Judith Schalansky Atlas der abgelegenen Inseln

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Inhaltsangabe zu „Atlas der abgelegenen Inseln“ von Judith Schalansky

Dass es immer noch Orte gibt, die schwer zu erreichen sind, erscheint uns heute nicht mehr vorstellbar. Judith Schalansky aber hat sie gesammelt: fünfzig entlegene Inseln, die in jeder Hinsicht weit entfernt sind, entfernt vom Festland, von Menschen, von Flughäfen und Reisekatalogen. Aus historischen Begebenheiten
und naturwissenschaftlichen Berichten spinnt die Autorin zu jeder Insel eine Prosaminiatur, absurd-abgründige Geschichten, wie sie nur die Wirklichkeit sich auszudenken vermag, wenn sie mit wenigen Quadratkilometern im Nirgendwo auskommen muss. Sie handeln von seltenen Tieren und seltsamen Menschen – von gestrandeten Sklaven und einsamen Naturforschern, verirrten
Entdeckern und verwirrten Leuchtturmwärtern, meuternden Matrosen und vergessenen Schiffbrüchigen, braven Sträflingen und strafversetzten Beamten, kurzum: von freiwilligen und unfreiwilligen Robinsons.
Nicht zuletzt fasziniert dieser außergewöhnliche Atlas durch seine aufwendige und besonders schöne Gestaltung. Kunstvoll illustriert und durchgehend in fünf Sonderfarben gedruckt, zeigt er nach Ozeanen geordnet alle Inseln im jeweils identischen Maßstab. Damit entführt uns Judith Schalansky zu fünfzig entlegenen
Orten – von Tristan da Cunha bis zum Clipperton-Atoll, von der
Weihnachts- bis zur Osterinsel – und beweist, dass die abenteuerlichsten Reisen immer noch im Kopf stattfinden: mit dem Finger auf der Landkarte.

Dieser außergewöhnliche Atlas fasziniert neben dem ungewöhnlichen Schwerpunkt auch durch seine aufwändige und liebevolle Gestaltung.

— LitteraeArtesque

Tolle Aufmachung, überzeugende Struktur, interessanter Inhalt - so macht Geografie Spaß! Wirklich ein ganz besonderer Atlas...

— parden

Atlas der abgelegenen Inseln ist ein außergewöhnliches und sehr unterhaltsames Buch.

— lesestunden

Ein Highlight in meiner Bibliothek. Manche Inselerzählungen fand ich sehr an den Haaren herbeigezogen, sie machten nicht Lust aufs Reisen.

— martinst

"Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde": Schade, eigentlich. Ein literarisches und kartographisches Kleinod.

— Gulan

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  • Irgendwo im Nirgendwo...

