Judith Schalansky Der Hals der Giraffe

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Inhaltsangabe zu „Der Hals der Giraffe“ von Judith Schalansky

Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet die schrullige Lehrerin seit mehr als dreißig Jahren Biologie. Dass ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hatte, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur. Als die Lehrerin beginnt, Gefühle für eine Schülerin zu entwickeln, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken.

Aus dem Leben einer Biologielehrerin, die man nur bedauern kann. Toll geschrieben und grandios vorgetragen und man lernt sogar noch was ;-)

— Xirxe
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  • Lehrreich und traurig - ein beeindruckendes Stück Literatur

    Der Hals der Giraffe
    Xirxe

    Xirxe

    29. December 2014 um 02:41

    Inge Lohmark, Biologie- und Klassenlehrerin einer 9. Klasse eines Gymnasiums im Osten, das mit dem Abitur dieser Stufe geschlossen werden soll, ist eine Frau, die sich Gefühle jeglicher Form versagt. Überkommen sie 'Anwandlungen' dieser Art, womöglich sogar in Anwesenheit anderer Menschen, geht sie sofort hart mit sich selbst ins Gericht und macht sich klar, wie unsinnig diese sind. Das Leben ist nichts als Biologie - und Gefühle haben dort nichts zu suchen, denn sie bringen keinen Nutzen. Ebenso rigoros beurteilt sie ihre Schülerinnen und Schüler, worüber man erst grinst ("..sie sind Blutsauger, die sich vom Lehrkörper ernährten.." oder über Schüler Tom: "Winzige Augen im feisten Gesicht. Geistloser Ausdruck. Noch ganz benommen von der nächtlichen Pollution. Ein Grottenolm war schöner...") bis einem die ganze Verachtung deutlich wird, die sie für diese Jugendlichen hegt. Doch auch ihr restliches Umfeld wird davon nicht ausgenommen: ihre Lehrerkollegen, der Nachbar, ehemalige Freunde. Eine unsympathische Frau, keine Frage, doch je mehr man über sie erfährt, umso deutlicher wird, wie bemitleidenswert diese 55jährige ist, die offenbar Zeit ihres Lebens niemals gelernt und erfahren hat, Gefühle zu vermitteln und zu bekommen. Und es zeigt sich immer deutlicher, dass sie insbesondere mit ihrem eigenen Leben hadert - war das Alles? Dagmar Manzel liest diesen Roman derart kunstfertig, dass man Inge Lohmark 298 Minuten vor sich sieht. Als unnahbare, gefühllose Lehrerin in einem kalten, harten Ton wie auch als die Frau, die sich an ihren Vater erinnert oder an ihre letzte wahre Liebe - weich, sanft und leise wird dann die Stimme Lohmarks. Auch die Interpretationen der weiteren Personen sind gut getroffen - Dagmar Manzel verleiht wirklich allen eine eigene Persönlichkeit, egal ob SchülerIn oder KollegIn. Ein tolles Hörbuch, das unterhält und gleichzeitig das Biologiewissen auffrischt. Das fordert jedoch beim Zuhören ein bisschen Konzentration ein ;-)

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  • Rezension zu "Der Hals der Giraffe" von Judith Schalansky

    Der Hals der Giraffe
    Daphne1962

    Daphne1962

    Ein Bildungsroman, gelesen von Dagmar Manzel Das Leben der Biologielehrerin Inge Lohmark, deren Schule in der Provinz iin Ostdeutschland in naher Zukunft geschlossen werden soll. Es sind kaum mehr Schüler zu unterrichten. Sie erzählt über die Schüler und dem Generationsverlauf und über das Desinteresse am Biologieunterricht der Schüler. Ihr Mann züchtet Straussen seit er seinen Job verloren hat. Ihre Tochter lebt in Amerika. Eine Beziehung zu ihr konnte sie nicht aufbauen. Ein langweiliges Leben, was Inge Lohmark hat, da ist mein eigenes spannender und interessanter. Mich hat das Hörbuch nicht sonderlich überzeugt.

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  • Rezension zu "Der Hals der Giraffe" von Judith Schalansky

    Der Hals der Giraffe
    Yamashita

    Yamashita

    28. May 2012 um 21:22

    Inge Lohmark ist eine Sport- und Biologielehrerin an einem Gymansium in einer kleinen Stadt in Vorpommern. Trocken, humorvoll und etwas makaber wird aus ihrem Alltag an der Schule berichtet. Inge Lohmark ist gradlinig und will ihren müden Schülern das wahrhaft Wichtige der Biologie lehren. Alternative Lehrmethoden, wie es eine Kollegin von ihr anwendet, hält sie für albern. Es werden stets Vergleiche und Geschehnisse aus der Natur betrachtet und man bekommt den Eindruck einer leidenschaftlichen aber strengen Biologielehrerin. Die harte Schule macht hier einkehr. Kurz und knapp wird das Leben der Schüler aus der Sichtweise des Lehrerin dargestellt - neutral, sachlich und rein objektiv. Ja einige Perspektiven werden so einfach erzählt, dass man sogar darüber schmunzeln muss, vor allem dann, wenn man selbst so ähnliche Lehrerinnen/Lehrer während der Schulzeit hatte. An einigen Stellen musste ich mich an meine Schulzeit zurück erinnern und fand folgenden Part, der in etwa so war: "Da wissen sie nicht die Antwort auf die Fragen im Test und notieren irgendein Schwachsinn. Hauptsache eine Antwort schreiben, ja das war ihnen wichtig. Aber ich durfte mich später hinsetzen und diese sinnlosen Antworten und bewerten. Als ob es was bringen würde irgendwas zu notieren. Dabei wollten sie alle schnell ihre korrigierten Arbeiten wieder bekommen." sehr witzig und sogar zutreffend. Inge Lohmarks Leben an sich wirkt sehr eintönig. Ihre Tocher Claudia, die sie gerne öfter sehen würde, ist ausgewandert und lebt in Amerika. Zudem scheint es Inge sehr zu stören, dass bei Claudia keine Kinder in Sicht sind und überhaupt würde sie gerne einfach öfter von ihrer Tochter hören. Ein Bildungsroman, der mir gut gefallen hat. Allgemein zum Hörbuch kann ich sagen, dass die Sprecherin eine passende Stimme hat. Außerdem sind keine lästigen Atemgeräusche der Sprecherin wahrzunehmen. Das Hörbuch macht richtig Spaß.

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