.Zum Ende hin wurde es allerdings nicht besser. So begeistert wie ich 2/3 der Geschichte folgte, so genervt war ich im letzten Teil. Es schien als sei der Handlung die Luft „ausgegangen“. Die Spannung was wohl als nächstes passieren wird, war irgendwie weg und hätte ich das Buch nicht weiter lesen dürfen, hätte es mich auch nicht gestört. Das war wirklich schade.  Fazit:Eine unterhaltsame Geschichte mit viel Gefühl, der leider zum Schluss hin die „Puste“ ausgeht.

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  • Im Leben ist nicht alles planbar

    Die Phantasie der Schildkröte

    unfabulous

    16. September 2017 um 18:04

    In Ediths Leben läuft alles nach geregelten Strukturen ab. Es gibt für die Arbeit für jeden Tag bestimmte, vorbereitete Kleidung und Schuhe, die morgendliche Bad- und Frühstücksroutine läuft auch immer gleich ab und an den Abenden gibt es beispielsweise jeden Dienstag die gleiche Fernsehserie. Doch dieser Montag beginnt anders. Ediths Bluse wird dreckig, dadurch ist ihr Montags-Arbeits-Outfit natürlich ruiniert. Im Aufzug steht dann ein kleines Mädchen, das sich als Nachbarskind vorstellt und sich in Ediths Leben drängt. Sie stellt Edith Aufgaben und dadurch wird Edith ein wenig aus ihrem Schneckenhaus bzw. Schildkrötenpanzer herausgelockt.Judith Pinnow hat eine tolle Art, die Personen im Buch zu beschreiben. Ich mochte nicht alle gleich gern, zum Beispiel ist Ediths Mutter echt furchtbar, aber andere habe ich gleich in mein Herz geschlossen. Am liebsten mochte ich eigentlich Ediths Arbeitskollegin! Schneewittchen, das kleine Mädchen aus dem Aufzug, fand ich am Anfang ziemlich witzig und dann aber immer sonderbarer. Die Nachbarin in Ediths Haus, Frau Knoppe, mochte ich zum Ende hin sehr gern, aber noch nicht gleich. Sie ist schon etwas kauzig und ich brauchte Zeit, um mich an sie zu gewöhnen. Es gibt noch so viele andere Personen, die teilweise nur kurz aufgetaucht sind, über die ich aber wirklich gerne gelesen habe.Es ist ein Buch, welches mich wirklich gut unterhalten hat, auch wenn ich zwischendurch mal etwas den Faden verloren habe. Irgendwie wurde es mir zu viel und zu abgedreht, vor allem mit Schneewittchens Art. Aber am Ende wurde ich wieder mit der Geschichte versöhnt, auch wenn ich mir persönlich ein bisschen etwas anderes gewünscht hätte. Ich mochte beispielsweise sehr gern, dass ein paar Fragen offen geblieben sind, aber bei den meisten Sachen war mir die Geschichte zu vorhersehbar. Ediths Art und vor allem ihre Entwicklung hat mir aber sehr gut gefallen! Dieses Buch hat mich persönlich selbst ein wenig zum Nachdenken über mein Leben angeregt, denn es läuft eben nicht alles in geregelten Strukturen ab. Zu oft muss man über seinen eigenen Schatten springen und sich auch einfach mal etwas trauen, was man sonst vielleicht nicht machen würde.Die Geschichte ist wirklich märchenhaft, aber an ein paar Stellen auch etwas zu märchenhaft. Ein schönes, unterhaltsames Buch für den Spätsommer oder Herbst!

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  • Ediths Weg ins Glück

    Die Phantasie der Schildkröte

    bookgirl

    15. September 2017 um 14:31

    Inhalt Edith ist 45 Jahre alt und seit jeher gewohnt alleine durchs Leben zu gehen. In diesem hat sie feste Strukturen für sich etabliert, dank derer sie gut durch die Woche kommt. Abweichungen davon mag sie gar nicht und so ist sie auch alles andere als begeistert, nachdem sie an einem Morgen, der auch so schon chaotisch verläuft, im Fahrstuhl auf ein 10-jähriges Nachbarkind trifft, mit dem sie dann auch noch stecken bleibt. Hinzu kommt, dass dieses Kind sich mit dem ungewöhnlichen Namen Schneewittchen bei ihr vorstellt und ihr direkt eine Aufgabe gibt. Zunächst soll sie nur eine Kaugummiblase machen, doch mit der Zeit werden die Aufgaben immer anspruchsvoller. Kein Wunder, dass Edith sich zunächst sträubt und gar keinen Gefallen daran findet. Doch so nach und nach erkennt sie, dass außerhalb ihres kleinen Kosmos die Welt auch ohne Ordnung und Planung ganz wunderbar sein kann. Meine Meinung "Die Phantasie der Schildkröte" erzählt die Geschichte einer Frau, die sich in ihrem Leben wohl oder übel damit arrangiert hat, dass sie alleine lebt und wohl auch alleine alt werden wird. Es gibt feste Strukturen für die Kleidung, das Fernsehprogramm und die Freizeitgestaltung und für jeden Tag das entsprechende Outfit mit dazu gehörigen Schuhen. Klingt langweilig und ist es auch. Doch können sich von heute auf morgen Dinge ändern und selbst der eigenwilligste Mensch, kann sein Leben bunter machen, wenn er nur will. Manchmal benötigt es auch einen Stupser von außen und dieser kommt bei Edith durch das Nachbarskind Schneewittchen. Und so bekommt Edith immer wieder Aufgaben von Schneewittchen. Sechs Aufgaben, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber jede für sich betrachtet eine echte Herausforderung für Edith darstellen. Leicht ist es eine schöne große Kaugummiblase hinzubekommen, aber die Aufgaben, die sich Schneewittchen danach für sie überlegt, haben es zum Teil ganz schön in sich. Die Aufgaben werden an dieser Stelle natürlich nicht verraten, weil ich die Lesefreude nicht trüben möchte. Edith gelingt es durch die Aufgaben jedoch nicht nur ihren Kokon aufzubrechen, sondern lernt auch Menschen kennen, die ihr dabei helfen die Aufgaben zu bewältigen. Sei es ihre schrullige Nachbarin Frau Knoppel (ich bin ein riesen Fan!), ihre Kollegin Nancy oder aber auch ihr Großvater. All diese Figuren bereichern die Geschichte und auch Ediths Leben. Ganz besonders natürlich Schneewittchen, die eine ganz besondere Rolle einnimmt. Manchem Leser mag die Verwandlung die Edith erfährt zu rasant von statten gehen, aber ich fand es schön ihre Entwicklung zu sehen. Zunächst sehr ängstlich und zaghaft findet sie zunehmend Freude daran. Nur die letzte Aufgabe und deren Umsetzung hat mir nicht gefallen, weil sie weder zu Edith noch zur restlichen Handlung gepasst hat. Alles in allem ist "Die Phantasie der Schildkröte" jedoch genau das richtige Buch, um es sich mit einem Tee/Kaffee auf dem Sofa gemütlich zu machen, den Alltag zu vergessen und in die märchenhaft wirkende Geschichte einzutauchen. Fazit "Die Phantasie der Schildkröte" ist ein unterhaltsamer Roman mit märchenhaften Zügen. Ich hatte sehr schöne Lesestunden und empfehle das Buch sehr gerne weiter.