    Atlas der abgelegenen Inseln

    parden

    31. December 2017 um 19:36

    IRGENDWO IM NIRGENDWO...Die Einsamkeit liegt im Nordpolarmeer - und Amsterdam mitten im Indischen Ozean, doch weit weg von den farbenblinden Pingelapesen. Wohl verrückt geworden? Aber nein, das sind nur drei der insgesamt fünfzig Inseln, die Judith Schalansky in diesem außergewöhnlichen Atlas vorstellt. Moment mal: Wer liest denn wohl einen Atlas? "Ich nicht!", hätte ich vor einem Blick in dieses Buch im Brustton der Überzeugung gesagt, und tatsächlich fand ich die schulisch genutzten Diercke-Exemplare meist eher staubig und ziemlich langweilig. Doch Judith Schalansky hat sich den Exoten gewidmet, unzugänglichen Fleckchen Erde, weitab in den Ozeanen der Welt, oft so weit entfernt von ihrem Mutterland, dass sie nicht mehr auf die nationalen Karten passen: "Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde." Eben. Dieser Untertitel macht neugierig, und nach einem ersten Durchblättern war mir klar, wie unterschiedlich diese dargestellten Inseln sind. Sei es von der Entstehung her (vulkanischen Ursprungs oder entstanden durch die Abglagerungen von Korallen oder das Ergebnis von Aufwerfungen durch die Verschiebung tektonischer Platten), sei es bezogen auf das Klima (tropische Bedingungen bis hin zur unwirtlichen Eiswüste) oder aber auch hinsichtlich der Entdeckungsgeschichte, der Nutzung, der Bewohnbarkeit... Was sich jetzt vielleicht doch lesen mag wie 'typsich Atlas', wird hier aber eher 'nebenbei' vermittelt. "Viele abgelegene Inseln erweisen sich als doppelt unerreichbar. Der Weg zu ihnen ist lang und beschwerlich, die Anlandung lebensgefährlich bis unmöglich, und selbst wenn sie gelingt, entpuppt sich das so lang ersehnte Land häufig genug - als hätte man es nicht schon geahnt - als öde und wertlos (...) Nicht selten macht sich bei den wenigen Besuchern vor Ort das blanke Entsetzen breit, und im Angesicht des deutlich begrenzten Raumes schleicht sich wie von selbst der beunruhigende Gedanke an das Risiko ein, zurückgelassen zu werden und bis ans Ende der Tage hier, auf einer einsamen Insel, ein Dasein fristen zu müssen." (S. 15 ff.)Judith Schalansky versteht den Begriff 'Atlas' eher in seiner ursprünglichen Bedeutung: 'Theatrum orbis terrarum' - 'Theater der Welt' - und versucht diesem in ihren Schilderungen gerecht zu werden. Gerade die Abgeschlossenheit der Inseln und ihre abgelegenen Positionen führen, sofern sie bewohnt sind, oft zu skurrilen Auswüchsen menschlichen Verhaltens. Eine unumgängliche Kindstötung im Sinne einer Geburtenkontrolle findet sich hier ebenso wie Vergewaltigung, Mord und Kannabalismus, selbsternannte Könige und Kaiserinnen genauso wie Völkerrechtsbrüche durch das Initiieren ökologischer Katastrophen oder auch das Zünden von Atombomben."Das Paradies mag eine Insel sein. Die Hölle ist es auch." (S. 18)Dieser außergewöhnliche Atlas fasziniert neben dem ungewöhnlichen Schwerpunkt auch durch seine aufwändige und liebevolle Gestaltung. Kunstvoll illustriert, zeigt er nach Ozeanen geordnet alle Inseln im jeweils identischen Maßstab. Dem jeweiligen Ozean ist auf leuchtendem Orange gedruckt eine Übersichtskarte vorangestellt, so dass die Lage der im Anschluss näher vorgestellten Inseln deutlich wird. Dabei sind die Landmassen der Kontinente nur in schemenhaftem Grau angedeutet, was die Aufmerksamkeit auf die Inseln selbst lenkt. Der Vorstellung der einzelnen Inseln ist jeweils eine Doppelseite gewidmet: rechts auf blauem Hintergrund die graphische Darstellung des Eilandes (eben wie in einem Atlas), links Wissenswertes zu der Insel. Dabei befinden sich die grundlegenden Informationen wie der Name der Insel in verschiedenen Sprachen, die genaue Lage, die Darstellung auf der Weltkugel, die Entfernungen zu den nächstgelegenen Landmassen sowie ein Zeitstrahl, auf dem die wichtigsten Ereignisse rund um das Eiland festgehalten wurden, im oberen Drittel der Seite. Die anderen zwei Drittel der Seite sind nicht etwa der Nutzung der Insel gewidmet, den klimatischen oder topographischen Gegebenheiten, sondern, zu meiner positiven Überraschung, jeweils einer besonderen Anekdote, die sich auf der jeweiligen Insel zugetragen hat."Jedoch sind es gerade die schrecklichen Begebenheiten, die das größte erzählerischen Potenzial haben und für die Inseln der perfekte Handlungsort sind. Während die Absurdität der Wirklichkeit sich in der relativierenden Weite der großen Landmassen verliert, liegt sie hier offen zutage. Die Insel ist ein theatraler Raum: Alles, was hier geschieht, verdichtet sich beinahe zwangsläufig zu Geschichten, zu Kammerspielen im Nirgendwo..." (S. 19)Diese Anekdoten sind lehrreich und unterhaltsam, stellen historische und naturwissenschaftliche Informationen in den Vordergrund - und vor allem den Menschen selbst. Von gestrandeten Sklaven ist hier ebenso die Rede wie von einsamen Naturforschern, verirrten Entdeckern und verwirrten Leuchtturmwärtern; meuternde Matrosen schaffen sich ebenso ihr Refugium wie vergessene Schiffbrüchige, Sträflinge sind kaum schlechter dran als ihre Bewacher. Hier lässt sich mindestens so viel über die menschliche Natur lernen wie über die sachlichen Fakten zu den Inseln.Fünfzig entlegene Inseln, die garantiert in keinem Reisekatalog auftauchen, die aber, sorgfältig recherchiert wie hier, in jedem Fall gut sind für eine interessante und lehrreiche Lektüre. Nicht nur das Durchblättern lohnt sich hier, der Atlas will tatsächlich gelesen werden. Und das habe ich gerne und mit wachsendem Vergnügen getan. © Parden

