Judith Schalansky

 3.9 Sterne bei 281 Bewertungen
Autorin von Der Hals der Giraffe, Atlas der abgelegenen Inseln und weiteren Büchern.
Judith Schalansky

Lebenslauf von Judith Schalansky

Besonderes Design und außergewöhnliche Literatur: Judith Schalansky wurde 1980 in Greifswald geboren. Sie studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign. Mit ihrer Diplomarbeit im Studiengang Kommunikationsdesign, dem typografischen Kompendium »Fraktur mon Amour«, wurde sie bekannt. 2006 veröffentlichte sie »Fraktur mon Amour« beim Hermann Schmidt Verlag Mainz. Hinzu kam, dass ihr Buch mit diversen Designpreisen ausgezeichnet wurde. Seit 2008 lehrt sie Typografische Grundlagen an ihrer ehemaligen Hochschule in Potsdam. Im Frühjahr 2008 erschien ihr Debütroman »Blau steht dir nicht« im mare Verlag, gefolgt von einem Stipendium 2009 welches sie von der Villa Aurora in Los Angeles erhielt. Mittlerweile lebt und arbeitet Judith Schalansky als freie Autorin und Gestalterin in Berlin.

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Der Hals der Giraffe

Der Hals der Giraffe

 (229)
Erschienen am 06.03.2017
Atlas der abgelegenen Inseln

Atlas der abgelegenen Inseln

 (26)
Erschienen am 01.01.2009
Taschenatlas der abgelegenen Inseln

Taschenatlas der abgelegenen Inseln

 (13)
Erschienen am 14.07.2011
Blau steht dir nicht

Blau steht dir nicht

 (5)
Erschienen am 24.10.2011
Ahrenshooper Seiten

Ahrenshooper Seiten

 (0)
Erschienen am 01.12.2010
Fraktur mon Amour

Fraktur mon Amour

 (0)
Erschienen am 01.06.2008
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Erschienen am 21.10.2018
Der Hals der Giraffe

Der Hals der Giraffe

 (7)
Erschienen am 16.09.2011

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Neue Rezensionen zu Judith Schalansky

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pardens avatar

Rezension zu "Atlas der abgelegenen Inseln" von Judith Schalansky

Irgendwo im Nirgendwo...
pardenvor einem Jahr

IRGENDWO IM NIRGENDWO...

Die Einsamkeit liegt im Nordpolarmeer - und Amsterdam mitten im Indischen Ozean, doch weit weg von den farbenblinden Pingelapesen. Wohl verrückt geworden? Aber nein, das sind nur drei der insgesamt fünfzig Inseln, die Judith Schalansky in diesem außergewöhnlichen Atlas vorstellt.

Moment mal: Wer liest denn wohl einen Atlas? "Ich nicht!", hätte ich vor einem Blick in dieses Buch im Brustton der Überzeugung gesagt, und tatsächlich fand ich die schulisch genutzten Diercke-Exemplare meist eher staubig und ziemlich langweilig. Doch Judith Schalansky hat sich den Exoten gewidmet, unzugänglichen Fleckchen Erde, weitab in den Ozeanen der Welt, oft so weit entfernt von ihrem Mutterland, dass sie nicht mehr auf die nationalen Karten passen: "Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde." Eben.

Dieser Untertitel macht neugierig, und nach einem ersten Durchblättern war mir klar, wie unterschiedlich diese dargestellten Inseln sind. Sei es von der Entstehung her (vulkanischen Ursprungs oder entstanden durch die Abglagerungen von Korallen oder das Ergebnis von Aufwerfungen durch die Verschiebung tektonischer Platten), sei es bezogen auf das Klima (tropische Bedingungen bis hin zur unwirtlichen Eiswüste) oder aber auch hinsichtlich der Entdeckungsgeschichte, der Nutzung, der Bewohnbarkeit... Was sich jetzt vielleicht doch lesen mag wie 'typsich Atlas', wird hier aber eher 'nebenbei' vermittelt.