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  • Coming 'off' Age

    Die Phantasie der Schildkröte

    MrsFraser

    14. September 2017 um 12:51

    Edith ist Mitte 40, alleinstehend, kontrolliert mit Hang zu Zwangsneurosen. Dann purzelt auf einmal ein kleines Mädchen in ihr Leben und stellt Edith Aufgaben, die sie ihre Comfort-zone verlassen lässt und ihr neue Bekanntschaften beschert. Darunter vor allem erwähnenswert: ihre schrullige alte Nachbarin, die einen Flipperautomaten im Wohnzimmer hat und nachts Pfannkuchen bäckt.'Die Phantasie der Schildkröte' von Judith Pinnow ist so etwas wie eine umgekehrte Coming-of-Age-Story. Edith lernt durch das kleine Schneewittchen, wieder etwas unbeschwerter und mutiger zu leben, die kleinen Wunder des Alltags zu entdecken und das Leben zu genießen. Alle Leser dieses Buches werden wohl nie wieder vergessen, dass Spaghetti beim Kochen länger werden. ;)Der Autorin ist eine anrührende, amüsante Geschichte gelungen, die voll von sehr, sehr liebenswerten Charakteren ist. Bis auf eine Person sind die Figuren durchweg sympatisch und gehen sehr liebevoll miteinander um. Das verleiht dem Roman eine heimelige Stimmung und lässt einen das Lesen genießen und gerne in Ediths Welt abtauchen. Ediths Gedanken, gerade in Bezug auf ihre Kontrollzwänge, sind irgendwie immer mit einem Augenzwinkern formuliert und bieten dadurch Anknüpfpunkte zur Identifizierung. Wenn sie sagt 'Mein Toastbrot war auch härter als sonst.', tut sie einem direkt leid und man fühlt mit ihr an diesem schweren Tag, auch wenn sich ein Lächeln in die Mundwinkel stiehlt. So gern man die Figuren auch gewinnt, irgendwie werden es immer mehr und mehr und man hat den Eindruck, dass die Autorin der Story keinen roten Faden verleihen konnte. So ganz ist zum Schluss nicht mehr klar, ob es wirklich um Ediths Entwicklung geht oder ob der Roman noch etwas anderes erzählen möchte. Auch dadurch,*Achtung Spoiler*dass die Herkunft des kleinen Schneewittchens zum Schluss nicht eindeutig aufgeklärt ist *Spoiler Ende*und der Leser sich fragt, ob nicht vielleicht auch noch hinter den anderen Figuren 'mehr' steckt, wirkt Judith Pinnows Roman etwas 'undurchdacht' und noch nicht ganz rund. Ich habe ihn sehr gerne gelesen und die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen, doch er wirkt etwas wirr.

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  • Alles passiert zum richtigen Zeitpunkt

    Die Phantasie der Schildkröte

    SecretSoul

    14. September 2017 um 12:00

    Die Geschichte die Phantasie der Schildkröte hat mich sehr bewegt. Ein Buch voller Herz mit den verschiedensten Charakteren. Es hat Spaß gemacht die Verwandlung von Edith mit zu erleben. Ein bisschen wie beim hässlichen Entlein bis zum schönen Schwan.Wen ich auch ganz besonders gern mochte war ihre alte Nachbarin Frau Knoppel irgendwie ist mir die alte Dame in dem Roman ans Herz gewachsen. Was auch sehr schön war, ist das sich kleine Puzzle Teile am ende zu einem ganzen zusammen finden.Die Geschichte ist nicht immer ganz realistisch, aber ich finde genau das macht dieses Buch und diese Geschichte zu etwas besonderem.Schön ist es auch das bei diesem Buch die Augen für die kleinen Dinge geöffnet werde, denn im wahren Alltag geht das ja gern mal unter...wobei ich immer sagen "Die kleinen Dinge, sind die wirklich großen"Wer also einfach mal etwas dem Alltag entfliehen möchte und genau so wie ich gern mal Träumt ist mit diesem Buch bestens bedient.Ich persönlich bin schon etwas wehmütig das diese schöne Geschichte nun zu ende ist. <3  

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