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    • 5
  • Einmal um die ganze Welt

    Atlas der unentdeckten Länder

    TochterAlice

    sang einst Karel Gott, wobei ich mir gut vorstellen kann, dass der "Goldenen Stimme aus Prag" dabei eine bequemere Art des Reisens und Erkundens vorschwebte, als die, die Dennis Gastmann gewählt hat. Im geht es nämlich darum, Unbekanntes zu entdecken, Neues zu erkunden. Das will doch ein jeder, sagen Sie? Eben nicht! Den meisten, die aus sind auf Neues, reicht es aus, dass das neu ist für sie selbst. Mir geht es da nicht anders, dennoch habe ich die Schilderungen des Autors ganz außerordentlich genossen. Im "Atlas der unentdeckten Länder" beschreibt Gastmann Reiseerlebnisse der unterschiedlichsten Art, doch sie alle vereint eines: es sind so genannte Weiße Flecken auf der Landkarte bekannter Reiseziele, solche, über die man fast nichts weiß. Pitcairn, Karalpakstan, Transnistrien, Akhzivland (das hat weder etwas mit Akquise noch mit Aktivurlaub zu tun, wie ich zugegebenermaßen zunächst annahm) - schon mal gehört? Mir sagten einige der Begriffe etwas, wenn auch nur so viel, dass ich sie grob auf der Weltkarte einordnen konnte. Dennis Gastmann gibt uns einen Einblick in die Verhältnisse dort und zwar einen sehr persönlichen, der sich an seinen Erlebnissen, seinen Eindrücken dort orientiert. Ein Geschenk der besonderen Art, das ich sehr genossen habe, zumal der Autor auch stilistisch seinen eigenen Stiefel fährt: unverwechselbar und sehr gekonnt! Eines - und zwar ausgerechnet das Kapitel, das ich am meisten genossen habe - fällt aus meiner Sicht raus: nämlich Athos, die nur für Männer betretbare klösterliche Halbinsel auf Chalkidiki im Norden Griechenlands. Obwohl ich natürlich nur bis an die Tore des Klosterstaates gelangt bin, habe ich persönlich das Gefühl, mir dieses Gebiet schon ein wenig erschlossen zu haben - durch die Umrandung per Schiff, wie sie auch im Buch geschildert wird, aber vor allem durch Erzählungen von Besuchern, die - wie auch die von Gastmann - stets ausgesprochen farbig ausfallen. Einmal nur für drei Tage ein Mann sein zu dürfen, um die Insel kennenzulernen - das würde mir gefallen! Eine Weltreise der skurrilen und verschroben Art: wer so etwas mag, hat in Dennis Gastmann seinen Meister gefunden. Schräg, amüsant, geistreich - es lohnt sich also!