"Viele abgelegene Inseln erweisen sich als doppelt unerreichbar. Der Weg zu ihnen ist lang und beschwerlich, die Anlandung lebensgefährlich bis unmöglich, und selbst wenn sie gelingt, entpuppt sich das so lang ersehnte Land häufig genug - als hätte man es nicht schon geahnt - als öde und wertlos (...) Nicht selten macht sich bei den wenigen Besuchern vor Ort das blanke Entsetzen breit, und im Angesicht des deutlich begrenzten Raumes schleicht sich wie von selbst der beunruhigende Gedanke an das Risiko ein, zurückgelassen zu werden und bis ans Ende der Tage hier, auf einer einsamen Insel, ein Dasein fristen zu müssen." (S. 15 ff.)


Judith Schalansky versteht den Begriff 'Atlas' eher in seiner ursprünglichen Bedeutung: 'Theatrum orbis terrarum' - 'Theater der Welt' - und versucht diesem in ihren Schilderungen gerecht zu werden. Gerade die Abgeschlossenheit der Inseln und ihre abgelegenen Positionen führen, sofern sie bewohnt sind, oft zu skurrilen Auswüchsen menschlichen Verhaltens. Eine unumgängliche Kindstötung im Sinne einer Geburtenkontrolle findet sich hier ebenso wie Vergewaltigung, Mord und Kannabalismus, selbsternannte Könige und Kaiserinnen genauso wie Völkerrechtsbrüche durch das Initiieren ökologischer Katastrophen oder auch das Zünden von Atombomben.


"Das Paradies mag eine Insel sein. Die Hölle ist es auch." (S. 18)


Dieser außergewöhnliche Atlas fasziniert neben dem ungewöhnlichen Schwerpunkt auch durch seine aufwändige und liebevolle Gestaltung. Kunstvoll illustriert, zeigt er nach Ozeanen geordnet alle Inseln im jeweils identischen Maßstab. Dem jeweiligen Ozean ist auf leuchtendem Orange gedruckt eine Übersichtskarte vorangestellt, so dass die Lage der im Anschluss näher vorgestellten Inseln deutlich wird. Dabei sind die Landmassen der Kontinente nur in schemenhaftem Grau angedeutet, was die Aufmerksamkeit auf die Inseln selbst lenkt.

Der Vorstellung der einzelnen Inseln ist jeweils eine Doppelseite gewidmet: rechts auf blauem Hintergrund die graphische Darstellung des Eilandes (eben wie in einem Atlas), links Wissenswertes zu der Insel. Dabei befinden sich die grundlegenden Informationen wie der Name der Insel in verschiedenen Sprachen, die genaue Lage, die Darstellung auf der Weltkugel, die Entfernungen zu den nächstgelegenen Landmassen sowie ein Zeitstrahl, auf dem die wichtigsten Ereignisse rund um das Eiland festgehalten wurden, im oberen Drittel der Seite. Die anderen zwei Drittel der Seite sind nicht etwa der Nutzung der Insel gewidmet, den klimatischen oder topographischen Gegebenheiten, sondern, zu meiner positiven Überraschung, jeweils einer besonderen Anekdote, die sich auf der jeweiligen Insel zugetragen hat.


"Jedoch sind es gerade die schrecklichen Begebenheiten, die das größte erzählerischen Potenzial haben und für die Inseln der perfekte Handlungsort sind. Während die Absurdität der Wirklichkeit sich in der relativierenden Weite der großen Landmassen verliert, liegt sie hier offen zutage. Die Insel ist ein theatraler Raum: Alles, was hier geschieht, verdichtet sich beinahe zwangsläufig zu Geschichten, zu Kammerspielen im Nirgendwo..." (S. 19)


Diese Anekdoten sind lehrreich und unterhaltsam, stellen historische und naturwissenschaftliche Informationen in den Vordergrund - und vor allem den Menschen selbst. Von gestrandeten Sklaven ist hier ebenso die Rede wie von einsamen Naturforschern, verirrten Entdeckern und verwirrten Leuchtturmwärtern; meuternde Matrosen schaffen sich ebenso ihr Refugium wie vergessene Schiffbrüchige, Sträflinge sind kaum schlechter dran als ihre Bewacher. Hier lässt sich mindestens so viel über die menschliche Natur lernen wie über die sachlichen Fakten zu den Inseln.