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    • 4
  • Leserunde zu "Atlas der unentdeckten Länder" von Dennis Gastmann

    Atlas der unentdeckten Länder

    Weltreporter

    NEU: Der Trailer zum Buchhttps://www.youtube.com/watch?v=q_IL7qKLlEcLiebe Kosmopoliten, geschätzte Entdecker, hochverehrte Leserinnen und Leser, nervös und gespannt stelle ich Euch mein neuestes Machwerk vor, den "Atlas der unentdeckten Länder". Es ist eine klassische Abenteuerreise - und eine Hommage an die großen Entdecker der Menschheitsgeschichte. Ich war es einfach leid, in Kolonne um die Sagrada Familia zu ziehen und meine Münzen über tausend Köpfe hinweg in den Trevi Brunnen zu werfen. Also fragte ich mich: "Was gibt es heutzutage eigentlich noch zu entdecken?" und reiste an die fernen Ausläufer unserer Zivilisation. Wie sieht es dort aus? Wie lebt man dort? Und was sagt das über den Rest unserer durchorganisierten Erde? Alles sei noch nicht verraten, zumindest aber soviel: Die Suche nach dem Unbekannten führte mich dorthin, wo die Ur-Enkel der Meuterer von der Bounty leben - eine winzige Insel mitten im Pazifik, die nach frischem Blut lechzt. Ich tauchte mit den Haien von Palau, jagte das kopflose Geisterkamel von R'as al-Chaima und pilgerte über den heiligen Berg Athos, eine uralte Mönchsrepublik, in der Touristen unerwünscht sind - Frauen erhalten überhaupt keinen Zutritt, nicht mal weiblichen Tieren ist der Zutritt gestattet. Ach ja: Und ich wurde zum letzten Kaiser von Ladonien gekrönt - eine lange Geschichte also, die nach einer Leserunde schreit. Wer Lust auf eines von 25 Freiexemplaren bekommen hat, die Rowohlt Berlin spendiert, beantworte doch bitte folgende Preisfrage: "Was war die größte Entdeckung, die Du in Deinem Leben gemacht hast?" Die knallharte, überstrenge Bewerbungsfrist endet am Sonntag, den 3. April um Schlag Mitternacht (oder ein klein wenig später). ...und hier kommt, taufrisch, eine erste Leseprobe: http://www.rowohlt.de/download/file2/sixcms_filename/3392725/Gastmann_Atlas_der_unentdeckten_Laender.pdfGood luck! Dennis Gastmann

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  • Atlas der abgelegenen Inseln ist ein außergewöhnliches und sehr unterhaltsames Buch.

    Atlas der abgelegenen Inseln

    lesestunden

    10. February 2016 um 17:59

    Atlas der abgelegenen Inseln ist ein außergewöhnliches und sehr unterhaltsames Buch, das sowohl von seiner Gestaltung, als auch von seinem Inhalt überzeugen kann. Unterschiedlich, vielseitig und immer lesenswert sind die Anekdoten zu den einzelnen Inseln. Die schön aufbereiteten Informationen zu den Inseln und die stimmige Wahl von Farben, Typographie und Visualisierung der Eckdaten machen das Buch zu einer echten Bereicherung für entspannte Abende, denn trotz der Tatsache, dass man das Buch leicht in einem Rutsch durchlesen kann, ist es ein Vergnügen, immer wieder darin zu stöbern. Ganz zurecht hat es den ersten Preis der Stiftung Buchkunst gewonnen und wurde zum schönsten Buch 2009 gekürt. Wie eine alte Fibel strahlt es all die Abenteuer und Tragödien aus, die einsamen Inseln anhaften: Vom Stranden, bis zur Gefängnisinsel, von Testgelände für Atombomben, bis zur arktischen Walfanginsel ist hier alles geboten. Ausführliche Rezension mit weiteren Fotos und Impressionen von dem schönen Buch: http://www.lesestunden.de/2016/02/atlas-der-abgelegenen-inseln-judith-schalansky/

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  • Lost oder welche drei Dinge nimmst du auf eine einsame Insel mit?

    Atlas der abgelegenen Inseln

    The iron butterfly

    08. January 2016 um 16:30

    Im „Atlas der abgelegenen Inseln“ von Judith Schalansky kann man gefahrlos fünfzig Inseln entdecken, die mit ihren fantasievollen Namen, wie z.B.  „Kokos-Insel“, „Weihnachtsinsel“ oder „Floreana“ paradisische Bedingungen versprechen. Auch wenn der Schein trügt, denn bereits im Vorwort mit dem Titel „Das Paradies ist eine Insel. Die Hölle auch.“ umreißt Schalansky das Trugbild von langen weißen Stränden, Palmen und lauen Nächten unter dem weiten Sternenzelt. Judith Schalansky, ihres Zeichens Atlas-Kind, reist schon immer gerne mit dem Finger auf der Landkarte und erobert dabei die entlegendsten Orte, die höchsten Berge und grünsten, undurchdringlichsten Dschungel und entdeckte dabei die Schönheit dieser Losgelöstheit vom Festland, die allen Inseln und Atollen gemein ist. Diese klein erscheinenden, klar umrissenen Flecken Erde im weiten Blau des ruhigen Atlas-Ozeans. Und so erzählt sie faszinierend fünfzig Insel-Anekdoten, die von Entdeckern und seltenen Tieren, Bodenschätzen und Schatzsuchern, von Schiffbrüchigen und Meuterern, undurchdringlicher Natur und kargem Fels berichten. Ganz gleich, ob die Insel im Indischen, Pazifischen, Atlantischen, Arktischen oder Antarktischen Ozean entdeckt wurde, allen gemein ist wohl die Erkenntnis, dass das paradisische Fantasiebild in unseren Köpfen nichts mit der Realität gemein hat. In den Jahrzehnten der großen Entdecker ging es um Landgewinnung, die Versklavung von Urvölkern und Beutezüge in fremden Kulturen und deren Natur. Doch die Distanzen und fehlerhaften Karten wurden vielen Kapitänen und ihren Matrosen zum Verhängnis. Später dann die Strafkolonien oder zerstörerische Atomtests in traumhaften Atollen, skrupellose Walfangindustrie im Inselparadies, Vulkanausbrüche und Naturphänomene oder schlicht die Erkenntnis über eine unbewohnbare Rauheit; die Geschichten sind so verschieden, wie die Inselformen und –größen. Zu jeder der fünfzig Inseln gibt es eine 1:125000 Maßstabsabbildung, einen Zeitstrahl der wichtigsten Daten (immer die Anekdote im Blickfeld), die Koordinaten (falls man doch noch Fernweh bekommt), Bezeichnung, Zugehörigkeit, Größe, Anzahl der Bewohner und die nächste Inseln bzw. Festländer.  Judith Schalanskys „Atlas der abgelegenen Inseln“ wurde zu Recht mit dem 1. Preis der Stiftung Buchkunst 2009 und dem Designpreis der BRD 2011 in Silber ausgezeichnet. Erinnert wurde ich durch die Reise durch Schalanskys grafisches Inselidyll auch an Christoph Ransmayrs‘ „Atlas eines ängstlichen Mannes“, der u.a. auch von Pitcairn und der unglaublichen Besiedelung durch die Bounty-Meuterer erzählte. Auch Schalanskys Geschichten liegt die nachdenklich stimmende Wirklichkeit zugrunde. Nun, welche drei Dinge nimmst du auf eine einsame Insel mit?

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  • Rezension zu "Atlas der abgelegenen Inseln" von Judith Schalansky