Fünfzig entlegene Inseln, die garantiert in keinem Reisekatalog auftauchen, die aber, sorgfältig recherchiert wie hier, in jedem Fall gut sind für eine interessante und lehrreiche Lektüre. Nicht nur das Durchblättern lohnt sich hier, der Atlas will tatsächlich gelesen werden. Und das habe ich gerne und mit wachsendem Vergnügen getan.


© Parden

Kommentare: 4
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Seitengeflatters avatar

Rezension zu "Der Hals der Giraffe" von Judith Schalansky

Mehr Beschreibung als Handlung.
Seitengeflattervor einem Jahr

Ich muss sagen, dass mir dieses Buch gar nicht gefallen hat. Ich habe das ganze Buch über einen tieferen Sinn oder Wendepunkt gesucht. Doch tatsächlich gibt es in diesem Roman keine wirkliche Handlung in Form von einer weiterführenden Geschichte. Es ist mehr eine Bestandsaufnahme. Es werden der Unterricht und der berufliche Alltag in Form eines Bewusstseinsstromes der Lehrerin gezeigt. Das ganze Buch über. Die Situation in der Schule ist wirklich gut wiedergegeben und auch sprachlich super gelöst. Jedoch ist dies nicht was mich persönlich erwartet habe und liegt absolut nicht in meinem Interesse. Für eine einfache Beschreibung des Schulalltags zu ausgeschmückt, für einen Handlungsroman zu statisch.

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consouls avatar

Rezension zu "Der Hals der Giraffe" von Judith Schalansky

Der Hals der Giraffe von Judith Schlansky
consoulvor einem Jahr

Worum geht es und wie war es?
Ehrlich, ich habe schon lange nicht mehr ein solch schlechtes Buch gelesen. Vielleicht lag es daran, dass ich kein Fan von Ein-Wort-Sätzen am laufenden Band bin, vielleicht daran, dass ich die wirren Gedankengänge der Protagonistin strange fand, vielleicht auch daran, dass ich Biologie abgewählt habe in der Schule... keine Ahnung, aber dieses Buch war wirklich nicht mein Fall und jeder, der es gelesen und toll gefunden hat, verzeihe mir, meine absolute Unbedarftheit in Bezug auf dieses literarische Werk... *seufz*
Inge Lohmark ist Lehrerin im Osten Deutschlands und nach der Wende hat sich alles verändert, denn ihre Schule wird dicht gemacht, weil es nicht mehr genügend Kinder gibt. Aber unsere Inge Lohmark ist auch ein spezieller Fall von Lehrerin, sehr kalt und abweisend und hat ihre vorgefertigte Meinung über alles und jeden... besonders anhängliche Streber kann sie mal gar nicht ab. Aber sie ist auch - so entpuppt es sich allmählich - auch seelisch auf einem merkwürdigen Trip unterwegs... zu viel möchte ich da auch nicht sagen. 
Der Schreibstil von Judith Schlansky ist allerdings auch alles andere als literaturnobelpreisverdächtig. Lauter abgehakte Gedanken, aber nicht nur hier und da als Stilmittel, enin, ich glaube, Frau Schalansky denkt, dass so geschrieben werden muss, damit es modern und damit besonders literarisch wertvoll ist. Geht mal wirklich überhaupt nicht. Ich habe mich teilweise als Leserin verar**** gefühlt!! Dafür gibt es nur 2 Sterne und eigentlich sind die auch schon zu viel, aber ich habe mich immerhin durchgequält, dafür sollte ich eigentlich 2 Sterne bekommen. Naja. 

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Wer hat den Roman "Der Hals der Giraffe" gelesen? Meinungen?
S
Letzter Beitrag von  SuSannevor 7 Jahren
Zum Thema
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Bin auf das Buch aufmerksam geworden und finde, dass es wirklich interessant klingt? Kennt es schon jemand? Als Buch oder auch als Hörbuch? :)
Letzter Beitrag von  Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
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