    Atlas der abgelegenen Inseln

    Thaila

    09. October 2012 um 18:56

    Bereits die Buchgestaltung dieses Kleinods besticht. Judith Schalanskys "Atlas der abgelegenen Inseln: Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde" ist tatsächlich eine Art Atlas. Jeder Insel ist eine Doppelseite gewidmet, auf der einen Seite befindet sich eine Karte der Insel auf der anderen Schalanskys Text über diese Insel. Das Ganze ist ausgesprochen liebevoll gesetzt. Hätte ich einen Coffeetable, würde ich dieses Buch rauflegen. Allerdings sollte man es sich nicht nur anschauen, sondern auch lesen. Es lohnt sich. Im Vorwort beschreibt Schalansky ihre langjährige Faszination für Karten und Atlanten. Für das Kind der DDR waren sie der erste Blick in die Größe und Weite der Welt. Für ihren Atlas hat sie auf der Weltkarte nun ganz besondere Orte gefunden. Nur einige der Inseln, die aufgezählt werden, waren mir bekannt. Die meisten sind winzig klein, viele von ihnen nicht bewohnt. Einige sind karge Einöden, andere tropische Paradiese - fast alle liegen sie weit, weit weg vom Festland. Aber zu jeder Insel hat Schalansky eine Geschichte gefunden. Oft sind es dramatische Geschichten, als würden diese Inseln Verrat, Leid und Gewalt geradezu anziehen, als würde sich an diesen einsamen, begrenzten Flecken die gewalttätige Seite des Menschen im besonderen Maße zeigen. Die bedrohliche Kraft des Ozeans zeigt sich in diesen Geschichten ganz sicher häufig. Aber auch Utopien scheinen auf den Inseln gesucht und manchmal sogar gefunden zu werden. Ein wirklich hinreißendes Buch!

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  • Rezension zu "Atlas der abgelegenen Inseln" von Judith Schalansky

    Atlas der abgelegenen Inseln

    Liisa

    03. January 2011 um 14:48

    Ich bin froh, dass ich gerade mit diesem Buch das neue Lesejahr starten konnte. In den vergangenen Tagen habe ich nämlich geradezu in diesem Atlas der abgelegenen Inseln geschwelgt. Was für ein grandioses Buch, eine wahre Wunderkammer! Wirklich, solche Bücher, findet man heutzutage nur noch selten und es ist dem mare Verlag zu danken, dass er sich dieses Buches angenommen und keine Mühen gescheut hat, ihn zu veröffentlichen. Judith Schalansky wiederum hat hier etwas ganz besonderes geschaffen. Nicht nur, was sie an Informationen zusammengetragen hat sondern auch was die Gestaltung des Buches angeht. Wunderschön! Der Titelzusatz lautet ja »Fünfzig Insel, auf denen ich nie war und niemals sein werde«. Im Vorwort erklärt Judith Schalansky diesen Titel, erklärt, warum sie sich damit begnügt, mit dem Finger im Altas diese Inselreisen zu absolvieren. Und dann werden die 50 Inseln vorgestellt, jeweils eine Doppelseite pro Insel. Rechts in zartem Wasserblau die Karte der Insel, links die Basis-Informationen wie Name, politische Zugehörigkeit, Größe, Einwohnerzahl, Entfernungen zu den nächsten Inseln, bzw. zum nächstgelegenen Festland sowie die historisch herausragenden Daten, wie das Datum der Entdeckung, die Errichtung von Forschungsstationen, Expedition oder anderes. Schließlich folgt noch jeweils ein kurzer Text über die jeweilige Insel, der ein bedeutsames Ereignis aufgreift, von der Entdeckung erzählt, den Strapazen des Überlebens der Einheimischen, von Flora und Fauna oder von anderen bedeutsamen Dingen oder Dramen, die sich auf den teilweise winzigen Eiländern zugetragen haben. Diese Geschichten sind faszinierend, teilweise so phantastisch, dass man kaum glauben mag, dass sie wahr sind. Sehr schnell hat sich bei mir der Effekt eingestellt, die Koffer packen zu wollen und mich aufzumachen zu diesen Inseln, sie mit eigenen Augen sehen zu wollen. Irgendwann setzte der Verstand wieder ein und es wurde umso klarer, warum Judith Schalansky im Zusatztitel hinzufügte »... und niemals sein werde«. Aber das Kopfkino, das lief in den zurückliegenden Tagen bei mir geradezu heiß. Was waren das für Menschen, die unglaubliche Strapazen auf sich nahmen, um diese Inseln überhaupt zu entdecken oder im Zuge einer Odysee zufällig auf sie stießen? Was sind das für Menschen, die für ein Jahr auf einer windumtosten Insel in absoluter Abgeschiedenheit Meteo-Daten erheben oder ihren Forschungen nachgehen? Wie organisieren sich »Gesellschaften«, die lange in großer Abgeschiedenheit nur auf sich selbst gestellt sind? Was für Dramen haben sich fernab der Zivilisation auf manchen dieser »Paradiese« tatsächlich abgespielt und das Üblste im Menschen hervorgebracht aber eben oft genug auch das Beste im Menschen? Die Leser erfahren Geschichten, wie z.B. die der Insel der Farbenblinden, oder von dem französischen Jungen, der in seinen Träumen eine unbekannte Sprache lernt, die niemand versteht. Schließlich werden Forscher auf ihn aufmerksam und versuchen das Rätsel zu lösen. Durch einen Zufall finden sie heraus, welche Sprache der inzwischen zum Mann gewordene Junge spricht. Es ist die einer weit entlegenen Insel und eine Frau von dieser Insel lebt zufällig in der Nähe. Mit ihr geht er schließlich auf diese Insel und stirbt dort hochverehrt. Oder die Geschichte, der Sklaven, die nach einem Schiffbruch allein auf einem winzigen Eiland zurückbleiben - frei und doch die unfreisten der Welt und dem Untergang geweiht. So reiht sich eine Geschichte an die nächste und versetzt einen als Leser geradezu in einen Rausch. Viel zu schnell kommt dann das Ende des Buches und mit einem wehmütigen Lächeln, vielen neuen Geschichten und Informationen klappt man dieses Kleinod zu, das übrigens ganz zu recht 2009 den 1. Preis der Stiftung Buchkunst erhielt. Dieses Buch ist jeden Euro zweimal wert und wem es in der gebundenen Form tatsächlich noch zu teuer ist, für den gibt es die gute Nachricht, dass die Taschenbuchausgabe im August bei Fischer erscheinen soll.

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  • Rezension zu "Atlas der abgelegenen Inseln" von Judith Schalansky

    Atlas der abgelegenen Inseln

    yoganista

    28. May 2010 um 11:02

    Wunderschöne bibliophile Gestaltung, interessante Geschichten und eine tolle Idee - immer, wenn ich das Buch aufschlage, um ein wenig darin zu blättern, lese ich mich fest. Das passiert nur ganz selten, und wenn es passiert, ist es umso schöner. Ein Lob an den Verlag UND die Autorin ...

  • Rezension zu "Atlas der abgelegenen Inseln" von Judith Schalansky

    Atlas der abgelegenen Inseln

    Jeami

    03. January 2010 um 21:06

    "Fünfzig Inseln auf denen ich nie war und niemals sein werde" Der Untertitel paßt und das Buch ist außergewöhnlich. Die Buchdeckel graublau mit schwarzem Buchrücken, orangener Schnitt. Jede Insel beschrieben mit Namen, Land, Längen- und Breitengraden, bewohnt oder nichtbewohnt, Abstand zum nächsten Nachbarn und Besonderheiten (was ist hier mal passiert). Immer dazu eine schön gestaltete topografische Landkarte der Insel. Wunderbar zum schmökern. Beschrieben werden folgende Inseln: Arktischer Ozean: Einsamkeit, Böreninsel, Rudolf-Insel Atlantischer Ozean: St. Kilda, Himmelfahrtsinsel, Brava, Annobon, St. Helena, Trindade, Bouvetinsel, Tristan da Cunha, Süd-Thule Indischer Ozean: Sankt-Paul-Insel, Südliche Keelinginseln, Possession-Insel, Diego Garcia, Amsterdam, Weihnachtsindel, Tromelin Pazifischer Ozean: Napuka, Rapa Iti, Robinson Crusoe, Holandinsel, Marquarieinsel, Fangataufa, Atlassow-Insel, Taongi, Norfolkinsel, Pukapuka, Antipoden-Insel, Floreana, Banaba, Champhell-Insel, Pingelap, Osterinsel, Pitcairn, Semisopochnoi, Clipperton-Atoll, Raoul-Insel, Socorro, Iwojima, St. Georg, Tikopia, Pagan, Kokos-Insel, Takuu Antartischer Ozean: Laurie-Insel, Deception-Insel, Franklin-Insel, Peter-I.-Insel Von den meisten wußte ich noch nicht einmal das es sie gibt!

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